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Sklerotienbecherlinge voll da

Lothar, (vor 9329 Tagen)

Hallo liebe Pilzfreunde,
ich komme gerade von meiner ersten mykologischen Rhön-Tour zurück. Mit einer Menge schöner Funde. Besonders spektakulär Sclerotiniaceen (Sklerotien-Becherlinge). Unter anderem wächst gerade dort:

Monilinia baccarum auf mumifizierten vorjährigen Heidelbeeren in Hochmoor
Monilinia aucupariae auf Sklerotien aus vorjährigen Vogelbeerbaum-Früchten
Monilinia johnsonii auf Sklerotien aus vorjährigen Weißdorn-Früchten
Sclerotinia tuberosa auf Sklerotien aus Rhizomen von Buchwindröschen
Botryotinia ficariarum auf Sklerotien aus Scharbockskraut-Gewebe
Ciboria rufofusca auf Weißtannen-Zapfenschuppen
u. a.

Ein anderer schöner Fund (für mich das erste Mal) ist der Blaufüßige Helmling (Mycena cyanorhiza). Die Stielbasis dieses kleinen Blätterpilzes ist wunderschön himmelblau, zumindest in jungem Zustand - alt verblaßt sie.

Die Rhön ist herrlich und gibt sicher im Lauf der nächsten Jahre so manchen tollen Plz preis.

Ach ja, eine Frage an die Cracks, z. B. Christoph Hahn:
Ich fand auf einem finalfaulen Fichtenstumpf einen Blätterpilz mit etwa folgenden Merkmalen: Hut 5-8 mm, gewölbt-verflacht. düster hornbraun mit blasserem Rand, speckig-glatt (unter Bino feinstens eingewachsen faserig). Lamellen breit angewachsen, sehr entfernt, blaßgrau bis fast weißlich, mit schwachem stahlbläulichem Anflug, dicklich. Stiel kürzer oder etwas länger als Hut breit, 5-9 mm, stahlblau-blaugrau (wie manche Rötlinge), nach unten dicker, auf ganzer Länge fein filzig bereift, 1-1,4 mm dick, beim ältesten Fruchtkörper kaum mehr blau, sondern mehr schwärzlich graubraun. Stielbais weißlich strahlfilzig. Stiel- und Hutfleisch durchgefärbt. Stiel voll. Konsistenz knorpelig-zäh.
(Auffällige) Cheilozystiden fehlen. Basidien 4-sporig, sehr polymorph, oft seitlich gestielt und wie Pleurobasidien wirkend. Sporen wenige reif, ca. 8,5-10,5/6-7 µm, eiförmig (tropfenförmig), mit Apikulus, hyalin, glatt.. Pileipellis eine Cutis mit dünner subhyaliner oberster Schicht aus dünneren, 1,5-4 µm breiten Zellen, darunter dickere Schicht mit breiteren, 9-28 µm breiten und bis 120 µm langen Zellen, dort mit intrazellulären und fein inkrustierendem braunem Pigment. Caulozystiden dichtgedrängt, zylindrisch-keulig, selten subcapitat, dünnwandig, oben bis 20 µm, an der Stielbais 50 - 180 mm vorragend..

Ich habe keine Ahnung, was das ist, habe es noch nie gesehen und auch keine Idee. Leider kein Dia - war kein Fotograph dabei und ich selber fotographiere nicht. Muß ich wiederfinden - ob das gelingt?

Vielleicht gibt es ja Hilfe?

Euer Lothar

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Re: Sklerotienbecherlinge voll da

Klaus, (vor 9328 Tagen) @ Lothar

Hallo Lothar,
das hört sich ja schon sehr vielversprechend an.Glückwunsch!
Ich bin schon sehr auf die erste Ceratellopsis gespannt!
Frohe Ostereier-Sklerotienbecherlinge
Klaus

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Re: Sklerotienbecherlinge voll da

Lothar, (vor 9328 Tagen) @ Klaus

Hallo Lothar,
das hört sich ja schon sehr vielversprechend an.Glückwunsch!
Ich bin schon sehr auf die erste Ceratellopsis gespannt!
Frohe Ostereier-Sklerotienbecherlinge
Klaus

Hallo Klaus,
Ceratellopsis noch nicht, dafür schon ne schöne Typhula. Schau einfach nächste Woche mal in Deinen Briefkasten.
Demnächst mal auf inoffiziellerem Wege mehr von
Lothar

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Re: Sklerotienbecherlinge voll da

Christoph ⌂, (vor 9327 Tagen) @ Lothar

Servus Lothar, frohe Ostern nachträglich...

