Gleich im Fernsehn
auf WDR
Quarks & Co, zum Thema Schimmelpilze.
Könnte unterhaltsam sein.
DKM
Dunkelmann, (vor 6106 Tagen)
auf WDR
Quarks & Co, zum Thema Schimmelpilze.
Könnte unterhaltsam sein.
DKM
Alis , (vor 6106 Tagen) @ Dunkelmann
auf WDR
Quarks & Co, zum Thema Schimmelpilze.
Könnte unterhaltsam sein.
Hallo Dunkelmann,
danke für den Hinweis. War recht interessant.
Das Einzige, was mich irritiert hat war die Aussage, dass Mutterkorn ein Schimmelpilz seine soll.
Gruß Alis
Hallo Alis,
habe zunächst auch gestaunt. Guckt man in Wikipedia mal unter Schimmelpilze nach, wird man dort auf ein Verzeichnis der dazu gezählten Arten verwiesen und dort ist die Gattung Claviceps genannt. Der Begriff "Schimmel(-Pilz)" meint allerdings keine taxonomische Gruppe, sondern reicht von der Unterklasse / Klasse "Echte Schlauchpilze" bis in die Klasse / Abteilung "Jochpilze" hinein; je nach Systematik. Kennzeichnend für die Zuordnung ist wohl der Nachweis von Actiniden, fibrinogener Strukturen und genetisch erkannter Verwandschaft untereinander, wenn ich das richtig verstanden habe. Schau doch einfach mal in Wikipedia nach! Das Webxikon wird von Stunde zu Stunde informativer.
Mit hoffentlich hilfreichem Gruß, Peter!
Hallo Dunkelmann,
danke für den Hinweis. War recht interessant.
Das Einzige, was mich irritiert hat war die Aussage, dass Mutterkorn ein
Schimmelpilz seine soll.
Gruß Alis
Hagen Graebner, (vor 6105 Tagen) @ Pilzmann
Hallo Peter,
Da ich auch Autor bei Wikipedia bin: Erstmal besten Dank für das Lob. Im Prinzip ist das so und WP ist bei mir (und vielen andere auch) mittlerweile erste Quelle, wenn ich fix was wissen will. Nur Vorsicht, Wikipedia muß da nicht recht haben, grad viele Pilzartikel sind durchaus verbesserungs- und ausbaufähig.
Wobei ich den Artikel zum Mutterkorn selbst jetzt recht gut finde.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mutterkornpilz
Der zur Gattung Claviceps ist sprachlich noch nicht perfekt, wobei der Hauptautor kein Muttersprachler ist, inhaltlich ist er sehr informativ..
http://de.wikipedia.org/wiki/Claviceps
Die Einordnung als Schimmel finde ich trotzdem komisch, ich bring sie z:b. auch nicht mit der Definition von Dörfelt, was ein Schimmel ist, zusammen.
Ich frag den Autor des Claviceps mal.... im Zweifelsfall entfernen wir gemeinsam einen Fehler aus der Wikipedia 
Gruß
Hagen
Hallo Alis,
habe zunächst auch gestaunt. Guckt man in Wikipedia mal unter Schimmelpilze
nach, wird man dort auf ein Verzeichnis der dazu gezählten Arten verwiesen
und dort ist die Gattung Claviceps genannt. Der Begriff
"Schimmel(-Pilz)" meint allerdings keine taxonomische Gruppe,
sondern reicht von der Unterklasse / Klasse "Echte
Schlauchpilze" bis in die Klasse / Abteilung "Jochpilze"
hinein; je nach Systematik. Kennzeichnend für die Zuordnung ist wohl der
Nachweis von Actiniden, fibrinogener Strukturen und genetisch erkannter
Verwandschaft untereinander, wenn ich das richtig verstanden habe. Schau
doch einfach mal in Wikipedia nach! Das Webxikon wird von Stunde zu Stunde
informativer.
Mit hoffentlich hilfreichem Gruß, Peter!
Pilzmann, (vor 6105 Tagen) @ Hagen Graebner
Hallo Hagen,
danke für deine Antwort. Der Begriff Schimmel ist halt noch sehr weit gefasst. Aber auch Dörfelt erwähnt ja, dass er oft einfach auf Phytoparasiten im allgemeinen ausgedehnt wird. Für mich ist er einfach ein Heilpilz, bei und gegen Schwangerschaften (und in Erbfällen
?)
Hallo Peter,
Da ich auch Autor bei Wikipedia bin: Erstmal besten Dank für das Lob. Im
Prinzip ist das so und WP ist bei mir (und vielen andere auch)
mittlerweile erste Quelle, wenn ich fix was wissen will. Nur Vorsicht,
Wikipedia muß da nicht recht haben, grad viele Pilzartikel sind durchaus
verbesserungs- und ausbaufähig.
Wobei ich den Artikel zum Mutterkorn selbst jetzt recht gut finde.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mutterkornpilz
Der zur Gattung Claviceps ist sprachlich noch nicht perfekt, wobei der
Hauptautor kein Muttersprachler ist, inhaltlich ist er sehr informativ..
http://de.wikipedia.org/wiki/Claviceps
Die Einordnung als Schimmel finde ich trotzdem komisch, ich bring sie z:b.
auch nicht mit der Definition von Dörfelt, was ein Schimmel ist, zusammen.
Ich frag den Autor des Claviceps mal.... im Zweifelsfall entfernen wir
gemeinsam einen Fehler aus der Wikipedia
Gruß
Hagen
Hagen Graebner, (vor 6104 Tagen) @ Pilzmann
Willst Du den potentiellen Erblasser heilen und damit den Erfall hnauszögern, denselben beschleunigen oder die Zahl der Miterben prä- oder postnatal gezielt steuern ?????
