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Sporen am Mikroskop messen *PIC*

Gelbfieber, (vor 7235 Tagen)

Hallo und guten Tag,

ein gesundes neues Jahr wünsche ich euch zunächst einmal.

Sporen messen am Mikroskop ist die Überschrift meines Beitrags, genauer gesagt möchte ich euch einen Einblick geben wie Sporen am Mikroskop gemessen werden.

Mit Einblick ist tatsächlich der Blick durchs Okular gemeint. Die Mikroskopierer unter euch kennen das alles schon aber für die Leser, die sich ein Mikroskop anschaffen möchten oder in der Sporenmessung noch nicht so geübt sind ist dieser Beitrag eventuell interessant. Dafür habe ich Bilder vorbereitet die einen kleinen Eindruck vermitteln sollen was durch das Okular beim Messen zu sehen ist oder gesehen werden sollte.

Das Bild 1 zeigt das Sporenbild bei einer Vergrößerung 400fach.

[image]

Diese Aufnahme, gemacht durch das Mikrometerokular, zeigt u. a. ca. 8µm (Längenangabe) große Sporen. Einige von euch werden die Sporen gleich erkannt haben und sagen ….das ist ja einfach, eine liegt am unteren Bildrand an der Einteilung so etwa zwischen 20 und 30. Nein nein …. das ist auch eine Spore aber gemeint habe ich die kleinen lütten Sporen wie z. B. unterhalb der 0 auf der Scala. Bei dieser Aufnahme kann man sehen wie winzig eine rel. große Spore bei einer Vergrößerung von 400fach doch zu sehen ist. Weiterhin ist die Okularmikrometereinteilung zu sehen. Ein Teilstrich entspricht in diesem Beispiel 2,5µm. Eine grobe Messung der Spore würde 7,5µm (3 Teilstriche) ergeben. Die Breite des Sichtfeldes beträgt bei diesem Beispiel übrigens ca. 250µm (100 Teilstriche) und die Höhe ca. 200µm (80 Teilstriche).

Das war der erste Eindruck von ca. 8µm großen Sporen bei einer Vergrößerung von 400fach.

Na ……. schon die Lust auf Sporenmessung verloren ;-)

Bild 2 zeigt 2 Sporen bei einer Vergrößerung von 1000fach Oel

[image]

In dieser Einstellung ist deutlich zu erkennen das die beiden Sporen wesentlich größer und deutlicher zu sehen und messen sind. Allerdings ist das Sichtfeld in der Breite von ca. 250µm auf etwas 100µm „geschrumpft“. Ein Teilstrich beträgt nun 1µm.

Bei dieser Vergrößerung ist die Spore, die zwischen dem 2. und 10. Teilstrich liegt, im Vergleich zu 400fach deutlich größer zu sehen und genauer zu messen. Statt ca. 7,5µ (400x) kann man jetzt schon sagen das die Spore etwa 8µm lang ist.

Bild 3 zeigt einen Bildausschnitt (Vergrößerung 1000fach Oel)

[image]

Dieser Bildausschnitt zeigt eine Sporenmessung am PC. Ob nun die abgebildete Spore, es ist die gleiche die ich auch schon 400 und 1000fach Oel gezeigt habe, 7,5, 8,0, 8,1, oder 8,2µm lang ist möchte ich euch überlassen ;-)

Bild 4 Messung 400fach

[image]

Hier noch einmal ein Beispiel wie „schlecht“ eine Spore am Mikroskop bei 400facher Vergrößerung zu messen ist (Bild oben links Ausschnitt 400x). Zu erkennen ist eine Spore die etwa 3,5 Teilstriche umfasst. Ein Teilstrich entspricht 2,5µm sind also ca. 8,5µm. Bei dieser Darstellung am PC ist es möglich etwas dichter an den Monitor heranzurücken um die Teilstriche bzw. den Sporenumriss besser zu sehen. Am Mikroskop ist das allerdings nicht möglich! Weiterhin erschwert die Sporenmessung am Mikroskop bei 400fach (auch bei 1000fach), das sich die Sporen zwischen Objektträger und Deckglas leicht bewegen können so das man das Okular mit der Stricheinteilung drehen bzw. die Spore mit Hilfe des Kreuztisches in „Position“ bringen muß.

