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Naturgefährdung durch nichteinheimische Pilze?

ralf, (vor 9241 Tagen)

Hallo Pilzfreunde!

Gefährden eingeschleppte, nicht einheimische Pilzarten unsere Natur?

Warum beschäftigt mich diese Frage? Weil es zahlreiche Fälle gibt, dass fremde Tier- und Pflanzenarten, vom Menschen gewollt oder ungewollt verbreitet, katastrophale Auswirkungen auf die Umwelt haben können.

Erst kürzlich sah ich einen Fernsehbeitrag, der mich ziemlich erschreckt hat:

In Australien wurden Aga-Kröten zur natürlichen Schädlingsbekämpfung aus Hawaii eingeführt. Diese haben sich inzwischen enorm vermehrt, ausgebreitet und bedrohen dort inzwischen, da giftig und ohne natürliche Feinde, die einzigartige Tierwelt.

Chinesische Wollhandkrabben in der Elbe, amerikanische Bisamratten, die Deiche untergraben, Waschbären sind Beispiele bei uns. Der Kaukasische Riesenbärenklau oder das Indische Springkraut, welches die natürliche Vegetation an den Flussufern überwuchert, weitere.

Ehrlich gesagt, beschleicht ein etwas ungutes Gefühl, weil ich nicht weiss , wie ich das beschriebene Problem bezogen auf Pilze einordnen soll. Eine ganze Anzahl z.B. asiatischer Arten wird bei uns gezüchtet wird. Oder Zuchtansätze z.B. amerikanischer "Riesenmorcheln" könnnen von jedermann einfach importiert werden.

Mich würde generell interessieren, wie in dieser Hinsicht fremdländiche Pilze zu beurteilen sind:

Besteht die reale Möglichkeit, dass diese sich in unserer Natur verbreiten?

Wenn ja, könnten sie eine Gefahr darstellen? Z.B. dadurch, dass sie heimische Pilze verdrängen? Oder als Parasiten Pflanzen schädigen?

Gibt es Beispiele - ausser dem Elfenbeinröhrling und Tintenfischpilz - für Myko-Neubürger bei uns? Wie wurden sie eingeschleppt bzw. verbreitet?

Was sagt die Wissenschaft, was sagt Ihr dazu?

Gruss

Ralf

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Re: Naturgefährdung durch nichteinheimische Pilze?

Gottfried, (vor 9241 Tagen) @ ralf

Hallo Pilzfreunde!
Gefährden eingeschleppte, nicht einheimische Pilzarten unsere Natur?
Warum beschäftigt mich diese Frage? Weil es zahlreiche Fälle gibt, dass
fremde Tier- und Pflanzenarten, vom Menschen gewollt oder ungewollt
verbreitet, katastrophale Auswirkungen auf die Umwelt haben können.
Erst kürzlich sah ich einen Fernsehbeitrag, der mich ziemlich erschreckt hat:
In Australien wurden Aga-Kröten zur natürlichen Schädlingsbekämpfung aus
Hawaii eingeführt. Diese haben sich inzwischen enorm vermehrt,
ausgebreitet und bedrohen dort inzwischen, da giftig und ohne natürliche
Feinde, die einzigartige Tierwelt.
Chinesische Wollhandkrabben in der Elbe, amerikanische Bisamratten, die
Deiche untergraben, Waschbären sind Beispiele bei uns. Der Kaukasische
Riesenbärenklau oder das Indische Springkraut, welches die natürliche
Vegetation an den Flussufern überwuchert, weitere.
Ehrlich gesagt, beschleicht ein etwas ungutes Gefühl, weil ich nicht weiss ,
wie ich das beschriebene Problem bezogen auf Pilze einordnen soll. Eine
ganze Anzahl z.B. asiatischer Arten wird bei uns gezüchtet wird. Oder
Zuchtansätze z.B. amerikanischer "Riesenmorcheln" könnnen von
jedermann einfach importiert werden.
Mich würde generell interessieren, wie in dieser Hinsicht fremdländiche Pilze
zu beurteilen sind: Besteht die reale Möglichkeit, dass diese sich in
unserer Natur verbreiten?
Wenn ja, könnten sie eine Gefahr darstellen? Z.B. dadurch, dass sie heimische
Pilze verdrängen? Oder als Parasiten Pflanzen schädigen?
Gibt es Beispiele - ausser dem Elfenbeinröhrling und Tintenfischpilz - für
Myko-Neubürger bei uns? Wie wurden sie eingeschleppt bzw. verbreitet?
Was sagt die Wissenschaft, was sagt Ihr dazu?
Gruss
Ralf

Hallo Ralf,
eine allgemeingültige Antwort kann ich Dir nicht geben, aber:
Der Shii- Take z.B. wird in Deutschland nach meinen Infos mind. seit zehn Jahren- allerdings mit steigender Tendenz- kultiviert. Aber mir ist kein Fall bekannt, daß dieser Pilz in Deutschland jemals in freier Natur gesichtet worden ist. Problematischer wäre dann eher ein Pilz, der sich parasitisch ernährt. Ich denke da zuerst an den Hallimasch, der den Forstwirten in unseren Breiten arge Kopfschmerzen bereitet. Allerdings ist mir von den derzeit sieben "eingeschleppten" Zuchtpilzen keiner bekannt, der gleichzeitig Parasit ist. Nach meinem Erkenntnisstand sind Deine Bedenken eher gegenstandslos!

Gruß G.

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Re: Naturgefährdung durch nichteinheimische Pilze?

