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Frage zum Lilastieligen Rötelritterling (L.saeva)

Mischi, (vor 7205 Tagen)

Zwei Fragen zum Namen dieses Pilzes:

1) kennt jemand den italienischen Namen?

2) Ich habe beobachtet, dass L. saeva in letzter Zeit öfters als Zuchtpilz (Pied bleu) angeboten wird. Leider herrscht da jedoch Begriffswirrwarr, denn meistens steht auf dem Verkaufsetikett fälschlicherweise: Violetter Ritterling... Müsste er nicht als Lilastieliger oder Maskierter Rötelritterling angeschrieben sein?

Besten Dank für eure Antworten,

Michel

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Re: Frage zum Lilastieligen Rötelritterling (L.sae

zuehli ⌂, (vor 7205 Tagen) @ Mischi

2) Ich habe beobachtet, dass L. saeva in letzter Zeit öfters als Zuchtpilz
(Pied bleu) angeboten wird. Leider herrscht da jedoch Begriffswirrwarr,
denn meistens steht auf dem Verkaufsetikett fälschlicherweise: Violetter
Ritterling... Müsste er nicht als Lilastieliger oder Maskierter
Rötelritterling angeschrieben sein?

Hallo Michel,
die Pilznamen im Handel sind manchmal nicht so ernst zu nehmen, da gibts manchmal doch abenteuerliche Kreationen.
Witzig find ich besonders die "Steinpilzchampignons" als Bezeichnung für die braunhütige Form von Agaricus bisporus.
Nicht zu vergessen die "Chinesische Morchel"...

Gruß Harald

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Re: Frage zum Lilastieligen Rötelritterling (L.sae

zuehli ⌂, (vor 7205 Tagen) @ Mischi

Hab gerade mal gegoogelt. Als "Pied Bleu" wird eigentlich Lepista nuda bezeichnet.

Vielleicht löst das Deine Frage auf.

Gruß Harald

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Italienischer Name:

Harald Andres Schmid, (vor 7204 Tagen) @ Mischi

Hallo
Der Pilz heisst auf Italienisch
Agarico mascherato
Vielleicht gibt es noch mehr volkstümliche Namen, habe ich aber nicht gefunden.
Lieben Gruss, Harald Andres

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Re: Italienischer Name:

Schnuffel, (vor 7204 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo
Der Pilz heisst auf Italienisch
Agarico mascherato
Vielleicht gibt es noch mehr volkstümliche Namen, habe ich aber nicht
gefunden.
Lieben Gruss, Harald Andres

Hallo,

der italienische Name ist also, genauso wie der in älteren Pilzbüchern übliche deutsche Name Maskierter Ritterling oder Maskenritterling, eine wörtliche Übersetzung des früher üblichen wissenschaftlichen Namens Tricholma personatum bzw. Lepista personata.
(Lat. personatus = maskiert)

Gruß
Schnuffel

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Re: Frage zum Lilastieligen Rötelritterling (L.sae

Ingo, (vor 7204 Tagen) @ Mischi

Zwei Fragen zum Namen dieses Pilzes: 1) kennt jemand den italienischen Namen?
2) Ich habe beobachtet, dass L. saeva in letzter Zeit öfters als Zuchtpilz
(Pied bleu) angeboten wird. Leider herrscht da jedoch Begriffswirrwarr,
denn meistens steht auf dem Verkaufsetikett fälschlicherweise: Violetter
Ritterling... Müsste er nicht als Lilastieliger oder Maskierter
Rötelritterling angeschrieben sein?

Hallo Michel,

Antworten auf deine Frage habe ich zwar keine. Mir ist aber neu, dass es
Zuchterfolge mit L. saeva gibt. Aktuell scheint man lediglich L. nuda
zuchtmäßig in den Griff zu bekommen. Sollte das mal bei L. saeva glücken,
könnte ich mir schon vorstellen, dass ich auch mal einen Versuch wagen würde.

Als lütter Bub habe ich die saevas in den 70-ern massenweise von den
Wiesen , zusammen mit fetten Anischampis, geerntet. Leider habe ich schon
seit Jahren keine nennenswerte Mahlzeit mit Lilastieligen Rötelritterlingen
mehr auf die Gabel bekommen. Dafür würde ich übrigens jeden Steinpilz stehen
lassen.

