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Risspilze (Österreicher) *PIC*

interhias ⌂, (vor 5752 Tagen)

Hallo zusammen,

die folgenden Risspilzkollektionen stammen alle aus dem Tiroler Zillertal (sauerer Fichtenwald über 1500 m);

Koll. 1) Inocybe cf. pseudohiulca Kühner; höckersporige Marginata

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Sporen: 10,1 x 6,8 (9-11,5[13] x 6-7,5), Q=1,56 (1,33-1,62[2,00]); Kaulos in der untereren Stielhälfte vorhanden, aber spärlich; Hymenialzystiden variabel, recht voluminös, überwiegend mäßig dickwandig;

Diese Kollektion habe ich mal als Inocybe cf. pseudohiulca Kühner abgelegt – kenne die Art jedoch nicht. Könnte das hinkommen? Die Sporen sind vielleicht ein bisschen arg kurz (in der Lit. werden meist 9-12 oder 9-13 µm angegeben), doch alle anderen Merkmale passen recht gut. Auch die Fk auf den Fotos von E. Ferrari zeigen am Hutrand teils deutliche Velumreste und oft nur spärliche am Scheitel; einigermaßen passend sind wohl auch die Hutfarben und die großen, voluminösen Hymenialzystiden

Hymenialzystiden:

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Sporen in KOH:

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Koll. 2a) Inocybe aff. cincinnata var. major

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Komische Schwammerl gibt’s bei den Österreichern; nur unter dem Mikroskop betrachtet hätte ich diese Kollektion bombensicher für I. cincinnata var. major gehalten. Nur leider haben die Teile keine violette Stiespitze und sind nur recht bescheiden schuppig. Was könnte das sein?

Pleurozystiden schlank fusoid bis lageniform und gelblich in KOH:

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Lamellenschneide mit braunen Parazystiden:

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Sporen recht breit, 8,6 x 5,6 (8-10 x 5-6,5), Q=1,53 (1,42-1,82):

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und Koll. 2b) aus demselben Wald, meiner Meinung nach sicher dasselbe wie Koll. 2a:

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Lamellenschneide:

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Bei beiden Kollektionen fallen die relativ breiten Sporen auf, ein Merkmal, das mir bei bayerischen cincinnata-Funden schon hin und wieder aufgefallen ist.

Komplette Beschreibungen und weitere Fotos zu den hier vorgestellten Kollektionen findet ihr auf meinen Inocybe-Seiten unter den Nummern 3, 5 und 6.

Grüße aus München
Hias

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Re: Risspilze (Österreicher)

Helmut, (vor 5752 Tagen) @ interhias

Servus Hias,

I. speudohiulca ist mir noch nicht untergekommen. Trotzdem hätte ich bei der Übereinstimmung mit Ferrari und z. B. auch Alessio das "cf." weggelassen. einzelne Deiner Sporen scheinen ja bis 13 µm lang gewesen zu sein. Alessio gibt eine Sporenlänge bis 12 µm an (dafür breiter), Stangl's Angaben sind noch deutlich größer. Der hat aber auch etwas andere Hymenialzystiden gezeichnet und das Aquarell schaut ebenso anders aus. Da wäre jetzt vielleicht wieder die Originalbeschreibung wichtig (Kühner& Boursier in Bull. trimest. Soc. mycol. Fr. 48: 107, 1933), die ich leider nicht habe. Am Besten Du schreibst hinter den Artnamen "ss. Ferrari 2005" und/oder "ss. Alessio 1980".

I. cincinnata hatte ich erst einmal vor vielen Jahren ohne Violett-Töne. Ansonsten kann man den Fund m. E. gar nicht anders bestimmen. Da kommt man mit keinem Schlüssel hin, das spricht für Deine gute Kenntnis der Art. Selbst die konische Spitze der Sporen glaube ich auf Deinen Fotos erkennen zu können (die Kuyper ein wenig übertrieben gezeichnet hat). Der Sporenquotient scheint etwas variabel, bei zwei meiner Kollektionen hatte ich den mal ausgerechnet: Einmal 1,4 bis 1,7, ein andermal 1,6 bis 1,8.

Gruß

Helmut

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Re: Risspilze - Nachfrage

Helmut, (vor 5752 Tagen) @ Helmut

Servus Hias,

hatte vergessen Dich zu fragen, ob Du die Art auch schon in Bayern hattest.

