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DER Fund der letzten 10 Jahre

Der Schwammerer, (vor 9162 Tagen)

So nun ist´s auch an mir nach langem Darben einen Fund aus einer anderen Pilzwelt zu vermelden.

Nach eineinviertel Stunden war mein Korb und meine Ersatzplastiktüte (Backup-system) rand voll gefüllt, so daß ich am Rückweg noch gut ein Dutzend Steinis stehen lassen mußte (und wollte).

Viele aduleszent (bierflaschendicker Stiel und suppentellergroßer Hut) jedoch von fester madenfreier Konsistenz. Ein paar Schnecken stören da nicht (mich zumindest). Die 50 Stück hatten ein Durchschnittsgewicht von über 200 g.

Es war ein absoluter Höhepunkt meiner pilzsammlerischen Laufbahn. Inzwischen aufgeteilt und an Freunde und Bekannte verteilt.

Überhaupt muß man anmerken, daß Steinis dabei waren, die mit unglaublicher Größe bereits direkt aus dem Moos schoben. Es waren Jungpilze (weißes, engporiges Futter und noch weiß-cremefarbene Huthaut) mit mehr als 15 cm Hutdurchmesser darunter

Ein wenig verstört grüßt euch der Schwammerer

P.S. Noch eine Frage

Bereits zum 2. Mal innerhalb der letzten Woche traf ich auf Pilze, die in keinem meiner 6 Bücher vermerkt sind. Vielleicht könnt ihr mir ja helfen.

Sie sind vom Habitus sehr den Trompetenpfifferlingen ähnlich, gleiche Größe, gleiche Stielfarbe und -dicke. Nur der "Hut" unterscheidet sich. Dieser hier war "lorchelig" aus so 5 - 8 gehirnwindungsartigen Wulsten bestehend. Die Farbe war ein ins gelbliche gehendes hellbraun. Keine Leisten, keine Lamellen, keine Poren, völlig glatt.
Die Pilze hatten dabei ggü den Trompetenpfifferlingen auch eine leicht ins gallertige gehende Konsistenz.
Sie treten in Gruppen von 30-50 Stück dichtgedrängt direkt an Bachläufen auf.

Hat wer ne Ahnung??

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Re: DER Fund der letzten 10 Jahre

Der Schwammerer, (vor 9162 Tagen) @ Der Schwammerer

P.S. Habe heute morgen direkt an einem Weg 2 kg frischeste Wiesenchamps abgeschnitten. Hatte ich auch schon 5 Jahre nicht mehr und jetzt stehen sie direkt an Weg.

Gruß vom schwammerer

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Re: DER Fund der letzten 10 Jahre

adi rehm, (vor 9162 Tagen) @ Der Schwammerer

So nun ist´s auch an mir nach langem Darben einen Fund aus einer anderen
Pilzwelt zu vermelden.
Nach eineinviertel Stunden war mein Korb und meine Ersatzplastiktüte
(Backup-system) rand voll gefüllt, so daß ich am Rückweg noch gut ein
Dutzend Steinis stehen lassen mußte (und wollte).
Viele aduleszent (bierflaschendicker Stiel und suppentellergroßer Hut) jedoch
von fester madenfreier Konsistenz. Ein paar Schnecken stören da nicht
(mich zumindest). Die 50 Stück hatten ein Durchschnittsgewicht von über
200 g.
Es war ein absoluter Höhepunkt meiner pilzsammlerischen Laufbahn. Inzwischen
aufgeteilt und an Freunde und Bekannte verteilt.
Überhaupt muß man anmerken, daß Steinis dabei waren, die mit unglaublicher
Größe bereits direkt aus dem Moos schoben. Es waren Jungpilze (weißes,
engporiges Futter und noch weiß-cremefarbene Huthaut) mit mehr als 15 cm
Hutdurchmesser darunter
Ein wenig verstört grüßt euch der Schwammerer
P.S. Noch eine Frage
Bereits zum 2. Mal innerhalb der letzten Woche traf ich auf Pilze, die in
keinem meiner 6 Bücher vermerkt sind. Vielleicht könnt ihr mir ja helfen.
Sie sind vom Habitus sehr den Trompetenpfifferlingen ähnlich, gleiche Größe,
gleiche Stielfarbe und -dicke. Nur der "Hut" unterscheidet sich.
Dieser hier war "lorchelig" aus so 5 - 8 gehirnwindungsartigen
Wulsten bestehend. Die Farbe war ein ins gelbliche gehendes hellbraun.
Keine Leisten, keine Lamellen, keine Poren, völlig glatt.
Die Pilze hatten dabei ggü den Trompetenpfifferlingen auch eine leicht ins
gallertige gehende Konsistenz.
Sie treten in Gruppen von 30-50 Stück dichtgedrängt direkt an Bachläufen auf.
Hat wer ne Ahnung??

