Lorcheln sind generell in Verruf wegen vermuteter Giftstoffe. Ich glaube, du
wirst keinen Pilzberater finden, der das Haftungsrisiko auf sich nimmt,
dir Lorcheln freizugeben. Wenn du mit Lorcheln experimentierst, geht das
komplett auf deine Gefahr, und die ist so klein nicht.
Hallo Stephan, Nannette,
tja, da muss ich mich dann wohl mal outen, dass ich zu den Pilzberatern gehöre, die Herbst- und Grubenlorchel freigeben. Ich konnte nirgendwo einen Hinweis finden, dass die Art gut erhitzt giftig sein soll. Thermolabile Giftstoffe sind in vielen Pilzen enthalten, daher natürlich auch immer die Betonung auf "gut erhitzt". Bedeutet mindestens 15 Minuten bei über 60°. Wer sein Wok-Gericht nicht so lange köcheln lassen will, der muss dann natürlich die Lorcheln vorher in kochendem Wasser entsprechend erhitzen.
Roh giftige Arten sind z.B. alle Scheidenstreiflinge, aber auch Hexenröhrling und Rotkappen, ebenso der Perlpilz. Sicherlich gibt es noch eine ganze Zahl weiterer Beispiele. Man kann das auch nicht mit dem Gyromitrin-Syndrom der Frühjahrs-Lorchel vergleichen, das ja ebenfalls thermolabil ist, aber entscheidend unangenehmere Wirkung hat (Lebergift). Lorcheln, Rotkappen, Perlpilz sind roh "nur" magen-darm-giftig, allerdings teils sehr heftig. In Amerika soll schon mal ein Todesfall wegen roher Rotkappe aufgetreten sein.
beste Grüße,
Andreas