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Fleischfressende Pilze

tom, (vor 9339 Tagen)

bei Bild der Wissenschaft habe ich folgendes entdeckt:

"Pilz tötet Kleintiere um Baum zu bewirten

Kanadische Biologen haben eine ungewöhnliche Art der
Symbiose an der nordamerikanischen Weymouths-Kiefer
entdeckt. Der Pilz Laccaria bicolor lebt zusammen mit der
Kiefer und tötet und verdaut kleine Insekten, um dem Baum Stickstoff zu liefern. Als Gegenleistung bekommt er von der
Kiefer Kohlenhydrate über die Wurzeln... "

Den ganzen Text findet Ihr unter

http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=78235

tom

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Re: Fleischfressende Pilze

Lothar, (vor 9338 Tagen) @ tom

bei Bild der Wissenschaft habe ich folgendes entdeckt: "Pilz tötet
Kleintiere um Baum zu bewirten
Kanadische Biologen haben eine ungewöhnliche Art der
Symbiose an der nordamerikanischen Weymouths-Kiefer
entdeckt. Der Pilz Laccaria bicolor lebt zusammen mit der
Kiefer und tötet und verdaut kleine Insekten, um dem Baum Stickstoff zu
liefern.

Deswegen macht er es wohl nicht, da ist der Pilz sicher egoistischer. Aber daß es dem Baum zugute kommt, glaube ich.

Als Gegenleistung bekommt er von der

Kiefer Kohlenhydrate über die Wurzeln... "

Ja, das ist allgemein bei Mykorrhiza so.

Den ganzen Text findet Ihr unter
http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=78235
tom

Hallo Tom,
das ist sehr interessant - das wußte ich bisher auch nicht. Laccaria-Arten bilden übrigens Mykorrhiza aus (hast Du ja auch geschrieben, in dem Fall mit der Kiefer). Aber viele Pilze haben verschiedene Nahrungsquellen. So bauen unsere Hohenbuehelia-Arten Holz ab, fangen aber zusätzlich Nematoden. Dies tun z. B. auch manche Arten der Becherlings-Gattung Orbilia. Verwandte Arten fangen Rotatorien. Und manche imperfekte Pilze. Vermutlich noch weit mehr Pilze, da ist noch ein weites Feld für Forschung
Gruß von
Lothar

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Re: Fleischfressende Pilze

Thomas Pruß, (vor 9336 Tagen) @ tom

Moin Tom,
interessant, dass so große Tiere gefressen werden. Ich habe auch immer gedacht, dass es nur unter den Schleimpilzen Arten gibt, die Tiere fressen. Aber dabei handelt es sich um Rotatorien, Paramecien usw. Also um Einzeller.
Grüsslis
Thomas

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Re: Fleischfressende Pilze

tom, (vor 9336 Tagen) @ Lothar

So
bauen unsere Hohenbuehelia-Arten Holz ab, fangen aber zusätzlich
Nematoden. Dies tun z. B. auch manche Arten der Becherlings-Gattung
Orbilia. Verwandte Arten fangen Rotatorien. Und manche imperfekte Pilze.
Vermutlich noch weit mehr Pilze, da ist noch ein weites Feld für Forschung

Servus,

wie kann man sich so einen Fangvorgang vorstellen? Bewegt der Pilz Fangorgane zum Opfer, oder wartet der Pilz passiv, bis das Opfer z.B. klebenbleibt um sie dann zu lysieren? Schleimpilze "überrennen" ja ihre Opfer, die höheren, um die es in diesem Artikel geht, können das wohl kaum.