hallo, schwammerer,
gratulation zu deinem tollen fund!
dein unbekannter pilz könnte der SCHLÜPFRIGE KAPPENPILZ (LEOTIA LUBRICA) sein.
bei mir scheint er in folgenden büchern auf:

PHILlips, der große kosmos-naturführer PILZE

ERHART e.a., der kosmos- pilzführer

MICHAEL - HENNIG, Handbuch für pilzfreunde,bd.2

LAMAISON/Poles, der große pilzatlas

CETTO, der große pilzführer bd.3
der lustige pilz wird im allgemeinen als ungenießbar angegeben. ich nehme ihn immer dazu und hab' noch nie etwas ungewöhnliches verspürt.
adi

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Re: DER Fund der letzten 10 Jahre

Der Schwammerer, (vor 9162 Tagen) @ adi rehm

hallo, schwammerer,
gratulation zu deinem tollen fund!
dein unbekannter pilz könnte der SCHLÜPFRIGE KAPPENPILZ (LEOTIA LUBRICA)
sein.
bei mir scheint er in folgenden büchern auf: PHILlips, der große
kosmos-naturführer PILZE
ERHART e.a., der kosmos- pilzführer
MICHAEL - HENNIG, Handbuch für pilzfreunde,bd.2
LAMAISON/Poles, der große pilzatlas
CETTO, der große pilzführer bd.3
der lustige pilz wird im allgemeinen als ungenießbar angegeben. ich nehme ihn
immer dazu und hab' noch nie etwas ungewöhnliches verspürt.
adi

Vielen Dank Adi,

ich glaub ich hab einfach die verkehrten Bücher.

Gruß vom Schwammerer

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Re: gallertkäppchen ist giftig! *PIC*

michel, (vor 9160 Tagen) @ adi rehm

dein unbekannter pilz könnte der SCHLÜPFRIGE KAPPENPILZ (LEOTIA LUBRICA)
sein.
bei mir scheint er in folgenden büchern auf: PHILlips, der große
kosmos-naturführer PILZE
ERHART e.a., der kosmos- pilzführer
MICHAEL - HENNIG, Handbuch für pilzfreunde,bd.2
LAMAISON/Poles, der große pilzatlas
CETTO, der große pilzführer bd.3
der lustige pilz wird im allgemeinen als ungenießbar angegeben. ich nehme ihn
immer dazu und hab' noch nie etwas ungewöhnliches verspürt.
adi

dann hattest du wahrscheinlich nie viel davon gefunden bzw. mitgenommen. leotia lubrica enthält gyromitrin und ist ungefähr so giftig wie die frühjahrslorchel, also unter umständen tödlich! gyromitrin wird durch erhitzen zum teil abgebaut und wirkt erst ab einem schwellenwert, darum kann es genau wie bei der frühjahrslorcheln manchmal gar keine, und dann plötzlich schwerste vergiftungen auslösen. dier pilz sollte unter keinen umständen gegessen werden! auch in der pilzepilzegalerie ist er lediglich als ungeniessbar bezeichnet:

