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Zur Abwechslung mal: Inocybe *PIC*

Hans-Jürgen, (vor 7274 Tagen)

Ebenfalls am Erlabrunner Berg (bei Würzburg), aber an anderer Stelle, im groben Kalkschotter unter Kiefern habe ich diesen Risspilz aufgelesen.

[image]

Könnte sein, dass Rudi vor einiger Zeit die gleiche Art fragend hier eingestellt hat.

Beschreibung:
Hut: DM 35 mm, spitzkegelig, Oberfläche ausgeprägt radialfaserig. Haselnussbraun. Rand scharf, teilweise ein wenig eingerissen.
Fleisch: Weiß, gleichbleibend mitteldick. Geruch recht unangenehm (auf Fisch wäre ich allerdings nicht gekommen ...), jedenfalls nicht spermatisch.
Lamellen: Hell Ockerbraun (mit unter der Lupe erkennbaren schokobraunen Sporen). Relativ dicht. Mit Lameletten. Schneiden (von Cheilos?) weißlich beflockt.
Stiel: 70 - 80 x 6 mm. Zylindrisch. Fein längsfaserig. Kaulozystiden zur Spitze zu schon unter der Lupe zu sehen.

Sporen:

[image]

Also lang elliptisch / mandelförmig, glatt, im Durchlicht in Wasser dunkelgelb, dickwandig, z.T. mit großen Tropfen.
Sporenmaße: (12,1 -) 14 (- 16,2) X (6,1 -) 7,2 (-8,6);
Q (1,6 -) 2,0 (- 2,3)

Kaulozystiden an der Stielspitze in Kongorot:

[image]

also keulig, mit gelblicher (hier orange-verfärbter) Masse gefüllt.

Bei den riesigen Sporen bleibt, wenn ich recht sehe, im Bereich Inocibium (ich halte mich an die Untergliederung in BK, auch wenn Stangl diese Unterscheidung verwirft) nur eine einzige Art, die auch ansonsten gut passen würde: Inocybe bongardii var. pisciodora, der Fischgeruch-Risspilz.

Einwände und Verbesserungen nimmt wie immer gerne entgegen:
Hans-Jürgen

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Eine Bitte

Gelbfieber, (vor 7274 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo und guten Abend Hans-Jürgen,

ist es möglich das du deine Makrobildchen ein tuckelchen kleiner einstellst?
Bei meinem 17 Zoll Monitor ist das hin und herscrollen schon lästig und was sagen erst diejenigen die einen 15 Zöller haben?

Ein schönes Wochenende
Gelbfieber

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Re: Eine Bitte

Huperzia ⌂, (vor 7274 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo und guten Abend Hans-Jürgen,
ist es möglich das du deine Makrobildchen ein tuckelchen kleiner einstellst?
Bei meinem 17 Zoll Monitor ist das hin und herscrollen schon lästig und was
sagen erst diejenigen die einen 15 Zöller haben?
Ein schönes Wochenende
Gelbfieber

Hallo Uschi,

Mein 17" Monitor bildet die Pilze vollständig und gut sichtbar ab (mit Platz rechts und links daneben) - das Scrollen liegt an der jeweilig eingestellten Auflösung.
VG,
Tanja

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Danke für den Hinweis *PIC*

Gelbfieber, (vor 7274 Tagen) @ Huperzia

Hallo und guten Abend Tanja,

das ist ja lieb das du mich auf die Bildschirmauflösung hinweist. Bei mir ist 1024x768 eingestellt und wie du auf dem angefügten Bild sehen kannst muß ich trotzdem nach rechts/links scrollen.
Hast du dafür eine Lösung ohne die Auflösung zu erhöhen?

