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Kiefernwald-Depressionen *PIC*

Ingo, (vor 7069 Tagen)

Hallo Miteinander,

auch wenn es Keiner angesichts der nachfolgenden Bilder glauben mag. Der Titel dieses
Beitrages spiegelt die in der Tat die momentane Situation wieder, mit der man sich in den Wäldern
bei Berlin konfrontiert sieht. Pilze – Reinfall!

Man musste schon stundenlang suchen, um irgendetwas aus mykologischer Sicht interessantes zu
finden. Ob das dann auch fotogen war, ist dann noch eine andere Geschichte.
Wenn man denn fündig wurde, waren es die üblichen Verdächtigen, die hier alle schon präsentiert wurden,
vor einigen Wochen allerdings.

Immerhin hatte es am Sonnabend Mittag mächtig geschüttet. Da hat man am Campingplatz leichtes
Spiel. Ein bis zwei Stunden abwarten, und dann kann man diese hier ablichten, und zwar in Massen.

[image]

Leider kann ich momentan mit den Knoblauchschwindlingen nicht viel anfangen, da ich noch vom Vorjahr
ein ganzes Einweckglas voll habe. Getrocknet natürlich.

Da es bereits am vergangenen Donnerstag mächtig gejaucht hatte, sollten wenigstens ein paar
Schnellschützen zu finden gewesen sein. Tintlinge zum Beispiel, oder etwas aus deren Verwandtschaft.

[image]

Behangener Faserling – Psathyrella condolleana oder doch

[image]

Psathyrella leucothepra, den Ringfaserling???

Aus der Verwandtschaft auch noch ein weiterer Herr der Ringe:

[image]

[image]

Das sollte doch eigentlich ein Ring- Düngerling; Panaeolus semiovatus sein! Oder?
Kein typischer Kiefernwaldvertreter eigentlich. Wenn man aber weiß, dass dort, wo er stand,
ein Reitweg ist und auch Pferdedung herumliegt, könnte das Ganze Sinn machen.

Das war es dann auch schon. Kein Röhrling, keine Spur von Täublingen und selbst die Parasole, die
bereits vor einem Monat frohlockten, haben sich wieder ins Erdreich zurückgezogen.
Ziemlich magere Ausbeute für zwei Stunden Hindernislauf eigentlich.

Ich wollte es dann aber doch noch wissen, und habe am Sonntag einen meiner alten Pilzflecken am
Berliner Autobahnring besucht. Immerhin kam dort in den vergangenen Wochen öfter mal ein
Regenguss an.
Leider (fast) das selbe Bild wie überall. Zum Glück gab es inmitten der Kiefern ein paar ausgewachsene
Eichen, wo ich die hier fand:

[image]

Amanita fulva – Orangebrauner Scheidenstreifling.
Eigentlich ein Allerweltspilz in den Laubwäldern, aber in den Kiefernforsten natürlich fehlend.

Zu guter Letzt noch ein etwas versöhnlicher Abschluss. Ein Mininest mit einigen gelben Pilzen!
[image]

Es ist halt Tatsache, dass die Sandböden hier in der Region den Regen nahezu ungehindert ins
Grundwasser lassen. Das Einzige, was hilft, sind regelmäßige Niederschläge und vor allem weniger
Sonneneinstrahlung und Ostwind. Das kühle Schauerwetter in den kommenden Tagen sollte da eigentlich
etwas Positives bewirken.

Ansonsten wünsche ich noch eine schöne Woche allen glücklichen Findern von
- Purpurröhrlingen
- seltenen Täublingen
- Milchlingen jeder Art
- Wulstlingen
- Maronenröhrlingen

und vor allem den Pilzfreunden, denen es ähnlich wie mir ergangen ist.

Beste Grüße Ingo

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Re: Kiefernwald-Depressionen

Jochen Girwert, (vor 7068 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

wenn der Kieferforst nicht will, aber gleichförmig steht so weit das Auge reicht, dann hast Du freilich ein Problem. Aber Brandenburg ist doch auch berühmt für seine alten Eichen und für schöne Alleen, vielleicht gibt es auch irgendwo in der Nähe Parks oder Bachläufe oder Waldränder mit anderen Gehölzen. Manche weichen mit ihrer Suche auch unter die Erde aus. Das ist vielleicht ein naseweiser Vorschlag und auch nur mit einem gewissen Zeitaufwand umzusetzen: such mal ein Wochenende lang nach alternativen Standorten.