Gruß
Hagen
Ich fürchte, bei Pilzsammlern fällt das auf und liegt für Polizei und Staatsanwaltschaft ziemlich nahe 
Hallo Hagen,
danke f�r deine Antwort. Der Begriff Schimmel ist halt noch sehr weit
gefasst. Aber auch D�rfelt erw�hnt ja, dass er oft einfach auf
Phytoparasiten im allgemeinen ausgedehnt wird. F�r mich ist er einfach ein
Heilpilz, bei und gegen Schwangerschaften (und in Erbf�llen?)
coco, (vor 6104 Tagen) @ Hagen Graebner
prä-
oder postnatal gezielt steuern ?????
moin hagen,
natal? letal? ganz egal?
freud´scher verschreiber oder geniale erbsteuerung?
einen reizenden tag
wünscht coco
Hagen Graebner, (vor 6104 Tagen) @ coco
Ich meinte schon prä- und post-natal
Gezielte (Mit)erbensteuerung halt....
Wobei mich die Sache mit dem Schimmel doch noch mehr interessieren würde.
Gruß
Hagen
Wolfgang P., (vor 6104 Tagen) @ Hagen Graebner
Wobei mich die Sache mit dem Schimmel doch noch mehr interessieren würde.
Hallo Hagen,
hast Du gesehen, dass diese Frage auch hier diskutiert wird?
Grüßle,
Wolfgang
http://forum.dgfm-ev.de/board10-pilze/board1-wissenschaftliches-scientific-board/1146-m...
Hagen Graebner, (vor 6103 Tagen) @ Pilzmann
Pinof, der Wikipedia-Autor hat geantwortet:
In der Natur haben Claviceps keine saprophytischen Phasen so sind sie nicht Schimmelpilze. Trotzdem werden Claviceps in Fermenter verwendet, um alkaloide zu herstellen und da handelt es sich um eine saprophytische Kultur (z.B. wie der Schimmelpilz Aspergillus fumigatus). So meiner Meinung nach, Claviceps als Schimmelpilz ist nicht völlig falsch aber man kann ihn vom Artikel Schimmelpilz löschen.
So ähnlich ist übrigens auch der Ausgang der parallelen Diskussion im DGFM-Forum (zum Link s. Antwort von Wolfgang P.)
Wer sagt Rangar Yogeshwar bescheid ?
Gruß
Hagen
Alis , (vor 6098 Tagen) @ Hagen Graebner
Wer sagt Rangar Yogeshwar bescheid ?
Gruß
Hagen
Ich habe bei ihm nachgefragt!
Die Antwort habe ich ins DGfM-Forum gestellt.
http://forum.dgfm-ev.de/board10-pilze/board1-wissenschaftliches-scientific-board/1146-m...
Gruß Alis
Lieber Alis,
das mit der direkten Anfrage an den WDR hätte einem ja auch mal selber einfallen können; mea culpa! Deshalb vielen Dank für dein Bemühen. Der Syllogismus: „Wenn giftig, dann Schimmelpilz. Mutterkorn ist giftig. Daraus folgt: Mutterkorn = Schimmelpilz!“, führt nach selbiger Logik auch zu dem Schluss: „Spei-Täublinge sind Schimmelpilze - alle anderen giftigen Pilze aber auch!“
Vielleicht sollte man dem WDR mal raten, einen fachspezifisch Kundigen (Mykologen) zu befragen, statt sich bei „Rand-Wissenschaftlern“ zu versichern?
Nach der dürftigen Begründung habe ich mich entschieden, die Clavicepse eher nicht als Schimmelpilze zu sehen.
Mit liebem Gruß, Peter!
Ich habe bei ihm nachgefragt!
Die Antwort habe ich ins DGfM-Forum gestellt.http://forum.dgfm-ev.de/board10-pilze/board1-wissenschaftliches-scientific-board/1146-m...
Gruß Alis
Schnuffel, (vor 6098 Tagen) @ Pilzmann
Hallo Peter,
den wichtigsten Schimmelpilz hast Du vergessen, den Grünen Knollenblätterpilz!
Gruß - Schnuffel
Pilzmann, (vor 6097 Tagen) @ Schnuffel
- kein Text -
Hagen Graebner, (vor 6098 Tagen) @ Alis
Ich hatte ihm am Samstag eine Mail mit den Links zu beiden Diskussionen geschickt, für die er sich freundlich bedankt hat. Inwieweit er sich durch die Diskussion gekämpft hat, vermag ich nicht zu sagen.
Beste Grüße
Hagen
BO, (vor 6097 Tagen) @ Hagen Graebner
Ich hatte ihm am Samstag eine Mail mit den Links zu beiden Diskussionen
geschickt, für die er sich freundlich bedankt hat. Inwieweit er sich durch
die Diskussion gekämpft hat, vermag ich nicht zu sagen.
Hallo Hagen, liebe Forums-Leser/innen,
diese Diskussion um die Frage Schimmelpilz oder nicht Schimmelpilz ist nicht einfach: Ist z.B. der Goldschimmel nun eigentlich ein Schimmelpilz oder nicht? (Goldschimmel = Sepedonium chrysospermum; seine Hauptfruchtform ist der Ascomycet Hypomyces chrysospermus).
Eine solche Frage ist vielleicht schon etwas falsch gestellt: Die Antwort wäre, "der Goldschimmel ist das (häufig auf Röhrlingen und Kartoffelbovisten anzutreffende) Schimmelpilz-Stadium eines Pyrenomyceten aus der Gattung Hypomyces".
So gehört das Honigtau-Stadium von Claviceps purpurea zu den Hyphomyceten, und damit ist es nicht ganz falsch, im Falle von Claviceps purpurea davon zu sprechen, dass dieser Pilz in der Natur eine Schimmelpilz-ähnliche Nebenfruchtform mit dem Namen Sphacelia segetum ausbildet.
Hyphomyceten-Stadien oder Hyphomyceten ganz allgemein sind dadurch definiert, dass sie ihre Konidien direkt an der Oberfläche freisetzen. Wodurch der berührende Finger weiß-, grau-, grün- oder gelb-staubig werden kann, wenn diese Pilzstadien sporulieren.
Glücklicherweise scheint der Goldschimmel aber "essbar" und ungiftig zu sein, genauso wie Botrytis cinerea, der Grauschimmel, essbar ist, sonst gäbe es keine Beerenauslese beim Weißwein. Auch der Grauschimmel ist nur ein Pilz-Stadium, wie einige wissen werden, hier von einem Discomyceten, der mit dem Anemonenbecherling verwandt ist: Botryotinia fuckeliana. Und die ist zum Glück eben kein Giftpilz.