Bild 5 Messung 1000fach Oel

[image]

Hier wieder der Ausschnitt wie auch am Mikroskop gesehen (Bild oben links Ausschnitt 1000x Oel)

Diese Messung ist schon wesentlich angenehmer für das Auge ;-)

Das Sporenende liegt zwischen dem 8. und 9. Teilstrich. 1 Teilstrich gleich 1µm = ca.8,5µm. Am PC gemessen könnte diese Spore 8,8, 8,9 oder gar 9µm lang sein.

Wie groß die Differenz zwischen einer Sporenmessung 400 und 1000fach am Mikroskop wie auch am PC sein kann ist an diesen Beispielen unübersehbar. Wie Sporenmaßangaben wie z. B. 7,2 x 3,6µm (also in 0,1µm Schritten) am Mikroskop bei 400facher Vergrößerung gemessen, zustande kommen, ist für mich abenteuerlich. Eine Maßangabe in 0,5µm Schritten ist beim Sporenmessen aus meiner Sicht, bei der Vergrößerung 400 und 1000fach, ausreichend. Des weiteren ist die Genauigkeit der Messung von der Güte des Mikroskops/Präparats abhängig.

Das war`s vom Sporenmessen.
Gelbfieber

PS.: Vielleicht hat der/die eine oder andere Pilzler/Pilzlerin ein Mikroskop auf dem Gabentisch gefunden ;-)

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Re: Sporen am Mikroskop messen

Heinz Ebert ⌂, (vor 7235 Tagen) @ Gelbfieber

Und dabei ist das mit dem Messokular, neuerdings sogar mit einem PC-Programm so einfach. Noch vor hundert Jahren gab es so was gar nicht. Damals hatten die Mikroskopiker Vergleichspräparate, z.B. Pilzsporen, deren Größe bekannt war, und mit denen das Präparat des untersuchten Pilzes verglichen wurde.
Gruß, Heinz Ebert

Hallo und guten Tag,
ein gesundes neues Jahr wünsche ich euch zunächst einmal.
Sporen messen am Mikroskop ist die Überschrift meines Beitrags, genauer
gesagt möchte ich euch einen Einblick geben wie Sporen am Mikroskop
gemessen werden.
Mit Einblick ist tatsächlich der Blick durchs Okular gemeint. Die
Mikroskopierer unter euch kennen das alles schon aber für die Leser, die
sich ein Mikroskop anschaffen möchten oder in der Sporenmessung noch nicht
so geübt sind ist dieser Beitrag eventuell interessant. Dafür habe ich
Bilder vorbereitet die einen kleinen Eindruck vermitteln sollen was durch
das Okular beim Messen zu sehen ist oder gesehen werden sollte.
Das Bild 1 zeigt das Sporenbild bei einer Vergrößerung 400fach.

Diese Aufnahme, gemacht durch das Mikrometerokular, zeigt u. a. ca. 8µm
(Längenangabe) große Sporen. Einige von euch werden die Sporen gleich
erkannt haben und sagen ….das ist ja einfach, eine liegt am unteren
Bildrand an der Einteilung so etwa zwischen 20 und 30. Nein nein …. das
ist auch eine Spore aber gemeint habe ich die kleinen lütten Sporen wie z.
B. unterhalb der 0 auf der Scala. Bei dieser Aufnahme kann man sehen wie
winzig eine rel. große Spore bei einer Vergrößerung von 400fach doch zu
sehen ist. Weiterhin ist die Okularmikrometereinteilung zu sehen. Ein
Teilstrich entspricht in diesem Beispiel 2,5µm. Eine grobe Messung der
Spore würde 7,5µm (3 Teilstriche) ergeben. Die Breite des Sichtfeldes
beträgt bei diesem Beispiel übrigens ca. 250µm (100 Teilstriche) und die
Höhe ca. 200µm (80 Teilstriche).
Das war der erste Eindruck von ca. 8µm großen Sporen bei einer Vergrößerung
von 400fach.
Na ……. schon die Lust auf Sporenmessung verloren ;-)
Bild 2 zeigt 2 Sporen bei einer Vergrößerung von 1000fach Oel

