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Alles Sterne oder was? *PIC*

Ingo, (vor 5595 Tagen)

Hallo Forum,

keine Bange, ich möchte euch hier nicht mit meinen astronomischen Beobachtungen behelligen;
obwohl diese in diesem Jahr eigentlich die einzig erwähnenswerten wären.
Von Ende März bis zum Abschluß der Beobachtungssaison zum 30. April hin gab bei uns es nahezu
jeden Freitag und Samstag des Nachts klaren Sternenhimmel. In den Tagen dazwischen war es wohl
auch nicht viel anders, aber mein Equipement nutze ich nur an besagten Wochenendtagen.

Die Konsequenzen daraus, aus mykologischer Sicht, waren allerdings absehbar - elende Dürre
und eine perfekt pilzfreie Region. Ausnahme: das eine Wochenende Mitte April, wo es einen wolkigen,
verusselten Freitag gab, und ich in Folge ein paar Hohe Morcheln ablichten durfte.
Dieser Tag ist nun mittlerweile drei Monate her und aus mykologischer Sicht hat sich seitdem kaum
was geändert.

Die Tafeln mit den Waldbrandwarnstufen wechselten, je nach “Niederschlagsaufkommen“, immer mal
von 3 auf 4 und wieder zurück. Nachdem das Wetter nach Pfingsten unbeständiger wurde, gab es sogar
mal einige Tage ganz ohne Schild oder, wie zuletzt, mit einer 1 drauf.

Die Pilze allerdings interessierten sich für so was nicht – sie glänzten mit steter Abwesenheit.
So gab es heuer bei uns einen Frühsommer ganz ohne Maipilze, Ackerlinge und Condolleanas.
Da die Sterne wegen weißer Nächte seit Anfang Mai auch abwesend waren, gab es für meinereins
nichts weiter zu tun, als Buchstaben aus diverser Lektüre aufzulesen.
Man mag es kaum glauben, aber meine Knipse lag den kompletten Mai und Juni über unbenutzt
in der Ecke. Bis zum vergangenen Wochenende! Da hatten einige Sterne offensichtlich Mitleid mit
mir und erschienen auf einmal mitten am Tage.

Und zwar auf einem gut gekürzten sandigen Rasen an einem Wegrand, natürlich bei Kiefern.
In großen Gruppen waren sie dort erschienen. Da sie zum 2. Juli zum Teil ausgewachsen
waren, vermute ich deren Premiere so um den 25. Juni.

Hier ein paar Bilder, deren Qualität ich aufgrund mangelnder Übung mit der Knipse für eher
suboptimal halte.

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Keiner meiner Bestimmungsatlanten konnte mir bisher den rechten Weg weisen.
Die Sternenformationen erscheinen mir völlig sinnlos. Direkt neben dem Sky Atlas 2000,
im Bücherregal, stieß ich auf ein Werk, dessen Sinn mir völlig abgekommen war.
Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 2, scheinen sich am Rande aber auch ein wenig
mit Astronomie zu beschäftigen. Genauer gesagt, mit Geastronomie!

Aufgrund der enormen Größe der Sterne, so zwischen 1 und 2 cm, mit Maxima von 3,5 cm,
und dem frühen Erscheinungsdatum, sollten diese eventuell schon im Makroskop zu entlarven sein.

Nach den Typbeschreibungen und den anderen Merkmalen wäre nach diesem Bestimmungswerk
die Bezeichnung Geastrum minimum zutreffend. Allerdings – mit besseren Bestimmungswerken
könnte dies sicher relativiert werden..

Was meint ihr denn dazu?

Güßlis und einen klaren Himmel; äh nassen Wald - Ingo

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Re: Alles Sterne oder was?

42, (vor 5594 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

Hier ein paar Bilder, deren Qualität ich aufgrund mangelnder Übung mit der
Knipse für eher suboptimal halte.

Sooo schlecht sind die Bilder gewiss nicht!

Du fotografierst da ja mit einer sehr guten Spiegelreflex (Sony E-620). Laut
den Exifs verwendest Du eine Festbrennweite(?) von 35mm. Ist das ein
Makroobjektiv? Mir fällt auf, dass Du jeweils mit einer Blende 16 arbeitest.
Das führt zwar zu einer relativ großen Schärfentiefe, aber gleichzeitig auch zu
Beugungsunschärfen. Ein gutes Makroobjektiv hat seine größte Schärfe so im
Bereich von Blende 5 bis max. 8!

Hier noch ein Link zum Thema:
http://www.digitalkamera.de/Fototipp/Foerderliche_Blende__was_ist_das_/5397.aspx

Beste Grüße
Thomas '42' Wallner

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Re: Alles Sterne oder was?

