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Sprödes *PIC*

Ingo Wagner, (vor 6290 Tagen)

Hallo!

Tja, wenn der Felix nach Ascos fragt, dann stelle ich jetzt die heute abgelichteten Sprödblättler von einer Mini-Spritztour ein:

Ziemlich dunkelgrüne Frauentäubling (Russula cyanoxantha):
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Hier noch mit ein paar Brüderchen:
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Unansehnliche Speisetäublinge (Russula vesca)
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paar Grüngefelderte Täublinge (Russula virescens)
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Immer noch problematisch für mich: Stinktäublinge (Russula foetens oder foetens var. subfoetens)?
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Geruch für mich: Zwischending von Schwimmbadchlor und Gummi.
Die hellen Frk. standen zwischen den typischer geformten dunkelgelben, jung mehr kugeligen Frkn.
KOH auf Stielfleisch = schwach gelb, weder intensiv noch grell. Begleitbäume Birke, Buche, Fichte.
Da ich vom Frühsommer weiß, dass Felix zwielichtige Kollektionen hatte (manche Frk. der gleichen Aufsammlung reagierten, manche nicht), frage ich mal frech nach, was das mikroskopische Ergebnis brachte. Gibt´s tatsächlich Berechtigung für die Varietät subfoetens? Lässt sich das mikroskopisch klären?

Langstieliger Pfeffermilchling (Lactarius piperatus)
[image]
Die rosabraune Schorfigkeit in Trockenzeiten finde ich recht typisch, allerdings kenne ich seinen nahen Verwandten L. glaucenscens (Grünender Pfeffermilchling) nicht aus eigener Anschauung.

VG Ingo W

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Re: Sprödes

Thüringer-Holz, (vor 6289 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

eine Frage vorweg: Warst du in Altenburg zur ThaM Exkursion?

Frauentäubling, vesca & virescens sind klar.
Ich habe mich die letzte Woche bei Andreas auch mit
dem Komplex foetens / subfoetens rumgeschlagen.
Je mehr Aufsammlungen ich in der Hand hatte (sowohl aus reinem Fichtenwald wie
auch Laubwald) um so mehr zweifle ich an einer klaren Trennung beider.
SARNARI führt (wie auch andere) beide als eigenständige Art.
Laut Literaur sollte der Typ von foetens runde Sporen haben mit spitzstachligen
deutlich isoliertem Ornament und mit KOH maximal eine strohgelbe
Reaktion zeigen (getestet wird an noch weißen nicht bräunenden Stellen am Stiel). Vorkommen hauptsächlich im Nadelwald.
Ich habe mir von verschiedenen Kollektionen die Sporen angeschaut,
nie waren sie rein isoliert stachelig, sondern immer grobwarzig zusammenfließend
mit deutlichen Verbindungslinien. Mal mehr mal weniger. Diese
Ornamentation spricht für subfoetens (der Typ aus dem Laubwald, Eiche, Buche). Aber die KOH-Reaktion aus einem
Myzel an verschieden Fruchtkörpern war mal deutlich gelb mal nur schwach
mal strohgelb. Entweder hatte ich nur Hybriden in der Hand oder die Splittung
ist für den A...
Mir gelang es jedenfalls noch nicht den Typ beider Arten klar
anzusprechen. Deine FK wirken irgendwie zu schmächtig für beide Arten.
Hast du mal auf Mandeltäubling geprüft (Sporen mit flügelartigen Graten)?
Die hellen FK könnten auch zu R.pectinata gehören einem Kammtäubling mit foetens Geruch.
Nach Gummi riecht R.pectinatoides!!
Alles etwas schwammig, ich weiß....

Beim Grünender Pfeffer-Milchling - Lactarius pergamenus trocknet
die Milch deutlich graugün an.

Liebe Grüße FELIX

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Re: Sprödes

Ingo Wagner, (vor 6289 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix!

Erst mal vielen Dank für deine ausführliche Antwort!

eine Frage vorweg: Warst du in Altenburg zur ThaM Exkursion?

Nein, leider momentan keine Zeit.

Entweder hatte ich nur Hybriden in der Hand oder die Splittung
ist für den A...

Mir als Russula-Laien wäre natürlich das "für den A..." am liebsten.

Deine FK wirken irgendwie zu schmächtig für beide Arten.

Ja, sind nicht sehr typisch, muss allerdings dazusagen, dass etwa 10 weitere ordentlich dunkelgelbe, grobschlächtige, jung kugelige, aber durch Alter oder Schnecken geschädigte (deswegen unfotogene) Frk. dabeistanden, sonst wäre ich gar nicht auf die Idee foetens gekommen.

Hast du mal auf Mandeltäubling geprüft (Sporen mit flügelartigen Graten)?

Habe ich gerade gemacht: kein flügelsporiges Ornament (Ornament besteht aus Warzen, an manchen Sporen sind Verbindungsgrade, Schnitt 8 x 6,2) und kein Mandelgeruch. Übrigens riechen sie heute auch ein wenig nach unreifem Apfel (was ich besonders bei jungen Frkn. der vermeintlichen Art oft rieche, ist nach meiner Nase gar nicht so grässlich stinkig).
Habe auch einen robusten gelben mit den helleren verglichen: sehe mikroskopisch keinen Unterschied.

Die hellen FK könnten auch zu R.pectinata gehören einem Kammtäubling mit
foetens Geruch.

Wenn ich mich da auf PdS stütze (was besseres habe ich da nicht), passen die Lamellenzystiden nicht, denn es gibt auch sehr viele zuspitzende Zystiden, meist mit Abschnürung.

Nach Gummi riecht R.pectinatoides!!

Die Haare sind weniger septiert und nicht verzweigt. Allerdings haben sie erstaunlicherweise ebenfalls den apikalen Abschnürungszipfel wie die Cheilos und Pleuros.

Alles etwas schwammig, ich weiß....

Finde ich nicht, mir hilft´s!

Beim Grünender Pfeffer-Milchling - Lactarius pergamenus trocknet
die Milch deutlich graugün an.

Schon klar, war das erste, was ich nachgeschaut habe, obwohl ich eigentlich mehr an L. glaucescens (Grünender Pfeffermilchling) dachte.

Grüße
Ingo W

P.S.: Deinen Asco halte ich für eine Patinellaria oder was ähnliches. Kennen tue ich ihn nicht.