Gruß

Helmut

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I. pseudohiulca *PIC*

interhias ⌂, (vor 5752 Tagen) @ Helmut

Servus Hias,
hatte vergessen Dich zu fragen, ob Du die Art auch schon in Bayern hattest.
Gruß
Helmut

Servus Helmut,

leider nein, I. pseudohiulca ist völlig neu für mich, deshalb schwimme ich ja auch a weng.

Sehr interessant, dass du auch schon mal eine I. cincinnata mit ohne Violetttönen gefunden hast. Dafür hatte ich ja letztens möglicherweise eine I. flocculosa mit violetter Stielspitze - irgendwas mach ich falsch [image]

Jedenfalls fand ich diese Tiroler Pseudocincinnatas schon kurios, es waren ja immerhin gleich zwei fette Kollektionen ohne jede Spur von Violett und ohne richtig schuppige Stiele. Man müsste mal einen Tiroler Inocybe-Freund fragen, ob die in ihren sauren Bergnadelwäldern öfter solche Teile finden. In Bayern hab ich sowas noch nie gesehen.

Grüße
Hias

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Re: Risspilze (Österreicher) *PIC*

Andreas 2, (vor 5752 Tagen) @ Helmut

Hallo Hias und Helmut,

ich denke auch, dass das gut zu I. pseudohiulca passt. Die Sporenangaben bei Kühner liegen bei (9,5) 10-13 (13,7) x (6,5) 7,2-9,5. 2µm Abweichung bei so großen Sporen sind nicht so gewaltig und etwas Variabilität muss man diesen Geschöpfen doch zugestehen (Sicher, hier gehen die Auffassungen weit auseinander)?

Ich besitze einen als I. pseudohiulca bestimmten Fund (leg. F. Wendland, det. A. Vesper, rev. U. Luhmann). Allerdings aus einer Bergbaufolgelandschaft ganz ohne Nadelbäume (was dort bei einigen typischen Nadelbaumbegleitern häufig vorkommt). Die Sporen waren deutlich größer, im Mittel 12,4 x 9,5 und mehrheitlich mit stark vorgezogenen Höckern. Bild (Diascan) hänge ich an.

Originaldiagnose sende ich Euch in den nächsten Tagen zu. Muss sie noch scannen.

I. cincinnata kommt hier hin und wieder ohne oder extrem schwach ausgeprägte Lilatöne vor. Meine Funde stammen fast alle von sauren Böden. Dass das aber auf den Boden zurückzuführen ist, bezweifle ich. Die Pilze sind sehr Standorttreu und ich konnte sie über längeren Zeitraum beobachten. Dabei musste ich feststellen, dass sie am selben Standort auch mit deutlichen lila Farben vorkommen.

Gruß Andreas

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Re: Risspilze (Österreicher)

interhias ⌂, (vor 5751 Tagen) @ Andreas 2

Hallo Hias und Helmut,
ich denke auch, dass das gut zu I. pseudohiulca passt. Die Sporenangaben bei
Kühner liegen bei (9,5) 10-13 (13,7) x (6,5) 7,2-9,5. 2µm Abweichung bei
so großen Sporen sind nicht so gewaltig und etwas Variabilität muss man
diesen Geschöpfen doch zugestehen (Sicher, hier gehen die Auffassungen
weit auseinander)?
Ich besitze einen als I. pseudohiulca bestimmten Fund (leg. F. Wendland, det.
A. Vesper, rev. U. Luhmann). Allerdings aus einer Bergbaufolgelandschaft
ganz ohne Nadelbäume (was dort bei einigen typischen Nadelbaumbegleitern
häufig vorkommt). Die Sporen waren deutlich größer, im Mittel 12,4 x 9,5
und mehrheitlich mit stark vorgezogenen Höckern. Bild (Diascan) hänge ich
an.

Hallo Andreas,

diese I. pseudohiulca sieht schon deutlich anders aus als meine Tiroler. Auch Helmut hat ja zurecht erwähnt, dass Stangl seinem Aquarell nach zu schließen offensichtlich einen viel dunkleren Pilz im Auge hat als z.B. Ferrari.

Mal schaun, ob ich sowas hier in Bayern auch mal finde.

Beste Grüße
Hias