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Fette Beute zum Ende der Pilzsaison *PIC*

Ingo, (vor 7264 Tagen)

Guten Abend liebe Pilzfreunde,

irgendwie hatte ich den ganzen Tag so ein unruhiges Gefühl. Richtig - heute ist ja Montag.
Nicht irgendein Montag, sondern der drittletzte in diesem irgendwie sondersamen Pilzjahr.
Das letzte Montagskino sollte ja eigentlich schon einen Monat her sein. Aber wenn hier
Steinpilze und Pfiffis gezeigt werden, muss ich glatt auch noch was Besonderes herzeigen.

Wie steht’s zum Beispiel hiermit?

[image]

Die Riesenglucke lauerte gestern am gleichen Stumpen, wo ich bereits Anfang Oktober
fündig wurde. Nur diesmal an der anderen Seite. Leider war sie nicht mehr zu gebrauchen.

An den Buchenstämmen trieben sich auch sonst merkwürdige Gesellen herum:

[image]

Ich kann zwar nicht genau sagen, wohin dieser Pilz gehört, aber im R.M. Dähncke 1200 Pilze
auf Seite 1042 habe ich etwas entdeckt, was ganz gut hinkommen könnte:
Gallertfleischiger Fältling – Merulius tremellosus (cf ???)

Ebenfalls auf totem Buchenholz habe ich diese Gesellen hier aufgestöbert:

[image]

Das sollten eigentlich Helmlinge sein. Im gleichen Buch bin ich auf Mycena stipata,
den Büscheligen Nitrosehelmling gestoßen. Vielleicht weiß ja Jemand hier Genaueres.
Eine sichere Bestimmung wäre wohl sicher nur mit dem Mikroskop möglich.

Weitere Vertreter, die ich gerne als Helmlinge ansprechen würde, waren diese hier:

[image]

Sind das vielleicht gewöhnliche Rettichhelmlinge (Mycena pura) ?
Der Geruch war so etwa muffig – erdig. Naja - für Rettichhelmlinge kamen mir die tief wurzelnden Stiele
mit einer Länge von bis zu 15 cm allerdings ein wenig zu lang vor. Vielleicht war ich da auf dem Holzweg.

Ansonsten hat sich nun im Vergleich zu vor 14 Tagen doch ein deutlicher Wechsel im Bereich
der mykophilen Vegetation vollzogen. Von Hallimasch, Rotfuß und Rötelritterlingen waren nur noch
vergammelte Reste zu erahnen. Steinpilze waren natürlich auch keine mehr erschienen.
Dafür erlebten nun sämtliche Seitlingsarten einen ungeahnten Aufschwung.

Wie vor zwei Wochen hatten die Gelbstieligen Muschelseitlinge die Lage voll im Griff:

[image]

Die nachfolgende Art war da schon ein wenig seltener:

[image]

Orangeseitlinge – Phyllotopsis nidulans

Ganz im Gegensatz zu den delikaten Elefantenohren, die nun ihre Hochsaison erlebten:

[image]

[image]

Die Austernseitlinge (Pleurotus ostreatus) standen zwar nicht an vielen Stellen. Doch wo sie wuchsen,
da konnte man sie mit der Sense ernten.

So kamen innerhalb von einer knappen Stunde gut fünf Kilo von den schmackhaften Pilzen zusammen.

[image]

Da eine Konservierung kaum Sinn macht, haben wir die meisten Beutepilze an den glücklichen
Bekanntenkreis verteilt - als Adventsgabe sozusagen.
Obwohl – die allermeisten Aupis stehen wohl noch im Wald.

Zum Abschluss möchte ich euch noch einen für mich erfreulichen Erstfund vorstellen.

[image]

Die Vielgestaltige Holzkeule - Xylaria polymorpha soll ja auch ein typischer Wirt von
Buchengehölzen sein. Ich kann mir auch nicht erklären, warum ich darauf so lange warten
musste.

So, dass soll es nun gewesen sein für diesen Montag. Mit der Ausbeute konnte ich mal wieder sehr
zufrieden sein. Ich fürchte, das war es dann auch mit den Fundberichten für dieses Jahr, aber ich meine,
es hat sich insgesamt gelohnt.