Alles Gute, Jochen.

Hallo Miteinander,
auch wenn es Keiner angesichts der nachfolgenden Bilder glauben mag. Der
Titel dieses
Beitrages spiegelt die in der Tat die momentane Situation wieder, mit der man
sich in den Wäldern
bei Berlin konfrontiert sieht. Pilze – Reinfall!
Man musste schon stundenlang suchen, um irgendetwas aus mykologischer Sicht
interessantes zu
finden. Ob das dann auch fotogen war, ist dann noch eine andere Geschichte.
Wenn man denn fündig wurde, waren es die üblichen Verdächtigen, die hier alle
schon präsentiert wurden,
vor einigen Wochen allerdings.
Immerhin hatte es am Sonnabend Mittag mächtig geschüttet. Da hat man am
Campingplatz leichtes
Spiel. Ein bis zwei Stunden abwarten, und dann kann man diese hier ablichten,
und zwar in Massen.

Leider kann ich momentan mit den Knoblauchschwindlingen nicht viel anfangen,
da ich noch vom Vorjahr
ein ganzes Einweckglas voll habe. Getrocknet natürlich.
Da es bereits am vergangenen Donnerstag mächtig gejaucht hatte, sollten
wenigstens ein paar
Schnellschützen zu finden gewesen sein. Tintlinge zum Beispiel, oder etwas
aus deren Verwandtschaft.

Behangener Faserling – Psathyrella condolleana oder doch

Psathyrella leucothepra, den Ringfaserling???
Aus der Verwandtschaft auch noch ein weiterer Herr der Ringe:

Das sollte doch eigentlich ein Ring- Düngerling; Panaeolus semiovatus sein!
Oder?
Kein typischer Kiefernwaldvertreter eigentlich. Wenn man aber weiß, dass
dort, wo er stand,
ein Reitweg ist und auch Pferdedung herumliegt, könnte das Ganze Sinn machen.
Das war es dann auch schon. Kein Röhrling, keine Spur von Täublingen und
selbst die Parasole, die
bereits vor einem Monat frohlockten, haben sich wieder ins Erdreich
zurückgezogen.
Ziemlich magere Ausbeute für zwei Stunden Hindernislauf eigentlich.
Ich wollte es dann aber doch noch wissen, und habe am Sonntag einen meiner
alten Pilzflecken am
Berliner Autobahnring besucht. Immerhin kam dort in den vergangenen Wochen
öfter mal ein
Regenguss an.
Leider (fast) das selbe Bild wie überall. Zum Glück gab es inmitten der
Kiefern ein paar ausgewachsene
Eichen, wo ich die hier fand:
Amanita fulva – Orangebrauner Scheidenstreifling.
Eigentlich ein Allerweltspilz in den Laubwäldern, aber in den Kiefernforsten
natürlich fehlend.
Zu guter Letzt noch ein etwas versöhnlicher Abschluss. Ein Mininest mit
einigen gelben Pilzen!

Es ist halt Tatsache, dass die Sandböden hier in der Region den Regen nahezu
ungehindert ins
Grundwasser lassen. Das Einzige, was hilft, sind regelmäßige Niederschläge
und vor allem weniger
Sonneneinstrahlung und Ostwind. Das kühle Schauerwetter in den kommenden
Tagen sollte da eigentlich
etwas Positives bewirken.
Ansonsten wünsche ich noch eine schöne Woche allen glücklichen Findern von
- Purpurröhrlingen
- seltenen Täublingen
- Milchlingen jeder Art
- Wulstlingen
- Maronenröhrlingen
und vor allem den Pilzfreunden, denen es ähnlich wie mir ergangen ist.
Beste Grüße Ingo

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Re: Kiefernwald-Depressionen

Thüringer-Holz, (vor 7068 Tagen) @ Ingo

Hi Ingo ,

nicht verzagen, hier in Hannover (liegt ja auf einer Höhe) ist es ähnlich.
Habe gestern mit Mühe 3 Täublings-Kollektionen gefunden, allerdings im sandigen Buchen/Eichenwald. Deine Faserlinge würde ich ohne Probleme als "behangen" ansprechen. Ansonsten gibts hier vereinzelt Perlpilze, Stinkmorcheln, den Falschen Rotfuß und den Blutroten Röhrling.