Ganz zu schweigen von den essbaren und wunderbar tief-blaugrünen Penicillium-Arten beim Blauschimmelkäse.
Die oft ziemlich komplizierte Lebensweise der Pilze, die erst im Laufe der letzten Jahrzehnte nach und nach besser erforscht werden konnte, hat meiner Ansicht nach zur Folge, dass sprachlich völlig korrekte Aussagen nur schwer zu treffen sind. Und ständig werden in der modernen Mykologie immer wieder Fachbegriffe abgeschafft und durch neue ersetzt.
Genauso könnte ich eine Diskussion zum Wort Pilz selbst lostreten, da ich der Meinung bin, dass Schleimpilze und falsche Mehltaupilze auch alles Pilze im eigentlichen Sinne sind. Aber das ist ein anderes Ding und ich mache mich damit bei manchen Biologen sehr unbeliebt.
Liebe Grüße
Bernd
Genauso könnte ich eine Diskussion zum Wort Pilz selbst lostreten, da ich der
Meinung bin, dass Schleimpilze und falsche Mehltaupilze auch alles Pilze
im eigentlichen Sinne sind. Aber das ist ein anderes Ding und ich mache
mich damit bei manchen Biologen sehr unbeliebt.
Hallo Bernd,
ist ja alles relativ (hat ja schon der alte Einstein gesagt
), bzw. eine Sache der Definition.
Trotzdem würde mich die Begründung interessieren, warum Du Schleimpilze als "echte" Pilze siehst.
Sicher ein lohnenswertes Diskussionsthema.
Beste Grüße
Harald
Hallo Bernd,
in vielen Dingen stimme ich überein. Man kann es sich aber noch um einiges leichter machen, indem man den Begriff "Schimmelpilz" als reine Wuchsform definiert, wie man es bei Hefen ja auch macht. Hefen, als Vergleich, sind einzellige bis wenigzellige Stadien von Pilzen (egal ob Gallertpilz, Rostpilz, Brandpilz oder Lamellenpilz - Hefestadien gibt es von vielen Arten).
Schimmelpilzstadien ebenso. Bildet ein Pilz keine Fruchtkörper (sexuelles Stadium), sondern ein asexuelles Stadium und dieses besteht aus einem lockeren Hyphengeflecht (und keinen Scheinfruchtkörpern), so ist dieses Stadium ein Schimmel.
Egal, ob es ein Tintling ist, eine Morchel oder ein Sklerotienbecherling - wenn sie lockeres Wachstum zusammen mit Konidienbildung zeigen, ist das Stadium eben ein Schimmel. Deshalb ist aber der Tintling (Hauptfruchtform), die Morchel (Hauptfruchtform) oder der Sklerotienbecherling (Hauptfruchtform) in diesem Stadium kein Schimmel. Ebensowenig ein Bescheideter Zwitterling keine Hefe ist, wenngleich die selbe Art auch Hefestadien bildet.
Zur Essbarkeit / Giftigkeit möchte ich noch etwas anmerken...
Meines Wissens ist der Goldschimmel giftig bzw. verdirbt zumindest das Substrat. Ferner ist der Blauschimmel des Käses prinzipiell toxisch, kann aber die Toxine auf dem Substrat Milch/Käse nicht bilden. Wenn der Schimmel vom Käse auf Brot überwächst, ist er dort (am Brot) giftig.
Und zu den Schleimpilzen / Falschen Mehltaupilzen. Hier kommt es auf die Definition des Begriffs "Pilz" an. Verwandtschaftlich haben beide nichts und rein gar nichts mit den Pilzen im engeren Sinne zu tun. Sie sehen aber teils oberflächlich aus wie manche Pilze. Man könnte auch nich manche Bakterien mit einbeziehen - Actinomyzeten zum Beispiel.
Biologisch betrachtet sind Schleimpilze Protisten und gehören zu den Amöben, während der Falsche Mehltau zu den Heterokontophyta (bzw. Straminipila) gehört, also näher mit dem Blasentang (Braunalgen) oder den Kieselalgen verwandt ist. Vermutlich haben die Oomycota keinen Plastiden aufgenommen, sind also sehr ursprüngliche Heterokontophyta.
Alle Ähnlichkeiten sind nur oberflächlich. Oomyctoa beispielsweise: Zellwände u.A. aus Cellulose, Sporen heterokont begeißelt. Pilze: Zellwand u.A. aus Chitin, Sporen unbegeißelt oder wenn, dann einfach begeißelt. Schleimpilze haben nichtmal eine Zellwand und nehmen die Nahrung in Nahrungsvakuolen auf, was Pilze nicht tun.
Was bleibt als gemeinsames Merkmal? Dass sie Sporen bilden? Das machen die Farne, Moose und Schachtelhalme auch...
--> Schleimpilz: kein Pilz
--> OOmyzeten: keine Pilze
--> Farne: keine Pilze
usw.

Liebe Grüße
Christoph
Hallo Hagen, liebe Forums-Leser/innen,
diese Diskussion um die Frage Schimmelpilz oder nicht Schimmelpilz ist nicht
einfach: Ist z.B. der Goldschimmel nun eigentlich ein Schimmelpilz oder
nicht? (Goldschimmel = Sepedonium chrysospermum; seine Hauptfruchtform ist
der Ascomycet Hypomyces chrysospermus).
Eine solche Frage ist vielleicht schon etwas falsch gestellt: Die Antwort
wäre, "der Goldschimmel ist das (häufig auf Röhrlingen und
Kartoffelbovisten anzutreffende) Schimmelpilz-Stadium eines Pyrenomyceten
aus der Gattung Hypomyces".
So gehört das Honigtau-Stadium von Claviceps purpurea zu den Hyphomyceten,
und damit ist es nicht ganz falsch, im Falle von Claviceps purpurea davon
zu sprechen, dass dieser Pilz in der Natur eine Schimmelpilz-ähnliche
Nebenfruchtform mit dem Namen Sphacelia segetum ausbildet.