Wenn es zu langweilig wird, könnte man sich ja mal um die ganzen anderen Holzbewohner kümmern.
Wie heißt es doch so schön – Pilzsaison ist das ganze Jahr.

In diesem Sinne.

Viele interessante Pilzfunde noch und
beste Grüße aus dem dauerverregneten Berlin

Ingo

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Re: Fette Beute zum Ende der Pilzsaison

Roswitha, (vor 7264 Tagen) @ Ingo


An den Buchenstämmen trieben sich auch sonst merkwürdige Gesellen herum:
Ich kann zwar nicht genau sagen, wohin dieser Pilz gehört, aber im R.M.
Dähncke 1200 Pilze
auf Seite 1042 habe ich etwas entdeckt, was ganz gut hinkommen könnte:
Gallertfleischiger Fältling – Merulius tremellosus (cf ???)
Hallo Ingo,

nach Foto hätte ich den auch gleich als Gallertfleischigen Fältling identifiziert.

Bei mir im Garten wächst auch noch einiges (Helmlnge, Schwindlinge). Gestern habe ich sogar noch einen Edelreizker geerntet und ein paar Erdritterlinge sind nachgekommen (nach Massenvorkommen im Oktober/November). Ist schon verrückt in diesem Jahr.

Liebe Grüße
Roswitha

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Re: Fette Beute zum Ende der Pilzsaison

DirkW, (vor 7264 Tagen) @ Ingo

hallo ingo, laubholz passt eigentlch nicht zu stipata. wie wäre es mit m. tinntinabulum (winter-helmling)?
viele grüße
dirk

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Re: Fette Beute zum Ende der Pilzsaison

Ingo, (vor 7264 Tagen) @ DirkW

Hallo Dirk,

danke für den Tipp. Ich denke auch, dass es Winterhelmlinge sind. Die kommen
bereits seit Wochen an jedem zweiten Buchenstamm. Einige Beiträge unter
diesem war, glaube ich, auch ein etwas typischeres Bild zu sehen.

Grüsli Ingo

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Re: Fette Beute zum Ende der Pilzsaison

florian31, (vor 7264 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

danke für den schönen Beitrag! Die Elefantenohren verwirren mich ein bisschen. Was ist denn deren wissenschaftlicher Name? Sehen die in Wirklichkeit den Austernpilzen auch so ähnlich? Gar Verwechslungsgefahr? Vielleicht täuschen mich ja auch nur die Fotos...

Viele Grüße, Florian

Guten Abend liebe Pilzfreunde,
irgendwie hatte ich den ganzen Tag so ein unruhiges Gefühl. Richtig - heute
ist ja Montag.
Nicht irgendein Montag, sondern der drittletzte in diesem irgendwie
sondersamen Pilzjahr.
Das letzte Montagskino sollte ja eigentlich schon einen Monat her sein. Aber
wenn hier
Steinpilze und Pfiffis gezeigt werden, muss ich glatt auch noch was
Besonderes herzeigen.
Wie steht’s zum Beispiel hiermit?