Ein anderer schöner Fund (für mich das erste Mal) ist der Blaufüßige Helmling
(Mycena cyanorhiza). Die Stielbasis dieses kleinen Blätterpilzes ist
wunderschön himmelblau, zumindest in jungem Zustand - alt verblaßt sie.

Gratuliere! Habe ich auch erst einmal gefunden. Ein tolles Pilzchen...

Die Rhön ist herrlich und gibt sicher im Lauf der nächsten Jahre so manchen
tollen Plz preis.

Vielleicht findest Du ja auch Boletus regius :=)

Ach ja, eine Frage an die Cracks, z. B. Christoph Hahn: Ich fand auf einem
finalfaulen Fichtenstumpf einen Blätterpilz mit etwa folgenden Merkmalen:
Hut 5-8 mm, gewölbt-verflacht. düster hornbraun mit blasserem Rand,
speckig-glatt (unter Bino feinstens eingewachsen faserig). Lamellen breit
angewachsen, sehr entfernt, blaßgrau bis fast weißlich, mit schwachem
stahlbläulichem Anflug, dicklich. Stiel kürzer oder etwas länger als Hut
breit, 5-9 mm, stahlblau-blaugrau (wie manche Rötlinge), nach unten
dicker, auf ganzer Länge fein filzig bereift, 1-1,4 mm dick, beim ältesten
Fruchtkörper kaum mehr blau, sondern mehr schwärzlich graubraun. Stielbais
weißlich strahlfilzig. Stiel- und Hutfleisch durchgefärbt. Stiel voll.
Konsistenz knorpelig-zäh.
(Auffällige) Cheilozystiden fehlen. Basidien 4-sporig, sehr polymorph, oft
seitlich gestielt und wie Pleurobasidien wirkend. Sporen wenige reif, ca.
8,5-10,5/6-7 µm, eiförmig (tropfenförmig), mit Apikulus, hyalin, glatt..
Pileipellis eine Cutis mit dünner subhyaliner oberster Schicht aus
dünneren, 1,5-4 µm breiten Zellen, darunter dickere Schicht mit breiteren,
9-28 µm breiten und bis 120 µm langen Zellen, dort mit intrazellulären und
fein inkrustierendem braunem Pigment. Caulozystiden dichtgedrängt,
zylindrisch-keulig, selten subcapitat, dünnwandig, oben bis 20 µm, an der
Stielbais 50 - 180 mm vorragend..
Ich habe keine Ahnung, was das ist, habe es noch nie gesehen und auch keine
Idee.

Puh, wenn Du, obwohl Du ihn frisch im Gelände gesehen hast, keine Ahnung hast, welche Gattung es sein könnte!!!! Ich habe da noch viel weniger Peil (und ohne Bild). An Deiner Beschreibung wundern mich am meisten die Blautöne. Kurz gesagt, sieht das Ding wohl aus wie eine Kreuzung aus Gymnopus (fettig, knorpelig zäh?) und einem Rötling, ist aber kein Rötling. Da fällt mir wenig ein. Gymnopus nivalis ist fast schon durch, ausserdem ist er ja nicht blau. Wenn ich mal ganz dumm raten sollte (liege wohl weit daneben), dann schau Dir mal die Sporen in Ammoniak an. Wird der Inhalt dann schön gelb? Wenn ja, dann ist's ne Callistosporium. Hier sind aber die Lamellen meistens auch gelb... Ein Helmling wird's ja wohl auch nicht sein (keine Cheilocystiden????).