Hyphomyceten-Stadien oder Hyphomyceten ganz allgemein sind dadurch definiert,
dass sie ihre Konidien direkt an der Oberfläche freisetzen. Wodurch der
berührende Finger weiß-, grau-, grün- oder gelb-staubig werden kann, wenn
diese Pilzstadien sporulieren.
Glücklicherweise scheint der Goldschimmel aber "essbar" und
ungiftig zu sein, genauso wie Botrytis cinerea, der Grauschimmel, essbar
ist, sonst gäbe es keine Beerenauslese beim Weißwein. Auch der
Grauschimmel ist nur ein Pilz-Stadium, wie einige wissen werden, hier von
einem Discomyceten, der mit dem Anemonenbecherling verwandt ist:
Botryotinia fuckeliana. Und die ist zum Glück eben kein Giftpilz.
Ganz zu schweigen von den essbaren und wunderbar tief-blaugrünen
Penicillium-Arten beim Blauschimmelkäse.
Die oft ziemlich komplizierte Lebensweise der Pilze, die erst im Laufe der
letzten Jahrzehnte nach und nach besser erforscht werden konnte, hat
meiner Ansicht nach zur Folge, dass sprachlich völlig korrekte Aussagen
nur schwer zu treffen sind. Und ständig werden in der modernen Mykologie
immer wieder Fachbegriffe abgeschafft und durch neue ersetzt.
Genauso könnte ich eine Diskussion zum Wort Pilz selbst lostreten, da ich der
Meinung bin, dass Schleimpilze und falsche Mehltaupilze auch alles Pilze
im eigentlichen Sinne sind. Aber das ist ein anderes Ding und ich mache
mich damit bei manchen Biologen sehr unbeliebt.
Liebe Grüße
Bernd
Hagen Graebner, (vor 6097 Tagen) @ Christoph
Hallo Bernd und Christoph,
Besten Dank für Eure Ausführungen. Jetzt glaube ich, die Geschichte verstanden zu haben. Claviceps bildet demnach ein "Schimmelpilzstadium" im Verlauf seines Lebenszyklus aus.
Im übrigen war vor etwa 1 Jahr in der "Chemie in unserer Zeit" ein längerer interessanter Artikel +über die Mutterkornalkaloide, die Hexenprozesse von Salem und den Isenheimer Altar.
Beste Grüße
Hagen
Hallo Bernd,
in vielen Dingen stimme ich überein. Man kann es sich aber noch um einiges
leichter machen, indem man den Begriff "Schimmelpilz" als reine
Wuchsform definiert, wie man es bei Hefen ja auch macht. Hefen, als
Vergleich, sind einzellige bis wenigzellige Stadien von Pilzen (egal ob
Gallertpilz, Rostpilz, Brandpilz oder Lamellenpilz - Hefestadien gibt es
von vielen Arten).
Schimmelpilzstadien ebenso. Bildet ein Pilz keine Fruchtkörper (sexuelles
Stadium), sondern ein asexuelles Stadium und dieses besteht aus einem
lockeren Hyphengeflecht (und keinen Scheinfruchtkörpern), so ist dieses
Stadium ein Schimmel.
Egal, ob es ein Tintling ist, eine Morchel oder ein Sklerotienbecherling -
wenn sie lockeres Wachstum zusammen mit Konidienbildung zeigen, ist das
Stadium eben ein Schimmel. Deshalb ist aber der Tintling
(Hauptfruchtform), die Morchel (Hauptfruchtform) oder der
Sklerotienbecherling (Hauptfruchtform) in diesem Stadium kein Schimmel.
Ebensowenig ein Bescheideter Zwitterling keine Hefe ist, wenngleich die
selbe Art auch Hefestadien bildet.
Zur Essbarkeit / Giftigkeit möchte ich noch etwas anmerken...
Meines Wissens ist der Goldschimmel giftig bzw. verdirbt zumindest das
Substrat. Ferner ist der Blauschimmel des Käses prinzipiell toxisch, kann
aber die Toxine auf dem Substrat Milch/Käse nicht bilden. Wenn der
Schimmel vom Käse auf Brot überwächst, ist er dort (am Brot) giftig.
Und zu den Schleimpilzen / Falschen Mehltaupilzen. Hier kommt es auf die
Definition des Begriffs "Pilz" an. Verwandtschaftlich haben
beide nichts und rein gar nichts mit den Pilzen im engeren Sinne zu tun.
Sie sehen aber teils oberflächlich aus wie manche Pilze. Man könnte auch
nich manche Bakterien mit einbeziehen - Actinomyzeten zum Beispiel.
Biologisch betrachtet sind Schleimpilze Protisten und gehören zu den Amöben,
während der Falsche Mehltau zu den Heterokontophyta (bzw. Straminipila)
gehört, also näher mit dem Blasentang (Braunalgen) oder den Kieselalgen
verwandt ist. Vermutlich haben die Oomycota keinen Plastiden aufgenommen,
sind also sehr ursprüngliche Heterokontophyta.
Alle Ähnlichkeiten sind nur oberflächlich. Oomyctoa beispielsweise: Zellwände
u.A. aus Cellulose, Sporen heterokont begeißelt. Pilze: Zellwand u.A. aus
Chitin, Sporen unbegeißelt oder wenn, dann einfach begeißelt. Schleimpilze
haben nichtmal eine Zellwand und nehmen die Nahrung in Nahrungsvakuolen
auf, was Pilze nicht tun.
Was bleibt als gemeinsames Merkmal? Dass sie Sporen bilden? Das machen die
Farne, Moose und Schachtelhalme auch...
--> Schleimpilz: kein Pilz
--> OOmyzeten: keine Pilze
--> Farne: keine Pilze
usw.
Liebe Grüße
Christoph
BO, (vor 6095 Tagen) @ Hagen Graebner
Hallo Bernd und Christoph,
Besten Dank für Eure Ausführungen. Jetzt glaube ich, die Geschichte
verstanden zu haben. Claviceps bildet demnach ein
"Schimmelpilzstadium" im Verlauf seines Lebenszyklus aus.
