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Erkennungsmerkmale Parasol

Nikolaus, (vor 7338 Tagen)

Hallo Zusammen,

ich bin Pilzneuling und hoffe ihr lacht nicht allzusehr über mein Anliegen: Welche eindeutigen Erkennungsmerkmale hat der Parasol? Ist es der im Alter verschiebbare Ring am Stiel oder gibt es auch noch andere? Mit welchen (vor allem giftigen Pilzen) ist der Prasol verwechselbar?

Vielen Dank für eure Hilfe

Niki

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Re: Erkennungsmerkmale Parasol *PIC*

pedro, (vor 7338 Tagen) @ Nikolaus

Hallo Zusammen,
ich bin Pilzneuling und hoffe ihr lacht nicht allzusehr über mein Anliegen:
Welche eindeutigen Erkennungsmerkmale hat der Parasol? Ist es der im Alter
verschiebbare Ring am Stiel oder gibt es auch noch andere? Mit welchen
(vor allem giftigen Pilzen) ist der Prasol verwechselbar?
Vielen Dank für eure Hilfe
Niki

Hallo Niki!

Also die grösse des MAKROlepiota procera ist bei der Bestimmung sicher auch ein wichtiger Faktor. Ausserdem hat er unterhalb vom Ring einen leicht geschuppten (siehe unten), faserigen, hohlen Stiel und Das Fleisch rötet nicht an schnittstellen (im gegensatz zu M.rhacodes). Aber am Besten zur Sicherheit trotzdem bei der Pilzkontrolle vorbeibringen.

Grüessli
p

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Parasol ?

Werner2, (vor 7338 Tagen) @ pedro

Hallo,
die Riesenschirmpilzgruppe ist ziemlich schwierig, und dass von Dir vorgestellte
Bild würde ich nicht für einen Parasol s.l. (im engeren Sinne)halten. Wenn man alleine die FK-Größe mit den dabeiliegenden Blättern vergleicht, ist der abgebildete FK eher schmächtiger und kaum mehr als 10 - 15 cm breit.
Ich bezeichne diese Art "Riesenschirmpilz als M. konradii", den "Sternschuppigen Riesenschirmling, bin mir aber durchaus
bewusst, dass es immer wieder Diskussionen um Makrolepiotabilder geben wird.
Im WWW besteht hier das absolute Chaos; da werden die tollsten und schrägsten
"Riesenschirmpilze" als Fotos präsentiert.
Aber nochmal: Einen Parasol s.l. zeigt Dein Bild meiner Meinung nach nicht.
Andreas hat allerdings M. konradii mal als Varietät von procera neu kombiniert (Die Großpilze BW, Band IV),was mir allerdings nicht sonderlich gefällt.
.
Gruß Werner
.

Hallo Niki!
Also die grösse des MAKROlepiota procera ist bei der Bestimmung sicher auch
ein wichtiger Faktor. Ausserdem hat er unterhalb vom Ring einen leicht
geschuppten (siehe unten), faserigen, hohlen Stiel und Das Fleisch rötet
nicht an schnittstellen (im gegensatz zu M.rhacodes). Aber am Besten zur
Sicherheit trotzdem bei der Pilzkontrolle vorbeibringen.
Grüessli
p

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Re: Parasol ?

pedro, (vor 7338 Tagen) @ Werner2

Hallo,
die Riesenschirmpilzgruppe ist ziemlich schwierig, und dass von Dir
vorgestellte
Bild würde ich nicht für einen Parasol s.l. (im engeren Sinne)halten. Wenn
man alleine die FK-Größe mit den dabeiliegenden Blättern vergleicht, ist
der abgebildete FK eher schmächtiger und kaum mehr als 10 - 15 cm breit.
Ich bezeichne diese Art "Riesenschirmpilz als M. konradii", den
"Sternschuppigen Riesenschirmling, bin mir aber durchaus
bewusst, dass es immer wieder Diskussionen um Makrolepiotabilder geben wird.
Im WWW besteht hier das absolute Chaos; da werden die tollsten und schrägsten
"Riesenschirmpilze" als Fotos präsentiert.
Aber nochmal: Einen Parasol s.l. zeigt Dein Bild meiner Meinung nach nicht.
Andreas hat allerdings M. konradii mal als Varietät von procera neu
kombiniert (Die Großpilze BW, Band IV),was mir allerdings nicht sonderlich
gefällt.
.
Gruß Werner
.

