Hallo Moise (und alle anderen Leser natürlich auch),
Da Du das Wort 'Pilzfreund' in Anführungszeichen gesetzt hast, gibt's für
mich zwei Interpretationsmöglichkeiten: a) Du meinst das schlicht und einfach
ironisch
b) Du beziehst Dich auf meinen Usernamen bei Exit (da, wo ich das
Bild hingestellt habe, damit es im Forum zu bewundern ist).
Sollte es sich um letzteres handeln, bitte ich zu beachten, daß ich
mit dem Pilzfund (leider) nichts zu tun hatte.
Ich selbst würde 80 kg Pilze wohl nicht mitnehmen (allein der Gedanke
an das Putzen und Verarbeiten wäre mir in dieser Menge schon ein
Greuel), aber wenn jemand tatsächlich so viel findet und dann entsprechend
verarbeitet/verschenkt, so kann ich das nicht verurteilen. Sollte er
die Pilze im Wald stehenlassen? Ja, natürlich, jetzt kommt wieder die
Sache mit dem 'Aussporen' (was bei den meisten großen Exemplaren eh' schon
zu einem großen Teil stattgefunden hat) bzw. mit dem 'Ausrotten' gewisser
Speisepilze. Speziell bei Steinpilzen (im Gegensatz zu Pfifferlingen)
glaube ICH PERSÖNLICH nicht, daß durch ein 'heftiges' Sammeln der
Fruchtkörper eine Art existenziell gefährdet wird. Jedenfalls kenne ich
Wälder, wo seit langer Zeit viele Leute immer wieder auf Steinpilzjagd
gehen und trotzdem sind immer noch jedes Jahr dort Steinpilze zu finden.
Und die Sache mit dem 'niedergetrampelt' ist ... na ja, also nicht
gerade die feine Art. Kein Pilzsammler trampelt absichtlich (Stein-)Pilze
nieder!
'Selbstjustiz' gutheißen?
Da gebe ich Dir jetzt unbestritten recht - aber solange kein Schaden für
die Umwelt entsteht, sollte meiner Ansicht nach jeder für sich selbst
entscheiden können/dürfen, ob er 'nur' fotografiert (und dabei möglicher-
weise Pilze 'zertrampelt') oder ob er die Pilze auch mitnimmt (sofern dies
am jeweiligen Ort gesetzlich nicht verboten ist).
Thomas
Hallo Thomas,
vorweg: mit "Pilzfreund" warst natürlich nicht du gemeint. War völlig klar, dass du nur das Bild ins Netz gestellt hast.
Wie du bereits richtig vermutest, bin ich der Ansicht, daß Sporen prinzipiell im Wald besser aufgehoben sind, als überall sonst und weiter, daß auch verrottende Pilze im Wald ihre ökologische Funktion haben, usw., usw. (den Vortrag kennst du wahrscheinlich auch schon).
Klarstellen möchte ich, daß ich nicht Pilzesammeln an sich verurteile - wie könnte ich auch, tu ich ja selber mit Vorliebe - sondern die gesammelte Menge, die bei uns in Ö im übrigen auch fernab jeglicher zulässigen Grenzen liegen würde. Aber davon abgesehen - auch ich krieche nicht mit Waage und Hohlmaß durchs Unterholz - bin ich der Ansicht, daß jeder Pilzsammler bei sich selbst das Maß anlegen sollte, das restriktive Sammelbeschränkungen überflüssig machen würde, auch wenn dies für den Erhalt der Pilzvielfalt nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein sollte. Allerdings ist mir auch bewußt, daß Rücksichtslosigkeit und Habgier gesellschaftlich durchaus akzeptierte Eigenschaften sind, und ich daher mit meiner Ansicht auf wenig Gegenliebe stossen werde.
Mit Sicherheit kann ich dir aber sagen, daß das (absichtliche) Zertrampeln von Pilzen, die keinen kulinarisichen Wert (mehr) haben, nicht selten ist. Fundplätze sollen dadurch den Augen anderer verborgen bleiben. (Beliebte Vorgehensweise von Pilzsammlertrupps, die mit Handys und Planquadratkarten pilzreiche Gegenden Ö's heimsuchen.) "Selbstjustiz" in Form von Reifenstechen heisse ich dennoch nicht gut, habe auch keine heimlichen Sympathien dafür, kann aber die Beweggründe verstehen. Nur zu leicht kann man nämlich selbst - ohne Unterschied - vor kaputten Reifen stehen.
Nix für ungut, aber das Hohlmaß "Kofferraum" ist für meinen Geschmack zu groß.
Grüsse, Moise