Hallo Detlef,
: Auch als wir vor ein paar Jahren zusammen mit der alten Myko AG im Weddeler
: Wohld, im Rautheimer Holz, Buchhorst,Maaßel,Am Reitling, usw. waren haben
: wir stark duftende I. resinosum auf Buche und Linde gefunden, hast Du das
: alles vergessen, oder nicht richtig verstanden ?
Die Wahrheit ist: Ich war ständig betrunken. Habt Ihr gar nicht gemerkt, wie ?
Scherz beiseite, ich beschreib die Sachlage mal genauer, es wird leider etwas länger:
An einige Funde von "damals" kann ich mich schon noch erinnern, nicht jedoch an den Geruch.
Dass sie nach Anis gerochen haben, bestreite ich natürlich nicht und wenn ich sogar dabei war,
dann war ich wohl dabei :) und habe das in der Tat vergessen.
Meine Verwirrung/Skepsis rührt hierher:
Ich hatte den Anis-Geruch als Merkmal für eine Ischnoderma-Art gespeichert, deswegen und aufgrund
des Umstandes, Ischnoderma noch nicht gut zu kennen, habe ich an folgenden Funden gerochen.
Anisgeruch bei Pilzen nehme ich ganz normal wahr, eine Nuance mag mir zwar entgehen, aber es
wurde von einem starken Geruch gesprochen. Dann schaut man in seine Literatur und findet kaum
Geruchsbeschreibungen (nicht näher beschrieben, unbedeutend, geruchlos, angenehm). Naja, dann
findet man z.B. auch noch einen Haploporus odorus, zu deutsch "Nördlicher Anis-Porling" (Gerhardt).
Ich meine mich erinnern zu können, dass damals als deutscher Name "Nördlicher Harz-Porling" für unserere
Ischnoderma-Funde genannt wurde. Schließlich habe ich schon geglaubt, nicht ich hätte da etwas verwechselt.
Am Stutzigsten machte mich, dass ein doch auffälliger Geruch nirgends erwähnt wird, bei immerhin 7 Quellen,
die ich gerade für beide Ischnoderma-Arten zusammen zur Verfügung habe.
Nun, vor Kurzem, fragte ich in unsere Runde, wer sich an Funde mit einem solch ausgeprägtem Geruch
erinnern kann, woraufhin nur, aber immerhin, der Boimstorfer Sunder erwähnt wurde. Das gefiel mir natürlich
auch nicht, komplettiert es doch meine Verwirrung. Du schreibst, dass I.resinosum und I.benzoinum an
Substrat (Laub- bzw. Nadelholz) und Geruch (mit bzw. ohne Aniskomponente) verschieden sind. Harald
beschreibt wiederum nach Anis riechende Nadelholzfunde. Mir bleibt die Sache nach wie vor etwas rätselhaft.
Abschließend folgende Fragen:
Handelt es sich beim anisigen Geruch im Zweifelsfall doch nur um eine ganz schwach wahrnehmbare Komponente ?
Und welche morphologischen Abweichungen gibt es zwischen den beiden Arten ?
(uff)
Schöne Grüße
Robin