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Re: Fette Beute zum Ende der Pilzsaison

florian31, (vor 7264 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

danke für den schönen Beitrag! Die Elefantenohren verwirren mich ein bisschen. Was ist denn deren wissenschaftlicher Name? Sehen die in Wirklichkeit den Austernpilzen auch so ähnlich? Gar Verwechslungsgefahr? Vielleicht täuschen mich ja auch nur die Fotos...

Viele Grüße, Florian

Guten Abend liebe Pilzfreunde,
irgendwie hatte ich den ganzen Tag so ein unruhiges Gefühl. Richtig - heute
ist ja Montag.
Nicht irgendein Montag, sondern der drittletzte in diesem irgendwie
sondersamen Pilzjahr.
Das letzte Montagskino sollte ja eigentlich schon einen Monat her sein. Aber
wenn hier
Steinpilze und Pfiffis gezeigt werden, muss ich glatt auch noch was
Besonderes herzeigen.
Wie steht’s zum Beispiel hiermit?

Die Riesenglucke lauerte gestern am gleichen Stumpen, wo ich bereits Anfang
Oktober
fündig wurde. Nur diesmal an der anderen Seite. Leider war sie nicht mehr zu
gebrauchen.
An den Buchenstämmen trieben sich auch sonst merkwürdige Gesellen herum:
Ich kann zwar nicht genau sagen, wohin dieser Pilz gehört, aber im R.M.
Dähncke 1200 Pilze
auf Seite 1042 habe ich etwas entdeckt, was ganz gut hinkommen könnte:
Gallertfleischiger Fältling – Merulius tremellosus (cf ???)
Ebenfalls auf totem Buchenholz habe ich diese Gesellen hier aufgestöbert:
Das sollten eigentlich Helmlinge sein. Im gleichen Buch bin ich auf Mycena
stipata,
den Büscheligen Nitrosehelmling gestoßen. Vielleicht weiß ja Jemand hier
Genaueres.
Eine sichere Bestimmung wäre wohl sicher nur mit dem Mikroskop möglich.
Weitere Vertreter, die ich gerne als Helmlinge ansprechen würde, waren diese
hier:
Sind das vielleicht gewöhnliche Rettichhelmlinge (Mycena pura) ?
Der Geruch war so etwa muffig – erdig. Naja - für Rettichhelmlinge kamen mir
die tief wurzelnden Stiele
mit einer Länge von bis zu 15 cm allerdings ein wenig zu lang vor. Vielleicht
war ich da auf dem Holzweg.
Ansonsten hat sich nun im Vergleich zu vor 14 Tagen doch ein deutlicher
Wechsel im Bereich
der mykophilen Vegetation vollzogen. Von Hallimasch, Rotfuß und
Rötelritterlingen waren nur noch
vergammelte Reste zu erahnen. Steinpilze waren natürlich auch keine mehr
erschienen.
Dafür erlebten nun sämtliche Seitlingsarten einen ungeahnten Aufschwung.
Wie vor zwei Wochen hatten die Gelbstieligen Muschelseitlinge die Lage voll
im Griff:
Die nachfolgende Art war da schon ein wenig seltener:
Orangeseitlinge – Phyllotopsis nidulans
Ganz im Gegensatz zu den delikaten Elefantenohren, die nun ihre Hochsaison
erlebten:

Die Austernseitlinge (Pleurotus ostreatus) standen zwar nicht an vielen
Stellen. Doch wo sie wuchsen,
da konnte man sie mit der Sense ernten.
So kamen innerhalb von einer knappen Stunde gut fünf Kilo von den
schmackhaften Pilzen zusammen.

Da eine Konservierung kaum Sinn macht, haben wir die meisten Beutepilze an
den glücklichen
Bekanntenkreis verteilt - als Adventsgabe sozusagen.
Obwohl – die allermeisten Aupis stehen wohl noch im Wald.
Zum Abschluss möchte ich euch noch einen für mich erfreulichen Erstfund
vorstellen.

Die Vielgestaltige Holzkeule - Xylaria polymorpha soll ja auch ein typischer
Wirt von
Buchengehölzen sein. Ich kann mir auch nicht erklären, warum ich darauf so
lange warten
musste.
So, dass soll es nun gewesen sein für diesen Montag. Mit der Ausbeute konnte
ich mal wieder sehr
zufrieden sein. Ich fürchte, das war es dann auch mit den Fundberichten für
dieses Jahr, aber ich meine,
es hat sich insgesamt gelohnt.
Wenn es zu langweilig wird, könnte man sich ja mal um die ganzen anderen
Holzbewohner kümmern.
Wie heißt es doch so schön – Pilzsaison ist das ganze Jahr.
In diesem Sinne.
Viele interessante Pilzfunde noch und
beste Grüße aus dem dauerverregneten Berlin
Ingo

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