Sind die Sporen denn irgendwie färbbar, sind sie amyloid, cyanophil etc. Sporenpulverfarbe wohl blass?

Wg, des fettigen Glanzes, der entfernten Lamellen und des zähen Fleisches denke ich am ehesten an die weitläufige Collybia/Gymnopus/Rhodocollybia/Marasmiellus/Marasmius/Xeromphalina-Verwandtschaft. Aber ohne Cheilos, bei der HDS????

Langer Rede kurzer Sinn: Habe keine Ahnung, bin aber sehr neugierig. Klingt sehr interessant.

Leider kein Dia - war kein Fotograph dabei und ich selber
fotographiere nicht.

Schade!

Muß ich wiederfinden - ob das gelingt?

Viel Glück!
Dein Christoph

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Re: Sklerotienbecherlinge voll da

Lothar, (vor 9327 Tagen) @ Christoph

Hallo Christoph,
am ehesten dachte ich an die Ecke Hydropus oder so. Daß keine Cheilozystiden da sind, habe ich nicht gesagt, sondern keine auffälligen. Die Basidien und Basidiolen sind so polymorph, daß ich mir nicht recht klar bin, was nun eventuell Zystiden sind und was nicht.
In meiner Literatur finde ich das Ding jedenfalls nicht.
Bleibt wohl bis auf weiteres rätselhaft.
Gruß von
Lothar - bis bald mal wieder in München
P.S. Boletus regius habe ich mir schon die Stelle sagen lassen. Soll dort jedes Jahr wachsen. Es besteht also gute Hoffnung. Und wo B. regius wächst, wächst sicher auch noch mehr schönes.

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Boletus regius

bleem, (vor 9327 Tagen) @ Lothar

Hallo Lothar!

Ist Boletus regius in Deutschland selten? Habe bis jetzt noch nie von dem Pilz gehört und habe mich gleich mal auf die suche nach einem Bild gemacht und voila, hier fand ich ihn.
Wo wächst der Pilz gern (Boden,Mykorrhizapartner,Klima)?

Ciao bleem

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Re: Sklerotienbecherlinge voll da

Christoph ⌂, (vor 9326 Tagen) @ Lothar

Servus Lothar,

Hallo Christoph,
am ehesten dachte ich an die Ecke Hydropus

hat meines Wissens doch auffällige Pileocystiden... kann es also eigentlich nicht sein, oder?

oder so. Daß keine Cheilozystiden

da sind, habe ich nicht gesagt, sondern keine auffälligen. Die Basidien
und Basidiolen sind so polymorph, daß ich mir nicht recht klar bin, was
nun eventuell Zystiden sind und was nicht.
In meiner Literatur finde ich das Ding jedenfalls nicht.
Bleibt wohl bis auf weiteres rätselhaft.
Gruß von
Lothar - bis bald mal wieder in München

Freu mich schon... :=)

P.S. Boletus regius habe ich mir schon die Stelle sagen lassen. Soll dort
jedes Jahr wachsen. Es besteht also gute Hoffnung. Und wo B. regius
wächst, wächst sicher auch noch mehr schönes.

Bin schon gespannt, was Du alles so entdecken wirst...

Mach's gut, Christoph

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Re: Boletus regius

michel, (vor 9326 Tagen) @ bleem

Hallo Lothar!
Ist Boletus regius in Deutschland selten? Habe bis jetzt noch nie von dem
Pilz gehört und habe mich gleich mal auf die suche nach einem Bild gemacht
und voila, hier fand ich ihn.
Wo wächst der Pilz gern (Boden,Mykorrhizapartner,Klima)?
Ciao bleem

Hallo bleem,
B. regius ist insgesamt sehr selten und fehlt über weite strecken ganz. weit oben auf der roten liste. gebietsweise häufiger: südwestlich von stuttgart, ansonsten kroatien. kalkbuchenwald, warmes klima. leider selber noch nie gefunden, aber mindestens einer der teilnehmer weiss sogar wie lecker er schmeckt *g*

ciao michel

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Re: Boletus regius

Jens ⌂, (vor 9326 Tagen) @ bleem

Hallo Lothar!
Ist Boletus regius in Deutschland selten? Habe bis jetzt noch nie von dem
Pilz gehört und habe mich gleich mal auf die suche nach einem Bild gemacht
und voila, hier fand ich ihn.
Wo wächst der Pilz gern (Boden,Mykorrhizapartner,Klima)?
Ciao bleem

