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noch eine ciboria

Rudi, (vor 9364 Tagen)

Ich habe heute unter einem Haselstrauch den Haselstromabecherling gefunden.Jedenfalls halte ich ihn dafür. Er wuchs auf vorjährigen Haselzäpfchen
mit einem bis zu 4cm langem,dünnen Stiel. Becher (2-)4-10mm groß, gelbweißlich, älter bräunlich,flach. Wo gibts davon eigentlich Bilder??
Auffallend war (mir), daß am selben Strauch , an einem abgestorbenen Ast noch der Haselbecherling, Encoelia furfuracea , in 15-20 Exemplaren "blühte".
Beide habe ich an weiteren ca 20 Haselsträuchern in der Umgebung gesucht, aber nicht gefunden. Weiß jemand, ob die zwei irgendwie was miteinander zu tun haben, Lothar??
Nicht weit davon, gabs übrigens ganz viele alte Exemplare von Tulostroma brumale und unter einem Wacholder viele Geastra striata.
Fundort: ein Halbtrockenrasen auf dem Ramersberg bei Karlstadt in Mainfranken.

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Re: noch eine ciboria

bleem, (vor 9363 Tagen) @ Rudi

Hi Rudi!

Wie ist die lat. Bezeichnung für den Haselstromabecherling?

Ciao bleem

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Re: noch eine ciboria

Lothar, (vor 9363 Tagen) @ Rudi

Hallo!
Den Rammersberg bei Karlstadt kenne ich gut, da war ich während meiner Diss ziemlich oft. Geastrum striatum habe ich dort allerdings nicht gefunden, bist Du sicher, daß nicht G. nanum oder pectinatum vorliegt?
Auch "Haselstromabecherling" muß ich kommentieren. Es gibt eine Ciboria coryli, die Du vielleicht meinst, die ist aber sehr selten und hat ziemlich große Sporen. Das, was man in der Regel an Hasel-Kätzchen findet, ist Ciboria amentacea (wächst auch an Erle). Encoelia und Ciboria sind beides inoperculate Discomyceten, die aber sonst nichts miteinander zu tun haben.

Weiter viel Spaß mit den mainfränkischen Pilzen wünscht
Lothar

Ich habe heute unter einem Haselstrauch den Haselstromabecherling
gefunden.Jedenfalls halte ich ihn dafür. Er wuchs auf vorjährigen
Haselzäpfchen
mit einem bis zu 4cm langem,dünnen Stiel. Becher (2-)4-10mm groß,
gelbweißlich, älter bräunlich,flach. Wo gibts davon eigentlich Bilder??
Auffallend war (mir), daß am selben Strauch , an einem abgestorbenen Ast noch
der Haselbecherling, Encoelia furfuracea , in 15-20 Exemplaren
"blühte".
Beide habe ich an weiteren ca 20 Haselsträuchern in der Umgebung gesucht,
aber nicht gefunden. Weiß jemand, ob die zwei irgendwie was miteinander zu
tun haben, Lothar??
Nicht weit davon, gabs übrigens ganz viele alte Exemplare von Tulostroma
brumale und unter einem Wacholder viele Geastra striata.
Fundort: ein Halbtrockenrasen auf dem Ramersberg bei Karlstadt in
Mainfranken.

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Re: noch eine ciboria

Rudi, (vor 9363 Tagen) @ Lothar

Hallo!
Den Rammersberg bei Karlstadt kenne ich gut, da war ich während meiner Diss
ziemlich oft. Geastrum striatum habe ich dort allerdings nicht gefunden,
bist Du sicher, daß nicht G. nanum oder pectinatum vorliegt?
Auch "Haselstromabecherling" muß ich kommentieren. Es gibt eine
Ciboria coryli, die Du vielleicht meinst, die ist aber sehr selten und hat
ziemlich große Sporen. Das, was man in der Regel an Hasel-Kätzchen findet,
ist Ciboria amentacea (wächst auch an Erle). Encoelia und Ciboria sind
beides inoperculate Discomyceten, die aber sonst nichts miteinander zu tun
haben.
Weiter viel Spaß mit den mainfränkischen Pilzen wünscht
Lothar

Also, beim Haselstromabecherling muß ich zugeben,ich hatte an coryli gedacht, aber da ich weder Bild noch Beschreibung kannte und nachdem ich beim mikroskopieren noch anfängere, bleibe ich nur bei einer ciboria. vielleicht messe ich ja mal nach.
Beim Erdstern denke ich aber schon, daß striatum zutrifft, die Endoperidie ist deutlich gestielt, basal mit Collar und nicht gerieft. Größe von 1,5 bis 4cm (schon deutlich getrocknet!) Peristom faltig gefucht 2-5mm hoch