Knud L., (vor 9240 Tagen) @ Gottfried

Hi Ralf, Hi Gottfried

ich habe letztes Jahr von Funden des Shii-take an Birkenstuppen bei Plauen/V. gehört. Leider kann ich diese Funde nicht bestätigen.

MfG Knud

Hallo Ralf,
eine allgemeingültige Antwort kann ich Dir nicht geben, aber: Der Shii- Take
z.B. wird in Deutschland nach meinen Infos mind. seit zehn Jahren-
allerdings mit steigender Tendenz- kultiviert. Aber mir ist kein Fall
bekannt, daß dieser Pilz in Deutschland jemals in freier Natur gesichtet
worden ist. Problematischer wäre dann eher ein Pilz, der sich parasitisch
ernährt. Ich denke da zuerst an den Hallimasch, der den Forstwirten in
unseren Breiten arge Kopfschmerzen bereitet. Allerdings ist mir von den
derzeit sieben "eingeschleppten" Zuchtpilzen keiner bekannt, der
gleichzeitig Parasit ist. Nach meinem Erkenntnisstand sind Deine Bedenken
eher gegenstandslos!
Gruß G.

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Re: Naturgefährdung durch nichteinheimische Pilze?

Christoph ⌂, (vor 9240 Tagen) @ ralf

Servus Ralf,

es gibt noch weitere eingeschleppte Arten (außer Tintenfischpilz):
Pluteus variabilicolor kommt vermutlich aus Japan (Funde in Ungarn, vor ein paar Jahren auch in Österreich),
Paxillus validus (Kräftiger krempling) kommt ziemlich sicher aus Nordamerika, war vor ein paar Jahren nur ausnahmsweise und punktuell häufig, ist inzwischen ein fast typischer Parkanlagenpilz geworden,
Stropharia aurantiaca ist in Ausbreitung begriffen, daher wohl auch nicht ganz so heimisch bei uns,
Pilzblumen (Phallales) gibt's mehr als nur den Tintenfisch, der eingeschleppt ist, besonders im milden Südengland;
Karin Montag hat im Tintling über 'nen Rübling geschrieben, der eingeschleppt ist (Name weiß ich grad nicht mehr);
all diese Pilze richten wohl keinen Schaden an...

ABER: Es gibt auch "fiese" Pflanzenkrankheiten, die eingeschleppt wurden und nun gefährlich werden, hier sieht die Sache anders aus.
So z. B. die Lecanosticta-Nadelbräune der Kiefer (da kommt in der nächsten Mycologia Bavarica ein Beitrag drüber). Welche Phytophtora-Arten eingeschleppt sind, weiß ich nicht, aber sicher auch einige (Stichwort Eichensterben, Erlensterben);
da ich kein Phytopathologe bin, ist mir auch nicht klar, ob beim Ulmensterben nur der Käfer eingeschleppt wurde, oder auch der Pilz, der die Ulmen dann endgültig umbringt (Ophiostoma ulmi)...

Vielleicht weiß jemand detaillierter über gefährliche "Neu-Pilze" Bescheid...

Ach ja, streng genommen sind ja Arten wie z. B. der Goldröhrling eingeschleppt (im Flachland), da unsere Lärche von Natur aus ja nur im Gebirge wächst; das betrifft auch obligate Fichtenbegleiter, die jetzt im Tiefland wachsen;

Ciao, Christoph
all diese Pilze ri

Hallo Pilzfreunde!
Gefährden eingeschleppte, nicht einheimische Pilzarten unsere Natur?
Warum beschäftigt mich diese Frage? Weil es zahlreiche Fälle gibt, dass
fremde Tier- und Pflanzenarten, vom Menschen gewollt oder ungewollt
verbreitet, katastrophale Auswirkungen auf die Umwelt haben können.
Erst kürzlich sah ich einen Fernsehbeitrag, der mich ziemlich erschreckt hat:
In Australien wurden Aga-Kröten zur natürlichen Schädlingsbekämpfung aus
Hawaii eingeführt. Diese haben sich inzwischen enorm vermehrt,
ausgebreitet und bedrohen dort inzwischen, da giftig und ohne natürliche
Feinde, die einzigartige Tierwelt.
Chinesische Wollhandkrabben in der Elbe, amerikanische Bisamratten, die
Deiche untergraben, Waschbären sind Beispiele bei uns. Der Kaukasische
Riesenbärenklau oder das Indische Springkraut, welches die natürliche
Vegetation an den Flussufern überwuchert, weitere.
Ehrlich gesagt, beschleicht ein etwas ungutes Gefühl, weil ich nicht weiss ,
wie ich das beschriebene Problem bezogen auf Pilze einordnen soll. Eine
ganze Anzahl z.B. asiatischer Arten wird bei uns gezüchtet wird. Oder
Zuchtansätze z.B. amerikanischer "Riesenmorcheln" könnnen von
jedermann einfach importiert werden.
Mich würde generell interessieren, wie in dieser Hinsicht fremdländiche Pilze
zu beurteilen sind: Besteht die reale Möglichkeit, dass diese sich in
unserer Natur verbreiten?
Wenn ja, könnten sie eine Gefahr darstellen? Z.B. dadurch, dass sie heimische
Pilze verdrängen? Oder als Parasiten Pflanzen schädigen?
Gibt es Beispiele - ausser dem Elfenbeinröhrling und Tintenfischpilz - für
Myko-Neubürger bei uns? Wie wurden sie eingeschleppt bzw. verbreitet?
Was sagt die Wissenschaft, was sagt Ihr dazu?
Gruss
Ralf