Bald kommen die Ritterlinge *ggg*

Viel Erfolg
Felix

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Re: Kiefernwald-Depressionen

Andreas W, (vor 7068 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hi Ingo ,
nicht verzagen, hier in Hannover (liegt ja auf einer Höhe) ist es ähnlich.
Habe gestern mit Mühe 3 Täublings-Kollektionen gefunden, allerdings im
sandigen Buchen/Eichenwald. Deine Faserlinge würde ich ohne Probleme als
"behangen" ansprechen. Ansonsten gibts hier vereinzelt
Perlpilze, Stinkmorcheln, den Falschen Rotfuß und den Blutroten Röhrling.
Bald kommen die Ritterlinge *ggg*
Viel Erfolg
Felix

Hi Felix,

ein klein bißchen nördlicher (Lüneburg) sieht's ähnlich aus, aber außerhalb des Waldes, nämlich auf Rasenflächen in der Stadt tut sich was. Ich habe gestern so im Vorbeifahren ein Dutzend Schaf-Champignons erspäht und eingesammelt.

Kopf hoch! Es wird schon besser!

schöne Grüße

Andreas

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Re: Kiefernwald-Depressionen

Ingo, (vor 7068 Tagen) @ Thüringer-Holz

Bald kommen die Ritterlinge *ggg*

Hä???
Wenn die kommen, wird's um sechs dunkel!
Ein bisschen Sommer wollmer uns ja mal noch gönnen, oder?

*g* Ingo

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@Jochen

Ingo, (vor 7068 Tagen) @ Jochen Girwert

Ich weiß ja, dass es im Moment in Laubwäldern besser sein müsste.
In meinem "Winterquartier" gibt es jetzt bestimmt sogar Flockies.
Wenn man aber erst gegen 19-20 Uhr zuhause ist, lohnt es nicht mehr,
die halbe Stunde gen Norden zu fahren und dort im Licht der untergehenden
Sonne noch den Waldboden abzusuchen.
Ich muß mal schauen, ob ich vielleicht in Campingplatznähe ein paar
Buchen oder sowas finde.

Viele Grüße Ingo

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Ja - Sommer im Büro!!! :-( *oT*

Thüringer-Holz, (vor 7068 Tagen) @ Ingo

- kein Text -

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Re: Kiefernwald-Depressionen

Pio, (vor 7068 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

Ich bin zur Zeit eigentlich ganz zufrieden mit der Situation, vor allem, wenn man sie mit der Lage im April und Mai vergleicht, als die große Dürre herrschte. Ich habe schon drei mal bei den Pfifferlingen tüchtig zugelangt, wovon es inzwischen richtig große gibt. Hier innerhalb der Stadt stehen mittlerweile überall Champignons herum, ich musste heute selbst beim Fahrradfahren ein paar mal Notbremsung machen und abspringen. Fahrradfahren war aber nur kurzzeitig möglich, weil dauernd Regenfronten aufzogen, also gings bald wieder nach Hause. Sonst noch ein paar Nelkenschwindlinge und Körnchenröhrlinge, das war das, was bei mir in der Pfanne gelandet ist. Ach so, zwei Flockis waren auch noch dabei, die ersten, die ich jemals gefunden habe, sonst findet man hier immer nur die Netzstieligen Kollegen.

Gesehen habe ich noch verschiedene Täublinge, Glimmertintlinge, Reste von bereits geernteten Sommersteinpilzen, Psathyrella candolleana, einige Boviste sowie diverse Unbekannte und Giftzwerge. Gerochen habe ich noch Stinkmorcheln.

Die Knoblauchschwindlinge liebe ich sehr, habe aber dieses Jahr noch keine gesehen, allerdings muss ich mich dazu an bestimmte Stellen begeben, die ich noch nicht besucht habe. Ich glaube, ich habe auch noch getrocknete da. Die werden bei mir immer nicht alle, weil sie nicht jerdermann so mag wie ich.

Und nun der viele Regen und nach der heutigen Zeitungsschau soll es ja angeblich den ganzen Sommer so weitergehen. Also, ich habe nichts dagegen. Von mir aus braucht es nicht wärmer als 25 Grad zu werden. Ich rieche schon förmlich die Rotkappen und Birkenpilze. Vielleicht stehen sie sogar schon da, an den betreffenden Stellen war ich ja noch nicht.

Also ich wünsche Dir und jedermann und jederfrau hier im Forum viel Glück bei der dritten Jagd!