Im übrigen war vor etwa 1 Jahr in der "Chemie in unserer Zeit" ein
längerer interessanter Artikel +über die Mutterkornalkaloide, die
Hexenprozesse von Salem und den Isenheimer Altar.
Beste Grüße
Hagen
Hallo Hagen, Christoph, Harald,
ich musste ein wenig meine Gedanken sammeln, um mich wieder zum Begriff "Pilze" melden zu können.
Für mich ist die Sachlage eindeutig: Für wissenschaftlich-lateinische Namen gibt es Nomenklaturregeln. Unter anderem hat das für diese Namen die Konsequenz, dass im Falle neuer Erkenntnisse zur Abstammung und Verwandtschaft diese Namen angepasst werden müssen, so heißt die Hasenpfote nun auf einmal Coprinopsis lagopus und der Glimmertintling Coprinellus micaceus.
Für alle deutschen Bezeichnungen gelten diese Nomenklaturregeln aber nicht. So ist nach wie vor Bondarzewia montana ein Porling. Aber diejenigen, die einen falschen Mehltaupilz nicht mehr als einen Pilz bezeichnen wollen, müssten die Gattung Bergporling nun auch im Deutschen umtaufen. Ich schlage "Poren-Täubling" vor. Und Dichostereum durum [Tintling 1(4), S. 22, 1996] wäre dann auf einmal kein Rindenpilz mehr, sondern hier würde ich für die Anhänger der strengen deutschen Nomenklatur "Resupinat-Täubling" vorschlagen. Beide genannten Aphyllophorales haben derart typische Russula-Sporen, dass die direkte Verwandtschaft mit Russula nicht wegzudiskutieren ist. Auf dem kommenden Russulales-Kongress in Massembre im September werden solche Aphyllophorales also als vollwertige Russulales mitbehandelt.
Der Glimmertintling wäre nun in die Gattung "Pseudo-Tintenpilze" zu stecken, aber man kriegt von da an sofort geschimpft, wenn man Tintling zu ihm sagt.
Ergo plädiere ich seit einiger Zeit für die Rettung des deutschen Wortes Pilz, frei nach dem Motto: "Pilze sind Organismen, die gemeinhin von Mykologen bearbeitet werden". Pilz als Lebensform und nicht als nomenklatorisch-taxonomische Einheit.
Übrigens: Für Schleimpilze werden die Nomenklaturregeln der Botanik und der Mykologie angewendet, obwohl Schleimpilze nicht dazu gehören. Die Anhänger der Anschauung, dass diese keine Pilze wären, müssten a) dafür plädieren, dass die Zoologie-Regeln gelten müssen, und b) dass diese spezielle Gruppe der Freizeit-Schleimpilz-Wissenschaftler auf gar keinen Fall als "Myko"logen bezeichnet werden dürfen. Ein Schleimpilzforscher ist dann auf einmal ein "Myxomykologe" (mein Vorschlag). Und ein Mykologen-Kongress muss fortan "Kongress der Mykologen, Myxomykologen und Pseudomykologen" genannt werden, um dieser vermeintlich falschen Anwendung des Wortes Pilz (mykos) Rechnung zu tragen und die Leute mit den Schleimpilzen und den falschen Mehltaupilzen auch zum Besuch aufzuforden. Sonst bleiben die nämlich in Zukunft weg und gründen ihre eigenen Kongresse, weil sie sich im Falle von "Myko"logenkongress gar nicht angesprochen fühlen. Entsprechendes gilt für die Worte Pilztagung, Pilz-Floristik, Pilz-Herbar, Fungarium, Funga und so weiter.
Ich sehe schon einer Mitteilung über falsche Mehltaupilze und andere Oomyceten entgegen: "Die Pseudofunga in Deutschland: Neue Wirte, neue Fundnachweise". Hoffentlich wird diese Mitteilung dann überhaupt von den Mykologen und Pilzfreunden beachtet ...
Also von meiner Seite ein Plädoyer für das Wort Pilz im weiten Sinne.
Liebe Grüße in die Runde
Bernd
Hallo Bernd,
genau das hatte ich ja gemeint - es kommt darauf an, wie man das Wort "Pilz" definiert.
Man könnte z.B. auch sagen, dass ein Wal und ein Fisch sei. Dass Wale verwandtschaftlich zu den Säugetieren gehören und meines Wissens - wenn ich das jetzt nicht falsch im Kopf habe - mit den Bären verwandt sind, bedeutet ja auch nicht, dass die Zoologen, die an Bären forschen auch Wale bearbeiten müssen.
Dein Blick auf die Pilze ist ein rein historischer, wie Du ja selber sagst. Dann müsste man aber auch konsequent sein und die Flechten nicht als Pilze sehen, obwohl es biologisch selbstverständlich Pilze sind.
Es gibt sogar enge Verwandtschaftsgruppen, in denen sowohl lichenisierte wie auch nicht lichenisierte Arten enthalten. Traditionell werden Flechten aber nicht von Mykologen, sondern von Lichenologen bearbeitet.
Dass die deutschsprachigen Namen für Pilzarten keinem Nomenklaturcode unterworfen sind, da sind wir uns, denke ich, völlig einig. Ich fand es immer schon albern, jede Umkombination ins Deutsche zu übertragen (Maischönkopf statt Mairitterling... *grusel*). Aber manche Begriffe definieren biologische Zusammengehörigkeiten - auch im Deutschen.
Tiere sind nunmal Tiere - oder sollte man sessile Korallen wie früher so geschehen nicht zu den Tieren zählen?
Pflanzen sind nunmal Pflanzen. Und auch hier gibt es das Problem der Algen, die nicht zu den Pflanzen i.e.S. gehören (z.B. Braunalgen, Rotalgen usw.).
Pilze sind Pilze, egal ob lichenisiert oder nicht, egal ob saprob lebend oder Mykorrhizapilz, egal ob Destruent oder Symbiont, egal ob ein- oder vielzellig.
Bakterien wiederum sind für mich weiterhin Prokaryoten. Actinomyceten sind für mich beispielsweise keine Pilze.
