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Russula-Bestimmungshilfe *PIC*

interhias ⌂, (vor 6701 Tagen)

Hallo Täublingsfreunde,

diesen riesigen Täubling habe ich gestern in einem Mischwald bei alten Buchen und schmächtigen Fichten gefunden. Ich blick nicht so ganz durch bei dem Teil und wäre für Tipps zur Bestimmung dankbar.

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Kurzsteckbrief: Großer Täubling, Geschmack mild, Geruch unauffällig, Sporenpulver IIIc oder eine Spur dunkler, Sporen klein.

Mein Problem ist die Interpretation der HDS. Neben den langen, fädigen Haaren gibt es inkrustierte zylindrische Elemente, die in Sulfovanillin überwiegend nicht, vereinzelt aber doch schwach grauen. Keine Ahnung, ob ich die als Pileozystiden oder Primordialhyphen werten soll.

Die äußerlich vielleicht etwas ähnliche R. romellii müsste viel dunkleres Sporenpulver und netzigere Sporen haben. Aber sonst fällt mir nix ein.

Beschreibung und Mikros:
Funddaten: 27.06.2008, MTB 7934-4-1-4, 620 m, Oberdill, im Mischwald bei großen, alten Buchen und schmächtigen Fichten; einzeln;
Hut: 12 cm breit, Mitte schwach vertieft, trocken, am Rand lila, teils ziemlich verwaschen und mit cremefarbenen Streifen und Flecken, im Zentrum olivocker, blassocker; Huthaut etwa zur Hälfte abziehbar; Stiel: 10 x 3,5 cm, +/- zylindrisch, basal ausspitzend, schwach rillig, cremefarben, von der Basis her bräunend; Lamellen: gedrängt, gerade angewachsen, satt cremegelb; Fleisch: weiß, weich, im Stiel gekammert hohl bis wattig ausgestopft, im Zentrum unter der Huthaut hell zitronengelb, vor allem im Stiel grauend (graubraun verfärbend); Geruch: uncharakteristisch, vielleicht ganz schwacher Jodoformgeruch; Geschmack: Fleisch und Lamellen mild (ausgewachsenes Exemplar); Chemie: (auf Hutfleisch) FeSO4: rasch fleischrosa; Guajak: blaugrün; Phenol: langsam violettbraun; KOH auf Stielbasis +/- ohne Reaktion; HDS: Haare sehr lang und fädig, ca. 1,5-3 µm breit, Enden meist sehr dünn, aber abgerundet, seltener spitz, bisw. mit einzelnen Divertikeln, wellig, verzweigt, Basalabschnitte ca. 3-5 µm breit; Pileozystiden (Primordialhyphen?!) zylindrisch, bisw. septiert, inkrustiert (in Kongo und SV deutlich zu sehen, Inkrustierung nicht säureresistent), ca. 3-4 µm breit, mit einzelnen Divertikeln; in SV meist nicht reagierend, einzelne schwach grauend; Sporen: breitelliptisch bis rundlich, 7,2 x 6,3 (6,5-8 x 6-7), Q=1,14 (1,1-1,25); Ornamentierung: unvollständig amyloid, aus Stacheln und kurzen Graten, die bisweilen durch feinstrichige Verbindungen ansatzweise netzig sind, ganze Maschen aber eher sporadisch vorhanden; Plage fleckig und schwach amyloid; Stacheln meist stumpf kegelig, bis ca. 1 µm vorstehen; Sporenpulver: ca. IIIc (vielleicht eine Spur dunkler, da spärlicher Abwurf);

Sporen in Melzer:
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HDS in Wasser:
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HDS in Kongo:
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HDS in Kongo, hier sieht man deutlich die Inkrustationen:
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HDS in SV:
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Gruß aus München
Hias

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Re: Russula-Bestimmungshilfe

Rudi, (vor 6701 Tagen) @ interhias

Servus Hias,

romelli wär auch mein erster Gedanke gewesen, manchmal hat auch alutacea ähnliche Farben...
Sonst fällt mir auch nichts besseres ein.

GRudi

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Re: Russula-Bestimmungshilfe

Waldschrat, (vor 6701 Tagen) @ Rudi

Servus Hias,

romelli wär auch mein erster Gedanke gewesen, manchmal hat auch alutacea
ähnliche Farben... :

R. romélli wird´s wohl auch sein.
Gruß - Waldschrat

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Re: Russula-Bestimmungshilfe

Jochen Girwert, (vor 6701 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

ich habe im letzten Jahr mehr romelli-Kollektionen durchgeprüft, als mir eigentlich lieb war. Dabei hatten die wenigsten das verlangte dunkle Spp. Ich glaube nicht, dass in dieser Gruppe schon das letzte Wort gesprochen wurde.

Jochen.

