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Nachruf auf einen Selbstmörder *PIC*

Peter S., (vor 6292 Tagen)

Vor 5 Jahren lernten wir uns kennen.
Du in leuchtendem Gelb, schamhaft verboregn hinter Brennnesseln und Gestrüpp
am Fuße einer alten Esche. Das Schickal wollte es, dass die Esche just auf einer Stammseite unmittelbar am Rande eines tiefen Grabens wuchs und im Laufe der Jahre so breit wurde, dass sie auf der einen Seite einen Stammfuß von über 3 m Durchmesser ausbildete.
Dort warst Du - ich besuchte Dich öfter.
Mykobesuch staunte und war entzückt wenn ich Dich zeigte, so üppig hatten Sie andere Deiner Art noch nie gesehen, wenn Sie denen überhaupt schon mal begegnet waren - Denn Du bist seit 40 Jahren die einzige in unserem Bundesland gewesen.
Das letzte mal sahen wir uns am 19.7. - ich berichtete hier unsd zeigte stolz Dein Foto des gelben Zuwachsrandes, den Du an Deinem üppigen Körper gebildet hattest.
Gestern - ich sah es schon von weitem - hattest Du mit Deiner Gier nach Nahrung dafür gesorgt, dass die Weißfäule Deinem Wirt ganz einfach die Standkraft raubte. Einfach so, kein Sturm, nur ein heißer Sommerwind hatte die esche gefällt.
Die Esche lag. Und Deine Poren, die sonst immer nach unten gerichtet waren, schauten mich klagend an.
Wegen Deiner Größe meinte ich, dass ich mal den Direktor des Naturkundemuseums der Landeshauptsstadt frage, ob er Deine sterblichen - immer noch üppigen - Überreste haben wolle - er wollte.
Ich fragte die Dame vom Liegenschaftsamt, auf wessen Flur denn nun die Esche wuchs - es war Gemeindeland und die Dame hatte auch gleich den Bürgermeister informiert.
Als wir Dich eben besuchten, war nicht nur der vor Ort, sondern gleich auch noch ein Pressevertreter, der davon ausging, dass Du etwas dargestellt hast zu Lebzeiten wenn sich sogar der Direktor eines Museums höchstselbst für Dich interessiert. Ich musste ein Interview geben und aus Deinem Leben berichten und morgen erscheint ein Bild von uns beiden, dem Bürgermeister und dem Museumsdirektor in der Presse.
Deine sterblichen Übberreste werden nun tatsächlich durch Kameraden der Ortsfeuerwehr aus Deinem Wirt geschnitten weden und irgendwann werden wir uns im Museum wiedersehen.

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Frage...

Christoph G, (vor 6292 Tagen) @ Peter S.

Hallo Peter,

nett geschrieben...:-))
Was mich interessiert: Wo stand diese Esche? Ich meine sowas wie: An einer Strasse oder im Wohngebiet, am Waldrand usw.
Kannst Dir wahrscheinlich schon denken worauf ich hinaus will.. oder?..;-))

