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Hilfe: Hobby in Gefahr !! Pilzesammeln verboten !!

Charly, (vor 7371 Tagen)

Hallo, es kommt noch dicker. Gestern Großrazzia auf einigen Parkplätzen der Nordeifel (Gegend um Gemünd). Da ich mich am Rande, aber außerhalb des Nationalparks Eifel bewegte, war ich mir keiner Schuld bewusst. Im Nationalpark ist sowieso alles verboten !
Kaum aus dem Auto gestiegen wurden alle Sammler mit Körben von freundlichen, aber energischen Aufsehern belehrt:
Man darf hier sage und schreibe nur 250 Gramm Pilze pro Tag und Person sammeln. Saftige Strafen drohen, es wurden auch 400,- € genannt. Dafür bin ich rund 100 Km aus Solingen angereist, um meine bekannten Stellen an Steinpilzen, Pfifferlingen und Parasole abzusuchen.
Um Solingen wird das Sammeln mittlerweile auch nicht mehr toleriert, da fast alle Wälder im Naturschutzgebiet liegen. Man trifft mehr Polizei, Ordnungsamt oder Förster als Pilzsammler, die streng kontrollieren und es nur einmal bei einer Ermahnung belassen. Im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW ist das fast normal, überall Naturschutzgebiete. Wenn Pilze sammeln, dann halt nicht erwischen lassen.
Vorbei die Zeit, wo man noch voller Vorfreude und Leidenschaft durch die Wälder streifte und mit Stolz volle Körbe vorzeigte.
Heute nehme ich nur noch einen unauffälligen,kleinen Jutebeutel mit, wenn ich mal wieder abseits der Wege wie ein Verbrecher von Baum zu Baum schleiche, immer mit einem mulmigen Gefühl im Bauch nicht erwischt zu werden.
Armes Deutschland, sollte ich vielleicht, bei aller Liebe zu meinem Hobby, lieber Minigolf spielen oder gar aus Frust in die Kneipe gehen.
An alle Jäger: Dürft Ihr noch im Wald jagen, wieviel Gramm sind es bei Euch ?
Oder alle Angler: Dürft Ihr noch im Wasser fischen ?
Wieviel Gramm Blaubeeren und Brommbeeren sind erlaubt ?
Gibt es schon die praktische Taschenwaage für Sammler mit Milligrammanzeige?
Fazit:
1. Lohnt unser Hobby noch mit all der Mühe und Umständen ?
2. Wem haben wir diese Gesetze zu verdanken, vielleicht den böse blickenden Sammelkolonnen mit Plastiksäcken auf dem Rücken ?
3. Eine vernünftige Menge (2 Kg wie in Kärnten) fänd ich akzeptabel und verantwortungsbewusst. Eine gute Mahlzeit.

Liebe Forums-Freunde:
Wie sieht es in Rest-Deutschland aus.
Gibt es noch das Paradies für Sammler, wo man seinem Hobby verantwortungsbewusst mit Euphorie und Freude nachgehen darf.
Auf eure Antworten bin ich gespannt.
Gruß von Charly aus Solingen.

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Re: Hilfe: Hobby in Gefahr !! Pilzesammeln verbote

Andreas W, (vor 7371 Tagen) @ Charly

Bei Anglern sind solche Reglementierungen schon länger an der Tagesordnung.
Mal darf man einen Fisch pro Tag angeln, andererorts mal zwei. Aber die Fische müssen auch noch Mindestmaße haben, sonst ist man verpflichtet, sie wieder rein zu setzen und maßige Fische muß man mitnehmen, egal ob man sie haben möchte oder nicht (z. B. Brassen), ansonsten droht ein Bußgeld.
An dem einen Gewässer mit bis zu drei Ruten, an anderen nur mit einer. Oder in manchen Ruten ist es nur erlaubt mit Fliege zu Angeln usw.

Außerdem dürfen viele Fische nur zu bestimmten Jahreszeiten geangelt werden und in vielen Gewässern ist das Angeln vom Boot oder von Brücken (da könnte man ja auch schneller zum Erfolg kommen) verboten.

Unser Land hat nun mal eine reglementierungswütige Bürokratie!