Hallo Werner!

Ich weiss, das obere Exemplar ist von der Grösse her ein schlechtes Beispiel. Ich glaube aber die kleinwüchsigkeit könnte aber in diesem Fall aber auch am Standort liegen (sehr steil, bei einer unterführung am Wegrand). Denn gleich weiter oben auf ebener Fläche wuchsen genau diesselben "normal" gross. Dieser war halt schön auf Kopfhöhe...
Meiner Meinung nach ist es aber für einen Speisepilzsammler ziemlich irelevant ob er jetzt die sternschuppige Variante oder normalschuppige gefunden hat. Oder gibt es noch andere nennenswerte Unterschiede?

Gruss
p

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Re: Parasol ?

Werner2, (vor 7338 Tagen) @ pedro

Hallo Pedro, ne, ne, das ist schon die richtige Größe dieser Art/Sippe. Vom Speisewert her ist es natürlich egal, aber von der Artabgrenzung her sehe ich schon einige deutliche Unterschiede.
Diese relativ zierlichen "konradii", mit der sternförmigen Hutmitte und mit der Größe von M. mastoidea s.l., sind bei mir sehr häufig, und haben nichts mit dem stämmigen, massiven und riesengroßen M. procera s.str. zu tun. Andreas mag mir hier gerne widersprechen. Vielleicht gibt es ja eine Aufklärung (rickenii??).
.
Gruß Werner

Hallo Werner!

Ich weiss, das obere Exemplar ist von der Grösse her ein schlechtes Beispiel.
Ich glaube aber die kleinwüchsigkeit könnte aber in diesem Fall aber auch
am Standort liegen (sehr steil, bei einer unterführung am Wegrand). Denn
gleich weiter oben auf ebener Fläche wuchsen genau diesselben
"normal" gross. Dieser war halt schön auf Kopfhöhe...
Meiner Meinung nach ist es aber für einen Speisepilzsammler ziemlich
irelevant ob er jetzt die sternschuppige Variante oder normalschuppige
gefunden hat. Oder gibt es noch andere nennenswerte Unterschiede?
Gruss
p

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Re: Parasol ? *PIC*

pedro, (vor 7338 Tagen) @ Werner2

Hallo Pedro, ne, ne, das ist schon die richtige Größe dieser Art/Sippe. Vom
Speisewert her ist es natürlich egal, aber von der Artabgrenzung her sehe
ich schon einige deutliche Unterschiede.
Diese relativ zierlichen "konradii", mit der sternförmigen Hutmitte
und mit der Größe von M. mastoidea s.l., sind bei mir sehr häufig, und
haben nichts mit dem stämmigen, massiven und riesengroßen M. procera
s.str. zu tun. Andreas mag mir hier gerne widersprechen. Vielleicht gibt
es ja eine Aufklärung (rickenii??).
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Gruß Werner
Hallo Werner!

Habe heute die hier gefunden, an deren Panade ich gerade knabbere. Das wären dan die "Echten" ?

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Re: Parasol ?

Werner2, (vor 7338 Tagen) @ pedro

Hallo, schöne Bilder,
aber ne, sei mir net bös, auch das sind für mich keine richtigen
Parasole s.str.
Da hast Du eine allgemein "volkstümlich einfache", aber in Wirklichkeit leider schwierige Gruppe angebort, für die es bisher (meiner Meinung nach) kaum absolut verbindliche, stimmige Schlüssel und Beschreibungen gibt.
.
Vielleicht bekommtst Du ja noch andere Meinungen aus dem Forum. Es tummeln sich ja hier genug mehr oder weniger unbekannte "Profimykologen", die der Laie
kaum oder nicht identifizieren kann.
.
Gruß Werner.
.

Habe heute die hier gefunden, an deren Panade ich gerade knabbere. Das wären
dan die "Echten" ?