Lepista nuda wäre allerdings zuchtmäßig etwa so (un)interessant wie der
Austernseitling. Man muss nur im Spätherbst in den Wald schauen, und
einsammeln.

Grüssli Ingo

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Re: Frage zum Lilastieligen Rötelritterling (L.sae

Mischi, (vor 7201 Tagen) @ Ingo

hallo zusammen

Danke für eure Meldungen! bin eben gerade in den Ferien und konnte bisher nicht antworten. Bezüglich des Zweifels von Ingo bin ich mir sicher, dass es den Maskierten RR im Handel als Zuchtpilz gibt, denn ich habe ihn hier in der Schweiz schon öfters in den Regalen gesehen, bloss eben falsch angeschrieben...zum Beweis, diese Liste:
http://www.admin.ch/ch/d/as/2002/781.pdf

Weiteres, wenn ich aus den Ferien zurück bin,
gruss, Mischi

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Re: Frage zum Lilastieligen Rötelritterling (L.sae

Stephan Weißer, (vor 7201 Tagen) @ Mischi

Bezüglich des Zweifels von Ingo bin ich mir sicher, dass

es den Maskierten RR im Handel als Zuchtpilz gibt, denn ich habe ihn hier
in der Schweiz schon öfters in den Regalen gesehen, bloss eben falsch
angeschrieben...zum Beweis, diese Liste:
http://www.admin.ch/ch/d/as/2002/781.pdf

Was soll diese Liste beweisen? Von Zuchtpilzen ist nirgends die Rede, erst recht nicht von gezüchteten Lepista saeva.

Freundliche Grüße
Stephan

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Re: Frage zum Lilastieligen Rötelritterling (L.sae

Ingo, (vor 7201 Tagen) @ Mischi

Hallo Mischi,

leider will sich die pdf Datei nicht öffnen lassen.
Rein theodorakisch sollten sich diese Rötelritterlinge
eigentlich auch züchten lasen. Sie haben vergleichbare
Standortansprüche wie diverse Champiarten, und die
sind ja die Zuchtpilze schlechthin.

Beim Geschmack der Art gehen die Meinungen aber sicher
weit auseinander. Manchen Leuten werden sie sicher zu
aufdringlich schmecken, was dann in der Breite sicher
nicht sehr verkaufsfördernd ist. Erfolge bei der Morchelzucht
wären da sicher interessanter.

Grüssli Ingo

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Re: Frage zum Lilastieligen Rötelritterling (L.sae

zuehli ⌂, (vor 7201 Tagen) @ Mischi

Bezüglich des Zweifels von Ingo bin ich mir sicher, dass
es den Maskierten RR im Handel als Zuchtpilz gibt, denn ich habe ihn hier
in der Schweiz schon öfters in den Regalen gesehen, bloss eben falsch
angeschrieben...zum Beweis, diese Liste:
http://www.admin.ch/ch/d/as/2002/781.pdf

Hallo Mischi,

mir erschließt sich aus dieser Liste nicht der Hinweis, daß L.saeva ein Zuchtpilz ist.
Was veranlaßt Dich letztendlich zu der Annahme, daß die im Handel angebotenen Pilze falsch bezeichnet sind?

Gruß Harald

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*staun!*

Stephan Weißer, (vor 7201 Tagen) @ Mischi

Lepista saeva - in etlichen Bundesländern auf der Roten Liste, und jetzt erfährt man so nebenbei, dass man diesen Pilz züchten kann und dass das auch getan wird. Da kann ich nur noch staunen.

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Re: *staun!* ... Richtig!

Blausprödler, (vor 7201 Tagen) @ Stephan Weißer

Da sieht man wieder, dass Rote Liste und Artenschutzgesetz - Pilze betreffend - ein Schwachsinn ist!

Tut mir leid aber manchmal mischen falsche Leute mit, die von dieser Materie keine Ahnung haben, sondern nur alles Schützen wollen!

Gruß

Wolfgang

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Einspruch

AK_CCM, (vor 7201 Tagen) @ Blausprödler

Hallo in die Runde,

Da sieht man wieder, dass Rote Liste und Artenschutzgesetz - Pilze betreffend
- ein Schwachsinn ist!
Tut mir leid aber manchmal mischen falsche Leute mit, die von dieser Materie
keine Ahnung haben, sondern nur alles Schützen wollen!

dass man über den Sinn von Gesetzen streiten kann (warum ist z.B. der Steinpilz geschützt und darf nur in geringen Mengen gesammelt werden, aber bei der Unteren Naturschutzbehörde kann man eine Sammelgenehmigung kaufen und dann unbeschränkt sammeln?). Natürlich könnte man jetzt gegen die Regelungen rebellieren, aber der Schuss könnte nach hinten losgehen, indem beispielsweise ein Politiker auf die Idee kommt, das Pilzesammeln ähnlich krass zu regulieren wie in Österreich, der Schweiz oder gar in Südtirol.