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Re: Hilfe: Hobby in Gefahr !! Pilzesammeln verbote

Heinz Ebert ⌂, (vor 7371 Tagen) @ Andreas W

Zitat: Unser Land hat nun mal eine reglementierungswütige Bürokratie!
Ich frage: Warum wohl ?
Beste Grüße, Heinz Ebert

Bei Anglern sind solche Reglementierungen schon länger an der Tagesordnung.
Mal darf man einen Fisch pro Tag angeln, andererorts mal zwei. Aber die
Fische müssen auch noch Mindestmaße haben, sonst ist man verpflichtet, sie
wieder rein zu setzen und maßige Fische muß man mitnehmen, egal ob man sie
haben möchte oder nicht (z. B. Brassen), ansonsten droht ein Bußgeld.
An dem einen Gewässer mit bis zu drei Ruten, an anderen nur mit einer. Oder
in manchen Ruten ist es nur erlaubt mit Fliege zu Angeln usw.
Außerdem dürfen viele Fische nur zu bestimmten Jahreszeiten geangelt werden
und in vielen Gewässern ist das Angeln vom Boot oder von Brücken (da
könnte man ja auch schneller zum Erfolg kommen) verboten.
Unser Land hat nun mal eine reglementierungswütige Bürokratie!

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Find ich gut...

Saftling, (vor 7371 Tagen) @ Charly

dass im Nationalpark das Sammelverbot kontrolliert wird! Aber nicht, weil dadurch weniger Pilze "geräubert" werden, sondern weil die Menschenmassen, die gerade in solchen Naturschutzflächen einfallen, den Lebensraum schädigen. Die Menge ist das Problem.
Nicht so bei den Pilzen. Noch nie konnte irgendein Kritiker des Pilze sammelns irgendeinen handfesten Beweis liefern, dass Pilze sammeln die Populationen der Pilze direkt schädigt. Mir wäre es eigentlich egal, wenn aus eingebildeten Gründen heraus das Pilze sammeln eingeschränkt wäre. ABER: Vor allem die gesetzlichen Beschränkungen des Sammelns lenken den Verdacht für die Ursache des Rückgangs vieler Pilzarten auf die Falschen. Wer sich vorbehaltlos mit den Fakten auseinander setzt, kommt nicht an der Erkenntnis vorbei, dass die Zerstörung der Lebensräume die Hauptursache für das Verschwinden mancher Pilze ist(und anderer Arten, auch Schmetterlinge werden nicht von den bösen Sammlern ausgerottet...). Diana hat schon einen wichtigen Grund genannt: das Befahren der Waldböden mit sehr schweren Maschinen. Die Wirkung auf den Boden ist z.B. in der letzten Ausgabe von Spektrum der Wissenschaft nachzulesen. Die Zerstörung der natürlich gewachsenen Bodenstruktur und die Verdichtung durch diese Moloche ist vermutlich um Dimensionen gravierender als alle Pilzsammler zusammen genommen! Dazu noch die allgegenwärtige Vergiftung durch die Luftverschmutzung. Diese Faktoren gilt es anzuprangern. Lasst Euch nicht irre machen von wegen die Sammler rotten die Pilze aus und so. Das ist kompletter Unsinn, frei erfunden! Das Schlimme ist doch: selbst wenn ab sofort niemand mehr Pilze sammeln oder mutwillig zerstören würde, würden dennoch viele Arten immer seltener werden. Deshalb finde ich es wichtig, die Unsinnigkeit der Sammelverbote bei jeder Gelegenheit zu betonen. Sie lenken nur von den wahren Ursachen des Rückgangs vieler Pilze ab.
Die Sammelverbote in Schutzgebieten sind doch kein Grund, sich dieses schöne Hobby vermiesen zu lassen. Erstens gibt es überall auch außerhalb dieser Gebiete Pilze, vielleicht nicht so viele und nicht die gleichen Arten. Und zweitens ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen noch Ahnung haben von der Vielfalt des Lebens. Wer sonst sollte sich dafür einsetzen, an den wahren Ursachen des Verlusts der Artenvielfalt etwas zu ändern?

LG
Saftling

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Re: Find ich gut...