Hallo bleem,

auf dieser Seite ist wohl irgendetwas durcheinandergeraten. Das Bild zeigt einen Lamellenpilz (ist im oberen Bereich zu sehen). Wenn ich noch lese, daß es mit "vesca" bezeichnet ist, tippe ich mal ganz scharf auf den Speisetäubling. Boletus regius ist im Großen BLV-Pilzführer von Ewald Gerhardt zu sehen. Im Internet habe ich kein Foto gefunden.

Gruß Jens

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Re: Boletus regius

bleem, (vor 9326 Tagen) @ Jens

Hi Jens!

Jetzt wo Du es sagst, muß ich dir recht geben. Und ich dachte ich habe diese Rarität im Internet gefunden-Mmmmmhhhh! Na dann werd ich nochmal auf die Suche gehen aber viel verspreche ich mir nicht davon.

ciao bleem

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Re: Boletus regius

bleem, (vor 9326 Tagen) @ michel

Hi Michel!

Ich habe jetzt schon so viel von der Stuttgarter Ecke gehört das ich unbedingt mal da runter muß, denn so weit ist es ja garnicht von hier (Bexbach)aus.
Ciao bleem

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Königsröhrling

Birgit, (vor 9326 Tagen) @ bleem

Hallo ihr zwei,

ich glaub, ich weiß, wen michel da meint.... ;-). Vielleicht stammten die besagten Exemplare aus der Freiburger Gegend, da solls nämlich auch Königsröhrlinge geben (ich weiß leider nicht wo genau ;-)). Ist vielleicht noch näher als Stuttgart, bleem?

Ciao

Birgit

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Re: Boletus regius

Karl Keck ⌂, (vor 9325 Tagen) @ michel

Hallo bleem,
B. regius ist insgesamt sehr selten und fehlt über weite strecken ganz. weit
oben auf der roten liste. gebietsweise häufiger: südwestlich von
stuttgart, ansonsten kroatien. kalkbuchenwald, warmes klima. leider selber
noch nie gefunden, aber mindestens einer der teilnehmer weiss sogar wie
lecker er schmeckt *g*
ciao michel

Meinst Du vielleicht mich, Michel?
Bei Freiburg gibt es eine Kalkinsel (siehe Verbreitungsatlas von G.J. Krieglsteiner), wo ich B. regius mal gefunden und gekostet habe. (Jetzt werden die Naturschützer ganz laut schreien: Frevler!) Nicht gesammelt, nur gekostet! Köstlich, aber zum Sammeln wirklich zu schade! Ich bin eben den Schnecken zuvorgekommen.
Gruß Karl

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Re: Boletus regius

Andreas ⌂, (vor 9325 Tagen) @ Karl Keck

Meinst Du vielleicht mich, Michel?
Bei Freiburg gibt es eine Kalkinsel (siehe Verbreitungsatlas von G.J.
Krieglsteiner), wo ich B. regius mal gefunden und gekostet habe. (Jetzt
werden die Naturschützer ganz laut schreien: Frevler!) Nicht gesammelt,
nur gekostet! Köstlich, aber zum Sammeln wirklich zu schade! Ich bin eben
den Schnecken zuvorgekommen.
Gruß Karl

Hallo,

ich hab' auch mal einen größeren Fruchtkörper zum Essen mitgenommen, weil er eh schon umgefallen dalag (Wegrand, vielleicht durch Spaziergänger oder Hunde umgestossen). Ich fand ihn aber nicht irgendwie außergewöhnlich gut, zumindest nicht besser als andere Röhrlinge (Maronen, Rotkappen) auch. Also Steinpilze sind mir lieber!

Gruß,
Andreas