Zudem kann man im Deutschen auch ganz bequem sagen:
pilzartige Organismen... Aber vielleicht sind das auch biologische Spitzfindigkeiten.
Deine Argumente sprechen für mich eher dafür, die Pilze als Begriff ganz zu streichen und sie zu den Pflanzen zu zählen. Historisch gesehen ist die Mykologie eine Teildisziplin der Botanik. Die meisten Profimykologen (bei uns) - oder mittlerweile alle(?) - sind offiziell Botaniker (Lehrstuhl für spezielle Botanik usw.) oder gar Mikrobiologen (sind Pilze dann doch Bakteiren?).
In der Gesetzgebung sind Pilze immer noch Pflanzen. Passt also auch.
Die Zeitschrift GEO lässt die Pilze bei ihren Tagen zur Artenvielfalt immer noch als Mycophyta laufen.
Mir dreht es als Biologen dabei zwar den Magen um, aber was ist schon dabei?
Denke ich Deinen Ansatz konsequent weiter, sind alle Pilze und sogar manche Bakterien (Blau"algen", Strahlen"pilze" = Actinomyzeten, Mund"flora" *grins*) allesamt "Pfanzen".
Wenn man für sich privat den Begriff "Pflanze" so definiert, ist das halt so. Und das ist die historische Sichtweise.
Wenn Du den Begriff "Pilz" für Dich so definierst, wie Du es hier darlegst, ist das ebenfalls so und niemand kann Dir hier reinreden. Er ist weniger historisch, eben ein kleines Stück moderner, da Du die Pilze von den Pflanzen abkoppelst (warum eigentlich?).
Ich möchte nur zu bedenken geben, dass manchmal Dritee (andere Leser) solche Ansichten auch im biologischen Sinn übernehmen, da nicht jeder genau weiß, ob es nur eine historische Interpretation ist oder ob es um biologische Begriffe geht, die Verwandtschaften darstellen sollen.
Ich finde es beispielsweise sehr schade, dass viele Flechten nicht als Pilze wahrnehmen, nur weil sie statt mit Bäumen (z.B. Steinpilz) eben mit Algen (z.B. Xanthoria - ein wunderschönder Ascomyzet) zusammenleben.
Das führt dann zu solchen wunderbaren Blüten, dass in manchen Büchern zu lesen ist, dass Omphalina ericetorum auf einer Flechte parasitiert... Dabei ist er selber die Flechte und der Lamellenpilz ist nur der Fruchtkörper der Flechte.
Mir ist das alles zu kompliziert. Müsste ich auf einer Exkursion erklären, dass dieser kleine zierliche Lamellnpilz gar kein Pilz ist, weil er - obwohl ein Basidiomyzet - in seinem Myzel Algen als Zuckerproudzenten hält und deswegen eine Flechte und kein Pilz ist, komme ich mir sehr komisch vor.
Da finde ich es leichter zu sagen, dass eine Flechte in Pilz ist und ein falscher Mehltau kein Pilz ist, sondern nur aussieht wie einer.
Als Abschluss:
Für mich ist die Entenmuschel auch keine Muschel, sondern eine Crustaceae (Krebstier), trotz oberflächlicher Ähnlichkeit mit einer Muschel. Den deutschen Namen der Art ändere ich deshalb aber nicht, denn der Begriff Entenmuschel ist eingeführt und jeder weiß, was man damit meint.
Die Diskussion ist eigentlich müßig, da Du jeden Begriff so verwenden kannst, wie Du möchtest. Ich finde es aber interessant, herauszubekommen, warum so oft an solchen Begriffsdefinitionen (wie "Mycophyta" oder "Pflanze" im juristischen Sinne) festgehalten wird.
Allein, den Umkehrschluss über Begriffe wie "Mykologe", "Lichenologe", "Botaniker", "Phycologe" usw. kann ich für mich gar nicht nachvollziehen. Ein Phycologe schaut sich Algen an, weshalb "Blaualgen" keine Nakterien mehr sein dürfen? Ein Mykologe schaut sich auch Schleimpilze an, weshalb sie keine Amöben mehr sein dürfen? Beliebig fortsetzbar... 
Schau Dir mal einen jungen Babyschleimpilz an. Na, wenn das keine Amöbe ist! Oder schau dir mal Dictyostelium an. Der bleibt Zeit seines Lebens als kleine Amöbe. Dass sie sich später treffen und gemeinsam einen winzigen "Fruchtkörper" bilden ist putzig, aber vorher kriecht das Gesamtgebilde wie ein Wurm durch die Landschaft. Es gibt schöne Filmaufnahmen davon. Wenn Du Dir das mal anschaust, dann würde mich interessieren, was an Dictyostelium überhaupt pilzartig sein soll.
Liebe Grüße
Christoph
(der nicht aus seiner Biologenhaut kann) 
Hallo Hagen, Christoph, Harald,
ich musste ein wenig meine Gedanken sammeln, um mich wieder zum Begriff
"Pilze" melden zu können.
Für mich ist die Sachlage eindeutig: Für wissenschaftlich-lateinische Namen
gibt es Nomenklaturregeln. Unter anderem hat das für diese Namen die
Konsequenz, dass im Falle neuer Erkenntnisse zur Abstammung und
Verwandtschaft diese Namen angepasst werden müssen, so heißt die
Hasenpfote nun auf einmal Coprinopsis lagopus und der Glimmertintling
Coprinellus micaceus.
Für alle deutschen Bezeichnungen gelten diese Nomenklaturregeln aber nicht.
So ist nach wie vor Bondarzewia montana ein Porling. Aber diejenigen, die
einen falschen Mehltaupilz nicht mehr als einen Pilz bezeichnen wollen,
müssten die Gattung Bergporling nun auch im Deutschen umtaufen. Ich
schlage "Poren-Täubling" vor. Und Dichostereum durum [Tintling
1(4), S. 22, 1996] wäre dann auf einmal kein Rindenpilz mehr, sondern hier
würde ich für die Anhänger der strengen deutschen Nomenklatur
"Resupinat-Täubling" vorschlagen. Beide genannten
Aphyllophorales haben derart typische Russula-Sporen, dass die direkte
Verwandtschaft mit Russula nicht wegzudiskutieren ist. Auf dem kommenden
Russulales-Kongress in Massembre im September werden solche
Aphyllophorales also als vollwertige Russulales mitbehandelt.