Rote Listen machen dagegen Sinn, sie sind ein gutes Instrument für Naturliebhaber, um Biotope zu schützen. Lepista saeva habe ich persönlich noch nicht vor die Linse bekommen, weshalb ich den Rote-Liste-Status nachvollziehen kann.
Was hat übrigens Pilzzucht bzw. Pilzanbau mit der Roten Liste zu tun? Rein gar nichts. Das wäre ja genauso, als würde man den Status eines seltenen Tieres wieder auf verbreitet setzen, nur weil die Art in diversen Tiergärten und Zoos wieder eine entsprechende Population aufweist. Das ändert jedoch nichts daran, dass das Tier in freier Wildbahn nach wie vor selten sein kann.

Gruß, Andreas

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Re: *staun!* ... Richtig!

zuehli ⌂, (vor 7201 Tagen) @ Blausprödler

Da sieht man wieder, dass Rote Liste und Artenschutzgesetz - Pilze betreffend
- ein Schwachsinn ist!
Tut mir leid aber manchmal mischen falsche Leute mit, die von dieser Materie
keine Ahnung haben, sondern nur alles Schützen wollen!

Hallo Wolfgang,

das sollte man nicht so stehen lassen!
Erstens sind die Mitarbeiter an den Roten Listen i.d.R. keine Leute, die von der Materie keine Ahnung haben, sondern durchaus eine gewisse Kompetenz vorzuweisen haben. Beispielsweise sei bemerkt, daß für die Erstellung der neuen Roten Liste der gefährdeten Großpilze Deutschlands - die für 2007 geplant ist - Walter Pätzold verantwortlich zeichnet. Und ich denke schon, daß der ein bißchen Ahnung hat.

Andererseits haben Rote Listen keinen bindenden Charakter, sondern im Grunde nur empfehlenden. Wenn man mal über die Ziele von Roten Listen googelt, bekommt man z.B. folgendes:

Die Rote Liste verfolgt verschiedene Ziele: den Handlungsbedarf im Artenschutz sowie weiteren Forschungsbedarf aufzeigen, die Öffentlichkeit und politische Instanzen über den Zustand der pflanzlichen Umwelt informieren, den Handlungsbedarf im Naturschutz aufzeigen und als Argumentationshilfe dienen, Datenquelle für gesetzgeberische/politische Massnahmen und für internationale Zusammenarbeit im Naturschutz und der Kompilation internationaler Roter Listen sein.

Also, immer langsam mit den jungen Pferden und nicht so schnell losschimpfen.

Gruß Harald

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Re: *staun!* ... Richtig!

Blausprödler, (vor 7201 Tagen) @ zuehli

Hallo Harald!

Wie du schreibst Rote Liste - neue Auflage durch die Bearbeitung durch Walter Pätzold stimme natürlich auch ich zu - wenn sie erscheint - aber nicht die Liste vom Bundesartenschutzgesetz welches Pilze schützt, die teilweise in Massen auftreten.
Andreas hat es ebenfalls in seinem Beitrag richtig erwähnt, zum einen Steinpilze schützen und zum anderen gewerbliche Sammelgenehmigungen erteilen - irgendwie widersprüchlich - oder?

Und es sollte auch nicht vergessen werden, dass es durch eine Schweizer Langzeitstudie erwiesen wurde, dass Sammelverbote wenig Sinn bringen.

Es sollte bei sehr seltenen Pilzarten eher das Biotop geschützt werden als der Pilz selbst.

Ich weiß: Lt. Walter Pätzold aussagen ist die Gefahr der Ausrottung einer Pilzart immer dann gegeben, wenn diese Pilzart nur noch in geringer Stückzahl auftritt. Da hat er sicherlich recht!
Doch in dieser Hinsicht sollte jedoch von Region zu Region unterschieden werden!
Die polnischen Pfifferlinge in den Supermärkten kosten trotz intensiven Sammelns immer noch nicht wesentlich mehr als vor einigen Jahren, was bedeutet, dass sie nicht weniger wurden!

