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Baumstamm mit Hallimasch "impfen"? *PIC*

Achim Gocht, (vor 9445 Tagen)

Guten Tag Pilzfreunde,
In meinem Garten wuchsen vorigen Herbst an einem abgesägten Birnbaum erstmals zwei Hallimasche. In diesem Jahr waren es – wie zu sehen ist - schon einige mehr.

[image]

Was ich nun gern wissen möchte, ist, ob es sich um eine zufällige Infizierung des Holzes mit diesem Pilzmyzel handelt oder mein Dauerexperiment, Pilzabfälle überall im Garten zu verstreuen, erste „Früchte“ trägt. Hat jemand diesbezügliche Erfahrungen?

Mit freundlichen Grüßen
Achim Gocht

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Re: Baumstamm mit Hallimasch "impfen"?

Jens ⌂, (vor 9445 Tagen) @ Achim Gocht

Guten Tag Pilzfreunde,
In meinem Garten wuchsen vorigen Herbst an einem abgesägten Birnbaum erstmals
zwei Hallimasche. In diesem Jahr waren es – wie zu sehen ist - schon
einige mehr.

Was ich nun gern wissen möchte, ist, ob es sich um eine zufällige Infizierung
des Holzes mit diesem Pilzmyzel handelt oder mein Dauerexperiment,
Pilzabfälle überall im Garten zu verstreuen, erste „Früchte“ trägt. Hat
jemand diesbezügliche Erfahrungen?
Mit freundlichen Grüßen
Achim Gocht

Hallo Achim,

in dem von Dir geschilderten Fall halte ich beides für möglich. Wenn Du Reste vom Hallimasch im Garten verstreut hast, sollte es für diesen kein Problem sein, den Birnenstubben zu besiedeln.
Allerdings ist auch die zufällige Infizierung möglich. Der Hallimasch (der mittlerweile in mindestens fünf eigenständige Arten unterteilt wird) ist ziemlich aggressiv gegenüber kranken Bäumen und natürlich Totholz, er ist sozusagen der Schrecken aller Förster und ich würde ihn in meinem Garten nicht verteilen. Er kann, wenn er einmal da ist, lt. Jahn (Pilze an Bäumen) auch unterirdisch andere Bäume angreifen.

Es gibt weniger "schlimme" Vertreter unter den Pilzen und mit einigen (verschiedene Champignonarten, Lepista-Arten) habe ich das Experiment auch schon versucht, allerdings bisher ohne sichtbaren Erfolg.
Anscheinend stimmen eben bestimmte Voraussetzungen nicht, die für das Fruktifizieren nötig sind.

mfG Jens

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Re: Baumstamm mit Hallimasch "impfen"?

Frank Adam, (vor 9445 Tagen) @ Jens

Hallo Achim,
in dem von Dir geschilderten Fall halte ich beides für möglich. Wenn Du Reste
vom Hallimasch im Garten verstreut hast, sollte es für diesen kein Problem
sein, den Birnenstubben zu besiedeln.
Allerdings ist auch die zufällige Infizierung möglich. Der Hallimasch (der
mittlerweile in mindestens fünf eigenständige Arten unterteilt wird) ist
ziemlich aggressiv gegenüber kranken Bäumen und natürlich Totholz, er ist
sozusagen der Schrecken aller Förster und ich würde ihn in meinem Garten
nicht verteilen. Er kann, wenn er einmal da ist, lt. Jahn (Pilze an
Bäumen) auch unterirdisch andere Bäume angreifen.
Es gibt weniger "schlimme" Vertreter unter den Pilzen und mit
einigen (verschiedene Champignonarten, Lepista-Arten) habe ich das
Experiment auch schon versucht, allerdings bisher ohne sichtbaren Erfolg.
Anscheinend stimmen eben bestimmte Voraussetzungen nicht, die für das
Fruktifizieren nötig sind.
mfG Jens

