Guten Tag,
unlängst sah ich im Wissenschaftsmagazin "nano" (3sat) einen
Beitrag über mögliche Gefährdungen beim Pilzverzehr infolge der
Tschernobyl-Katastrophe. So etwa ist der Waldboden in den Hochlagen des
Bayrischen Waldes in dem Maße strahlenbelastet, daß vom Verzehr dort
gesammelter Pilze, insbesondere des Maronenröhrlings, abgeraten wird.
Kann mir mal jemand mitteilen, wie es um die pilzspezifische
Aufnahmefähigkeit von Schwermetallen bestellt ist? Ich weiß nur, daß ein
Wiesenchampignon weniger belastet ist als eine Marone. Wie steht es denn
mit den anderen häufig gesammelten Speisepilzen?
MfG
Achim Gocht
Hallo und Guten Abend,
grundsätzlich muß unterschieden werden, zwischen der Schwermetallbelastung und der Strahlenbelastung von Wildpilzen. Dies sind zwei verschiedene Paar Schuhe!
Was die Strahlenbelastung mit radioaktivem Cäsium 134/137 betrifft, so liegt der Maronenröhrling einsam an der Spitze mit etwa 340 Becquerel pro kg Frischgewicht.
Für Sachsen-Anhalt gibt es eine Statistik, die über sieben Jahre geführt wurde und neben der Marone auch noch andere Arten als belastet einstuft, wenn auch weit weniger stark. Z.B. den Steinpilz (55 Bq/kg), den Parasol (18 Bq/kg), weiterhin (statistisch durch weniger Proben nicht so gesichert) der Butterpilz (128 Bq/kg), der Rotfußröhrling (54) und die Krause Glucke (21).
Die Belastung geht allerdings mit den Jahren immer weiter zurück.
Der für Handelsware zulässige Höchstwert beträgt in Sachsen-Anhalt übrigens 600 Bq/Kg.
Was die Schwermetallbelastung von Wildpilzen angeht, so liegen hier andere Arten vorn. Unter den häufig gesammelten Speisepilzen fallen beim Bleigehalt besonders der Anischampignon, der Parasol- und der Safranschirmpilz, der Riesenbovist verschiedene Täublinge und der Butterpilz auf.
Der Anischampignon und der Riesenbovist speichern zusätzlich noch relativ viel Cadmium und Quecksilber.
Wenn Du diese Ergebnisse mal in Papierform haben möchtest, kurze Mail reicht aus.
Warum bestimmte Arten mehr Schadstoffe speichern und andere weniger, scheint noch nicht so richtig klar zu sein, oder hat irgendjemand darüber Erkenntnisse?
Gruß Jens