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Total OT: Anglizismen und Volksverdummung

Gábor, (vor 5731 Tagen)

Hallo liebe Forenleser,

so sinnfreie Wortschöpfungen wie "Key-Account-Manager" statt schlicht und einfach Hausmeister oder "Back-Office-Management" für simple Bürotätigkeit finde ich schon ziemlich deppert.

Aber als ich gestern an einer neuen Muckibude in meinem Stadtteil vorbeifuhr, bin ich doch fast vom Fahrrad gefallen!

Da stand allen Ernstes dick und fett:
"Institut für Gewichts- und Trainingsmanagement" !

Sorry für das bisschen OT, aber ich rege mich über solche Dinge gerne künstlich auf :-)

LG, Gábor

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Re: Total OT: Anglizismen und Volksverdummung

Gábor, (vor 5731 Tagen) @ Gábor

nun bin ich auch noch Opfer meines eigenen Geschreibsels geworden.

Denn "sorry" und "OT(Off-Toppic)" sind ja natürlich auch Anglizismen :-(
Ein Teufelskreis...

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Re: Total OT: Anglizismen und Volksverdummung

Ingo, (vor 5731 Tagen) @ Gábor

so sinnfreie Wortschöpfungen wie "Key-Account-Manager" statt
schlicht und einfach Hausmeister oder "Back-Office-Management"
für simple Bürotätigkeit finde ich schon ziemlich deppert.

Hallo Gabor,

der Geist der Zeit halt. Vor allem scheint die Übersetzung auch noch nach
Bundesland zu differieren. Bei uns nennt man den Hausmeister "Facility Manager"
und der Key Account Dingsda ist ein schnöder Drücker (Verkäufer)....
;-))

Grüßlis nach Köln - Ingo

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Re: Total OT: Anglizismen und Volksverdummung

Gábor, (vor 5731 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

hast recht mit key account sowieso, das sind wohl Verkäufer.
Ist aber auch im Grunde einerlei.
Denn so oder so finde ich es deppert.
Ich musste ja schon von meiner Muttersprache umlernen und nun auch noch das.

LG, Gábor

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Re: Total OT: Anglizismen und Volksverdummung

Ingo Wagner, (vor 5730 Tagen) @ Gábor

Sorry für das bisschen OT, aber ich rege mich über solche Dinge gerne
künstlich auf :-)
LG, Gábor

Hallo Gabor!

Ich kenne da ja noch jemand, mit dem würdest du dich wahrscheinlich diesbezüglich gut verstehen (mein Pilzchef), der diese teilweise unsinnige Vermischung (Denglisch) der Sprache gern thematisiert.

Dabei mag es vielleicht gerade noch sein, dass man englische Begriffe übernimmt, wenn sich deutsche nicht finden lassen. Der allgemeine "Trend" geht ja aber zur Vermischung der Sprache und da kommen gerne mal solche Wortschöpfungen zu stande wie Back-Shop für Bäckerei bzw. Laden zum Verkaufen von Bäckereiprodukten, der Engländer ansich dürfte den Laden aber wohl eher im Hinterhof suchen.

Oder kennt ihr "Matratzen-Outlet" und die Zeitung "Deutschland-today"?

Sieht aus, als wäre man nicht weltoffen, wenn man sowas anprangert? Aber mal ehrlich: wer braucht die News wenn es Nachrichten gibt. Aber die sind wohl nicht neu genug!

VG Ingo W

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Re: Total OT: Anglizismen und Volksverdummung

Der Juergen, (vor 5730 Tagen) @ Gábor

Hallo Gábor,

ist zwar nicht direkt Denglisch, aber folgende Umwidmung hat mich neulich beinahe in eine Gartenmauer fahren lassen. In einem Wohngebiet bei uns in der Nähe gibt es einen Friseur-Salon, der sich tatsächlich so benannt hat:

AtmospHair

Grüßle
Jürgen

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Re: Total OT: Anglizismen und Volksverdummung

Rainer_aus_AC, (vor 5730 Tagen) @ Gábor

Hallo Gábor,

auch ich finde es manchmal etwas erschreckend, wie oft und gedankenlos man "neu-deutsche" (denglische) Begriffe verwendet, die - bei genauerer Betrachtung - keinen Mehrwert bringen, oft ist in der Tat das Gegenteil der Fall. Ich selbst nehme mich da nicht aus, es ist speziell in meiner Branche (Weichware) halt sehr verbreitet.