Pilzliche Grüße auch wenn manche Meinungen oft unterschiedlich sind!

Wolfgang

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Re: *staun!* ... Richtig!

bert, (vor 7201 Tagen) @ Blausprödler

Hallo,

Wie du schreibst Rote Liste - neue Auflage durch die Bearbeitung durch Walter
Pätzold stimme natürlich auch ich zu - wenn sie erscheint - aber nicht die
Liste vom Bundesartenschutzgesetz welches Pilze schützt, die teilweise in
Massen auftreten.
Andreas hat es ebenfalls in seinem Beitrag richtig erwähnt, zum einen
Steinpilze schützen und zum anderen gewerbliche Sammelgenehmigungen
erteilen - irgendwie widersprüchlich - oder?

Nicht unbedingt. Es ist natürlich auffällig, das auch die Arten geschützt sind, die zwar nicht überall selten, aber sehr begehrt sind. Das ist z.B. bei den Insekten (ich befasse mich auch mit Schmetterlingen) nicht anders. Hier wird auch ganz gezielt verboten, bestimmte Arten zusammeln, die auch komerziell interessant sind. Ein seltener Mürbling oder Häubling ist dagegen kaum zu schützen, da schon die Bestimmung nur von wenigen erfolgen kann. Allerdings schütz das Sammelverbot ja auch indirekt das Biotop (kein rumtrampeln, keine umgetretenen Pilze ect.) Ich will mich hier nicht als verfechter unserer Umwelschutzgesetzte darstellen, aber soo unsinnig ist es vielleicht auch nicht.

Und es sollte auch nicht vergessen werden, dass es durch eine Schweizer
Langzeitstudie erwiesen wurde, dass Sammelverbote wenig Sinn bringen.
Es sollte bei sehr seltenen Pilzarten eher das Biotop geschützt werden als
der Pilz selbst.

Das ist sicher richtig, in der Praxis aber wesentlich schwieriger. Hier gibt es natürlich Interessenskonflikte: Naturschutz gegen Bewirtschaftung. Man kann natürlich auch auf die Bewirtschaftung unserer Umwelt nicht verzichten. Also kann man nur kleine Teile unter Schutz stellen, hier dürfen dann die Amphibien mit den Vögeln und Insekten und Pilzen und so weiter konkurrieren und es egibt sich eine nicht ganz leicht Aufgabe, was denn nun Naturschutzgebiet sein soll. Denke dabei auch an die Konsequenzen für dein Hobby. In Naturschutzgebieten darfst du dann garnichts mehr aufsammeln und die Wege nicht verlassen usw.
Leider führen die Gesetze teilweise dazu, das die Leute, die sich mit soetwas beschäftigen, stark beschränkt werden. Die Feldarbeit der Laien stellt aber ein ganz wichtige Quelle für die Profis dar. Es ist eben leider nicht alle so schön schwarz-weiss wie man es vielleicht gern hätte.

Ich weiß: Lt. Walter Pätzold aussagen ist die Gefahr der Ausrottung einer
Pilzart immer dann gegeben, wenn diese Pilzart nur noch in geringer
Stückzahl auftritt. Da hat er sicherlich recht!
Doch in dieser Hinsicht sollte jedoch von Region zu Region unterschieden
werden!
Die polnischen Pfifferlinge in den Supermärkten kosten trotz intensiven
Sammelns immer noch nicht wesentlich mehr als vor einigen Jahren, was
bedeutet, dass sie nicht weniger wurden!

Übrigens, wenn da drauf steht: Herkunftsland Polen, heisst das nur, das sie da verpackt wurden.

Pilzliche Grüße auch wenn manche Meinungen oft unterschiedlich sind!

Gruß
berthold

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Re: *staun!* ... Richtig!

Werner, (vor 7200 Tagen) @ bert

Hallo,

Allerdings schütz das Sammelverbot ja auch indirekt das Biotop (kein
rumtrampeln, keine umgetretenen Pilze ect.) Ich will mich hier nicht als
verfechter unserer Umwelschutzgesetzte darstellen, aber soo unsinnig ist
es vielleicht auch nicht.

Stimme zu.