Grüße,
tom

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Re: Fleischfressende Pilze

Christoph Hahn, (vor 9335 Tagen) @ tom

Servus,
wie kann man sich so einen Fangvorgang vorstellen? Bewegt der Pilz Fangorgane
zum Opfer, oder wartet der Pilz passiv, bis das Opfer z.B. klebenbleibt um
sie dann zu lysieren? Schleimpilze "überrennen" ja ihre Opfer,
die höheren, um die es in diesem Artikel geht, können das wohl kaum.
Grüße,
tom

Servus Tom,

es gibt eine Reihe ausgeklügelter Fangapparate bei nematodenfangenden Pilzen. Häufig sind einfache Klebfallen, d. h. die Hyphen werden an bestimmten Stellen klebrig, Nematoden kleben fest, der Pilz kann den Wurm mit einer auswachsenden Hyphe penetrieren und verdauen (passive Fallen).
Ausgeklügelter sind Schlingenfallen (aktive Fallen). Die Hyphe bildet eine Schlinge aus. Sollte ein Nematod da "hineinschnuppern", so nimmt die Hyphe schnell Wasser auf, der Ring zieht sich zu und die Nematode ist gefangen. Wieder wächst der Pilz in die Nematode hinein und verdaut sie von innen - nicht gerade angenehm für das Würmchen. So weit ich weiß gibt es davon sogar Filme - man kann einige Nematodenfänger leicht auf Agar züchten und dann die Nematoden dazugeben. Fotios gibt es viele, auch REMs, in der Zeitung Mikrokosmos war es mal vor vielen Jahren ein Anschauungsexperiment.
Über Nematoden-Pilzinteraktionen ist also schon viel bekannt.

Im Prinzip kann man aber wohl auch manche Cordyceps-Arten als Tierfresser bezeichnen. Sie befallen lebende Insekten, wachsen, soweit ich weiß, durch die Stigmen in die racheen und somit durch den ganzen Körper des Opfers. Dann dringen sie durch die Tracheenwände in das Tier ein und töten es ab. Es gibt tropische Arten, die es schaffen, die Tiere dann zu töten, wenn sie an erhöhten Stellen (Blättern, Baumrinde etc) sitzen. Ich hab' in Kolumbien einen Schmetterling fotografiert, der von einer (Cordyceps?)-Nebenfruchtform befallen war. Dieser saß auch am Baum und war zusätzlich mit Hafthyphen an der Rinde befestigt. Ähnlich wie beim Fliegenschimmel (ein Zygo), nur viel größer (und mit schönen "Fruchtkörpern" - nur halt imperfekt.

In Canada wird (oder wurde) versuchsweise mit Heuschrecken-fressenden Cordyceps-Arten experimentiert - als biologische Schädlingsbekämpfung. Der Begriff "Räuber" oder Carnivore erscheint vielleicht hier etwas weiter hergeholt als bei den nematophagen Pilzen, aber auch hier tötet der Pilz erst sein Opfer und verspeist es dann, nur halt von innen...

Das mit Laccaria ist mir aber auch neu.

Ciao, Christoph

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Re: Fleischfressende Pilze

Thomas Pruß, (vor 9335 Tagen) @ Christoph Hahn

Dem Beitrag von Christoph ist fast nix mehr hinzu zu fügen. Ich habe die Geschichte mit den tierfangenden Pilzen im Straßburger „Handbuch der Botanik“ gelesen. Die Familie hat einen ausgesprochen unaussprechlichen Namen. gemerkt habe ich mir aber Polyphagus euglenae, der wie dargestellt, seine Beute mit Klebefallen fängt und dann in das Augentierchen hineinwächst.
Grüsslis
Thomas

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Sehr interessant! Klasse! *oT*

tom, (vor 9335 Tagen) @ Christoph Hahn

- kein Text -

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Re: Fleischfressende Pilze

Georg, (vor 9335 Tagen) @ Christoph Hahn

Hi Christoph,

Es gibt tropische Arten, die es schaffen, die Tiere dann zu töten, wenn
sie an erhöhten Stellen (Blättern, Baumrinde etc) sitzen. Ich hab' in
Kolumbien einen Schmetterling fotografiert, der von einer
(Cordyceps?)-Nebenfruchtform befallen war. Dieser saß auch am Baum und war
zusätzlich mit Hafthyphen an der Rinde befestigt. Ähnlich wie beim
Fliegenschimmel (ein Zygo), nur viel größer (und mit schönen
"Fruchtkörpern" - nur halt imperfekt.

Kann es nicht sein, dass die Cordyceps-Art das Tier veranlasst, exponierte
Stellen aufzusuchen bevor es stirbt (etwa durch chemische Signale)? Arten die dies
tun hätten einen Vorteil gegenüber solchen, die dies nicht tun (bessere
Bedingungen für das Ausbreiten der Sporen).