Viele Grüße - Pio

auch wenn es Keiner angesichts der nachfolgenden Bilder glauben mag. Der
Titel dieses
Beitrages spiegelt die in der Tat die momentane Situation wieder, mit der man
sich in den Wäldern
bei Berlin konfrontiert sieht. Pilze – Reinfall!
Man musste schon stundenlang suchen, um irgendetwas aus mykologischer Sicht
interessantes zu
finden. Ob das dann auch fotogen war, ist dann noch eine andere Geschichte.
Wenn man denn fündig wurde, waren es die üblichen Verdächtigen, die hier alle
schon präsentiert wurden,
vor einigen Wochen allerdings.

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Re: Kiefernwald-Depressionen

Ingo, (vor 7068 Tagen) @ Pio

Hallo Pio,

es gibt wirklich sehr große Unterschiede in der Region.
Wenn zum Beispiel, wie vor zwei Wochen geschehen, Berlin im
Starkregen fast absäuft, heisst das noch lange nicht, dass
vom Regen etwas bis Fürstenwalde/Scharmützelsee durchkommt.
Weiter östlich kann das noch dramatischer sein.

Allerdings war es auch im Spreeau-Dreieck noch sehr mau. Und das
liegt nun schon sehr nahe bei Berlin. Einflugschneise Schönefeld
sozusagen. Jeder Kilometer westlich bringt anscheinend bessere
Ergebnisse.
Zu weit nach Süden darf man sich aber auch nicht begeben. Knapp unterhalb
der Landesgrenze zu Sachsen scheint sich die Pilzsahara schlechthin zu
befinden. Pilzmel kann ein Lied davon singen.
Tolle Verkehrsinsel übrigens, Andreas.

Viele Grüße - Ingo

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Re: Kiefernwald-Depressionen

Ingo, (vor 7068 Tagen) @ Pio

Reste von bereits geernteten Sommersteinpilzen......

Habe ich jetzt erst zwischen den Zeilen entdeckt!
Wo gibt es denn hier sowas? Die habe ich bisher nur
auf Fotos gesehen! Ganz Sicher? Hätten es nicht auch
Stielreste von Gallenröhlingen sein können?
Das passt doch für unsere Gegend eher.

*g* Ingo

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Re: Kiefernwald-Depressionen

Pio, (vor 7067 Tagen) @ Ingo

Habe ich jetzt erst zwischen den Zeilen entdeckt!
Wo gibt es denn hier sowas? Die habe ich bisher nur
auf Fotos gesehen! Ganz Sicher? Hätten es nicht auch
Stielreste von Gallenröhlingen sein können?
Das passt doch für unsere Gegend eher.

Hallo Ingo, da gibt es tatsächlich Sommersteinpilze, mit Sicherheit keine Gallenröhrlinge. Ich habe schon öfter welche mitgenommen, allerdings sind sie ja meist sehr madig, so dass oft nur die Hutränder übrig bleiben. Es handelt sich um eine nicht sehr stark befahrene Landstraße, an der große Eichen stehen, das ganze umgeben von Kiefern mit ein paar Birken und Eschen in Straßennähe, dazu ist die Gegend etwas hügelig. Es gibt da auch sehr viel Traubenkirschengesträuch, unter dem an manchen Stellen sogar Pfifferlinge wachsen, was ich woanders auch noch nie gesehen habe.

Wenn die Witterung so anhält, wird es in der Gegend tiefer im Waldesinnern wohl bald große Mengen von Birkenpilzen, Espenrotkappen und "normalen" Steinpilzen geben, dazu Butterpilze und alles mögliche, auch Pfiffis, aber fast überhaupt keine Maronen. Im Herbst stehen dort unter Eschen Unmengen von Grünlingen. Das ist dort so eine ganz besondere Vegetation, die man hier nicht oft findet, so eine Art Heidelandschaft.

Viele Grüße - Pio

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Re: Kiefernwald-Depressionen

Ingo, (vor 7067 Tagen) @ Pio

Hallo Pio,

hört sich interessant an. Dein Sammelgebiet würde ich mir bestimmt gerne
mal anschauen. Nach deiner Beschreibung sollte es dort noch einige andere,
interessante Arten geben. Grünlinge sind ja nicht ganz so spannend, aber was
ist denn mit anderen Ritterlingen? Da müßten doch auch welche aus der
albobrunneum-Sektion zu finden sein. Und wie steht es mit den Sprödblättlern?
Du wirst doch bestimmt auch ein paar Bilder von interessanten Arten zeigen,
oder?

*ggg* Ingo*