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Unreife Scutellinia *PIC*

Ingo Wagner, (vor 6276 Tagen)

Hallo!

Gewachsen an liegendem Erlenast an Bachlauf im "Schlick".
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Die lasse ich ja normalerweise links liegen, sehen zwar schön aus, aber die Bestimmung ist ein Krampf, zumindest für mich.

Lese ich mir die Kurzbeschreibungen durch, frage ich mich mindestens bei jeder zweiten Art, wo denn eigentlich der Unterschied zu davor beschriebenen sein soll. Meist liegt er dann bei einem Sporenwarzen-Höhenunterschied von 0,3 µm, einem unakzeptablen Haarlängenunterschied oder bei der Ornamentbeurteilung (warzig versus höckerig oder isoliert warzig versus verbundenwarzig usw.), wo sich doch das Ornament mit der Reife genauso verändert wie etwa die Sporenform.

So spreche ich natürlich nur, weil ich keine Ahnung davon habe.
Ein kleines Achtungszeichen als Belehrung für mich ist aber dennoch bei der mikroskopischen Schnellbegutachtung herausgesprungen:
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Hätte man jetzt sehr viele der Sporen des Typs im unteren Ascus, könnte man dann bei flüchtiger Betrachtung nicht auf die Idee kommen, dass es sich hier um grobe Warzen handelt?

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Ich denke, dass Bild zeigt schön, dass es keine Warzen sind, sondern Ölinhalt (zumindest interpretiere ich das so).

Meinungen willkommen.

VG Ingo

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Re: Unreife Scutellinia

DirkW, (vor 6276 Tagen) @ Ingo Wagner

hi ingo!

Hätte man jetzt sehr viele der Sporen des Typs im unteren Ascus, könnte man
dann bei flüchtiger Betrachtung nicht auf die Idee kommen, dass es sich
hier um grobe Warzen handelt?

eigentlich nicht. wenn das warzen sein sollten, müssten auch die sporen bereits im umriss deutlich warzig sein. so wie bei martins scutellinia (umbrorum) von neulich deutlich zu sehen (deshalb glaube ich da auch nicht an feinwarzigkeit).


Ich denke, dass Bild zeigt schön, dass es keine Warzen sind, sondern Ölinhalt
(zumindest interpretiere ich das so).

ganz genau. bei den langen haaren und der sporenform wird da nicht viel anderes als scutellata rauskommen. wenn du das baumwollblau länger einwirken (heißer werden) lässt, siehst du die ornamentation besser. und natürlich den fokus änderst ...
prinzipiell gebe ich dir aber vollkommen recht! scutellinias sind zum verzweifeln. ohne REM kommt man da nicht zurecht, zumindest nicht, was schlüsselrelevante aspekte wie die h ö h e der ornamentation im absoluten mikrobereich angeht. das kann ein normalsterblicher nicht mehr leisten ... deshalb finde ich den schlüssel von schuhmacher manchmal recht unglücklich. viel wichtiger sind die ausführlichen einzelbeschreibungen in der monografie.
auch da gibts dann natürlich diese wunderbaren "stolpersteine" wie extrem variable haarlängen bei vielen arten ...
schöne grüße

dirk

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... ach nein *PIC*

Gelbfieber, (vor 6276 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo und guten Tag Ingo,

Hätte man jetzt sehr viele der Sporen des Typs im unteren Ascus, könnte man dann bei flüchtiger Betrachtung nicht auf die Idee kommen, dass es sich hier um grobe Warzen handelt?

ach nein!
Der optische Schnitt wird gezeigt, die Sporenwände sind glatt. Bei einem solch breitem „Ornament“ würde es auch bei geringer Höhe im optischen Schnitt zu sehen sein. Selbst das feine Ornament von Peziza arvernensis ist im optischen Schnitt, etwas Praxisnähe Pilzkunde/mikroskopieren vorausgesetzt, sichtbar. Zum Vergleich füge ich eine Übersicht an. Bei deinen Mikrobildern habe ich die Farbe herausgenommen und aufgehellt um noch ein Tuckelchen „klarer“ den glatten Sporenrand zu zeigen.

Eine gute Zeit
Gelbfieber & Co

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Ergänzung zum „anfassen“ *PIC*

Gelbfieber, (vor 6276 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo und guten Abend,

Ingo und ich haben ja schon in wenigen Worten geschrieben, das man schon im optischen Schnitt eine mögliche Ornamentation am Umriss der Sporen erkennen kann. Um diese Worte etwas deutlicher zu machen habe ich eine Übersicht gefertigt auf der man acht ornamentierte Sporen im optischen Schnitt sieht ….. sozusagen zu „anfassen“.
Mit meinen Mikrobildern möchte ich euch auf diesem Wege die Pilzmikroskopie näher bringen und euch ermutigen es mir nachzutun. Aktuelles Beispiel: Ein Pilzbegeisterter User aus diesem Forum hat sich bereits klasse in die Pilzmikroskopie eingearbeitet und schon aussagekräftige Mikrofotos hier gezeigt – weiter so.