LG Christoph

Vor 5 Jahren lernten wir uns kennen.
Du in leuchtendem Gelb, schamhaft verboregn hinter Brennnesseln und Gestrüpp
am Fuße einer alten Esche. Das Schickal wollte es, dass die Esche just auf
einer Stammseite unmittelbar am Rande eines tiefen Grabens wuchs und im
Laufe der Jahre so breit wurde, dass sie auf der einen Seite einen
Stammfuß von über 3 m Durchmesser ausbildete.
Dort warst Du - ich besuchte Dich öfter.
Mykobesuch staunte und war entzückt wenn ich Dich zeigte, so üppig hatten Sie
andere Deiner Art noch nie gesehen, wenn Sie denen überhaupt schon mal
begegnet waren - Denn Du bist seit 40 Jahren die einzige in unserem
Bundesland gewesen.
Das letzte mal sahen wir uns am 19.7. - ich berichtete hier unsd zeigte stolz
Dein Foto des gelben Zuwachsrandes, den Du an Deinem üppigen Körper
gebildet hattest.
Gestern - ich sah es schon von weitem - hattest Du mit Deiner Gier nach
Nahrung dafür gesorgt, dass die Weißfäule Deinem Wirt ganz einfach die
Standkraft raubte. Einfach so, kein Sturm, nur ein heißer Sommerwind hatte
die esche gefällt.
Die Esche lag. Und Deine Poren, die sonst immer nach unten gerichtet waren,
schauten mich klagend an.
Wegen Deiner Größe meinte ich, dass ich mal den Direktor des
Naturkundemuseums der Landeshauptsstadt frage, ob er Deine sterblichen -
immer noch üppigen - Überreste haben wolle - er wollte.
Ich fragte die Dame vom Liegenschaftsamt, auf wessen Flur denn nun die Esche
wuchs - es war Gemeindeland und die Dame hatte auch gleich den
Bürgermeister informiert.
Als wir Dich eben besuchten, war nicht nur der vor Ort, sondern gleich auch
noch ein Pressevertreter, der davon ausging, dass Du etwas dargestellt
hast zu Lebzeiten wenn sich sogar der Direktor eines Museums höchstselbst
für Dich interessiert. Ich musste ein Interview geben und aus Deinem Leben
berichten und morgen erscheint ein Bild von uns beiden, dem Bürgermeister
und dem Museumsdirektor in der Presse.
Deine sterblichen Übberreste werden nun tatsächlich durch Kameraden der
Ortsfeuerwehr aus Deinem Wirt geschnitten weden und irgendwann werden wir
uns im Museum wiedersehen.

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Re: Antwort

Peter S., (vor 6292 Tagen) @ Christoph G

Kannst Dir wahrscheinlich schon denken worauf ich hinaus will.. oder?..;-))

Nee - so richtich nich.

Mitten in der Feldmark. Zwischen einer Kuhweide und einer Pferdekoppel.
Dazwischen gibts einen Hochwasser - Siel - Graben (Elbe - Pberschwemmungsgebiet) und den tiefen Entlastungsgraben und unmittelbar daneben einen Trampelpfad.
Keine gewidmete Straße und kein öffentlicher Weg, eben Feldmark.

Ob die Gemeinde im Auwald bzw. der angrenzenden Feldmark haftet, wenn einer zu Schaden kommt? Meinst Du das? Weiß nicht. Jedenfalls in keinem Fall so wie an einer Straße, im Wohngebiet ... und ich glaube nicht, dass man verpflichtet ist jeden Baum vor dem Umstürzen amtlicherseits zu fällen oder vorher regelmäßig begutachten zu lassen.
Gruß Peter

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Du hast vollkommen recht...

Christoph G, (vor 6292 Tagen) @ Peter S.

... dort wo die Esche stand gibt´s diese Verkehrssicherungspflicht natürlich nicht.
Aber innerhalb einer Ortschaft,an Strassen usw. hätte diese Esche natürlich schon viel früher gefällt werden müssen, wenn sich der Eigentümer später keinen Schadensersatzforderungen aussetzen will.

LG Christoph

Nee - so richtich nich.
Mitten in der Feldmark. Zwischen einer Kuhweide und einer Pferdekoppel.
Dazwischen gibts einen Hochwasser - Siel - Graben (Elbe -
Pberschwemmungsgebiet) und den tiefen Entlastungsgraben und unmittelbar
daneben einen Trampelpfad.
Keine gewidmete Straße und kein öffentlicher Weg, eben Feldmark.
Ob die Gemeinde im Auwald bzw. der angrenzenden Feldmark haftet, wenn einer
zu Schaden kommt? Meinst Du das? Weiß nicht. Jedenfalls in keinem Fall so
wie an einer Straße, im Wohngebiet ... und ich glaube nicht, dass man
verpflichtet ist jeden Baum vor dem Umstürzen amtlicherseits zu fällen
oder vorher regelmäßig begutachten zu lassen.
Gruß Peter