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Ich weiss, dass ich nichts weiss .... :-(

Werner, (vor 9520 Tagen)

Heute mal wieder in den Pilzen gewesen, oestlich von Muenchen. Gefunden und definitiv identifiziert habe ich folgende Pilze: Edelreizker, Anischampignon, Perlpilze, Rotfussroehrlinge, einen mickrigen Parasol.

Daneben fand ich eine Fuelle von Maronen. Mein Problem mit diesen ist, dass wohl nur ein Teil davon 'echte' Maronen sind. Ich konnte drei Abarten finden und vermute, dass die 2 anderen andere Roehrlinge sind.

1. Variante: eindeutig Maronen, passt auch mit meinen Pilzbuechern wunderbar zusammen.

2. Variante, sehr haeufig: Hut extrem schmierig (in etwa so wie Butterpilze), Fleisch blaeuend und sehr waessrig, auch die Roehren sehr waessrig. Kappen hellbraun.

3. Variante (nur 3 Stueck): Hut sehr samtig, fuellig und braungrau, Roehren 'saftig' gelb, Fuss unten sehr leicht roetlich.

Leider weiss ich nur definitiv, dass Varianten 1 und 2 essbar sind (3 wohl auch). Aber, mich wuerde doch interessieren, was die schmierigen Kappen wirklich sind. Butterpilze haut wohl nicht hin, da stark blaeuend.

Ausserdem, ich habe von dem Buch ueber die Pilze Baden=Wuerttembergs gelesen. Gibt es sowas eigentlich auch fuer Bayern? Ich habe momentan 3 Buecher, mein Lieblingsbuch ist Roger Phillips' "Das Kosmosbuch der Pilze", dann habe ich noch BLV Bestimmungsbuch "Pilzfuehrer" von Ewald Gerhardt und als 3. noch den "Kleinen Pilzatlas" von Giuseppe Pace. Alle 3 Buecher habe schon etliche Jaehrchen auf dem Buckel (Kosmos '82, Pilzfuehrer '81 und Pace '75). Wer kann mir ein Buch empfehlen, das fuer Bayern und die Bestimmung gut geeignet ist. Bin kein totaler Anfaenger mehr, aber auch sicherlich alles andere als ein Profi.

Viele Gruesse,

Werner

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Re: Ich weiss, dass ich nichts weiss .... :-(

Katja Tödter, (vor 9520 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,

zur Variante 2 (die Schleimigen) kann ich aus meiner Erfahrung sagen, daß die Maronen - wie Du sie beschreibst - immer in nassem Gras stehen.

Spezielle Pilzbücher weiß ich nicht. Wohne im Norden und kommen mit den Handelsüblichen gut zurecht.

Gruß

Katja

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Re: Ich weiss, dass ich nichts weiss .... :-(

Holger, (vor 9519 Tagen) @ Werner

Meine Tips:

Variante 1: o.k.. Var.2: auch Maronen. Wahrscheinlich älter und feucht stehend. Würde ich stehen lassen sobald sie ein wenig weich werden - sonst schmeisst man sie doch zu Hause weg! Variante 3: Rotfußröhrlinge (gelbe Röhren, roter Stiel). Diese sind zum Untermischen nicht schlecht solange sie jung und fest sind.

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Re: Ich weiss, dass ich nichts weiss .... :-(

Birgit, (vor 9519 Tagen) @ Werner

Variante 2 sind vermutlich Maronen, wenn sie im Gras wachsen und schon etwas älter sind werden sie so. Diese Wuchsformen scheinen mit der Umgebung zusammenzuhängen, ich hatte hier aus vermutlich 1 Mycel sowohl sehr feste dunkelbraune Maronen und 5 m weiter im Gras diese weichen Exemplare.

3. Variante (nur 3 Stueck): Hut sehr samtig, fuellig und braungrau, Roehren
'saftig' gelb, Fuss unten sehr leicht roetlich.

Möglicherweise eine Abart des Rotfußröhrlings, der Herbstrotfuß. Wurde früher als eigene Art (der Name war meines Wissens Boletellus pruinatus) bezeichnet, inzwischen streiten sich die Experten, ob es eine eigenständige Variante des Rotfußes (Xerocomus chrysenteron) oder eine eigenständige Filzröhrlingsart (Xerocomus pruinatus) ist. Möglicherweise schreien jetzt einige Experten auf Grund meiner laienhaften Darstellung auf. Im AUgenblick gibts viele Herbstrotfüße, hier aus meiner Erfahrung die häufigsten Unterscheidungsmerkmale zum "normalen" Rotfuß: Stiel jung dicker als beim Rotfuß, hauptsächlich gelb, höchstens an der Stielbasis leicht rötlich, beim Älterwerden werden die Stiele rötlich. Huthaut reißt nie auf, ist bereift (vielleicht was du als samtig bezeichnest, trifft es aber eigentlich nicht so, als samtig würd ich z.B. die Ziegenlippe bezeichnen) und ist i.a. dunkler als beim Rotfuß, Fleisch ist fester und meist weniger verwurmt. Das Fleisch blaute bei meinen Exemplaren in der Stielbasis ziemlich stark, während der Rest nur schwach blaute. AUßerdem finde ich ihn hauptsächlich unter Buche, während der normale Rotfuß häufiger im Nadelwald zu finden ist. Es ist definitiv nicht so, daß aus demselben Mycel im SOmmer Rotfüße und im Herbst Herbstrotfüße kommen.