Eine gute Zeit
Gelbfieber

[image]

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Re: Danke für den Hinweis

Huperzia ⌂, (vor 7274 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo und guten Abend Tanja,
das ist ja lieb das du mich auf die Bildschirmauflösung hinweist. Bei mir ist
1024x768 eingestellt und wie du auf dem angefügten Bild sehen kannst muß
ich trotzdem nach rechts/links scrollen.
Hast du dafür eine Lösung ohne die Auflösung zu erhöhen?
Eine gute Zeit
Gelbfieber

Hallo Gelbfieber,

meines Wissens kann es dafür keine Lösung geben, außer man stellt die Bilder eben kleiner ein - das vergißt man aber oft, wenn man selber einen Bildschirm mit höherer Auflösung hat. Verständlicherweise.
Mein Bildschirm hat eine Auflösung von 1280x1024 als ideale Auflösung, da seh ich praktischerweise meist alles, wenn nicht die Verbindung streikt ;-).
Noch haben die allermeisten 1024x768 und deshgalb wäre es wirklich sinnvoll, die Bilder kleiner einzustellen.

VG, Tanja

...richtig nervig ist es übrigens bei den Benjamin Blümchen-Spielen, da die oft noch auf einen Bildschirm von 600x800 eingestellt sind und man bei mir in den Computer kriechen muß, um etwas zu erkennen :-(

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Re: Eine Bitte

Hans-Jürgen, (vor 7273 Tagen) @ Gelbfieber

Guten Abend, Uschi und Tanja,

wie Tanja schon sagt: mehr als 1024 Pixel kann man nur kucken, wenn man eine Auflösung mit mehr als 1024 Pixels einstellt.

Ist natürlich sehr unbedacht von mir, anzunehmen, alle Menschen hätten so hohe Auflösungen eingestellt wie ich. Ich gelobe also Besserung.

Andererseits: Viel zu scrollen kann es eigentlich nicht geben. Ich verkleinere die Bilder standardmäßig auf ein Maximalformat von 1024 x 768. Dann kommt halt noch der Schmuckrahmen, der linke Rand des Forums und der linke Rand des Browserfensters dazu. Macht im Höchstfall 35 Pixel. Also: Das, was wichtig ist, siehst Du auch ohne Scrollen.

Und: 800 x 600 ist nochmal entschieden kleiner als 1024 x 768 - nicht bloß 20 %, weil ja in beide Richtungen verkleinert wird. Ich finde, dass dabei massiv Bildinformation verloren geht.

Also mal sehen: Vielleicht halt ich's mal so, mal so.

Gruß
Hans-Jürgen

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Re: Eine Bitte

Wolfgang P., (vor 7273 Tagen) @ Hans-Jürgen

Und: 800 x 600 ist nochmal entschieden kleiner als 1024 x 768 - nicht bloß 20
%, weil ja in beide Richtungen verkleinert wird. Ich finde, dass dabei
massiv Bildinformation verloren geht.

für kleinere Bilder spricht auch, dass es immer noch Computer mit Modem-Internetzugang gibt. Genug Information haben 600x800 in der Regel immer noch -wenn's bei einem Detail nicht mehr reicht, kann man dieses ja als Ausschnitt in Orginal-Auflösung dazu einstellen.

Wenn's nur um das scrollen geht, sollte man sich angewöhnen, in den Quelltext nicht nur IMG SRC="xxx", sondern dahinter auch noch WIDTH=100% (oder 80%) zu schreiben, damit sich das Bild automatisch an die Fenstergröße beim Betrachter anpasst. Es gibt ja Leute wie mich, die das Browserfenster nur als eines von mehreren offen haben und nicht auf 100% der Bildschirmgröße.

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Re: Keine Einwände *oT*

Andreas 2, (vor 7274 Tagen) @ Hans-Jürgen

- kein Text -

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Kein Fischgeruch?

Helmut, (vor 7274 Tagen) @ Hans-Jürgen

Servus Hans-Jürgen,

mit dem Subgenus Inocibium und der Sektion Cervicolores liegst Du schon mal richtig. Die lediglich zwei Kollektionen, die mir bisher von I. pisciodora (oder bongardii var. pisciodora) begegneten, fielen durch ausgeprägt deutlichen Fischgeruch auf. Ausserdem sahen sie etwas anders aus, z. B. blasser. Was würde aus Deiner Sicht gegen I. cervicolor sprechen?