Alpenhans, (vor 5594 Tagen) @ Ingo

Was meint ihr denn dazu?

Hallo Ingo!

Als "Erdsternliebhaber" haben mir Deine Bilder sehr gefallen. Ich bin auch der Meinung, dass es sich um G.minimum handelt.

Merkmale: Mycelialschicht nicht ablösend,Endoperidie mit Kristallen besetzt- können leicht abgewischt werden sind aber meist zumindest an der Basis zu sehen (ca 50 µ),Peristom: deutlicher Hof heller als Endoperidie,Sp: 4,5-7,2µ,
getrocknet meist deutlich gestielt.

Liebe Grüße und danke für die Bilder

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Re: Alles Sterne oder was?

Ingo, (vor 5594 Tagen) @ 42

Du fotografierst da ja mit einer sehr guten Spiegelreflex (Sony E-620). Laut
den Exifs verwendest Du eine Festbrennweite(?) von 35mm. Ist das ein
Makroobjektiv? Mir fällt auf, dass Du jeweils mit einer Blende 16 arbeitest.

Moin Thomas,

die Exifs kann man noch auslesen? Vor dir kann man auch nichts verheimlichen ;-))
Ich muß mich somit in fast allen Punkten für schuldig bekennen.
Bild 1,2,4 und 5 sind tatsächlich mit Blende 16, allerdings
verschiedenen Belichtungszeiten, aufgenommen. Für Bild 3 hatte ich Blende 4.5
spendiert. Mein Ärger bezog sich eigentlich eher auf die Bilder, die in den
Abfall wanderten. Das Thema ist allerdings zu komplex, um es hier ganz auszubreiten.

Im Grunde bin ich am vergangenen Sonntag stark wechselnden Witterungsver-
hältnissen auf den Leim gegangen. Mal sonnig, dann wieder dunkle Wolken mit
starken Windböen und leichtem Niesel und das ganze in einem Affenzahn.

Eigentlich hatte ich manuell fokussieren wollen. Aber irgendwie gab es da
auch noch ein Problem mit meiner persönlichen Lesehilfe.
Also Augen zu und Autofokus ein.

Da die Sterne sehr klein waren und dazu noch zahlreich, brachte hier f16
tatsächlich noch die besten Resultate. Wäre ich einen Meter weit weg gegangen,
hätte ich das Feld sicher auch per f7 scharf bekommen. Allerdings zu Lasten
der Details. Die Fotos mit den kleineren Blenden zeigten nur ein begrenzt
scharfen Ausschnitt.

Bei normalen Pilzgrüppchen, einem Büschel Hallimasch vielleicht, dürfte daher
Blende 9 - 11 eher zielführend sein.

Zum Gerät: Das nennt sich Olympus E620 und ist mittlerweile ausgestorben.
Für die Makrofotographie immobiler Naturobjekte ist das Zuiko 35 Makro schon
das Optimum. In den Kritiken kommt es jedenfalls super davon.
Blendenzahl ist zwischen 3.5 und 22 und es zeigt über den gesamten Bereich
kaum Schwächen. Für 150 Öken gebraucht war es dazu ein Schnäppchen.
In einschlägigen Foren wird darauf hingewiesen, dass es im extremen Nahbereich
(Makrofunktion ab 1 cm!) sehr scharf abbildet.
Im Normalbereich zwischen 15 cm und 1 m gibt es wohl Besseres am Markt.
Ab einem Objektabstand von 1 m aber gilt es als rattenscharf.
Daher ist es auch für Poträtaufnahmen bestens geeignet.

Meine Unzufriedenheit betraf also eher mein eigenes Unvermögen.
Ich hoffe, das bessert sich bald mit etwas mehr Übung. Dazu bräuchte es aber
ein paar mehr Pilze im Wald. Ich finde, die Morcheln in minem Aprilbeitrag
hatte ich schon weit besser im Griff.

Du hast es sicher bemerkt - über Fotographie könnte man sich seitenweise
auslassen. Dafür reicht es nun auch.

Grüßlis Ingo

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Re: Alles Sterne oder was?

Ingo, (vor 5594 Tagen) @ Alpenhans

Hallo Hans,

ich hatte das mit den Stielen schon gelesen. Nur war an den Fruchtkörpern
vor Ort nichts davon zu sehen. Am Wochenende sollte es viellecht einige
getrocknete Exemplare geben.

Grüßlis Ingo

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Re: Alles Sterne oder was?

Wolfgang P., (vor 5594 Tagen) @ Alpenhans

Als "Erdsternliebhaber" haben mir Deine Bilder sehr gefallen. Ich
bin auch der Meinung, dass es sich um G.minimum handelt.

Diesen Sätzen kann ich nichts hinzufügen!!