Hallo Boris,
Immer muss ich in Euren Beiträgen vom wohlbekömmlichen "Flocki"
lesen. Leider scheint hier im Nordwesten der Schweiz kein
"Flocki"-Gebiet zu sein. Dafür wachsen in guten Jahren
zahlreiche "Netzis", sprich netzstielige Hexenröhrlinge.
Kann mir jemand in Bezug auf Bekömmlichkeit bzw. Zubereitung von
netzstieligen Hexenröhrlingen einen Tip geben?? Bis anhin hatte ich immer
ein wenig Mühe mit der Akzeptanz verschiedener Familienmitglieder, also
habe ich die "Netzis" meist stehen gelassen...
Ich bedanke mich im voraus für eine Antwort
Netzstielige Hexenröhrlinge (Boletus luridus) sind so ein Thema für sich, sie haben gerade in Zusammenhang mit Alkoholgenuß (bis zu zwei Tage vor und nach dem Pilzgericht) zu Unverträglichkeitsreaktionen geführt, die wohl so ähnlich wie beim Faltentintling (antabusähnliche Wirkung) ablaufen. (Antabus ist aber definitiv nicht drin, der betreffende Stoff ist noch nicht identifiziert) Aber das passiert nicht allen Leuten, allerdings wohl auch nicht nur einem unter tausend. Mir macht z.B. auch gleichzeitiger Alkoholgenuß nix aus, ich kenn aber persönlich jemanden, dems anders ging. Meinen (nicht vorhandenen
) Kindern würde ich so einen Pilz mit Sicherheit nicht geben. Wenn du sie essen möchtest schlage ich dir erstmal einen Selbstversuch mit einer kleinen Menge vor (mit oder ohne Alkohol
), die Pilze müssen da roh giftig, gründlich erhitzt werden (Vorschlag mind. ca. 15 min braten oder schmoren), der Geschmack ist ganz gut, aber nicht berauschend. Das mit dem Geschmack ist ein bißchen schwierig zu beantworten, da ich meist nur relativ kleine Mengen wurmfreier Exemplare gefunden habe. Die Biester sind nämlich verdammt wurmig, das Prachtexemplar auf dem Foto unten war z.B. nicht mehr zu verwenden, obwohl äußerlich bildschön. Leider sind auch kleine knackige Exemplare meist schon total verwurmt (und das sind Riesenlöcher, nicht die winzigen Steinpilzwurmlöchlein).
Alsdenn viel Glück beim evtl. Selbstversuch 
Birgit