Gruß

Helmut

Ebenfalls am Erlabrunner Berg (bei Würzburg), aber an anderer Stelle, im
groben Kalkschotter unter Kiefern habe ich diesen Risspilz aufgelesen.

Könnte sein, dass Rudi vor einiger Zeit die gleiche Art fragend hier
eingestellt hat.
Beschreibung: Hut: DM 35 mm, spitzkegelig, Oberfläche ausgeprägt
radialfaserig. Haselnussbraun. Rand scharf, teilweise ein wenig
eingerissen.
Fleisch: Weiß, gleichbleibend mitteldick. Geruch recht unangenehm (auf Fisch
wäre ich allerdings nicht gekommen ...), jedenfalls nicht spermatisch.
Lamellen: Hell Ockerbraun (mit unter der Lupe erkennbaren schokobraunen
Sporen). Relativ dicht. Mit Lameletten. Schneiden (von Cheilos?) weißlich
beflockt.
Stiel: 70 - 80 x 6 mm. Zylindrisch. Fein längsfaserig. Kaulozystiden zur
Spitze zu schon unter der Lupe zu sehen.
Sporen:
Also lang elliptisch / mandelförmig, glatt, im Durchlicht in Wasser
dunkelgelb, dickwandig, z.T. mit großen Tropfen.
Sporenmaße: (12,1 -) 14 (- 16,2) X (6,1 -) 7,2 (-8,6);
Q (1,6 -) 2,0 (- 2,3)
Kaulozystiden an der Stielspitze in Kongorot:
also keulig, mit gelblicher (hier orange-verfärbter) Masse gefüllt.
Bei den riesigen Sporen bleibt, wenn ich recht sehe, im Bereich Inocibium
(ich halte mich an die Untergliederung in BK, auch wenn Stangl diese
Unterscheidung verwirft) nur eine einzige Art, die auch ansonsten gut
passen würde: Inocybe bongardii var. pisciodora, der Fischgeruch-Risspilz.
Einwände und Verbesserungen nimmt wie immer gerne entgegen: Hans-Jürgen

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Normale cervicolor

Georg, (vor 7273 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hi Hans-Jürgen,
ich halte das für normale cervicolor.
Die Pilze, die ich als pisciodora bezeichne, wachsen bevorzugt im
Frühjahr (April - Juni) und nur vereinzelt noch im Sommer und Herbst.
Er ist neben queletii einer der frühesten Risspilze.
Kennzeichnend außer der frühen Erscheinungszeit ist ein Geruch nach
Pelargoniumblättern, der sich im Alter in einen leichten Fischgeruch
wandelt. Zudem kommt er gern an kalkigen Wegrändern vor, während
cervicolor meiner Meinung nach weniger kalkfordernd ist.
Ansonsten sieht pisciodora cervicolor schon sehr ähnlich.
Die ganzen Cervicolores sind sehr eng verwandt und möglicherweise
noch in der Artbildung begriffen, d.h. die einzelnen Arten differenzieren
sich erst aus.

Am besten in 1000 Jahren nochmal schauen und vergleichen ;-)

Georg

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Re: Normale cervicolor

Andreas 2, (vor 7273 Tagen) @ Georg

Am besten in 1000 Jahren nochmal schauen und vergleichen ;-)
Georg

Da könntest Du recht haben. Aber Rente mit 670?