Grüße
Rudi

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Re: noch eine ciboria

Christoph Hahn, (vor 9362 Tagen) @ Lothar

Hallo!
Den Rammersberg bei Karlstadt kenne ich gut, da war ich während meiner Diss
ziemlich oft. Geastrum striatum habe ich dort allerdings nicht gefunden,
bist Du sicher, daß nicht G. nanum oder pectinatum vorliegt?
Auch "Haselstromabecherling" muß ich kommentieren. Es gibt eine
Ciboria coryli, die Du vielleicht meinst, die ist aber sehr selten und hat
ziemlich große Sporen. Das, was man in der Regel an Hasel-Kätzchen findet,
ist Ciboria amentacea (wächst auch an Erle). Encoelia und Ciboria sind
beides inoperculate Discomyceten, die aber sonst nichts miteinander zu tun
haben.
Weiter viel Spaß mit den mainfränkischen Pilzen wünscht
Lothar

Hallo, noch ein "verspäteter" Kommentar:
Ciboria Coryli hat so "richtig" große Sporen (bis 20 µm sollten sie schon sein). Es gibt immer wieder Literaturangaben von Sporenlängen bis (nur) 15 µm. Man könnte glauben, dass hier voneinander abgeschrieben wird. Andererseits hat ein Freund von mir, der auch die besonders langsporige als typische C. coryli kennt, gemeint, die Typusbeschreibung würde auch nur bis 15µm lange Sporen erwähnen. Man sollte mal drauf achten, ob es vielleicht noch eine "dritte" im Bunde gibt.
Ohne mich hier als "Artenspalter" outen zu wollen, denn mit Ascomyceten hab ich eigentlich weniger am Hut, will ich die alte Diskussion um Ciboria amentacea / cauca aus dem Hut zaubern. Die Arten sind wohl makroskopisch wie mikroskopisch weitgehend identisch (C. coryli kann man mit Erfahrung auch makroskopisch erkennen). Dennoch ist natürlich der Wirt ein anderer, was an eine genetische Separation denken läßt. Das allein kann natürlich keine Artgrenze definieren, dann hätten wir gleich ein paar tausend mehr. Allerdings ist eine Publikation geplant, wie ich aus einem anderen Forum weiß, die zeigen wird, dass die beiden Sippen genetisch wohl worklich getrennt sind. Was man dann daraus macht, wird die Frage sein. Der hier im Forum gezeighte Schlüssel (frühere Antworten) trennt ja auch Ciboria amentacea von C. cauca ab...
Vielleicht entfacht das ne Diskussion zwischen "hemmungslosen Spaltern" und "blinden Synonymiewütigen" ;=)
Ciao, Christoph

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Re: noch eine ciboria

Lothar, (vor 9361 Tagen) @ Christoph Hahn

Hallo, noch ein "verspäteter" Kommentar: Ciboria Coryli hat so
"richtig" große Sporen (bis 20 µm sollten sie schon sein). Es
gibt immer wieder Literaturangaben von Sporenlängen bis (nur) 15 µm. Man
könnte glauben, dass hier voneinander abgeschrieben wird. Andererseits hat
ein Freund von mir, der auch die besonders langsporige als typische C.
coryli kennt, gemeint, die Typusbeschreibung würde auch nur bis 15µm lange
Sporen erwähnen. Man sollte mal drauf achten, ob es vielleicht noch eine
"dritte" im Bunde gibt.
Ohne mich hier als "Artenspalter" outen zu wollen, denn mit
Ascomyceten hab ich eigentlich weniger am Hut, will ich die alte
Diskussion um Ciboria amentacea / cauca aus dem Hut zaubern. Die Arten
sind wohl makroskopisch wie mikroskopisch weitgehend identisch (C. coryli
kann man mit Erfahrung auch makroskopisch erkennen). Dennoch ist natürlich
der Wirt ein anderer, was an eine genetische Separation denken läßt. Das
allein kann natürlich keine Artgrenze definieren, dann hätten wir gleich
ein paar tausend mehr. Allerdings ist eine Publikation geplant, wie ich
aus einem anderen Forum weiß, die zeigen wird, dass die beiden Sippen
genetisch wohl worklich getrennt sind. Was man dann daraus macht, wird die
Frage sein. Der hier im Forum gezeighte Schlüssel (frühere Antworten)
trennt ja auch Ciboria amentacea von C. cauca ab...
Vielleicht entfacht das ne Diskussion zwischen "hemmungslosen
Spaltern" und "blinden Synonymiewütigen" ;=)
Ciao, Christoph

Hallo Christoph,
nur so viel: Ciboria caucus ist eine eigenständige Art, die an Salix-Kätzchen (und Populus) vorkommt. Nicht an Hasel und Erle. Es gab hier allerdings einige Konfusion in der LIteratur. Mein Wissensstand ist bei Inoperculaten im Zweifelsfall immer der von H.O. Baral.
Gruß von Lothar