Hallo Täublingsfreunde,
diesen riesigen Täubling habe ich gestern in einem Mischwald bei alten Buchen
und schmächtigen Fichten gefunden. Ich blick nicht so ganz durch bei dem
Teil und wäre für Tipps zur Bestimmung dankbar.

Kurzsteckbrief: Großer Täubling, Geschmack mild, Geruch unauffällig,
Sporenpulver IIIc oder eine Spur dunkler, Sporen klein.
Mein Problem ist die Interpretation der HDS. Neben den langen, fädigen Haaren
gibt es inkrustierte zylindrische Elemente, die in Sulfovanillin
überwiegend nicht, vereinzelt aber doch schwach grauen. Keine Ahnung, ob
ich die als Pileozystiden oder Primordialhyphen werten soll.
Die äußerlich vielleicht etwas ähnliche R. romellii müsste viel dunkleres
Sporenpulver und netzigere Sporen haben. Aber sonst fällt mir nix ein.
Beschreibung und Mikros: Funddaten: 27.06.2008, MTB 7934-4-1-4, 620 m,
Oberdill, im Mischwald bei großen, alten Buchen und schmächtigen Fichten;
einzeln;
Hut: 12 cm breit, Mitte schwach vertieft, trocken, am Rand lila, teils
ziemlich verwaschen und mit cremefarbenen Streifen und Flecken, im Zentrum
olivocker, blassocker; Huthaut etwa zur Hälfte abziehbar; Stiel: 10 x
3,5 cm, +/- zylindrisch, basal ausspitzend, schwach rillig, cremefarben,
von der Basis her bräunend; Lamellen: gedrängt, gerade angewachsen, satt
cremegelb; Fleisch: weiß, weich, im Stiel gekammert hohl bis wattig
ausgestopft, im Zentrum unter der Huthaut hell zitronengelb, vor allem im
Stiel grauend (graubraun verfärbend); Geruch: uncharakteristisch,
vielleicht ganz schwacher Jodoformgeruch; Geschmack: Fleisch und
Lamellen mild (ausgewachsenes Exemplar); Chemie: (auf Hutfleisch) FeSO4:
rasch fleischrosa; Guajak: blaugrün; Phenol: langsam violettbraun; KOH auf
Stielbasis +/- ohne Reaktion; HDS: Haare sehr lang und fädig, ca. 1,5-3
µm breit, Enden meist sehr dünn, aber abgerundet, seltener spitz, bisw.
mit einzelnen Divertikeln, wellig, verzweigt, Basalabschnitte ca. 3-5 µm
breit; Pileozystiden (Primordialhyphen?!) zylindrisch, bisw. septiert,
inkrustiert (in Kongo und SV deutlich zu sehen, Inkrustierung nicht
säureresistent), ca. 3-4 µm breit, mit einzelnen Divertikeln; in SV meist
nicht reagierend, einzelne schwach grauend; Sporen: breitelliptisch bis
rundlich, 7,2 x 6,3 (6,5-8 x 6-7), Q=1,14 (1,1-1,25); Ornamentierung:
unvollständig amyloid, aus Stacheln und kurzen Graten, die bisweilen durch
feinstrichige Verbindungen ansatzweise netzig sind, ganze Maschen aber
eher sporadisch vorhanden; Plage fleckig und schwach amyloid; Stacheln
meist stumpf kegelig, bis ca. 1 µm vorstehen; Sporenpulver: ca. IIIc
(vielleicht eine Spur dunkler, da spärlicher Abwurf);
Sporen in Melzer:
HDS in Wasser:
HDS in Kongo:
HDS in Kongo, hier sieht man deutlich die Inkrustationen:
HDS in SV:

Gruß aus München
Hias

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Re: Russula-Bestimmungshilfe *PIC*

Thüringer-Holz, (vor 6699 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

ich kann den Jungs nur zustimmen. Würde den auf jeden Fall unter R.romellii agg.
ablegen. Wie Jochen schon schrieb, so ganz koscher sind die Teile nicht.
Hier auch R.romelli agg. von Samstag...

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R. romellii mit kleinem Fragezeichen

interhias ⌂, (vor 6699 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Hias,
ich kann den Jungs nur zustimmen. Würde den auf jeden Fall unter R.romellii
agg.
ablegen. Wie Jochen schon schrieb, so ganz koscher sind die Teile nicht.
Hier auch R.romelli agg. von Samstag...

Danke für eure Meinung, der ich mich gerne anschließe.
Sporenornamentation und Sporenpulverfarbe würden zwar besser zu R. curtipes passen, aber die dünnen, langen HDS-Haare, Sporengröße und die sehr seltenen Pileozystiden passen besser zu R. romellii. Romagnesi scheinen nach Einhellinger auch immer wieder mal romellii-Kollektionen mit blasserem Spp untergekommen zu sein.
Außerdem konnte ich ein Merkmal feststellen, das Sarnari explizit für R. romellii angibt: Hutfleisch unter der Huthaut bisweilen zitronenfarben.

Gruß aus München
Hias