Eine gute Zeit
Gelbfieber & Co

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Re: Ergänzung zum „anfassen“

Gábor, (vor 6275 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo Gelbfieber & Co,

eine sehr schöne Übersicht und anschaulicher Vergleich der möglichen Sporenornamentation!

Dass der "User" hier aus dem Forum sich selbst so in die Materie reinkniet, ist übrigens kein Wunder.
Solch schöne Vorzeigebeispiele motivieren natürlich :-)

LG, Gábor

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Re: Ergänzung zum „anfassen“

Gelbfieber, (vor 6275 Tagen) @ Gábor

Hallo und guten Abend Gabor,

…..schöne Vorzeigebeispiele motivieren natürlich

na klar, eine gewisse Motivation muß da sein und wenn ich mithelfen kann, freut mich das. Allerdings ist sein Zeiss Mikroskop aus meiner Sicht schon Ansporn genug, denn was er bei einem guten Präparat und dieser Optik sehen bzw. knipsen kann ist schon gewaltig!

Eine gute Zeit
Gelbfieber & Co

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OT: Marken-Mikroskopiererei

Gábor, (vor 6274 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo Gelbfieber&Co,

also wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, ist es für die Motivation nicht unwichtig, was für ein Markenname am Mikroskop steht.

Ich glaube, ich kaufe mir gleich morgen früh einen Sack und verstecke mich darin :-)

LG, Gábor

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Re: Unreife Scutellinia

Ingo Wagner, (vor 6275 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Uschi!

Danke für deine wirklich immer wieder schönen Mikrobilder!

Hallo Dirk!

Leider habe ich die Schumacher-Monografie nicht.
Oft lese ich bei Scutellinia-Funden: hat lange Haare, wird wohl scutellata sein.
Wodurch ist z.B. crinita auszuschließen? (Leider habe ich die Schumacher-Monografie nicht).

VG Ingo W

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Re: Unreife Scutellinia

DirkW, (vor 6275 Tagen) @ Ingo Wagner

Leider habe ich die Schumacher-Monografie nicht.
Oft lese ich bei Scutellinia-Funden: hat lange Haare, wird wohl scutellata
sein.
Wodurch ist z.B. crinita auszuschließen? (Leider habe ich die
Schumacher-Monografie nicht).
VG Ingo W

hi ingo,

scutellata soll tendentiell schlankere sporen und eine gröbere ornamentation haben als crinita.
ich zitier mal der einfachheit halber aus dem schumacher zu s. crinita:
"The long hairs and the broad ellipsoid ascospores with a microverrucose ornamentation characterize the species. The closely related S. scutellata has more elongate and coarsely warted ascospores ..."

die genauen messwerte hast du ja im schlüssel. mir persönlich gelingt es allerdings kaum, die unterschiede nachzuvollziehen, selbst auf den abgebildeten REM-aufnahmen nicht.
eine interessante differenz findet sich beim ölgehalt!:
crinita: two large and many small guttules
scutellata: several medium sized and small guttules
wie aussagekräftig das ist, kann ich nicht wirklich beurteilen, da ich crinita noch nie bewusst hatte. da müsste man in zukunft aber mal genauer drauf achten!!
wie gesagt: nur anhand eines schlüssel kann man die gattung sicher nicht wirklich aussagekräftig bearbeiten.
schöne grüße
dirk

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Re: Unreife Scutellinia

Ingo Wagner, (vor 6274 Tagen) @ DirkW

hi ingo,
scutellata soll tendentiell schlankere sporen und eine gröbere ornamentation
haben als crinita.
ich zitier mal der einfachheit halber aus dem schumacher zu s. crinita:
"The long hairs and the broad ellipsoid ascospores with a
microverrucose ornamentation characterize the species. The closely related
S. scutellata has more elongate and coarsely warted ascospores ..."
die genauen messwerte hast du ja im schlüssel. mir persönlich gelingt es
allerdings kaum, die unterschiede nachzuvollziehen, selbst auf den
abgebildeten REM-aufnahmen nicht.
eine interessante differenz findet sich beim ölgehalt!: crinita: two large
and many small guttules
scutellata: several medium sized and small guttules
wie aussagekräftig das ist, kann ich nicht wirklich beurteilen, da ich
crinita noch nie bewusst hatte. da müsste man in zukunft aber mal genauer
drauf achten!!
wie gesagt: nur anhand eines schlüssel kann man die gattung sicher nicht
wirklich aussagekräftig bearbeiten.
schöne grüße
dirk

Hallo Dirk!

Danke erst mal. Hast auch gleich noch eine Frage beantwortet, die ich als nächstes gestellt hätte, nämlich ob der Ölgehalt oder die Paraphysenform eine Rolle spielen. Scheint ja doch noch einiges in der Monografie drin zu stehen, was man gut zum Bestimmen gebrauchen könnte.

VG Ingo W