Der Glimmertintling wäre nun in die Gattung "Pseudo-Tintenpilze" zu
stecken, aber man kriegt von da an sofort geschimpft, wenn man Tintling zu
ihm sagt.
Ergo plädiere ich seit einiger Zeit für die Rettung des deutschen Wortes
Pilz, frei nach dem Motto: "Pilze sind Organismen, die gemeinhin von
Mykologen bearbeitet werden". Pilz als Lebensform und nicht als
nomenklatorisch-taxonomische Einheit.
Übrigens: Für Schleimpilze werden die Nomenklaturregeln der Botanik und der
Mykologie angewendet, obwohl Schleimpilze nicht dazu gehören. Die Anhänger
der Anschauung, dass diese keine Pilze wären, müssten a) dafür plädieren,
dass die Zoologie-Regeln gelten müssen, und b) dass diese spezielle Gruppe
der Freizeit-Schleimpilz-Wissenschaftler auf gar keinen Fall als
"Myko"logen bezeichnet werden dürfen. Ein Schleimpilzforscher
ist dann auf einmal ein "Myxomykologe" (mein Vorschlag). Und ein
Mykologen-Kongress muss fortan "Kongress der Mykologen, Myxomykologen
und Pseudomykologen" genannt werden, um dieser vermeintlich falschen
Anwendung des Wortes Pilz (mykos) Rechnung zu tragen und die Leute mit den
Schleimpilzen und den falschen Mehltaupilzen auch zum Besuch aufzuforden.
Sonst bleiben die nämlich in Zukunft weg und gründen ihre eigenen
Kongresse, weil sie sich im Falle von "Myko"logenkongress gar
nicht angesprochen fühlen. Entsprechendes gilt für die Worte Pilztagung,
Pilz-Floristik, Pilz-Herbar, Fungarium, Funga und so weiter.
Ich sehe schon einer Mitteilung über falsche Mehltaupilze und andere
Oomyceten entgegen: "Die Pseudofunga in Deutschland: Neue Wirte, neue
Fundnachweise". Hoffentlich wird diese Mitteilung dann überhaupt von
den Mykologen und Pilzfreunden beachtet ...
Also von meiner Seite ein Plädoyer für das Wort Pilz im weiten Sinne.
Liebe Grüße in die Runde
Bernd
Der Juergen, (vor 6095 Tagen) @ Christoph
Hallo Christoph,
Man könnte z.B. auch sagen, dass ein Wal ein Fisch sei. Dass Wale
verwandtschaftlich zu den Säugetieren gehören und meines Wissens - wenn
ich das jetzt nicht falsch im Kopf habe - mit den Bären verwandt sind,
bedeutet ja auch nicht, dass die Zoologen, die an Bären forschen auch Wale
bearbeiten müssen.
Laut neuesten Erkenntnissen sind die Wale mit den Flusspferden verwandt.
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/159623.html
hatte ich neulich bei Richard Dawkins gelesen ("Geschichten vom Ursprung des Lebens") ---> LESENSWERT!
Grüßle
Juergen
Christoph , (vor 6095 Tagen) @ Der Juergen
Hallo Jürgen,
cool, dann doch mit den Huftieren (die Vermutung hatte ich auch schonmal gehört). Flusspferde und Wale, wer hätte das gedacht?
Besten Dank für die Info!
LG
Christoph
Hallo Christoph,
Laut neuesten Erkenntnissen sind die Wale mit den Flusspferden verwandt.
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/159623.html
hatte ich neulich bei Richard Dawkins gelesen ("Geschichten vom Ursprung
des Lebens") ---> LESENSWERT!
Grüßle
Juergen
Christoph , (vor 6095 Tagen) @ Der Juergen
Hallo Jürgen,
aus deiner Literaturwuelle (letzter Absatz):
Die heutigen Wale werden von einem ausgestorbenen primitiven Wal abgeleitet, der sich vor etwa 50 Millionen Jahren, im frühen Tertiär, aus einer Gruppe ebenfalls ausgestorbener, --> bärenähnlicher LESENSWERT!
Grüßle
Juergen
BO, (vor 6094 Tagen) @ Christoph
Hallo Bernd,
genau das hatte ich ja gemeint - es kommt darauf an, wie man das Wort
"Pilz" definiert.
Man könnte z.B. auch sagen, dass ein Wal und ein Fisch sei. Dass Wale
verwandtschaftlich zu den Säugetieren gehören und meines Wissens - wenn
ich das jetzt nicht falsch im Kopf habe - mit den Bären verwandt sind,
bedeutet ja auch nicht, dass die Zoologen, die an Bären forschen auch Wale
bearbeiten müssen.
Dein Blick auf die Pilze ist ein rein historischer, wie Du ja selber sagst.
Dann müsste man aber auch konsequent sein und die Flechten nicht als Pilze
sehen, obwohl es biologisch selbstverständlich Pilze sind.
Es gibt sogar enge Verwandtschaftsgruppen, in denen sowohl lichenisierte wie
auch nicht lichenisierte Arten enthalten. Traditionell werden Flechten
aber nicht von Mykologen, sondern von Lichenologen bearbeitet.
Dass die deutschsprachigen Namen für Pilzarten keinem Nomenklaturcode
unterworfen sind, da sind wir uns, denke ich, völlig einig. Ich fand es
immer schon albern, jede Umkombination ins Deutsche zu übertragen
(Maischönkopf statt Mairitterling... *grusel*). Aber manche Begriffe
definieren biologische Zusammengehörigkeiten - auch im Deutschen.
Tiere sind nunmal Tiere - oder sollte man sessile Korallen wie früher so
geschehen nicht zu den Tieren zählen?
Pflanzen sind nunmal Pflanzen. Und auch hier gibt es das Problem der Algen,
die nicht zu den Pflanzen i.e.S. gehören (z.B. Braunalgen, Rotalgen usw.).