Waldschrat, (vor 7371 Tagen) @ Saftling

dass im Nationalpark das Sammelverbot kontrolliert wird! Aber nicht, weil
dadurch weniger Pilze "geräubert" werden, sondern weil die
Menschenmassen, die gerade in solchen Naturschutzflächen einfallen, den
Lebensraum schädigen. Die Menge ist das Problem.
Nicht so bei den Pilzen. Noch nie konnte irgendein Kritiker des Pilze
sammelns irgendeinen handfesten Beweis liefern, dass Pilze sammeln die
Populationen der Pilze direkt schädigt. Mir wäre es eigentlich egal, wenn
aus eingebildeten Gründen heraus das Pilze sammeln eingeschränkt wäre.
ABER: Vor allem die gesetzlichen Beschränkungen des Sammelns lenken den
Verdacht für die Ursache des Rückgangs vieler Pilzarten auf die Falschen.
Wer sich vorbehaltlos mit den Fakten auseinander setzt, kommt nicht an der
Erkenntnis vorbei, dass die Zerstörung der Lebensräume die Hauptursache
für das Verschwinden mancher Pilze ist(und anderer Arten, auch
Schmetterlinge werden nicht von den bösen Sammlern ausgerottet...). Diana
hat schon einen wichtigen Grund genannt: das Befahren der Waldböden mit
sehr schweren Maschinen. Die Wirkung auf den Boden ist z.B. in der letzten
Ausgabe von Spektrum der Wissenschaft nachzulesen. Die Zerstörung der
natürlich gewachsenen Bodenstruktur und die Verdichtung durch diese
Moloche ist vermutlich um Dimensionen gravierender als alle Pilzsammler
zusammen genommen! Dazu noch die allgegenwärtige Vergiftung durch die
Luftverschmutzung. Diese Faktoren gilt es anzuprangern. Lasst Euch nicht
irre machen von wegen die Sammler rotten die Pilze aus und so. Das ist
kompletter Unsinn, frei erfunden! Das Schlimme ist doch: selbst wenn ab
sofort niemand mehr Pilze sammeln oder mutwillig zerstören würde, würden
dennoch viele Arten immer seltener werden. Deshalb finde ich es wichtig,
die Unsinnigkeit der Sammelverbote bei jeder Gelegenheit zu betonen. Sie
lenken nur von den wahren Ursachen des Rückgangs vieler Pilze ab.
Die Sammelverbote in Schutzgebieten sind doch kein Grund, sich dieses schöne
Hobby vermiesen zu lassen. Erstens gibt es überall auch außerhalb dieser
Gebiete Pilze, vielleicht nicht so viele und nicht die gleichen Arten. Und
zweitens ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen noch Ahnung haben
von der Vielfalt des Lebens. Wer sonst sollte sich dafür einsetzen, an den
wahren Ursachen des Verlusts der Artenvielfalt etwas zu ändern?
LG
Saftling

Bavo Saftling!
Ich glaube jedoch, der deutsche Michel läßt sich auch einreden, daß die Blaubeeren uw. aus den Wäldern verschwunden sind, weil zu viele Menschen sie gesammelt haben.
Gruß - Waldschrat

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Probate Lösung des Problems

Der Juergen, (vor 7371 Tagen) @ Charly

Hallo Pilzjäger,

dass überlaufene Pilzsammelgründe mit Reglementierungen arbeiten, dürfte mehr was mit Folgerichtigkeit als mit Bürokratiewahn zu tun haben. Warum nicht den Wald "um die Ecke" oder den "vor der Haustüre" beehren? Solche Sammeltrips in Mykophagen-Ballungszentren hat mit Naturschutz auch nicht sehr viel zu tun; das erinnert eher an diese "Schnäppchen-Fahrten" zum Fabrikverkauf: Da lässt mans 3 Stunden auf der Autobahn krachen um irgendwo in Hinterdupfingen ne Palette Fruchtjoghurt zum Fabrikpreis zu ergattern *g*

Grüßle
Juergen

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Re: Hilfe: Hobby in Gefahr !! Pilzesammeln verbote

Harry B., (vor 7371 Tagen) @ Charly

In Naturschutzgebieten sammel ich grundsätzlich nicht.. Aber wie sich das hier anhört, mit gezieltem "abfangen" auf den Parkplätzen da klingt es nach Abzocke und Einschüchterung.

Bei Anglern ist es wie bei Jägern auch in der Tat sehr genau geregelt, wann was (mit welcher Größe) beangelt/bejagd werden darf, ohne vorige Prüfung + Schein/Pacht geht da gar nichts, alles andere wäre Wilderei die locker mit Freiheitsstrafen geahndet wird.

Lohnt sich das Hobby noch.. ich würde meinen wo ich hier wohne, Hessen, schon, allerdings halten auch hier immer mehr die Sammlermassen einzug...
Die Gesetze haben wir generell dem Naturschutz zu verdanken, so schlimm finde ich sie nicht, aber wenn sie nicht durchdacht sind ist das alles lächerlich.