Georg

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Re: Fleischfressende Pilze

Christoph Hahn, (vor 9335 Tagen) @ Georg

Hi Christoph,
Kann es nicht sein, dass die Cordyceps-Art das Tier veranlasst, exponierte
Stellen aufzusuchen bevor es stirbt (etwa durch chemische Signale)? Arten die
dies
tun hätten einen Vorteil gegenüber solchen, die dies nicht tun (bessere
Bedingungen für das Ausbreiten der Sporen).
Georg

Servus Georg,

das wäre durchaus möglich, vielleicht ähnlich wie beim Kleinen Leberegel, der Ameisen "umprogrammiert". Ich habe aber keine Ahnung, ob Pilze es schaffen, im Insektenhirn entsprechende Befehle zu geben... Wäre so ziemlich genial...

Ciao, Christoph

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Re: Fleischfressende Pilze

Rudi, (vor 9334 Tagen) @ Christoph Hahn

Im Prinzip kann man aber wohl auch manche Cordyceps-Arten als Tierfresser
bezeichnen. Sie befallen lebende Insekten, wachsen, soweit ich weiß, durch
die Stigmen in die racheen und somit durch den ganzen Körper des Opfers.
Dann dringen sie durch die Tracheenwände in das Tier ein und töten es ab.
Es gibt tropische Arten, die es schaffen, die Tiere dann zu töten, wenn
sie an erhöhten Stellen (Blättern, Baumrinde etc) sitzen. Ich hab' in
Kolumbien einen Schmetterling fotografiert, der von einer
(Cordyceps?)-Nebenfruchtform befallen war. Dieser saß auch am Baum und war
zusätzlich mit Hafthyphen an der Rinde befestigt. Ähnlich wie beim
Fliegenschimmel (ein Zygo), nur viel größer (und mit schönen
"Fruchtkörpern" - nur halt imperfekt.
In Canada wird (oder wurde) versuchsweise mit Heuschrecken-fressenden
Cordyceps-Arten experimentiert - als biologische Schädlingsbekämpfung. Der
Begriff "Räuber" oder Carnivore erscheint vielleicht hier etwas
weiter hergeholt als bei den nematophagen Pilzen, aber auch hier tötet der
Pilz erst sein Opfer und verspeist es dann, nur halt von innen...

Hallo, Christoph,
da fällt mir etwas ein, was ich vor ca 2Jahren in unserem gartenteich beobachtet habe. da hat doch so 3-4 tage eine kröte schwimmübungen durch den teich gemacht, und zwar, ganz gegen alle lurchregel, bevorzugt um die mittagsstunde in der prallen sonne. zuerst schwamm sie(-immer an der wasseroberfläche!) von einem zum anderen ufer. am nächsten tag wieder, da aber immer im kreis. später ist mir dann aufgefallen, daß sie komische bewegungen mit den "händen" gemacht hat. scheinbar wollte sie mir winken. diese "Winken" verstärkte sich immer mehr, auch als sie dann am ufer saß. am nächsten tag hab ich sie tot im wasser treibend gefunden. neugierig geworden (eigentlich mußte ichs gar nicht erst werden ) hab ich das mysterium untersucht und gefunden, daß aus allen löchern- würmer gequollen sind. offensichtlich wollte die gr0ße die kleineren einwohner , nur mit untauglichen mitteln, entfernen. ich hab dann später (in einem alten kosmos, glaub ich) gelesen, daß manche fliegen kröten als brutkasten benutzen...
günstig für die insekten ist ja da wohl auch, daß die kröte sich nicht unter wasser, sondern sogar in praller sonne aufhält, ganz gegen ihre gewohnheit!
was das mit pilzen zu tun hat? ich muß schon bitten: fliegen machens mit den pilzen auch umgekehrt wie oben- oft zu meinem leidwesen. und die kröte?
die ist doch der tiergewordene pilz: toadstool! übrigens haben diese viecher gerade in besagtes gewässer gelaicht.
der kreis eiert zwar (eine hommage an ostern), aber er schließt sich doch irgenwie.
grüße nach oberbayern
rudi