Die Riesenglucke lauerte gestern am gleichen Stumpen, wo ich bereits Anfang
Oktober
fündig wurde. Nur diesmal an der anderen Seite. Leider war sie nicht mehr zu
gebrauchen.
An den Buchenstämmen trieben sich auch sonst merkwürdige Gesellen herum:
Ich kann zwar nicht genau sagen, wohin dieser Pilz gehört, aber im R.M.
Dähncke 1200 Pilze
auf Seite 1042 habe ich etwas entdeckt, was ganz gut hinkommen könnte:
Gallertfleischiger Fältling – Merulius tremellosus (cf ???)
Ebenfalls auf totem Buchenholz habe ich diese Gesellen hier aufgestöbert:
Das sollten eigentlich Helmlinge sein. Im gleichen Buch bin ich auf Mycena
stipata,
den Büscheligen Nitrosehelmling gestoßen. Vielleicht weiß ja Jemand hier
Genaueres.
Eine sichere Bestimmung wäre wohl sicher nur mit dem Mikroskop möglich.
Weitere Vertreter, die ich gerne als Helmlinge ansprechen würde, waren diese
hier:
Sind das vielleicht gewöhnliche Rettichhelmlinge (Mycena pura) ?
Der Geruch war so etwa muffig – erdig. Naja - für Rettichhelmlinge kamen mir
die tief wurzelnden Stiele
mit einer Länge von bis zu 15 cm allerdings ein wenig zu lang vor. Vielleicht
war ich da auf dem Holzweg.
Ansonsten hat sich nun im Vergleich zu vor 14 Tagen doch ein deutlicher
Wechsel im Bereich
der mykophilen Vegetation vollzogen. Von Hallimasch, Rotfuß und
Rötelritterlingen waren nur noch
vergammelte Reste zu erahnen. Steinpilze waren natürlich auch keine mehr
erschienen.
Dafür erlebten nun sämtliche Seitlingsarten einen ungeahnten Aufschwung.
Wie vor zwei Wochen hatten die Gelbstieligen Muschelseitlinge die Lage voll
im Griff:
Die nachfolgende Art war da schon ein wenig seltener:
Orangeseitlinge – Phyllotopsis nidulans
Ganz im Gegensatz zu den delikaten Elefantenohren, die nun ihre Hochsaison
erlebten:

Die Austernseitlinge (Pleurotus ostreatus) standen zwar nicht an vielen
Stellen. Doch wo sie wuchsen,
da konnte man sie mit der Sense ernten.
So kamen innerhalb von einer knappen Stunde gut fünf Kilo von den
schmackhaften Pilzen zusammen.

Da eine Konservierung kaum Sinn macht, haben wir die meisten Beutepilze an
den glücklichen
Bekanntenkreis verteilt - als Adventsgabe sozusagen.
Obwohl – die allermeisten Aupis stehen wohl noch im Wald.
Zum Abschluss möchte ich euch noch einen für mich erfreulichen Erstfund
vorstellen.

Die Vielgestaltige Holzkeule - Xylaria polymorpha soll ja auch ein typischer
Wirt von
Buchengehölzen sein. Ich kann mir auch nicht erklären, warum ich darauf so
lange warten
musste.
So, dass soll es nun gewesen sein für diesen Montag. Mit der Ausbeute konnte
ich mal wieder sehr
zufrieden sein. Ich fürchte, das war es dann auch mit den Fundberichten für
dieses Jahr, aber ich meine,
es hat sich insgesamt gelohnt.
Wenn es zu langweilig wird, könnte man sich ja mal um die ganzen anderen
Holzbewohner kümmern.
Wie heißt es doch so schön – Pilzsaison ist das ganze Jahr.
In diesem Sinne.
Viele interessante Pilzfunde noch und
beste Grüße aus dem dauerverregneten Berlin
Ingo

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Re: Fette Beute zum Ende der Pilzsaison

Thomas Pruss, (vor 7264 Tagen) @ florian31

Hallo Ingo,
danke für den schönen Beitrag! Die Elefantenohren verwirren mich ein
bisschen. Was ist denn deren wissenschaftlicher Name? Sehen die in
Wirklichkeit den Austernpilzen auch so ähnlich? Gar Verwechslungsgefahr?
Vielleicht täuschen mich ja auch nur die Fotos...
Viele Grüße, Florian

Moin Florian,
die „Elefantenohren“ sind Austernpilze. Ich kannte den Ausdruck zwar auch noch nicht, finde ihn aber doch recht nett und zutreffend.
Grüßlis
Thomas

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Re: Fette Beute zum Ende der Pilzsaison

florian31, (vor 7264 Tagen) @ Thomas Pruss

Hi Thomas, ach so, das erklärt ja doch einiges :) guter name, find ich auch! danke und viele grüße zurück, Florian

Moin Florian,
die „Elefantenohren“ sind Austernpilze. Ich kannte den Ausdruck zwar auch
noch nicht, finde ihn aber doch recht nett und zutreffend.
Grüßlis
Thomas

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Re: Elefantenohren

Ingo, (vor 7264 Tagen) @ florian31

Hi Thomas, ach so, das erklärt ja doch einiges :) guter name, find ich auch!
danke und viele grüße zurück, Florian

Hallo Florian,

hört sich doch auch viel besser an als zum Beispiel "Dobernigel" bei Steinpilzen.
Das hat ja schon was unheimliches. Wie wär's mit "Angriff der Dobernigel"?!

