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Morcheln in Hessen?

Lütte, (vor 7145 Tagen)

Hallo!

Ich komme aus Marburg (Nordhessen) und möchte mich in diesem Jahr zum ersten Mal im Morcheln-Sammeln versuchen. Jedoch habe ich bisher immer nur von Fundorten außerhalb Hessens gehört. Es stellt sich die Frage, ob man hier zu dieser Jahreszeit überhaupt etwas findet.

Viele Grüße, Lütte

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Re: Morcheln in Hessen?

zuehli ⌂, (vor 7145 Tagen) @ Lütte

Hallo Lütte,

in und bei Marburg (das ich übrigens zu Mittelhessen rechne und nicht zu Nordhessen) sind durchaus auch Morcheln zu finden. Eine beständige Stelle von M. esculenta ist bei Winterscheid und Rindenmulchmorcheln dürften auf vorjährig gemulchten Beeten sowieso auftauchen. Momentan würde ich aber aufgrund der Trockenheit nicht soviel erwarten.
Vielleicht kennt Schnuffel noch ein paar andere Stellen.

Wenn Du Lust hast: Wir haben am kommenden Donnerstag - also übermorgen - wieder unseren Pilzstammtisch in Marburg. Maile mich an bei Interesse.

Gruß Harald

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Re: Morcheln in Hessen?

Schnuffel, (vor 7145 Tagen) @ Lütte

Hallo!
Ich komme aus Marburg (Nordhessen) und möchte mich in diesem Jahr zum ersten
Mal im Morcheln-Sammeln versuchen. Jedoch habe ich bisher immer nur von
Fundorten außerhalb Hessens gehört. Es stellt sich die Frage, ob man hier
zu dieser Jahreszeit überhaupt etwas findet.
Viele Grüße, Lütte

Hallo Lütte,

Harald hat Dir fast schon zuviel verraten. Ich bin der Meinung, dass man die seltenen Fundstellen in der Marburger Gegend nur an "vertrauenswürdige" Personen verraten sollte, die Morcheln mal "in natura" sehen oder fotografieren wollen; vor räuberischen Gourmets, wozu ich Dich sicherheitshalber zunächst einmal rechne, sollte man sie geheimhalten. Solltest Du mal zum Pilzstammtisch erscheinen und einen vertrauenswürdigen Eindruck machen, würde ich schon mal ein Auge zudrücken. Nur soviel kann ich jetzt schon verraten: Hier in Mittelhessen sind schon fast alle Arten des "Gemörchs", wenn auch z. T. äußerst selten, gesichtet worden: Spitzmorcheln, relativ häufig bis manchmal fast massenhaft an Rändern von Waldwegen, wo berindete Fichtenstämme gelagert waren, oder auf Rindenmulch, Speisemorcheln in Gebieten der Devonischen Riffkalke und Oberdevonischen Schiefer mit Kalkeinlagerungen, Käppchenmorcheln, Fingerhutverpeln, Böhmische Verpeln sowie Frühjahrslorcheln (tödl. giftig) und Bischofsmützen.
Wenn es Dir bei den Morcheln nur um den kulinarischen Genuß geht, kann ich Dir dringend empfehlen, im Herbst nach Krauser Glucke zu suchen, da wirst Du garantiert eher fündig; sie steht zumindest der Spitzmorchel geschmacklich um nichts nach und man wird sogar satt davon. Sie ist einer der wenigen Pilze, deren Genuß sich wirklich lohnt. (:>)

Gruß
Schnuffel

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Re: Morcheln in Hessen?

Lütte, (vor 7144 Tagen) @ Schnuffel

Hallo Harald, Hallo Schnüffel

vielen Dank für die Antwort. Ich komme gerne mal zum Stammtisch, nur habe ich leider diese Woche schon was anderes vor. Primär ging es mir bei der Frage erstmal darum, ob man das Gemörch hier in Hessen überhaupt mal zu Gesicht bekommt. Da hatte ich nämlich die Befürchtung, dass das hier nicht unbedingt so einfach ist.

Grüße, Lütte

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Re: Morcheln in Hessen?

Stephan Weißer, (vor 7144 Tagen) @ Lütte

Morcheln in Hessen? Aber ja doch, in der südhessischen Rheinebene auf jeden Fall. Ist von Marburg aus vielleicht auch zu weit weg. Käppchenmorcheln sind meiner Erfahrung nach häufig auf den schwereren, schwarzen Böden von Fluss- und Bachauen unter Hasel- und Hartriegel-Büschen, zumeist an anthropogen beeinflussten Standorten. In "freier Natur" sind sie mir dagegen noch nie vorgekommen. Fast so verhält es sich mit Speisemorcheln, die ähnliche Standorte lieben. Es sollen angeblich auch welche in den Main- und Rheinauen in Eschen-Pappel-Wäldern vorkommen, aber da habe ich trotz langem Suchen bisher nur ein einziges Exemplar gesehen.
Allerdings scheint 2007 kein gutes Morcheljahr zu werden. Die Witterung ist viel zu trocken, die Nächte noch relativ kalt. Außerdem brauchen viele Myzelien nach den letzten beiden tollen Jahren sicherlich Pause.