Ach, der Pilz ist essbar, genauso wie der Rotfußröhrling, geschmacklich ist er angeblich besser als dieser.

Ausserdem, ich habe von dem Buch ueber die Pilze Baden=Wuerttembergs gelesen.
Gibt es sowas eigentlich auch fuer Bayern?

Meines Wissens nach nicht, zum in den Wald mitnehmen ist Großpilze Baden-Württembergs auch nciht so geeignet.

Ich habe momentan 3 Buecher,

mein Lieblingsbuch ist Roger Phillips' "Das Kosmosbuch der
Pilze", dann habe ich noch BLV Bestimmungsbuch
"Pilzfuehrer" von Ewald Gerhardt und als 3. noch den
"Kleinen Pilzatlas" von Giuseppe Pace. Alle 3 Buecher habe schon
etliche Jaehrchen auf dem Buckel (Kosmos '82, Pilzfuehrer '81 und Pace
'75). Wer kann mir ein Buch empfehlen, das fuer Bayern und die Bestimmung
gut geeignet ist. Bin kein totaler Anfaenger mehr, aber auch sicherlich
alles andere als ein Profi.

Empfehlenswert auch zum Mitnehmen in den Wald: Der große BLV Pilzführer für unterwegs, über 1200 Arten von E. Gerhardt, 1997, ca. 40-50 DM: gute Fotos, gute beschreibung, Hinweis auf Verwechslungspartner, Angaben zum Speisewert und Verwendung der Pilze, kompaktes Format

Pareys Buch der Pilze, Marcel Bon, über 1500 Arten, ca. 30 DM: sehr viele Arten, enthält auch Bestimmungsschlüssel; Achtung: die Qualität der Abbildungen ist manchmal sehrr mäßig (Farben stimmen nicht), Beschreibungen sind aber gut

Weitergehende Literatur: Schua mal auf der Hauptseite von PilzePilze unter Literatur nach oder gib im Archiv die Suchwörter Literatur oder Pilzbücher ein, da hatten wir schon lange Threads dazu.

Liebe Grüße

Birgit

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Re: Ich weiss, dass ich nichts weiss .... :-(

Barbara, (vor 9519 Tagen) @ Werner

Heute mal wieder in den Pilzen gewesen, oestlich von Muenchen. Gefunden und
definitiv identifiziert habe ich folgende Pilze: Edelreizker,
Anischampignon, Perlpilze, Rotfussroehrlinge, einen mickrigen Parasol.
Daneben fand ich eine Fuelle von Maronen. Mein Problem mit diesen ist, dass
wohl nur ein Teil davon 'echte' Maronen sind. Ich konnte drei Abarten
finden und vermute, dass die 2 anderen andere Roehrlinge sind.
1. Variante: eindeutig Maronen, passt auch mit meinen Pilzbuechern wunderbar
zusammen.
2. Variante, sehr haeufig: Hut extrem schmierig (in etwa so wie Butterpilze),
Fleisch blaeuend und sehr waessrig, auch die Roehren sehr waessrig. Kappen
hellbraun.
3. Variante (nur 3 Stueck): Hut sehr samtig, fuellig und braungrau, Roehren
'saftig' gelb, Fuss unten sehr leicht roetlich.
Leider weiss ich nur definitiv, dass Varianten 1 und 2 essbar sind (3 wohl
auch). Aber, mich wuerde doch interessieren, was die schmierigen Kappen
wirklich sind. Butterpilze haut wohl nicht hin, da stark blaeuend.
Ausserdem, ich habe von dem Buch ueber die Pilze Baden=Wuerttembergs gelesen.
Gibt es sowas eigentlich auch fuer Bayern? Ich habe momentan 3 Buecher,
mein Lieblingsbuch ist Roger Phillips' "Das Kosmosbuch der
Pilze", dann habe ich noch BLV Bestimmungsbuch
"Pilzfuehrer" von Ewald Gerhardt und als 3. noch den
"Kleinen Pilzatlas" von Giuseppe Pace. Alle 3 Buecher habe schon
etliche Jaehrchen auf dem Buckel (Kosmos '82, Pilzfuehrer '81 und Pace
'75). Wer kann mir ein Buch empfehlen, das fuer Bayern und die Bestimmung
gut geeignet ist. Bin kein totaler Anfaenger mehr, aber auch sicherlich
alles andere als ein Profi.
Viele Gruesse,
Werner

Hi Werner,

für mich sind Variante 3 Ziegenlippen (Xerocomus submentosus). Sie haben einen sehr samtigen Hut und saftig gelbe Poren. Die andern meinten ja, daß es sich um einen Rotfußröhrling handelte, damit ist die Ziegnlippe auch sehr nah verwandt, aber im Unterschied zum Rotfußröhrling hat sie keine zitronengelben sondern saftig gelbe Poren. Ihr Stiel ist meist mit wenig Rottönen oder ganz ohne Rottöne.Außerdem röten die Madenfraßstellen beim Rotfußröhrling und er hat unter der Huthaut eine zweite rote Haut. Das geschieht bei der Ziegenlippe nicht. Du kannst Dir die Pilze ja nochmal genau ansehen.

