Pilze Pilze Forum
Erweitert

r. aurea/ r. flavescens

uli prokop, (vor 9227 Tagen)

hallo allerseits!

war heute nachmittag noch ein wenig im wald - die lage hat sich deutlich verbessert.
besonders aufgefallen ist mir ein weitläufiges nest mit etwa zwanzig fruchtkörpern einer schön gelben koralle, von denen ich drei mitgenommen habe.

es ist sicher die, zu der wir in unserer jungendzeit "bärentatze" sagten, und die bedenkenlos gesammelt und sehr geschätzt wurde. ich habe dazu schon vor einem jahr gepostet.

nach meinen kenntnissen bestimme ich die exemplare als r. aurea oder r. flavescens. der strunk ist sehr kompakt, fest, mit weißem, glasig geäderten fleisch. die äste sind verzweigt, gelborange, zur spitze hin etwas heller.
der geruch des strunkes ist angenehm pilzig. die größer der strünke mit den ihnen nach dem putzen verbliebenen astansätzen ist gut faustgroß.

ich denke, dass ich meiner ramaria-phobie ein ende mache und die drei mit ebenso vielen eiern, petersilie und schalotten verspeise.

bericht folgt morgen oder etwas später.

grüße

uli

Eintrag gesperrt
2 Aufrufe

Re: r. aurea/ r. flavescens

Christoph ⌂, (vor 9227 Tagen) @ uli prokop

Servus Uli,

wenn es sich um Ramaria aurea handelt, so ist sie ganz gut bestimmbar. Sie hat meist rein orange Farben (nur selten mal etwas Lachsrosa in den Ästen), keine Schnallen und wächst im Laubwald.
Die bei mir häufigere Ramaria largentii (Nadelwald) hat Schnallen, wenigstens an den Basidien und in der äußeren Asttrama und ist wirklich ohne Lachsorange. Sie riecht zudem nach Gummi. Sie soll auch essbar sein.
Ramaria flavescens kenne ich blasser als R. aurea/largentii. Sie wird zudem sehr sehr groß (die größte "gelbe" die ich kenne). Im Gegensatz zu Ramaria flava sind die Farben nicht allzu kühl ausgefallen. Aber im Prinzip sieht sie aus wie viele andere gelbe Arten auch.
Ziemlich häufig ist bei mir noch Ramaria flavosalmonicolor. Die steht R. formosa zumindest nahe. Ob sie giftig ist??? Ist auch gelb, hat etwas Lachs in den Ästen.
Und dann gibt es noch zig weitere gelbe/lachafarbene Korallen...

Ich traue mich aber nicht, die Dinger zu essen, da es zum einen viel zu viele Arten gibt, deren Speisewert unbekannt ist (ca. 40), und da ja zumindest ein paar giftig sind.
Ich habe in meiner "Jugend" mal Ramaria aurea gegessen (oder was ich damals dafür hielt, war wohl r. largentii, da ich mehr im Nadelwald gesucht habe), und die war nicht allzu besonders im Geschmack.

Josef Christan arbeitet derzeit sehr intensiv an einer Bearbeitung der Gattung Ramaria in Deutschland. Es dauert zwar nochetwas, aber wenn das Buch fertig ist, dann werden auch die Korallen etwas einfacher bestimmbar sein (hoffe ich zumindest).

Mach's gut, Christoph

hallo allerseits!
war heute nachmittag noch ein wenig im wald - die lage hat sich deutlich
verbessert.
besonders aufgefallen ist mir ein weitläufiges nest mit etwa zwanzig
fruchtkörpern einer schön gelben koralle, von denen ich drei mitgenommen
habe.
es ist sicher die, zu der wir in unserer jungendzeit "bärentatze"
sagten, und die bedenkenlos gesammelt und sehr geschätzt wurde. ich habe
dazu schon vor einem jahr gepostet.
nach meinen kenntnissen bestimme ich die exemplare als r. aurea oder r.
flavescens. der strunk ist sehr kompakt, fest, mit weißem, glasig
geäderten fleisch. die äste sind verzweigt, gelborange, zur spitze hin
etwas heller.
der geruch des strunkes ist angenehm pilzig. die größer der strünke mit den
ihnen nach dem putzen verbliebenen astansätzen ist gut faustgroß.
ich denke, dass ich meiner ramaria-phobie ein ende mache und die drei mit
ebenso vielen eiern, petersilie und schalotten verspeise.
bericht folgt morgen oder etwas später.
grüße
uli

Eintrag gesperrt
2 Aufrufe

Re: r. aurea/ r. flavescens

uli prokop, (vor 9227 Tagen) @ Christoph

hallo christoph,

hab einen strunk zubereitet ( ganz einfach mit schalotten, petersilie, salz und pfeffer - in olivenöl).
sehr milder, aber angenehmer geruch beim anrösten - nichts gummiartiges!

hab doch nur eine gabelvoll gekostet; kein geschmack, den ich besonders beschreiben könnte, aber sympathischer, fester biss.

(dabei ist mir eine lebenserinnerung irgendeines italienischen mykologen aus dem vorigen jahrhundert eingefallen - bresadola vielleicht, weiß es nicht mehr -in der er von einem selbstversuch mit einer pilzart berichtet, an die ich mich auch nicht mehr erinnere, aber die textstelle ist mir im gedächtnis geblieben: "Es (das Pilzgericht)schmeckte köstlich! Leider konnte ich mich erst nach drei Wochen vollständig von den Vergiftungen erholen, die sich wenige Stunden nach Einnahme der Mahlzeit einstellten."

liebe grüße

uli