Andererseits: Sprache ist nun mal im Fluss, das war schon immer so. Wenn man genau hinschaut, haben wir viele (die meisten?) Worte, die wir heute als "typisch deutsch" empfinden, auch irgendwann mal von den Franzosen, Italienern, Polen, .... übernommen. Ob das damals auch als "Volksverdummmung" galt - bei einigen Leuten vermutlich.

Ich rege mich auch gerne mal künstlich über was auf, aber ich finde, da gibt's schlimmeres .. ;-)

LG,
Rainer.

PS:
Und weil mich der Begriff Drücker geärgert hat (ok, ist nicht von Dir ...):

Ein "Key-Account-Manager" ist (wie Du sicherlich weisst) normalerweise jemand, der einen Groß-Kunden seines Unternehmens ganzheitlich betreut und das Team (Berater, Entwickler, ...), das für und mit diesem Kunden arbeitet und neue Lösungen konzipiert, führt und koordiniert. Also schon etwas anderes als ein "Drücker" ... . Und da viele Firmen international aufgestellt sind und/oder internationale Kunden haben, haben sich englische Tätigkeitsbezeichnungen halt eingebürgert und durchaus als sinnvoll erwiesen. Ich weiß nicht, was daran schlimm sein sollte ... Ohne den Key-Acount-Manager eines Unternehmens, das z.B. Spezialgläser herstellt, und der dann Kunden z.B. wie Olympus, Nikon, ... betreut, gäbe es nicht die Mikroskope der Qualität, wie wir sie heute kennen.

Aber, igitt, der KAM ist ja eigentlich auch nur eine Art Verkäufer, das ist natürlich unter aller Würde ... Über so was rege ICH mich dann eher auf ...

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Re: Total OT: Anglizismen und Volksverdummung

Gábor, (vor 5730 Tagen) @ Rainer_aus_AC

Hallo Rainer,

mir ging es ja gar nicht darum, hier irgendwelche Berufsstände zu bewerten.
Vielmehr darum, dass - und zwar hauptsächlich im Vertriebsbereich (Marketing!) - mit einer Menge heißer Luft durch hauptsächlich englischsprachige Begrifflichkeiten versucht wird, teilweise einfache Sachverhalte zu hochtrabenden Wortschöpfungen zu kredenzen.
Sinn und Zweck der Übung ist für mich natürlich klar:
Die "Deutschland-News" lassen sich scheinbar besser verkaufen :-)

LG, Gábor

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Re: Total OT: Anglizismen und Volksverdummung *PIC*

Alis ⌂, (vor 5730 Tagen) @ Gábor

Sorry für das bisschen OT, aber ich rege mich über solche Dinge gerne
künstlich auf :-)

Hallo Gábor,
ich rege mich mit auf. Besonders wenn der Eindruck vermittelt wird, dass irgend etwas besser, neuer, moderner, angesagter sein soll, wenn es einen englisch klingenden Namen bekommt, das stört mich doch sehr. Habe mich erst diese Woche bei der hiesigen Narrenzunft, welche sonst Mundart und Brauchtum pflegt, darüber beschwert, dass es da nun eine "Ü30 Lounge" gibt. Das kann und mag ich gar nicht aussprechen. Zur Erholung habe ich mal im Keller ein Asterixheft hervorgekramt.