Gruß

Barbara

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Re: Ich weiss, dass ich nichts weiss .... :-(

Birgit, (vor 9519 Tagen) @ Barbara

für mich sind Variante 3 Ziegenlippen (Xerocomus submentosus). Sie haben
einen sehr samtigen Hut und saftig gelbe Poren. Die andern meinten ja, daß
es sich um einen Rotfußröhrling handelte, damit ist die Ziegnlippe auch
sehr nah verwandt, aber im Unterschied zum Rotfußröhrling hat sie keine
zitronengelben sondern saftig gelbe Poren.

Stimmt, allerdings spricht vor allem auch noch die Farbe (braungrau) gegen den Rotfuß, was ich doch glatt übersehen habe ;-). Nur daß die Ziegenlippe wirklich in jedem Pilzbuch drin steht und es daher etwas seltsam ist, daß Werner sie nicht erkannt hat.

Birgit

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Re: Ich weiss, dass ich nichts weiss .... :-(

Werner, (vor 9519 Tagen) @ Katja Tödter

Also, erst mal vielen Dank fuer die ganzen Antworten. Zu Variante 2 (die Schleimigen): die standen teilweise nur ein paar cm entfernt von Variante 1 (Maronen, so wie ich sie kenne). Richtig ist, dass Variante 2 i.d.R. groesser als 1 war, allerdings nicht unbedingt richtig alt. Der Hut war auch deutlich heller. Das Fleisch von 1 war fest, von 2 hingegen sehr waessrig (aber durchaus frisch). Komischerweise waren auch diverse 2er mitten im Wald und nicht in der Wiese (wo mir das Schleimige ja noch Sinn macht). Der Unterschied war doch recht deutlich, denn die 1er waren eigentlich richtig trocken auf der Hutkappe.

Naja, ist ja nicht so wichtig, sie haben jedenfalls gut geschmeckt.

Nun zu Variante 3: Die Ziegenlippe habe ich auch in Betracht gezogen, was mir aber bei meinen Abbildungen dazu nicht passt, ist die Stielfarbe. Bei meinen war sie eindeutig braun, meine Buecher zeigen sie aber deutlich heller. Die Antwort Rotfuss ist auch nicht ganz von der Hand zu weisen, allerdings muesste es schon eine sehr anders aussehende Form sein. Die normalen Rotfuesse, die ich fand, hatten einen duennen, deutlich roten Stiel und marmorierte Kappen. Diese Sorte war mit einem dicken Stiel (wie Maronen) ausgestattet, der unten leicht roetlich war. Ausserdem war der Hut sehr viel fleischiger und fester, fast wie ein Steinpilz und definitiv nicht marmoriert. Die normalen Rotfuesse nehme ich ja weniger gern zum Kochen, nur die jungen und ohne Roehren. Ansonsten wird das Essen doch etwas pappig. Ich habe sie jetzt einfach mal verputzt und lebe immer noch. Leider waren es zu wenige um eine eigene Pfanne davon zu machen.

Zu den Pilzbuechern: ich werde mir dann wohl mal eine etwas aktuellere Ausgabe des BLV-Buchs anschauen. Meine sind doch etwas betagt.

Vielen Dank nochmal,

Werner

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Rotfüße sind nunmal sehr variabel *oT*

Holger, (vor 9519 Tagen) @ Werner

- kein Text -

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Re: Ich weiss, dass ich nichts weiss .... :-(

Knud L., (vor 9519 Tagen) @ Katja Tödter

Hallo Werner,
zur Variante 2 (die Schleimigen) kann ich aus meiner Erfahrung sagen, daß die
Maronen - wie Du sie beschreibst - immer in nassem Gras stehen.
Spezielle Pilzbücher weiß ich nicht. Wohne im Norden und kommen mit den
Handelsüblichen gut zurecht.
Gruß
Katja

Hi Werner Hi Katja,

ich vermute auch dass es sich bei V. 2 um ebenfalls Maronen handelt. Mir ist schon öffters aufgefallen, dass die Marone (warscheinlich in den nächsten Jahren) in zwei bis drei Unterarten einzutragen ist. Sicherlich ist euch allen schon aufgefallen das einige Maronen bläuen andere wiederum nicht, genauso verhält es sich mit der Hutfarbe von Hellbraun bis Tief-Dunkelbraun, Stiele bei den einen Fett gedrungen andere schmal und lang.
Naja lassen wir uns mal überraschen, die Mykologie sagt ja von sich selbst, dass sie noch in den Kinderschuhen steckt.
Bei V3 denke auch ich, dass es sich um Rotfüsse handelt (heute selbst erst "2 Arten" gefunden. einmal mit dunklem Hut dann mit deutlich hellerem Hut. Die einen Standen in einen Buchenmischwald die letzteren (helle) im reinen Fichtenwald.

cu Knud