Pilze Pilze Forum
Erweitert

UMO auf Kiefernrinde *PIC*

Mischi, (vor 6945 Tagen)

Wer kann helfen, Ich hab einen mir unbekannten Pilz gefunden:
ockerlicher Lamellenpilz mit engstehenden Lamellen, mit starkem Mehlgeschmack, und mild.

Substrat: Kiefernrinde (Mischwald)
Konsistenz: eher zäh, aber nicht ledrig
Gösse: 5 cm hoch, 5 cm breit
Hutrand: leicht eingerollt
Lamellen: leicht herablaufend, Schneiden wellig (rel. viele Lamelletten!)
Sporen: hyalin, ca. 3x5um, ellyptisch, glatt
Zystiden: keine besonderen beobachtet
Basidien: könnten siderophil sein...
Sporenpulverfarbe: bis jetzt noch nichts gesport... vermutlich aber rosa.

Hab zuerst gemeint es könne ein alter Mehlräsling sein, aber Konsistenz und Sporenform schliessen den aus.

Gruss, Michel

[image]

Eintrag gesperrt
19 Aufrufe

könnte eine Rhodocybe sein *oT*

Heinz Ebert ⌂, (vor 6944 Tagen) @ Mischi

- kein Text -

Eintrag gesperrt
17 Aufrufe

Re: könnte eine Rhodocybe sein *PIC*

Mischi, (vor 6944 Tagen) @ Heinz Ebert

Ja, hätte ich auch gerne daraus gemacht, aber mit glatten Sporen...
Ich glaube langsam dieser Pilz bestimmt mich - und nicht ich ihn.
Danke für den Tip!

Gruss, Michel

[image]

Eintrag gesperrt
19 Aufrufe

Re: könnte eine Rhodocybe sein

Andreas ⌂, (vor 6944 Tagen) @ Mischi

Ja, hätte ich auch gerne daraus gemacht, aber mit glatten Sporen...
Ich glaube langsam dieser Pilz bestimmt mich - und nicht ich ihn.
Danke für den Tip!
Gruss, Michel

Hallo Michel,

ich glaube fast nicht, dass die Sporen glatt sind. Aber bei Rhodocybe ist das oft nicht einfach zu beobachten. Manchmal sind sie nur etwas eckig.
Mit was färbst Du denn an? Ich würde in diesem Falle statt Kongorot oder Trypanblau auch mal Baumwollblau versuchen. Vielleicht auch mal mit Baumwollblau anfärben und dann abziehen und durch Wasser ersetzen.

Und schau mal, ob es Schnallen gibt. Rhodocybe ist eine der wenigen Gattungen ohne Schnallen (außer die nitellina-Verwandtschaft)

beste Grüße,
Andreas

Eintrag gesperrt
17 Aufrufe

Re: könnte eine Rhodocybe sein *PIC*

Mischi, (vor 6944 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas
Also, hab kein Baumwollblau, dafür Methylenblau. Ich meine die Sporen sind völlig glatt und haben keine Ecken oder Kanten.
Schnallen habe ich sowohl auf der Huthaut wie auch an den Basidien beobachtet.

Gruss, Michel

[image]

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

Re: könnte eine Rhodocybe sein

Andreas ⌂, (vor 6943 Tagen) @ Mischi

Hallo Andreas
Also, hab kein Baumwollblau, dafür Methylenblau. Ich meine die Sporen sind
völlig glatt und haben keine Ecken oder Kanten.
Schnallen habe ich sowohl auf der Huthaut wie auch an den Basidien
beobachtet.
Gruss, Michel

Hallo Michel,

das mit den vorhandenen Schnallen bestätigt nochmals die bestimmung von Prof. Clemencon, da Lepista ja nun Schnallen hat, Rhodocybe dagegen nicht.

beste Grüße,
Andreas

Eintrag gesperrt
16 Aufrufe

Re: UMO auf Kiefernrinde *PIC*

Roswitha, (vor 6943 Tagen) @ Mischi

Wer kann helfen, Ich hab einen mir unbekannten Pilz gefunden: ockerlicher
Lamellenpilz mit engstehenden Lamellen, mit starkem Mehlgeschmack, und
mild.

Hallo Michel,
genau der gleiche Pilz bereitet mir Kopfzerbrechen. Ich hatte ihn vor knapp 3 Wochen eingestellt und Andreas meinte auch, es könnte ein Rhodocybe sein,
R. mundula oder R. nitellina, aber die scheiden makoskopisch schon ganz schnell aus.
Ich war inzwischen 3 mal am Fundort und habe immer wieder Pilze gefunden, teilweise die alten und neue dazu. Beim 2. Mal fand ich sogar ein Stück weiter im Wald noch eine Stelle mit der gleichen Art. Diese waren beim 3. Besuch nicht mehr da. Vielleicht habe ich auch die Stelle nicht mehr gefunden.
Hier ein paar Fotos:

[image]
Das war der erste Fundort

[image]
Das der 2. im Wald

[image]
Das ebenso

[image]
Pilze, die ich beim 3. Mal vor 3 Tagen fand

[image]
Lamellen sind leicht lösbar, aber nur in dem Bereich ,in dem das Hutfleisch dick ist

[image]
Starke Dunkelfärbung der Lamellen bei älteren Pilzen

[image]
Junge Pilze mit überfaserter Basis und weißen Rhizomorphen

[image]
Lamellen (hier wohl mit Schimmelpilz)

[image]
Sporenpulver auf Spiegel, das Rosa kommt ein wenig zu stark, inzwischen habe ich auch noch einen Sporenabwurf auf weißem Papier.