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Re: Zur Abwechslung mal: Inocybe

Andreas ⌂, (vor 7273 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo,

ich halte das nicht mehr für den I. cervicolor den ich aus dem Schwarzwald kenne, von eher saurem Boden (wenn auch oft etwas kalkbeeinflusst).
Ich kenne diesen Pilz (oder halte ihn dafür) von Jena her, wo er auf den flachgrünigen Kiefernhängen vorkommt, tatsächlich oft recht früh im Jahr, und habe ihn stets als Inocybe geriodora benannt, wobei ich I. bongardii var. pisciodora für dasselbe halte. Der Geruch ist nur ganz frisch etwas geranienartig und geht dann irgendwann früher oder später in einen Ölsardinengeruch über. Er steht makroskopisch genau zwischen I. bongardii und cerviolor. Die hellere Farbe und die anliegende Hutbedeckung hat er mit bongardii gemein, die Dichte der Hutschuppen und das eher stumpfe weinrötliche Verfärben mit cervicolor.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Zur Abwechslung mal: Inocybe

Hans-Jürgen, (vor 7273 Tagen) @ Hans-Jürgen

Jetzt steht's also so ungefähr 2:2 ;-)

Gegen cervicolor habe ich mich aus drei Gründen entschieden: Die Sporen sind (jedenfalls wenn ich die Maße der BK-Kollektionen zugrundelege) zu groß.

Damit niemand nachblättern muss: Meine Maße (immerhin an 53 Sporen ausgemessen): (12,1 -) 14 (- 16,2) X (6,1 -) 7,2 (-8,6) µ
BK zu cervicolor: 10,4 - 14,5 x 6 - 8 µ
während BK zu pisciodora: 12,3 - 15,2 x 6,4 - 8 µ

Ich sehe allerdings, dass J. Stangl zu cervicolor auch größere Maße angibt, obwohl seine Maße immer noch tendenziell kleiner sind als die meines Fundes:
10 - 15 (16,5) x 6,5 - 8.

Grund zwei ist wiederum vor allem BK-gestützt: Die abgebildeten Exemplare zeigen eine deutliche, sparrige Schuppung, die meinen Exemplaren vollkommen fehlt.

Dritter pisciodora-Punkt: Die Habitatbeschreibung bei Stangl (Kiefern, Wegrand geschottert) hat mich sehr beeindruckt. Denn genau dies ist die Kombination, in der ich den Pilz gefunden habe: Direkt unter einer Kiefer, aber eben auch direkt in grobem Kalkschotter (wie es ja auch Andreas beschreibt).

Dass die Pilze äußerst unangenehm gerochen haben, habe ich ja angemerkt. Ich hätte dabei nicht unbedingt an Ölsardinen gedacht. Aber ich habe auch erst lernen müssen, dass Mairitterlinge nach Mehl riechen (und finde das heute vollkommen selbstverständlich). Also ist das so eine Sache mit den Gerüchen. Wenn es bloß am Geruch scheitert: dann haben die Pilze halt nach Bückling gestunken.

Was ich gelernt habe ist, dass ich beim Mikroskopieren noch genauer auf noch mehr Dinge achten muss.

In jedem Falle herzlichen Dank an alle, die sich für mich den Kopf zerbrochen haben.

Liebe Grüße
Hans-Jürgen

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Re: Zur Abwechslung mal: Inocybe

Andreas 2, (vor 7273 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo Hans Jürgen und die Anderen,

die Sporen können bei diesen Größen schon sehr variabel ausfallen. Ich habe mir jetzt nicht die Mühe gemacht, alle meine Beschreibungen zu durchforsten um statistisch wirklich aussagefähig zu sein. Ein paar Sachen die ich schnell mit dem Computer auswerten konnte, will ich hier aber doch noch ergänzen.

Meine bisherigen Fundaten von I. bongardii v. pisciodora liegen zwischen Juni bis November. Die von I. bongardii v. cervicolor von Juli bis Oktober, was für mich keinen Unterschied macht.

Das mit basigen Böden ist so eine Sache. Von I. bongardii v. bongardii (4 Aufsammlungen), v. cervicolor (7) und I. geranidoria (3) besitze ich nur Belege (nicht alles Eigenfunde) aus wirklichen Kalkgebieten. Dagegen von v. pisciodora (12) auch von sauren Böden, allerdings meist im Randbereich von geschotterten Wegen, was schließlich auch keine wirkliche Trennung rechtfertigt.