Das ist sicher richtig, in der Praxis aber wesentlich schwieriger. Hier gibt
es natürlich Interessenskonflikte: Naturschutz gegen Bewirtschaftung. Man
kann natürlich auch auf die Bewirtschaftung unserer Umwelt nicht
verzichten. Also kann man nur kleine Teile unter Schutz stellen, hier
dürfen dann die Amphibien mit den Vögeln und Insekten und Pilzen und so
weiter konkurrieren und es egibt sich eine nicht ganz leicht Aufgabe, was
denn nun Naturschutzgebiet sein soll. Denke dabei auch an die Konsequenzen
für dein Hobby. In Naturschutzgebieten darfst du dann garnichts mehr
aufsammeln und die Wege nicht verlassen usw.
Leider führen die Gesetze teilweise dazu, das die Leute, die sich mit soetwas
beschäftigen, stark beschränkt werden. Die Feldarbeit der Laien stellt
aber ein ganz wichtige Quelle für die Profis dar. Es ist eben leider nicht
alle so schön schwarz-weiss wie man es vielleicht gern hätte.

Tja. Was ich an den NSG-Gesetzen stark kritisiere ist, daß zwar einerseits das Verlassen der Wege und z.B. auch das Pilzesammeln verboten ist, andererseits aber das gleiche NSG in oft verbrecherischer Manier abgeholzt wird, wenn es den kommerziellen Interessen dient. Auch hier in der Nähe haben wir so ein NSG, in dem überall Schilder von wegen "Pflanzen sammeln verboten" aufgestellt sind, daneben die frisch abgesägten Baumstümpfe und Brandstellen, wo man wohl das Geäst verbrannt hat. Das ganze im Umkreis von ein paar Metern der Verbotstafeln. Bei so was fehlt mir dann jegliches Verständnis, warum ich nicht ein paar Meter abseits des Weges einen interessanten Pilz begutachten sollte. Noch viel schlimmer ist es, wenn irgendein Lokalpolitiker entdeckt, daß das neue Industriegebiet Geld in die Kasse spülen würde und dann dem ganzen Teile oder ganze NSGs zum Opfer fallen.

Ich würde mir halt wünschen, daß man entweder NSGs auch wirklich konsequent schützt und insbesondere grobe Veränderungen darin unterläßt oder daß man zumindest Naturinteressierten die Möglichkeit offiziell gibt, dort z.B. auch Pilze zu sammeln. Man muß deswegen ja noch lange nicht die kommerzielle oder halb-kommerzielle Speisepilzsammlung erlauben. Ich jedenfalls fände es schon irgendwie abstrus, wenn z.B. einer von uns zu Geldbuße verurteilt würde, weil er ein paar Cortinarien zu Bestimmungszwecken sammelt, gleichzeitig aber Holzfällern ihr Tun ermöglicht wird. Gottseidank sind mir bisher keine solchen Geldbuße-Fälle bekannt. Geben tut es sie aber wohl schon.

Gruß,

Werner

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Re: *staun!* ... Richtig!

bert, (vor 7200 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,

Stell dir vor, du wärst Vogelkundler.

Stell dir vor, du wärst WAldbesitzter.

Stell dir vor, du wärst Bauer oder Jäger..

Stell dir vor, du wärst Bürgermeister.

Oder noch besser, stell dir vor du wärst in China...

Es geht eben nicht nur um Pilze. Und es gibt viele Länder ganz ohne Naturschutz.
Als lieber freuen, das es sowas überhaupt gibt.

Bert

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Re: *staun!* ... Richtig!

Werner, (vor 7200 Tagen) @ bert

Hallo Bert,

Stell dir vor, du wärst Vogelkundler.

Na, ist ja das gleiche für die.

Stell dir vor, du wärst WAldbesitzter.

Waldbesitzer ist doch - so weit ich weiß - in NSGs normalerweise der Staat? Oder habe ich da was nicht mitgekriegt.

Stell dir vor, du wärst Bauer oder Jäger..

Ein Bauer hat dort normalerweise keinen Grund. Und ein Jäger keine Jagd. Die haben eh schon in ihren normalen Jagden genug zu tun - siehe Rotwild-Schwemme.

Stell dir vor, du wärst Bürgermeister.

Jo. Nur - muß ich als solcher unbedingt NSGs zur Bebauung ausweisen? Tut ja auch nicht jeder.

Oder noch besser, stell dir vor du wärst in China...

Versteh ich jetzt weniger ...