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uups, sorry resize vergessen! *oT*

pedro, (vor 7338 Tagen) @ Werner2

- kein Text -

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Re: Erkennungsmerkmale Parasol

pfifferling, (vor 7338 Tagen) @ Nikolaus

...ganz wichtig ist natürlich auch der genatterte Stil des Parasols.

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Re: Erkennungsmerkmale Parasol

Manfred O. Walter, (vor 7338 Tagen) @ Nikolaus

Salutti Zusammen,
Pfifferlings Foto ist sehr schön! Die Hutoberseite kann etwas variieren, was wir in den verschiedenen Büchern sehen können. Zusätzlich zu den bereits erwähnten Merkmalen beschnuppere ich die Pilze. Der Parasol hat einen bemerkenswerten angenehmen und etwas nussartigen Geruch. Ich empfehle ferner, nur die im Saft stehenden Exemplare auszuwählen, da die anderen etwas bitterlich sein könnten.

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Re: Erkennungsmerkmale Parasol

phragmobasidie, (vor 7338 Tagen) @ Nikolaus

Hallo Niki,

"ähnlich" ist immer so ein schwammiger Begriff und hängt vom jeweiligen Kenntisstand ab.
Eine Vorstellung davon entwickelt man, indem man sich Pilzbücher zu Gemüte führt und sich mit
allen beschriebenen Merkmalen vertraut macht. Das ganze wird dann am besten verifiziert
durch Wanderungen mit Pilzkundlern bzw. einem Gang zum Pilzsachverständigen. Auch sollte man
von den "ähnlichen" Nicht-Speisepilz-Arten den einen oder anderen schon mal gesehen haben.

Wenn man sich mit Wildpilzen beschäftigt, wird man vermutlich bald einen Parasol (bzw. die Gruppe
um diese Art) erkennen können. Das erkennt man nur über Kombinationen von Merkmalen.
Beim Parasol z.B. freie (=nicht den Stiel erreichende), helle Lamellen (haben Knollenblätterpilze
übrigens auch). Genatterter (=zackig gebänderter) Stiel (bei vielen Knollenblätterpilzen auch).
Wolligschuppiger Hut (nicht zu verwechseln mit den Velumflocken bei vielen Knollenblätterpilzen :)
Ziemlich groß (ein relativer Begriff). Usw.

Ich denke, niemand, der sich gewissenhaft mit Pilzen beschäftigt, wird sich an einem Knollenblätterpilz
vergreifen, weil er ihn für einen Riesenschirmling hält. Die sehen einfach "anders" aus
(es gibt ja noch mehr Merkmale als die oben von mir genannten), aber dazu muss man die Gattungen / Arten
halt kennen. Letztens hat es doch jemand verwechselt und ein Kind ist an der Vergiftung gestorben.

Viel ähnlicher sind natürlich Pilze aus der Gattung, in der der Parasol selbst steht (Macrolepiota =
Riesenschirmlinge). Bei den vermeintlich giftigen ist der Giftwert allerdings umstritten
(Macrolepiota bohemica und die ominöse Macrolepiota venenata), aber es sind zumindest keine schwer
gefährlichen Giftpilze. Sie besitzen keinen genatterten Stiel.

Bei den Schirmlingen (Gattung Lepiota) sieht die Sache bzgl. Gefährlichkeit anders aus,
hier gibt es sehr gefährliche Giftpilze. Die sind aber deutlich kleiner.

Größer wiederum sind die Stachelschirmlinge (Echinoderma, vormals auch Lepiota), aber auch nicht so
groß wie Parasol und Konsorten.