Gerüche sind sehr vom Alter der Frk. abhänglich und bekanntlich subjektiv und eben auch erlernbar (meine Frau kann bei Maipilzen auch keinen Mehlgeruch herausfinden, na vielleicht schaffe ich es noch ;-)), und ich weiß von verschiedenen Tagungen und Exkursionen wie unterschiedlich sie auch interpretiert worden sind. Fast einheitlich aber immer als stinkend, einmal aber auch von einem bekannten Mykologen als wohlriechend, wobei dieser aber mit seiner Meinung alleine dastand. Sicher können alle oben genannten Arten oder Varietäten auch als unangenehm eingestuft werden, typisch ist das aber nur für pisciodora. Übrigens habe ich bei jungen Pisciodora-Funden noch nie einen Pelargoniengeruch und bei meinen wenigen Geraniadora- keinen Fischgeruch feststellen können, was aber auch nichts zu bedeuten hat.

Was die Hutfarbe und -struktur betrifft, so kenne ich cervicolor dunkler, grober und mehr abstehend schuppig, pisciodora auch wie hier abgebildet.

Summa summarum bleibt wirlich nicht viel, was diese Spezies unterscheidet und es wird wohl immer wieder vorkommen, dass man den einen oder anderen Fund nicht genau einordnen kann. Wenn man die Aufspaltung aber auf Variationsebene betreibt, bleibt ja alles im grünen Bereich. Ich muss zugeben, dass ich diesen Fischgeruch bei „meinen“ Pisciodora-Funden immer deutlich wahrgenommen habe, was ich durchaus als gute Unterscheidungshilfe geschätzt habe. Auf die aufwendige Mikroskopierarbeit habe ich aber trotsdem nie verzichtet.

Gruß Andreas

Jetzt steht's also so ungefähr 2:2 ;-)
Gegen cervicolor habe ich mich aus drei Gründen entschieden: Die Sporen sind
(jedenfalls wenn ich die Maße der BK-Kollektionen zugrundelege) zu groß.
Damit niemand nachblättern muss: Meine Maße (immerhin an 53 Sporen
ausgemessen): (12,1 -) 14 (- 16,2) X (6,1 -) 7,2 (-8,6) µ
BK zu cervicolor: 10,4 - 14,5 x 6 - 8 µ
während BK zu pisciodora: 12,3 - 15,2 x 6,4 - 8 µ
Ich sehe allerdings, dass J. Stangl zu cervicolor auch größere Maße angibt,
obwohl seine Maße immer noch tendenziell kleiner sind als die meines
Fundes: 10 - 15 (16,5) x 6,5 - 8.
Grund zwei ist wiederum vor allem BK-gestützt: Die abgebildeten Exemplare
zeigen eine deutliche, sparrige Schuppung, die meinen Exemplaren
vollkommen fehlt.
Dritter pisciodora-Punkt: Die Habitatbeschreibung bei Stangl (Kiefern,
Wegrand geschottert) hat mich sehr beeindruckt. Denn genau dies ist die
Kombination, in der ich den Pilz gefunden habe: Direkt unter einer Kiefer,
aber eben auch direkt in grobem Kalkschotter (wie es ja auch Andreas
beschreibt).
Dass die Pilze äußerst unangenehm gerochen haben, habe ich ja angemerkt. Ich
hätte dabei nicht unbedingt an Ölsardinen gedacht. Aber ich habe auch erst
lernen müssen, dass Mairitterlinge nach Mehl riechen (und finde das heute
vollkommen selbstverständlich). Also ist das so eine Sache mit den
Gerüchen. Wenn es bloß am Geruch scheitert: dann haben die Pilze halt nach
Bückling gestunken.
Was ich gelernt habe ist, dass ich beim Mikroskopieren noch genauer auf noch
mehr Dinge achten muss.
In jedem Falle herzlichen Dank an alle, die sich für mich den Kopf zerbrochen
haben.
Liebe Grüße
Hans-Jürgen