[image]

[image]

Wobei ich mich gelegentlich auch über den Wortschatz der Mykologen aufrege.
Da habe ich manchmal auch den Eindruck dass man nicht zufrieden ist, wenn es nicht geschwollen klingt. ;-)

Hier findest du Leute, die sich auch über das Denglisch aufregen: http://vds-ev.de

Und Bastian Sick befasst sich auch nicht nur mit dem Dativ seinem Tod, sondern auch mit den Anglizimen in unserer Sprache. Hier eine schöne Vision:
http://www.bastiansick.de/dynamo/files/user_uploads/Texte/Meine_Idee_fur_Deutschland.pdf

Der würde vielleicht auch sagen, dass sich die "Deutschland-News" nicht scheinbar, sondern anscheinend besser verkaufen ;-)
( http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,315125,00.html )

Was gibt es für alternativen für Off Topic?

ST! für sachfremdes Thema

Gruß Alis

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Re: Total OT: Anglizismen und Volksverdummung

Gábor, (vor 5730 Tagen) @ Alis

: Wobei ich mich gelegentlich auch über den Wortschatz der Mykologen aufrege.
[quote]Da habe ich manchmal auch den Eindruck dass man nicht zufrieden ist, wenn es
nicht geschwollen klingt. ;-)
[/quote]
---

Hallo Alis,

ob man nun statt Apothecium oder Perithecium nicht einfach nur Fruchtkörper sagt, ist natürlich Geschmackssache.
Es gibt aber auch lateinische Begriffe, für die man erst eine deutsche Entsprechung finden müsste.
Vermutlich hat vieles in der Naturwissenschaft auch mit Tradition zu tun.

Und wenn es nach mir ginge, wären heute alle Programmiersprachen und der ganze EDV-Kauderwelsch in latein statt in englisch :-)

LG, Gábor

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Re: Total OT: Anglizismen und Volksverdummung

Rainer_aus_AC, (vor 5729 Tagen) @ Gábor

Hallo Gábor,

ja, das habe ich schon verstanden, ist ok.
Und dass im Marketing oft (unerträglich) heiße Luft produziert wird, sehe ich genauso.

Zum Thema Kommunikation & Sprache im allgemeinen denke ich, dass es primär drauf ankommt, sich so klar und verständlich wie möglich auszudrücken. Dass viele unnötige Anglizismen hier oft das Gegenteil bewirken, ist sicherlich der Fall. Aber es ist kein Problem von Anglizismen an sich; Sprache ist nicht statisch, genauso wenig wie es die Medien sind, über die wir kommunizieren (Internet, Soziale Netzwerke, ...), und der Kreis der Leute, mit denen wir es tun (der wird halt immer internationaler, das ist im Geschäftsleben so wie auch im normalen Leben und im Freundeskreis, und auch unter Pilzlern ;-).

Ich selbst finde übrigens auch, dass im Zuge der Globalisierung regionale Eigenheiten und Unterschiede immer wertvoller werden und auch gepflegt werden sollten (das betrifft nicht nur die Sprache, sondern z.B. auch das Essen ;-). Nur sollte man es locker angehen und nicht verkrampft tun. Ein "schönes" Beispiel für letzteres sind unsere Nachbarn im Westen, die, bei allen Respekt, zumindest bei der Sprache sich und Ihren jungen Leuten, die sich im Wirtschaftsleben behaupten müssen, auf Dauer keinen Gefallen tun.

Aber das soll's dazu auch gewesen sein ... Ich selbst habe halt eine Weile im Ausland gearbeitet, immer noch viel mit Leuten anderer Nationalitäten zu tun, und manchmal ist dort ein gepflegtes "Pidgin-(D)Englisch" die einfachste und beste Basis für den Austausch untereinander ...

LG,
Rainer.

Hallo Rainer,
mir ging es ja gar nicht darum, hier irgendwelche Berufsstände zu bewerten.
Vielmehr darum, dass - und zwar hauptsächlich im Vertriebsbereich
(Marketing!) - mit einer Menge heißer Luft durch hauptsächlich
englischsprachige Begrifflichkeiten versucht wird, teilweise einfache
Sachverhalte zu hochtrabenden Wortschöpfungen zu kredenzen.
Sinn und Zweck der Übung ist für mich natürlich klar: Die
"Deutschland-News" lassen sich scheinbar besser verkaufen :-)
LG, Gábor