Geruch unspezifisch, nicht pilzig, nach Mehl höchstens ganz minimal, junge Fruchtkörper mit parfümierter Note. Die letzten Fruchtkörper rochen intensiv parfümiert, fast mit Marzipannote.
Geschmack mild, intensiv bis unangenehm mehlig (schmeckt so, wie der Maipilz riecht).

Ich halte den Pilz inzwischen für Lepista luscina. Vorgestern habe ich Frischpilze zu Uschi (Gelbfieber) zum Mikroskopieren geschickt und bin jetzt gespannt, was heraus kommt.

Lieb Grüße
Roswitha

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

Re: UMO auf Kiefernrinde

Mischi, (vor 6943 Tagen) @ Roswitha

Hallo Roswitha

Ja, genau so ist meiner auch, die Lamellen sehr leicht ablösbar und das Fleisch angenehm duftend. Interessant ist, dass er bei dir auch bei Kiefern wächst. Der weissliche Touch auf dem Hut und die welligen Lamellen passen auch...
Ich hab ihn unterdessen Prof. H. Clémençon zur Beurteilung zugesandt. Er meint es könnte Lepista martiorum der Fälblingsähnliche Rötelritterling sein - ein nicht alltäglicher Pilz.

Wo ich einfach stutzig bin ist wegen den glatten Sporen. Ich kann Anfärben und Fokussieren wie ich will - ich sehe kein Ornament, das ja bei den Rötelrittelingen rauh sein sollte. - Vielleicht sieht man dies nur mit einem REM...seufz!

Herzlichen Dank für deine Meldung - langsam kommt Hoffnung auf!

Gruss, Michel

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

Die Lösung

Mischi, (vor 6943 Tagen) @ Roswitha

Hallo Roswitha

Ich hab des Rätsels Lösung es ist Lepista (oder Clitocybe) martiorum, der Fälblingsartige Rötelritterling.
Er hat eindeutig glatte, rosa, cyanolphile Sporen und gehört so zu den Pilzen, die zischen den Trichterlingen und den Rötelritterlingen stehen. Zu dieser komplexen Fage hab ich eine tolle Erklärung von Andreas hier im Forum gefunden: Beitrag 61128

Genau dasselbe hat mir Prof. Heinz Clémençon erklärt, für mich eine grosse Hilfe, denn ich hab schon andere Pilze aus der Lepista-Gruppe mikroskopiert und die hatten auch glatte Sporen - anscheinend völlig legal!

Vorallem typisch sind auch die ablösbaren Lamellen.

Wenn's dich interessiert, kann ich dir die Erklärung von Heinz Clémencon auch zukommen lassen.

Guten Abend noch!

Michel

Eintrag gesperrt
17 Aufrufe

Re: Die Lösung

Roswitha, (vor 6943 Tagen) @ Mischi

Hallo Roswitha
Ich hab des Rätsels Lösung es ist Lepista (oder Clitocybe) martiorum, der
Fälblingsartige Rötelritterling.
Wenn's dich interessiert, kann ich dir die Erklärung von Heinz Clémencon auch
zukommen lassen.
Ja, das wäre toll. Einfach an meine E-Mailadresse schicken. Allein hätte ich das nie herausgefunden.

In diesem seltsamen Pilzjahr scheinen ja doch seltene Arten aufzutreten.
In der BA.Wü.-Flora ist er nur mit einem einzigen Fund von 1985 vertreten.
Wo hast du denn deine Pilze gefunden?

Mein Fundort: Vorderer Odenwald auf ca. 300m Höhe, Mischwald: Buchen, Fichten, Kiefern, Birken.

Liebe Grüße
Roswitha

Eintrag gesperrt
17 Aufrufe

Re: Die Lösung

Andreas ⌂, (vor 6943 Tagen) @ Roswitha

In diesem seltsamen Pilzjahr scheinen ja doch seltene Arten aufzutreten.
In der BA.Wü.-Flora ist er nur mit einem einzigen Fund von 1985 vertreten.
Wo hast du denn deine Pilze gefunden?
Mein Fundort: Vorderer Odenwald auf ca. 300m Höhe, Mischwald: Buchen,
Fichten, Kiefern, Birken.
Liebe Grüße
Roswitha

Hallo Michael udn Roswitha,

ich hatte die Art hier in Thüringen letztes Jahr ebenfalls an zwei Stellen - beides Exkursionsgebiete, die Roswitha kennt (Ilmenau, an der Autobahnausfahrt und Meiningen, Hohe Maas).

Meine Pilze waren aber stets etwas "hochbeiniger".

beste Grüße,
Andreas