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Re: noch eine ciboria

Christoph Hahn, (vor 9361 Tagen) @ Lothar

Hallo Christoph,
nur so viel: Ciboria caucus ist eine eigenständige Art, die an Salix-Kätzchen
(und Populus) vorkommt. Nicht an Hasel und Erle. Es gab hier allerdings
einige Konfusion in der LIteratur. Mein Wissensstand ist bei Inoperculaten
im Zweifelsfall immer der von H.O. Baral.
Gruß von Lothar

Hallo Lothar,
besten Dank. Sich an Zotto zu halten, ist nie verkehrt... Ich glaube, ich mache eine Ciboria-Auszeit, bis neue, zusammenfassende Arbeiten rausgekommen sind. Mich hat die Literaturkonfusion wohl auch erwischt. Danke für den Tip!
Gruß von Christoph

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Re: noch eine ciboria

Christoph Hahn, (vor 9362 Tagen) @ Lothar

Hallo!
Den Rammersberg bei Karlstadt kenne ich gut, da war ich während meiner Diss
ziemlich oft. Geastrum striatum habe ich dort allerdings nicht gefunden,
bist Du sicher, daß nicht G. nanum oder pectinatum vorliegt?
Auch "Haselstromabecherling" muß ich kommentieren. Es gibt eine
Ciboria coryli, die Du vielleicht meinst, die ist aber sehr selten und hat
ziemlich große Sporen. Das, was man in der Regel an Hasel-Kätzchen findet,
ist Ciboria amentacea (wächst auch an Erle). Encoelia und Ciboria sind
beides inoperculate Discomyceten, die aber sonst nichts miteinander zu tun
haben.
Weiter viel Spaß mit den mainfränkischen Pilzen wünscht
Lothar

Hallo, noch ein "verspäteter" Kommentar:
Ciboria Coryli hat so "richtig" große Sporen (bis 20 µm sollten sie schon sein). Es gibt immer wieder Literaturangaben von Sporenlängen bis (nur) 15 µm. Man könnte glauben, dass hier voneinander abgeschrieben wird. Andererseits hat ein Freund von mir, der auch die besonders langsporige als typische C. coryli kennt, gemeint, die Typusbeschreibung würde auch nur bis 15µm lange Sporen erwähnen. Man sollte mal drauf achten, ob es vielleicht noch eine "dritte" im Bunde gibt.
Ohne mich hier als "Artenspalter" outen zu wollen, denn mit Ascomyceten hab ich eigentlich weniger am Hut, will ich die alte Diskussion um Ciboria amentacea / cauca aus dem Hut zaubern. Die Arten sind wohl makroskopisch wie mikroskopisch weitgehend identisch (C. coryli kann man mit Erfahrung auch makroskopisch erkennen). Dennoch ist natürlich der Wirt ein anderer, was an eine genetische Separation denken läßt. Das allein kann natürlich keine Artgrenze definieren, dann hätten wir gleich ein paar tausend mehr. Allerdings ist eine Publikation geplant, wie ich aus einem anderen Forum weiß, die zeigen wird, dass die beiden Sippen genetisch wohl wirklich getrennt sind. Was man dann daraus macht, wird die Frage sein. Der hier im Forum gezeigte Schlüssel (frühere Antworten) trennt ja auch Ciboria amentacea von C. cauca ab...
Vielleicht entfacht das ne Diskussion zwischen "hemmungslosen Spaltern" und "blinden Synonymiewütigen" ;=)
Ciao, Christoph
http://www.botanik.biologie.uni-muenchen.de/botsyst/hahn.htm

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Re: noch eine ciboria

Rudi, (vor 9361 Tagen) @ Lothar

Hallo!
Den Rammersberg bei Karlstadt kenne ich gut, da war ich während meiner Diss
ziemlich oft. Geastrum striatum habe ich dort allerdings nicht gefunden,
bist Du sicher, daß nicht G. nanum oder pectinatum vorliegt?
Auch "Haselstromabecherling" muß ich kommentieren. Es gibt eine
Ciboria coryli, die Du vielleicht meinst, die ist aber sehr selten und hat
ziemlich große Sporen. Das, was man in der Regel an Hasel-Kätzchen findet,
ist Ciboria amentacea (wächst auch an Erle). Encoelia und Ciboria sind
beides inoperculate Discomyceten, die aber sonst nichts miteinander zu tun
haben.
Weiter viel Spaß mit den mainfränkischen Pilzen wünscht
Lothar

Lieber lothar
ich hab mich heut ans mikro gewagt, und da schau an: du hattest natürlich recht mit der wahrscheinlichkeit: kleine sporen! (genau kann ichs noch nicht bestimmen) also doch amentacea!

grüße rudi