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Re: Ja, ist auch bei mir häufig

Thomas Kirisits, (vor 5602 Tagen)

Liebe Mykologinnen und Mykologen,

Mit großem Interesse habe ich in diesem Forum die Diskussion über Hymenoscyphus albidus / H. pseudoalbidus im Zusammenhang mit dem Eschentriebsterben gelesen.

Wir arbeiten an der Universität für Bodenkultur Wien seit eingen Jahren über das Eschentriebsterben. Eine Dissertantin bei uns ist an Herbarbelegen von H. albidus / H. pseudoalbidus interessiert, die sie mit molekularbiologischen Methoden untersuchen möchte, im Hinblick darauf, ob es sich um H. albidus oder H. pseudoalbidus handelt.

Hat jemand von Euch Herbarbelege des Pilzes/der Pilze, die er/sie für diese Untersuchungen zur Verfügung stellen würde? Vor allem Aufsammlungen vor dem Auftreten des Eschentriebsterben (Erstnachweis in Deutschland 2002) wären hochinteressant, unter Umständen auch Belege, die später gesammelt wurden.

Bitte meldet Euch, falls Interesse besteht, unsere Untersuchungen zu untersützen.

Danke schon im voraus und herzliche Grüße,

Thomas Kirisits (IFFF-BOKU, http://www.wabo.boku.ac.at/507.html?&L=0)

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da hast Du ganz bestimmt recht, H. albidus ist häufig, zumindest in allen
Eschenwäldern, die ich im Frühsommer besucht habe. Der Standort ist um
diese Zeit für Pilzsammler oft nicht attraktiv, da wird nicht gesucht....
Und ja, natürlich gibt es mit immer weiter verfeinerten Untersuchungsmethoden
auch differenziertere Ergebnisse. Da lasse ich mich nicht irre machen,
denn wo ich mit meinen Hobby-Fähigkeiten, also Lichtmikroskopie und
Literatur am Ende bin, steht dann eben eine Sammelart. Alles werden wir
sowieso nie wissen :-) gut so!
Für mich ist auch die oft aus der Koinzidenz "Baumerkrankung/isoliertes
Pathogen" abgeleitete Kausalität verführerisch einfach - ohne als
Laie den Forstwissenschaftlern da die Ehre abschneiden zu wollen. Wer
weiß, warum plötzlich diese Erkrankung auftritt, viele Erkrankungen von
Bäumen sind bestimmt multifaktoriell und werden durch unterschiedlichste
Umweltveränderungen mit ausgelöst. Vielleicht gabs den H. pseudoalbidus
auch schon immer, die Ergebnisse aus der Schweiz lassen das ja auch
vermuten, nur konnte er aus irgendwelchen Gründen vielleicht seine
Pathogenität nicht entfalten. Es erinnert mich sehr an die
Phytophthora-Diskussion.
Die Zukunft wird uns vielleicht schlauer machen!
Herzlichen Gruß von Hermine