Hallo Andreas
Also ich meine, das es wirklich bessere Pilzbücher gibt als dieses. Der Autor
scheint mir verdammt übervorsichtig zu sein, was man vor allem bei den
Wertbezeichnungen für den Mittelmeer-Körnchenröhrling (der Butterpilz soll
ja manchmal genauso wirken) und den Grasgrünen Birkentäubling merkt.
Laso mir ist ein vorsichtigerer Autor wesentlich lieber als ein Buch wie Dähnckes 200 Pilze wo fast alles eßbar ist und so gut wie keine Art mit etwas giftigem verwechselt werden kann. Z.B. der Porphyr-Rötling (Entoloma porphyrophaeum) gilt als eßbar (von mir aus noch o.k.), aber "kann mit keiner giftigen Art verwechselt werden". Da hört's bei mir auf!!!
Zudem
sollte mir Herr Laux mal erklären warum für ihn Jungfernschirmpilz,
Parasitischer Röhrling und Fahler Röhrling keine Speisepilze sind dafür
aber der Samtfußkrempling zu ihnen gezählt wird.
Ersterer hat schon allergische Reaktionen ausgelöst (nachweislich, ich kenne selbst eine Betroffene), der Parasitische Röhrling schmeckt wirklich nicht und der Fahle Röhrling mit seinem durchdringenden Karbolgeruch ist ähnlich lecker wie der Karbol-Champignon. Zudem zersetzt sich der Fahle Röhrling sehr schnell ohne dass man ihm das gleich ansieht. Die Chance, sich eine Lebensmittelvergiftung zu holen iost bei dieser Art ungleich am höchsten.
Auch finde ich das bei
den Verwechslungsgefahren auch ungenießbare Pilze hätten berücksichtigt
werden sollen und man hätte auch Unterscheidungsmöglichkeiten zwischen
ähnlichen Arten angeben müssen.
Stimmt, das könnte ausgeprägter sein. Wüde dann aber platzmäßig auf Kosten der Beschreibung gehen und wurde wohl vom Verlag nicht gewünscht.
Erst nach zweimaligem Lesen kam ich z. B.
darauf wie Herr Laux den Filzigen Gelbfuß vom Spitzgebucketen Rauhkopf
unterscheidet (obwohl ich ohnehin nicht verstehe wie man diese beiden
Arten bei genauerem Hinsehen verwechseln kann), denn unter der
Speisepilzbeschreibung stand nur die zu verwechselnde Art und nicht die
Unterscheidungsmerkmale von dieser (anders als im Großen Blv Pilzführer wo
man wenigstens Anhaltspunkte dafür gibt)
Wozu die Unterscheidungsmerkmale nochmals abdrucken, wenn die Art doch ebenfalls im Buch beschrieben ist. Du brauchst doch nur dort nachzuschlagen und Beschreibungen und Bilder vergleichen.
Die Verwechslungsmöglichkeit verstehe ich übrigens sehr gut. Es ist Anfängern, die tiefer in die Pilze einstiegen wollen, anfangs gar nicht leicht klar zu machen warum junge Gelbfüße keine Schleierlinge sind ....
Mein Fazit: Sehr gute Bilder, viele und gelungene Artbeschreibungen aber
miserable Angaben über Verwechslungsmöglichkeiten und übervorsichtige
Wertangaben.
Man sollte sich deshalb den Kauf dieses Buches meiner Meinung nach, trotz
(oder gerade wegen) des Preises gut überlegen und im Zweifelsfall lieber
den Blv - Pilzführer nehmen.
Kann ich nicht nachvollziehen, aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.
Gruß,
Andreas