Pilze sind Pilze, egal ob lichenisiert oder nicht, egal ob saprob lebend oder
Mykorrhizapilz, egal ob Destruent oder Symbiont, egal ob ein- oder
vielzellig.
Bakterien wiederum sind für mich weiterhin Prokaryoten. Actinomyceten sind
für mich beispielsweise keine Pilze.
Zudem kann man im Deutschen auch ganz bequem sagen: pilzartige Organismen...
Aber vielleicht sind das auch biologische Spitzfindigkeiten.
Deine Argumente sprechen für mich eher dafür, die Pilze als Begriff ganz zu
streichen und sie zu den Pflanzen zu zählen. Historisch gesehen ist die
Mykologie eine Teildisziplin der Botanik. Die meisten Profimykologen (bei
uns) - oder mittlerweile alle(?) - sind offiziell Botaniker (Lehrstuhl für
spezielle Botanik usw.) oder gar Mikrobiologen (sind Pilze dann doch
Bakteiren?).
In der Gesetzgebung sind Pilze immer noch Pflanzen. Passt also auch.
Die Zeitschrift GEO lässt die Pilze bei ihren Tagen zur Artenvielfalt immer
noch als Mycophyta laufen.
Mir dreht es als Biologen dabei zwar den Magen um, aber was ist schon dabei?
Denke ich Deinen Ansatz konsequent weiter, sind alle Pilze und sogar manche
Bakterien (Blau"algen", Strahlen"pilze" =
Actinomyzeten, Mund"flora" *grins*) allesamt
"Pfanzen".
Wenn man für sich privat den Begriff "Pflanze" so definiert, ist
das halt so. Und das ist die historische Sichtweise.
Wenn Du den Begriff "Pilz" für Dich so definierst, wie Du es hier
darlegst, ist das ebenfalls so und niemand kann Dir hier reinreden. Er ist
weniger historisch, eben ein kleines Stück moderner, da Du die Pilze von
den Pflanzen abkoppelst (warum eigentlich?).
Ich möchte nur zu bedenken geben, dass manchmal Dritee (andere Leser) solche
Ansichten auch im biologischen Sinn übernehmen, da nicht jeder genau weiß,
ob es nur eine historische Interpretation ist oder ob es um biologische
Begriffe geht, die Verwandtschaften darstellen sollen.
Ich finde es beispielsweise sehr schade, dass viele Flechten nicht als Pilze
wahrnehmen, nur weil sie statt mit Bäumen (z.B. Steinpilz) eben mit Algen
(z.B. Xanthoria - ein wunderschönder Ascomyzet) zusammenleben.
Das führt dann zu solchen wunderbaren Blüten, dass in manchen Büchern zu
lesen ist, dass Omphalina ericetorum auf einer Flechte parasitiert...
Dabei ist er selber die Flechte und der Lamellenpilz ist nur der
Fruchtkörper der Flechte.
Mir ist das alles zu kompliziert. Müsste ich auf einer Exkursion erklären,
dass dieser kleine zierliche Lamellnpilz gar kein Pilz ist, weil er -
obwohl ein Basidiomyzet - in seinem Myzel Algen als Zuckerproudzenten hält
und deswegen eine Flechte und kein Pilz ist, komme ich mir sehr komisch
vor.
Da finde ich es leichter zu sagen, dass eine Flechte in Pilz ist und ein
falscher Mehltau kein Pilz ist, sondern nur aussieht wie einer.
Als Abschluss: Für mich ist die Entenmuschel auch keine Muschel, sondern eine
Crustaceae (Krebstier), trotz oberflächlicher Ähnlichkeit mit einer
Muschel. Den deutschen Namen der Art ändere ich deshalb aber nicht, denn
der Begriff Entenmuschel ist eingeführt und jeder weiß, was man damit
meint.
Die Diskussion ist eigentlich müßig, da Du jeden Begriff so verwenden kannst,
wie Du möchtest. Ich finde es aber interessant, herauszubekommen, warum so
oft an solchen Begriffsdefinitionen (wie "Mycophyta" oder
"Pflanze" im juristischen Sinne) festgehalten wird.
Allein, den Umkehrschluss über Begriffe wie "Mykologe",
"Lichenologe", "Botaniker", "Phycologe" usw.
kann ich für mich gar nicht nachvollziehen. Ein Phycologe schaut sich
Algen an, weshalb "Blaualgen" keine Nakterien mehr sein dürfen?
Ein Mykologe schaut sich auch Schleimpilze an, weshalb sie keine Amöben
mehr sein dürfen? Beliebig fortsetzbar...
Schau Dir mal einen jungen Babyschleimpilz an. Na, wenn das keine Amöbe ist!
Oder schau dir mal Dictyostelium an. Der bleibt Zeit seines Lebens als
kleine Amöbe. Dass sie sich später treffen und gemeinsam einen winzigen
"Fruchtkörper" bilden ist putzig, aber vorher kriecht das
Gesamtgebilde wie ein Wurm durch die Landschaft. Es gibt schöne
Filmaufnahmen davon. Wenn Du Dir das mal anschaust, dann würde mich
interessieren, was an Dictyostelium überhaupt pilzartig sein soll.
Liebe Grüße
Christoph
(der nicht aus seiner Biologenhaut kann)
Hallo Christoph,
die "Biologenhaut" ist ja sehr wertvoll und wenn man das von Anfang an richtig studiert hat, hat man einen guten Vorteil.
Ich lerne aus unserer Diskussion, dass für die lateinisch-wissenschaftlichen Namen die Nomenklaturregeln zuständig sind, aber für die deutschen Begriffe die historische Dimension beachtet werden sollte und auch der Einfluss des Sprachgebrauchs maßgebend ist. Das erinnert also dann eher an die Diskussionen zu den jeweiligen Rechtschreibreformen. Leider gibt es auf dem Gebiet der Regeln für deutsche Namen im deutschsprachigen Mitteleuropa kaum irgendwelche Initiativen, die als wirkliche Richtschnur gelten könnten.
Herzliche Grüße aus Bonn
Bernd