Das nächste mal wollmer mal schauen, ob auch schon Elefantenrüssel wachsen.

Trööööt !!! Ingo
;-)

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Re: Elefantenohren

florian31, (vor 7264 Tagen) @ Ingo

hi ingo - dobernigel hab ich noch nie gehört, aber das klingt wirklich bescheuert:). dann wünsch ich viel spaß beim tröten :) ich halt dann auch mal ausschau in der hoffnung, auch mal nicht nur zwei austernpilze zu finden, sondern so ein elefantenfeld wie du!

gruß, florian

Hallo Florian,
hört sich doch auch viel besser an als zum Beispiel "Dobernigel"
bei Steinpilzen.
Das hat ja schon was unheimliches. Wie wär's mit "Angriff der
Dobernigel"?!
Das nächste mal wollmer mal schauen, ob auch schon Elefantenrüssel wachsen.
Trööööt !!! Ingo
;-)

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Re: Fette Beute zum Ende der Pilzsaison

Werner E., (vor 7264 Tagen) @ Ingo

GriasDi Ingo,

An den Buchenstämmen trieben sich auch sonst merkwürdige Gesellen herum:
Ich kann zwar nicht genau sagen, wohin dieser Pilz gehört, aber im R.M.
Dähncke 1200 Pilze
auf Seite 1042 habe ich etwas entdeckt, was ganz gut hinkommen könnte:
Gallertfleischiger Fältling – Merulius tremellosus (cf ???)

Da hast Du recht!

Ebenfalls auf totem Buchenholz habe ich diese Gesellen hier aufgestöbert:
Das sollten eigentlich Helmlinge sein. Im gleichen Buch bin ich auf Mycena
stipata,
den Büscheligen Nitrosehelmling gestoßen. Vielleicht weiß ja Jemand hier
Genaueres.
Eine sichere Bestimmung wäre wohl sicher nur mit dem Mikroskop möglich.

Nitrathelmlinge können schon so aussehen, hab' ich aber bisher immer an Nadelholz gefunden. Der typische Schwimmbadgeruch wäre Dir sofort aufgefallen.
Ich denke eher an den Winterhelmling, M.tintinnabulum

Weitere Vertreter, die ich gerne als Helmlinge ansprechen würde, waren diese
hier:
Sind das vielleicht gewöhnliche Rettichhelmlinge (Mycena pura) ?
Der Geruch war so etwa muffig – erdig. Naja - für Rettichhelmlinge kamen mir
die tief wurzelnden Stiele
mit einer Länge von bis zu 15 cm allerdings ein wenig zu lang vor.

Auch wenn wurzelnde Stiele und erdiger Geruch nicht typisch sind:
Ich wüsste nichts anderes als Mycena pura o. rosea.

Liebe Grüße aus München, Werner

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Re: Fette Beute zum Ende der Pilzsaison

Ingo, (vor 7264 Tagen) @ Werner E.

Auch wenn wurzelnde Stiele und erdiger Geruch nicht typisch sind: Ich wüsste
nichts anderes als Mycena pura o. rosea.
Liebe Grüße aus München, Werner

N'Abend Werner,

ist schon seltsam mit den Makrobeschreibungen in der Literatur.
Eigentlich dürften die Steile echt nicht länger als 10 cm sein.
Aus dem Substrat haben sie ja auch nicht weiter herausgeschaut.
Ich hatte dazu auch keinen anderen Einfall.
Naja, man sollte sich auch mal die Variationsbreite von z.B. Maronen-
röhrlingen oder Büschelraslingen vor Augen halten. Solange es keine
mikroskopischen Unterschiede gibt, kann man ja allerhöchstend von
Varianten sprechen.

Grüssli nach München - Ingo