Hallo, ich dachte die Fotos wären relativ aussagefähig (zwar war das Fleisch
nicht angeschnitten), man erkannte immerhin die leichte Schuppung auf dem
Hut ganz gut. Dachte, die wäre zusammen mit dem Hinweis auf die Eichen, in
deren Nähe der Pilz stand, vielleicht wegweisend. Angaben zu Geruch (etwas
anisartig ist er schon), Geschmack usw... sind ja immer sehr subjektiv.
Naja, Fotos von so alten Schlappen (ich meine den ersten Pilz) sind meist nicht sehr aussagekräftig. Am besten ist immer eine Kollektion von 3 Stück, jung, mittel und alt. Wenn das nicht geht, sollte zumindest einer im mittleren Alter dabeisein.
Bei den Begleitbäumen (bei Agaricus sind die nicht immer so wichtig, weil Zersetzer) sollte man alle MÖGLICHEN Mykhorrizapartner anführen, also u.U. auch große Bäume im 30 m Umfeld, kleinere im ca. 10 m Umfeld.
Schon klar, ich möchte auch keine Essenfreigabe aus der Ferne (dafür ist er
mir auch zu alt). Als ich mal zur Pilzberatung war, wurde mir erklärt,
dass ein Champignon, wenn er beim Kratzen oder Schneiden schnell gelb
wird, als giftig anzusehen ist - und im Umkehrschluss einer, der das nicht
wird und leicht nach Anis duftet, essbar ist. Ich finde, das ist eine
brauchbare Orientierungshilfe für einen Pilzlaien, die natürlich eine
fachliche Beratung nicht ersetzen kann.
Nein, das ist nicht richtig. In der Stielbasis gelb werdenen Champignons sind i.d.R. nicht eßbar, dafür aber häufige, gilbende Arten wie A. essettei und nicht ganz so häufige wie A. porphyrizon u.a. sind durchaus eßbar. Dafür gibt es nicht gilbende Arten wie z.B. A. maleolens, die nicht eßbar sind. Auch A. phaeolepidotus habe ich in großen Mengen an einem Standort gefunden, wo kein Gilben feststellbar war - eher ein leichtes Röten. Die Stielbasen der älteren Exemplare waren alle zerfressen und deshalb farblich nicht auswertbar. Ein Gilben war also auch da überhaupt nicht erkennbar, trotzdem wird der Pilz allgemein als giftig geführt - auch wenn er selten ist. Ich denke, daß so eine Faustregel bei Agaricus zumindest leichtsinnig wäre. Grade bei Champignons sollte man die Arten schon recht gut kennen, bevor man sie ißt. Und Verwechseln darf man sich da eigentlich nur mit anderen, ungiftigen Arten leisten.
Was das o.a. Statement etwas richtiger macht: mir ist zumindest keine nach Anis riechende Agaricus-Art bekannt, die nicht eßbar wäre. Trotzdem gilben davon einige ordentlich.
Gruß,
Werner