Das war jetzt die ganz vorsichtige Variante, sozusagen. Vielleicht erzähl ich Dir auch lauter Sachen, die Du
bereits weißt. Ich wollte nur einmal ganz bewusst etwas ausführlicher auf die Problematik mit "ähnlichen Pilzen"
aufmerksam machen. Wenn man in Deutschland einen schlank gebauten Pilz mit zentral gestieltem, annähernd
schallplattengroßem Hut und dunkel genattertem Stiel findet, wirds wohl ein Parasol (oder zumindest eine
nahestehende, essbare Art) sein und nix anderes. Trotzdem, wenn ich jetzt meine Bekannten mit den oben
genannten Ausführungen losschicken würde - ich weiss nicht, was sie mir möglicherweise anschleppen würden.
Weil sie keine Ahnung von Pilzen haben. Macht ja auch nichts :)

Ach ja, den hier gibts auch noch:
Macrolepiota nympharum / puellaris bzw. Leucoagaricus nympharum
Beitrag 93991
Von der Existenz dieser Art weiss ich auch erst seit dem ... hm ... 22.1.2006
Von den Fotos her hätte ich das für eine Macrolepiota gehalten.

Die Fotos von pedro, zumindest das erste, zeigen übrigens m.E. nicht den Parasol im engeren Sinne
(Macrolepiota procera), sondern eine nahestehende Art (ebenfalls genatterter Stiel; essbar; lecker :),
nämlich Macrolepiota konradii oder Macrolepiota rickenii. Nichtsdestotrotz sind natürlich alle anderen hier
genannten Merkmale stimmig, soweit ich das beurteilen kann.

So, genug kluggesch...
Ich hoffe, ich hab nirgendwo Quatsch erzählt. Man möge mich berichtigen, falls dem so ist.

schöne Grüße
Robin

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Re: Erkennungsmerkmale Parasol

Andreas W, (vor 7338 Tagen) @ phragmobasidie

Hallo,

Du warst schneller. Wollte ich nämlich auch schreiben!

der Parasol läßt sich gut mit Riesenschirmlingen Macrolepiota rickenii vertauschen. Diese wirken bißchen heller, haben keinen so stark knolligen Stiel, der auch schwächer genattert und an der Stielbasis nicht weißfilzig. Die Hutschuppung ist ebenfalls anders.

Grüße

Andreas

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Re: Erkennungsmerkmale Parasol

Werner Stangl, (vor 7338 Tagen) @ Nikolaus

Hallo Zusammen,
ich bin Pilzneuling und hoffe ihr lacht nicht allzusehr über mein Anliegen:
Welche eindeutigen Erkennungsmerkmale hat der Parasol? Ist es der im Alter
verschiebbare Ring am Stiel oder gibt es auch noch andere? Mit welchen
(vor allem giftigen Pilzen) ist der Prasol verwechselbar?
Vielen Dank für eure Hilfe
Niki

Wie schon andere gesagt haben, "ähnlich" ist sehr relativ, es haben hier schon Leute einen Pilz mit Lamellen für einen Steinpilz gehalten, weil die Hutoberfläche dem irgendwie nahe kam...

Es gab heuer eine tödliche Verwechslung Parasol-grüner Knollenblätterpilz in Österreich, also ist er offensichtlich für sehr ungeschulte Augen verwechselbar.

Allerdings sollte DIESE Verwechslung bei einer Überprüfung etlicher Unterscheidungsmerkmale (wie sie hier angesprochen wurden) relativ einfach zu vermeiden sein.
Viele Merkmale wurden ohnehin schon genannt: die festen Schuppen, der verschiebbare Ring, der sehr faserige, genatterte Stiel, der nicht rötet, der "Burggraben" zwischen Stiel und Lamellen, der oft nussige Geruch, die Größe, die verdickte Stielbasis sind typisch.
Allerdings haben natürlich immer auch andere Pilze einige dieser Merkmale! Umgekehrt sollte einen ein rötender Stiel nicht unbedingt zum Wegwerfen verleiten, vielleicht ist es ja der Safranschirmling oder rötende Riesenschirmling, der ausgezeichnet ist.

Zum Giftwert anderer Riesenschirmlinge gibt es unterschiedliche Ansichten, aber umbringen wird einen wohl keiner davon (auch schon was).

Und: bei Zweifeln Pilzexperten vor Ort fragen oder Hände weg (nie allein auf Basis von Kommentaren im Netz einen Pilz essen - noch dazu ohne Foto; aber auch mit Foto, immer skeptisch sein).

Liebe Grüße,
Werner