Es geht eben nicht nur um Pilze. Und es gibt viele Länder ganz ohne
Naturschutz.
Als lieber freuen, das es sowas überhaupt gibt.

Klar. Aber ich denke halt manchmal, daß man Gesetze zum Naturschutz auch halbwegs konsequent durchziehen muß. Und wenn man große Schäden zuläßt, kleinste aber unter Strafe stellt, naja, dann frage ich mich halt.

Werner

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Re: *staun!*

bert, (vor 7201 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo,
Lepist nuda kann man schon lange züchten. Man hat auch versucht, ihn zu vermarkten (ich glaube, in den 80er), ist aber wohl nicht so gelungen. Wahrscheinlich wird es dem "maskierten" auch nicht besser ergehen.
Von den Saprophyten kann man sehr viele züchten. Es ist wohl allgemein ziemlich schwierig, neue Zuchtpilze an den Markt zu bringen.
bert

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Re: *staun!*

Wolfgang P., (vor 7200 Tagen) @ Stephan Weißer

Lepista saeva - in etlichen Bundesländern auf der Roten Liste, und jetzt
erfährt man so nebenbei, dass man diesen Pilz züchten kann und dass das
auch getan wird. Da kann ich nur noch staunen.

Frauenschuh-Orchideen kann man auch züchten, und dennoch stehen sie zu Recht auf der Roten Liste.

Natürlich kann der Mensch kleinräumig spezielle Standorte schaffen, die den Ansprüchen seltener Arten genügen. Leider tun die Menschen das aber viel zu selten, sondern zerstören solche Standorte in der Regel, weil sie kommerziell keinen Gewinn abwerfen.

Das gilt auch für die natürlichen Standorte von L. saeva, den ich als Kind oft gesehen und gesammelt habe, der aber mit dem massenhaften Aufbringen von Gülle auf diesen Wiesen verschwunden ist.

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Re: *staun!*

AK_CCM, (vor 7200 Tagen) @ Wolfgang P.

Hallo Wolfgang,

Das gilt auch für die natürlichen Standorte von L. saeva, den ich als Kind
oft gesehen und gesammelt habe, der aber mit dem massenhaften Aufbringen
von Gülle auf diesen Wiesen verschwunden ist.

gleiches kann ich beispielsweise über Agaricus campestris berichten: Ich kannte etliche Wiesen am Waldrand des Mertinger Forstes und am Rand der Mertinger Höll (ehem. Torfstechgebiet mit NSG-Kernzone), die durch die Ausbringung von Jauche vernichtet wurden. Zuvor war ich immer der Meinung gewesen, dass diese Art gedüngte Böden sogar bevorzugt...

Gruß, Andreas

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Re: *staun!*

Andreas ⌂, (vor 7200 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Wolfgang,
gleiches kann ich beispielsweise über Agaricus campestris berichten: Ich
kannte etliche Wiesen am Waldrand des Mertinger Forstes und am Rand der
Mertinger Höll (ehem. Torfstechgebiet mit NSG-Kernzone), die durch die
Ausbringung von Jauche vernichtet wurden. Zuvor war ich immer der Meinung
gewesen, dass diese Art gedüngte Böden sogar bevorzugt...
Gruß, Andreas

Hallo Andreas,

aus Sicht der nährstoffarmen Saftlingswiesen stimmt Deine Meinung ja auch: Im Vergleich zu denen braucht der Wiesen-Champignon gedüngte Böden. Aber eben nicht zu stark gedüngt.

In Anlehnung an die 9-stufige Melorationsskala (Grüngut-Ertrag auf Wiesenflächen) der Bauern kann man nach ZEHFUß etwa davon ausgehen:
MEL0-3: schlechter Ertrag aus Sicht der Bauern. Das sind die Saftlingswiesen (Saftlinge, Rötlinge, Wiesenkorallen, Erdzungen und so was)
MEL4-6: mäßig ertragreich aus Bauernsicht. Das sind die Champignonwiesen: Wiesen- und Schaf-Egerling, Feldtrichterling, Nelkenschwindling, immer noch einige Rötlingsarten (E. sericeum und incanum z.B.), eine Vielzahl an coprophilen Arten bei Beweidung, aber keine Saftlinge mehr.
MEL 7-9: ertragreiche Fettwiesen. Tintlingswiesen: Schopf-Tintling, einige wenige Faserlinge, Samthäubchen- und Tintlingsarten. Sonst nix.

beste Grüße,
Andreas