[image]

ciao michel

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Re: DER Fund der letzten 10 Jahre *oT*

elfi ⌂, (vor 9162 Tagen) @ Der Schwammerer

- kein Text -

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Re: DER Fund der letzten 10 Jahre

thomas, (vor 9162 Tagen) @ Der Schwammerer

Überhaupt muß man anmerken, daß Steinis dabei waren, die mit unglaublicher
Größe bereits direkt aus dem Moos schoben. Es waren Jungpilze (weißes,
engporiges Futter und noch weiß-cremefarbene Huthaut) mit mehr als 15 cm
Hutdurchmesser darunter

Tach;

Gratulation und merk dir die Stelle.
Und hoffe vor allem, das die Verrückten, die unsere Wälder in Parzellen von 30x30 Meter einteilen, Dir den Platz noch einige Jahre lassen.
Es ist eine Schande, was unsere "Forstwirtschaft" zur Zeit so treibt. Bei mir im Naturpark Augsburg Westliche Wälder wird systematisch jeder Waldweg mit schweren Maschinen vernichtet, in Jungwäldern werden alle 30 Meter Schneisen eingeschlagen und das nicht verwertbare Holz einfach liegengelassen, meterhoch.

Nach getaner Arbeit wächst da nix mehr, kein Fliegenpilz, kein Perlpilz, kein Steini... meiner Ansicht nach ist das ein Verbrechen.

Das man damit auch Windwurfschneisen erzeugt, weil ja die innen wachsenden Bäume ein nicht so tiefes Wurzelwerk aufweisen wie die Bäume am Waldrand, weiss jeder Waldbesitzer bei uns, nur dem Forstamt ist das egal.

Gruss;

Thomas

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Re: DER Fund der letzten 10 Jahre

Der Schwammerer, (vor 9162 Tagen) @ thomas

Ich kann dir nur voll und ganz recht geben.

Es ist unerträglich, wie die Wälder zur Vollernter-Zone umgewandelt werden.

Früher nannte man das Flurschaden und die Bundeswehr mußte die Wiederaufforstung bezahlen.

Aber zu meinem großen glück wohne ich genau zwischen 2 Naturparks, dort wird zwar auch von staatlich konzessionierten Rabauken versucht die bayerische Kulturlandschaft zu zerstören. Nur: Sie dürfen nicht überall.

Und so kommt der Unterschied noch stärker heraus. Monokultur in Pflanzparzellen und gesunder Mischwald (was bei mir in der Gegend Fichte-Buche ist) mit Bäumen aller Altersstufen, bemoosten alten Wegen, eingestreuten Jungwaldparzellen, Bachläufen mit Überschwemmungszonen etc.

Der eine tot (zumindest pilzmäßig), der andere ein Naturparadies mit einer ungekannten Pilz- und Artendichte. So und nur so kommt der Wald auch seiner Funktion als Erholungsraum für den Menschen nach.

Die Holzbarone (bei uns gibt´s nicht nur die staatlichen Kahlschläger) sollten den Flurschaden bezahlen müssen, den sie verbrechen.

Gruß vom Schwammerer

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Re: DER Fund der letzten 10 Jahre

thomas, (vor 9159 Tagen) @ Der Schwammerer

... und gesunder Mischwald (was bei mir in der Gegend

Fichte-Buche ist) mit Bäumen aller Altersstufen, bemoosten alten Wegen,
eingestreuten Jungwaldparzellen, Bachläufen mit Überschwemmungszonen etc.

Tach,

Genau in so einem Mischwald bin ich am Samstag noch gelandet. Dort gab es einen unglaublichen Pilzreichtum, hunderte von Fliegenpilzen die in 10 Meter langen Streifen Kappe an Kappe standen, Hexenröhrlinge, die in meiner Gegend fast ausgerottet sind, waren in grossen Mengen unter den jungen Buchen zu sehen, Steinpilze standen rudelweise im Seegras und auf den Mooswegen und Lichtungen, ein wunderschönes Bild...und nur einige hundert Meter weiter, in der Fichtenmonokultur, nichts, rein gar nichts.

Aber auch dieser Mischwald wird in einem Jahr Geschichte sein, weil bereits wieder die vorgesehen Schneisen mit roter Farbe angezeichnet sind...

Ich frage mich , wie das enden soll :-(

Gruss;

Thomas