Hallo Armin,
gratuliere zu deinem Fund. Ich habe letzte Woche auch zwei Kollektionen von Bol. subappendiculatus gemacht (bzw. eine wurde mir von einem Freund gebracht).
Für mich sind Bol. appendiculatus und Bol. subappendiculatus zwei gut getrennte Arten. Das mit den fehlenden mikroskopischen Merkmalen stimmt nicht. Es hat bisher nur noch niemand beide Arten wirklich gut verglichen. Die Originalbeschreibung ist nicht ganz das "gelbe vom Ei", da z. T. die Mikroangaben nicht mit dem Typus (hab ich nachuntersucht) übereinstimmen. Daher die Aussage, er sei von Bol. appendiculatus nicht unterscheidbar...
Makroskopisch ist er insbesondere anhand des Fleisches zu erkennen: Bol. appendiculatus ist gelbfleischig, Bol. subappendiculatus weißfleischig mit gelber "Rinde". Sein Fleisch blaut fast nicht (höchstens in den Röhren und der gelben Rinde), dafür wird es schnell intensiv fleischrosalich, in Hut und Stiel (jedenfalls bei meinen Kollektionen). Man könnte ihn daher für einen etwas zu gelben Steinpilz halten! An Bol. appendiculatus denkt man dann z. T. weniger. Ist auch schon so in der Literatur geschehen...
Zur Ökologie: Ich kenne ihn, genau wie auch Bol. appendiculatus selbst, nur von sauren Böden...
Vergessen kann man das im "Engel" zitierte Merkmal des fehlenden Anhängsels. Das kann mindestens so schön ausgeprägt sein, wie bei Bol. appendiculatus s. str.
Dafür scheint der Hut von Bol. appendiculatus s. str. dunkler braun zu sein, aber um die Konstanz zu prüfen, braucht en mehr Kollektionen bzw. Beobachtungen.
Zusammenfassend:
mindestens drei Unterschiede zw. den Arten:
Fleischfarbe
Fleischverfärbung
Sporenform und -maße
Ökologie...
Grüße, Christoph
Anhängsel-Röhrling im Nadelwald
Nach dem Fund von Boletus junquiellus ( Beitrag vorher) fand ich in dem
gleichen Wald einen (noch jungen) Anhängselröhrling. Wie bei B.
junquiellus gehen auch hier die Meinungen der Experten auseinander. Die
einen machen aus dem B. appendiculatus im Laubwald einen B.
subappendiculatus im Nadelwald. Makroskopisch u. mikroskopisch sollen kaum
Unterschiede bestehen. Dann sollte man es auch bei appendiculatus
belassen.Eine schwächere Blauverfärbung des Fleisches ist beim
Nadelwaldtyp vermerkt. Ich habe es jedoch nicht ausprobiert ( wollte ihm
nicht weh tun, war ja noch so jung -der Kleine-)
Übrigens steht appendiculatus nicht nur auf Kalk, wie in vielen Bücher
vermerkt, sondern ich habe ihn hier auf sauren Boden gefunden. Nachzulesen
auch bei Krieglsteiner im Band 2 "Die Großpilze Baden
Württembergs"
Noch ein Hinweis auf die 2 Abbildungen von appendiculatus und
subappendiculatus bei "Dähncke 1200 Pilze" Man könnte die 2
schönen Bilder getrost untereinander auswechseln, es würde keiner
merken.Oder sind sie eventuell identisch...?
Gruß Armin