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Re: Hilfe: Hobby in Gefahr !! Pilzesammeln verbote

bert, (vor 7371 Tagen) @ Charly

Das werden dann ja wohl entsprechende Scharen von Sammlern gewesen sein. Wenn Du selbst schon mehrere sehen konntest, die kontrolliert wurden, dann rechne das mal auf den Tag hoch. Und wegen 10 ober zwanzig Sammlern werden sie wohl kaum solche Einsätze machen. Und dann wird das Sammeln meiner Ansicht nach schon zur Schädigung der Natur.

Es gibt auch hier in meiner Umgebung die ein oder andere Stelle, die es zu einer gewissen Bekanntheit gebracht hat. Da braucht man Sonntags nach mittag erst garnicht zu schauen, ausser man sammelt Schnittstellen. Wenn man an solche Stellen mit so hohem Zulauf stark reglementiert find ich das völlig in Ordnung.

Ich finde es auch etwas fraglich, soweit zu fahren, um Pilze zu suchen. Allerdings hab ich persönlich auch das Glück, meine Plätze zu Fuß zu erreichen.

Naturschutzgebiete sollte man schon respektieren. Sie dienen ja auch anderen zur Erholung.

Jäger und Angler haben selbstverständlich auch klare Regeln zu beachten. Die Jagdaufsicht legt die Abschusszahlen meines Wissens fest (sowohl was geschossen werden darf, als auch was geschossen werden MUSS)

Ich kann ja den Frust verstehen, aber wenn ich hier so ab und zu die Riesenbeuteprahlbilder sehe, dann verstehe ich die Ordnungshüter.

Versuchs doch mal woanders. Richtung Osten müsste doch das waldreich Sauerland viel näher sein?

Gruß
bert

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Bitte nicht...

hoennetaler, (vor 7371 Tagen) @ bert

....noch mehr Sammler ins Sauerland! Ich versuche den Massen der Sammler auch aus dem Weg zu gehen, aber an so Tagen wie heute bekommt man ja kaum einen Parkplatz an den bekannten Stellen. Zum Glück bin ich in meinem Hauswald der einzige Sammler. Das Massenvorkommen von Parasolen (bei 50 habe ich heute aufgehört zu zählen) hat noch keiner entdeckt. Ich habe mir zwei schöne Exemplare mitgenommen.

Hier bei uns kommen die meisten Sammler aus dem Ruhrgebiet oder aus dem Münsterland und haben im Schnitt eine Anfahrt von 1 Sd. Wie mein Namensvetter schon schrieb, sollte jeder mal vor seiner Haustüre schauen. Solingen liegt ja am Bergischen Land, dort sollte man eigentlich auch fündig werde.

Stoppt den Pilztourismus!

In diesem Sinne pilzige Grüße aus dem Sauerland
Jürgen

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Bei Jaegern ist es andersrum.....

Christoph G, (vor 7370 Tagen) @ bert

Das werden dann ja wohl entsprechende Scharen von Sammlern gewesen sein. Wenn
Du selbst schon mehrere sehen konntest, die kontrolliert wurden, dann
rechne das mal auf den Tag hoch. Und wegen 10 ober zwanzig Sammlern werden
sie wohl kaum solche Einsätze machen. Und dann wird das Sammeln meiner
Ansicht nach schon zur Schädigung der Natur.
Es gibt auch hier in meiner Umgebung die ein oder andere Stelle, die es zu
einer gewissen Bekanntheit gebracht hat. Da braucht man Sonntags nach
mittag erst garnicht zu schauen, ausser man sammelt Schnittstellen. Wenn
man an solche Stellen mit so hohem Zulauf stark reglementiert find ich das
völlig in Ordnung.
Ich finde es auch etwas fraglich, soweit zu fahren, um Pilze zu suchen.
Allerdings hab ich persönlich auch das Glück, meine Plätze zu Fuß zu
erreichen.
Naturschutzgebiete sollte man schon respektieren. Sie dienen ja auch anderen
zur Erholung.
Jäger und Angler haben selbstverständlich auch klare Regeln zu beachten. Die
Jagdaufsicht legt die Abschusszahlen meines Wissens fest (sowohl was
geschossen werden darf, als auch was geschossen werden MUSS)

GENAU: Das Problem bei Jaegern ist in aller Regel nicht, dass sie zuviel schiessen, sondern zuwenig, und somit in weiten Teilen die Wildbestaende viel zu hoch sind, also eigentlich das Gegenteil von dem was wohl gerade den Pilzsammlern vorgeworfen wird.

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Ganz meine Meinung, Christoph! *oT*

Abt, (vor 7370 Tagen) @ Christoph G

- kein Text -