Hallöle Jens,
ich würde den Hallimasch nicht in ein so schlechtes Licht rücken, in dem Du von ihm als den >Schrecken< der Förster sprichst. Wie erwähnt greift er nur geschädigte Bäume an ( oder Totholz ), was einem zu denken geben sollte. Seit dreissig Jahren kennen wir nun das sogenannte Waldsterben und es hat noch kein Ende. Ich war im Frühherbst im Bayerischen Wald und was ich dort gesehen habe, hatte ich tatsächlich schon vor 15 Jahren in einem Albtraum gesehen. Wälder voll stehendem Totholz, in dem die Besucher vor morschen umfallenden Bäumen gewarnt werden, besonders bei starkem Westwind. Und dies alles in einem Nationalpark! Was an Bäumen vorgeschädigt ist, wird natürlich auch vom Hallimasch besiedelt. Das liegt in der Natur dieses Pilzes. Die Förster haben sicherlich nur Angst, dass ihre Statistiken nicht mehr stimmen könnten, wenn mehr kranke Bäume im Wald stehen als geplant. Aber es ist leichter, dem Pilz die Schuld zuzuschieben als uns Menschen, die zur Schädigung der Natur alles (un)- erdenkliche tuen.
Pilze können nicht denken - wir schon.
Grüsse: Frank Adam

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Re: Baumstamm mit Hallimasch "impfen"?

Trueffel, (vor 9444 Tagen) @ Frank Adam

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Wie erwähnt greift
er nur geschädigte Bäume an ( oder Totholz ), was einem zu denken geben
sollte. Seit dreissig Jahren kennen wir nun das sogenannte Waldsterben und
es hat noch kein Ende. Ich war im Frühherbst im Bayerischen Wald und was
ich dort gesehen habe, hatte ich tatsächlich schon vor 15 Jahren in einem
Albtraum gesehen. Wälder voll stehendem Totholz, in dem die Besucher vor
morschen umfallenden Bäumen gewarnt werden, besonders bei starkem
Westwind. Und dies alles in einem Nationalpark! Was an Bäumen
vorgeschädigt ist, wird natürlich auch vom Hallimasch besiedelt. Das liegt
in der Natur dieses Pilzes. Die Förster haben sicherlich nur Angst, dass

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Hi Frank,
ob der Hallimasch Schäden an gesunden Bäumen anrichtet, kann ich zwar nicht beurteilen, ich erinnere mich aber sehr genau daran: Im Herbst 1970 habe ich ein Foto von Hallimaschen gemacht, die in ca 1,5m Höhe aus der unverletzten Rinde einer vitalen Buche sprossen, Stammdurchm. 10-15cm, von der ich annehmen kann, das sie noch nicht geschädigt war. "Waldsterben" war damals noch kein Thema. Leider finde ich das Foto z.Z. nicht.

Ciao
Trueffel

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Re: Baumstamm mit Hallimasch "impfen"?

Frank Adam, (vor 9444 Tagen) @ Trueffel

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Hi Frank,
ob der Hallimasch Schäden an gesunden Bäumen anrichtet, kann ich zwar nicht
beurteilen, ich erinnere mich aber sehr genau daran: Im Herbst 1970 habe
ich ein Foto von Hallimaschen gemacht, die in ca 1,5m Höhe aus der
unverletzten Rinde einer vitalen Buche sprossen, Stammdurchm. 10-15cm, von
der ich annehmen kann, das sie noch nicht geschädigt war.
"Waldsterben" war damals noch kein Thema. Leider finde ich das
Foto z.Z. nicht.
Ciao
Trueffel

Hi Trueffel,
Stimmt, habe mir auch mal die Birne an Hallimasch gestossen. Das war 1980 im Berliner Forst - Kiefernbestand. Bin direkt mit dem Kopf hinein, weil ich auf dem Boden gesucht habe.
Als ich mir dann den befallenen Baum anschaute, war nur an der Krone die Schädigung sichtbar - über die Hälfte war abgestorben.
Ich denke wir Menschen sind nur Beobachter fliessender Veränderungen in der Natur und bemerken diese oft zu spät. Erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, sagen wir: "ich hab es kommen sehen, ich hab es gewusst!"
Wäre mal interessant extra eine Exkursion zu starten, bei der nur befallene Bäume auf ihre Vitalität untersucht werden.
Grüsse: Frank Adam