In dieser Einstellung ist deutlich zu erkennen das die beiden Sporen
wesentlich größer und deutlicher zu sehen und messen sind. Allerdings ist
das Sichtfeld in der Breite von ca. 250µm auf etwas 100µm „geschrumpft“.
Ein Teilstrich beträgt nun 1µm.
Bei dieser Vergrößerung ist die Spore, die zwischen dem 2. und 10. Teilstrich
liegt, im Vergleich zu 400fach deutlich größer zu sehen und genauer zu
messen. Statt ca. 7,5µ (400x) kann man jetzt schon sagen das die Spore
etwa 8µm lang ist.
Bild 3 zeigt einen Bildausschnitt (Vergrößerung 1000fach Oel)

Dieser Bildausschnitt zeigt eine Sporenmessung am PC. Ob nun die abgebildete
Spore, es ist die gleiche die ich auch schon 400 und 1000fach Oel gezeigt
habe, 7,5, 8,0, 8,1, oder 8,2µm lang ist möchte ich euch überlassen ;-)
Bild 4 Messung 400fach

Hier noch einmal ein Beispiel wie „schlecht“ eine Spore am Mikroskop bei
400facher Vergrößerung zu messen ist (Bild oben links Ausschnitt 400x). Zu
erkennen ist eine Spore die etwa 3,5 Teilstriche umfasst. Ein Teilstrich
entspricht 2,5µm sind also ca. 8,5µm. Bei dieser Darstellung am PC ist es
möglich etwas dichter an den Monitor heranzurücken um die Teilstriche bzw.
den Sporenumriss besser zu sehen. Am Mikroskop ist das allerdings nicht
möglich! Weiterhin erschwert die Sporenmessung am Mikroskop bei 400fach
(auch bei 1000fach), das sich die Sporen zwischen Objektträger und
Deckglas leicht bewegen können so das man das Okular mit der
Stricheinteilung drehen bzw. die Spore mit Hilfe des Kreuztisches in
„Position“ bringen muß.
Bild 5 Messung 1000fach Oel

Hier wieder der Ausschnitt wie auch am Mikroskop gesehen (Bild oben links
Ausschnitt 1000x Oel)
Diese Messung ist schon wesentlich angenehmer für das Auge ;-)
Das Sporenende liegt zwischen dem 8. und 9. Teilstrich. 1 Teilstrich gleich
1µm = ca.8,5µm. Am PC gemessen könnte diese Spore 8,8, 8,9 oder gar 9µm
lang sein.
Wie groß die Differenz zwischen einer Sporenmessung 400 und 1000fach am
Mikroskop wie auch am PC sein kann ist an diesen Beispielen unübersehbar.
Wie Sporenmaßangaben wie z. B. 7,2 x 3,6µm (also in 0,1µm Schritten) am
Mikroskop bei 400facher Vergrößerung gemessen, zustande kommen, ist für
mich abenteuerlich. Eine Maßangabe in 0,5µm Schritten ist beim
Sporenmessen aus meiner Sicht, bei der Vergrößerung 400 und 1000fach,
ausreichend. Des weiteren ist die Genauigkeit der Messung von der Güte des
Mikroskops/Präparats abhängig.
Das war`s vom Sporenmessen.
Gelbfieber
PS.: Vielleicht hat der/die eine oder andere Pilzler/Pilzlerin ein Mikroskop
auf dem Gabentisch gefunden ;-)

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Schöne Dokumentation, als ergänzung:

arysch, (vor 7235 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo Gelbfieber,
ich habe mich vor einiger Zeit mit dem gleichen Problem beschäftigt. Als Ergänzung deiner präzisen Ausführung: seit dem ich mit dem Trinotubus mit Digitalkamera und einem Messprogramm arbeite, ist es für mich viel angenehmer mit der 40x Vergrößerung zu arbeiten und die Mikromessung über die Digitalbilder vorzunehmen; nur noch bei optischer Messsung benutze ich die 100x Vergrößerung. Schaue bitte meinen Beitrag:


Miktobilder und Messungen bei 40x und 100x Vergrößerung

Schöne Grüße
Artur

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Re: Schöne Dokumentation, als ergänzung:

Der Juergen, (vor 7234 Tagen) @ arysch

Hallo Artur,

bei 40x ist die Auflösung geringer als bei 100x! Deshalb sind Messungen bei 40x ungenauer als bei 100x, egal ob mit "Menschenauge" oder Maß-Programm.

Grüßle
Juergen