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Viele kleine Fragen

Pilzchen, (vor 9487 Tagen)

Hallo Pilzfreunde und -wissenschafter

Es würde mich freuen, wenn jemand von euch eine Antwort auf meine Fragen hat, an denen ich in schlaflosen Nächten herumstudiere.

==> Stimmt es, dass die Giftkonzentrationen bei Pilzen derselben Art, die sogar unmittelbar nebeneinander stehen, im Verhältnis 1 zu 12 schwanken können?

==> Warum schwankt die Giftkonzentration so stark? Es kann doch nicht nur an schwankenden Nährstoffkonzentrationen im Substrat liegen, so stark ändert sich der Boden doch auch wieder nicht!

==> Bei welchen Fragen stösst die Pilzwissenschaft an die Grenzen des heutzutage erforschten?

Vielen Dank an alle, die antworten, und schöne Träume wünscht

Das Pilzchen

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Re: Viele kleine Fragen

Huperzia ⌂, (vor 9487 Tagen) @ Pilzchen

==> Warum schwankt die Giftkonzentration so stark? Es kann doch nicht nur
an schwankenden Nährstoffkonzentrationen im Substrat liegen, so stark
ändert sich der Boden doch auch wieder nicht!

Ich habe mir in meinen schlaflosen Nächten ausgedacht, daß das vielleicht daran liegen könnte, daß Pilze so schnell wachsen und daß das Wachstum sehr von der äußeren Feuchtigkeit und Temperatur abhängt. Dieses schwankt ja innerhalb eines Tages beträchtlich und vielleicht ist der eine Pilz um 6Uhr früh, der andere um 15Uhr nachmittags gewachsen?

==> Bei welchen Fragen stösst die Pilzwissenschaft an die Grenzen des
heutzutage erforschten?

......alles nur eine Frage der Zeit. Grenzen setzt wohl vor allem das (nicht) verfügbare Geld für die Forschung. Aber ob die Pilze beim Pflücken Schmerzen empfinden, ob sie miteinander sprechen können, wie sie zu uns Pilzesammlern stehen und ob ein Mycel aus mehreren Pilzseelen besteht, vermag die Wissenschaft wohl in nächster Zeit nicht zu lösen.

Viele Grüße von Huperzia

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Re: Viele kleine Fragen

Wolfgang F., (vor 9487 Tagen) @ Pilzchen

Hallo Pilzfreunde und -wissenschafter
Es würde mich freuen, wenn jemand von euch eine Antwort auf meine Fragen hat,
an denen ich in schlaflosen Nächten herumstudiere.
==> Stimmt es, dass die Giftkonzentrationen bei Pilzen derselben Art, die
sogar unmittelbar nebeneinander stehen, im Verhältnis 1 zu 12 schwanken
können?

Die Konzentrationen schwanken sicher sehr stark, aber die Zahl 1:12 - wo hast Du die her?

==> Warum schwankt die Giftkonzentration so stark? Es kann doch nicht nur
an schwankenden Nährstoffkonzentrationen im Substrat liegen, so stark
ändert sich der Boden doch auch wieder nicht!

- Alter des Pilzes,
- Substrat (einer wächst auf einem Birken-ast, der daneben auf Eiche... ?),
- unterschiedliche Myzelien, die unterschiedlich stark Giftstoffe aufbauen,
- Feuchtigkeit beim Wuchs
- ...

wer sollte das untersuchen und warum?

==> Bei welchen Fragen stösst die Pilzwissenschaft an die Grenzen des
heutzutage erforschten?

Vor allem bei der Tatsache, daß es fast keine Pilzwissenschaft gibt. Der durchschnittliche Biologe lernt in seinem Studium nur wenige Stunden über Pilze, und beschäftigt sich auch später nie damit. Die Professuren in Mykologie in Europa kannst Du an Deinen Fingern abzählen.

Was wird heute erforscht?
Taxonomie: bis heute weiß keiner, wieviele genetische Arten sich hinter dem "Steinpilz" und dem "Rotfußröhrling" verbergen - von seltneren Arten ganz zu schweigen. Und wie kann man diese Arten ohne Gentest unterscheiden?

Ökologie und Mykorrhiza: mit wievielen Pilzen macht's eine Eiche und mit wievielen Eichen ein Pilz?

Chemie: Wie baut der Pilz bestimmte Stoffe ab und auf - kann man sich das technisch zunutze machen (ja, macht man schon, z.B. indem man Porlinge zur biologischen Entseuchung von PCB-getränktem Holz einsetzt)
Kann man aus bestimmten Inhaltsstoffen die Entwicklungsgeschichte der Arten rekonstruieren?
Wie tötet der Pilz seine Konkurrenten auf dem Holz ( der Fichtenzapfenrübling z.B. mit Strobilurin, ein hochwirksames biologisches Fungizid, nur wenige Arten sind resisitent - das Zeug verkauft jetzt die BASF)

Vielen Dank an alle, die antworten, und schöne Träume wünscht
Das Pilzchen