Pilze Pilze Forum
Erweitert

Cortinarius subgracilis oder barbaricus *PIC*

Älbler, (vor 5516 Tagen)

Liebe Pilzfreunde,

nach monatelangem Stöckchenumdrehen kommt jetzt endlich die Zeit, wo ein Mikropräparat pro Pilz zur Bestimmung meistens ausreicht - nämlich die Klumpfußsaison. Allerdings gibt es für die Klumpfüße mittlerweile soviele unterschiedliche Schubladen, dass ich mir nicht ganz sicher bin, wo ich denn diese Kollektion reinpacken soll:

Hut: bis 6 cm, blass cremeocker mit Olivstich (ähnlich einem anserinus, nur blasser), von der Mitte aus schön orangeocker umfärbend.
Lamellen, hell lilarosa bis malvenfarben.
Stiel weißlich, Knolle sehr flach (parvus-Typ), weiß, Mycelstränge ebenfalls weiß.
Fleisch weiß ohne auffälligen Geruch.
KOH auf Huthaut und Bulbipellis schnell über karminrot nach hellrot färbend (nicht eosinrot), im Fleisch von blass rosa nach rosabraun (siehe Foto).

Sporen: amygdaloid, grobwarzig [95% • 20 • SAP • v • H2O(nat) ] = 9,5-10,3-11,1 x 5,4-5,8-6,3 µm;
Q = 1,6-1,8-1,9; Vm = 183 µm³ (Foto 2).

Standort an einem Waldweg auf Kalkboden. Als Baumpartner kommt Fichte in Frage, obwohl direkt neben den Fruchtkörpern eine kleine Hasel stand.

Mit der FN komme ich aufgrund der hellen Hutfarben zu C. subgracilis. Aber auch C. barbaricus könnte in Frage kommen.

Wer kann mir einen Tipp geben?

Viele Grüße
Christian

[image]

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

Re: Cortinarius subgracilis oder barbaricus *PIC*

Älbler, (vor 5516 Tagen) @ Älbler

... hier folgt Foto 2 mit den Sporen:

[image]

Eintrag gesperrt
24 Aufrufe

Cortinarius aureopulverulentus *PIC*

Thüringer-Holz, (vor 5516 Tagen) @ Älbler

Check mal ob der passt.....

[image]

Eintrag gesperrt
22 Aufrufe

Re: Cortinarius aureopulverulentus

jesko, (vor 5515 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix,

C. aureopulverulentus hat eine schön goldgelbe bis grüngelbe Hutfarbe. Christians Pilze haben das nicht. Außerdem hat C. aureopulverulentus mit die größten Sporen der Sektion. Nun bin ich auch in der glücklichen Lage, für einen Fruchtkörper vom selben Standort, von der Dein Foto stammt, bestätigen zu können, dass die Sporen bis 15 my lang waren.

Viele Grüße

Eintrag gesperrt
20 Aufrufe

Re: Cortinarius subgracilis oder barbaricus

Günter Saar, (vor 5516 Tagen) @ Älbler

Liebe Pilzfreunde,
nach monatelangem Stöckchenumdrehen kommt jetzt endlich die Zeit, wo ein
Mikropräparat pro Pilz zur Bestimmung meistens ausreicht - nämlich die
Klumpfußsaison. Allerdings gibt es für die Klumpfüße mittlerweile soviele
unterschiedliche Schubladen, dass ich mir nicht ganz sicher bin, wo ich
denn diese Kollektion reinpacken soll: Hut: bis 6 cm, blass cremeocker mit
Olivstich (ähnlich einem anserinus, nur blasser), von der Mitte aus schön
orangeocker umfärbend.
Lamellen, hell lilarosa bis malvenfarben.
Stiel weißlich, Knolle sehr flach (parvus-Typ), weiß, Mycelstränge ebenfalls
weiß.
Fleisch weiß ohne auffälligen Geruch.
KOH auf Huthaut und Bulbipellis schnell über karminrot nach hellrot färbend
(nicht eosinrot), im Fleisch von blass rosa nach rosabraun (siehe Foto).
Sporen: amygdaloid, grobwarzig [95% • 20 • SAP • v • H2O(nat) ] =
9,5-10,3-11,1 x 5,4-5,8-6,3 µm;
Q = 1,6-1,8-1,9; Vm = 183 µm³ (Foto 2).
Standort an einem Waldweg auf Kalkboden. Als Baumpartner kommt Fichte in
Frage, obwohl direkt neben den Fruchtkörpern eine kleine Hasel stand.
Mit der FN komme ich aufgrund der hellen Hutfarben zu C. subgracilis. Aber
auch C. barbaricus könnte in Frage kommen.
Wer kann mir einen Tipp geben?
Viele Grüße
Christian

Lieber Christian,

mal davon ausgehend, daß die Fichte der partner ist, hätte ich nichts gegen C. subgracilis (im ostschwarzwald rel. häufig) einzuwenden. C. barbaricus ist eine kräftige Art der skandinavischen Funga und hat größere Sporen (11-13 x 7-8)
Schön, daß die Cortinarien bei Euch schon mal an die Oberfläche kommen, bei uns ist es noch mau!

lieben Gruß
Günter

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

Nur mal nachgefragt

jesko, (vor 5515 Tagen) @ Älbler

Hallo Christian, Günter und Felix,

ich wollte nur mal nachfragen, was denn gegen C. catharinae spräche. Hasel war auch am Standort, und die Knolle bezeichnet Christian als "vom parvus-Typ" (i.e. C. catharinae).
C. barbaricus ist in Habitus und Farben anders, wie Günter schon angemerkt hat.

Viele Grüße,
Jesko

Eintrag gesperrt
20 Aufrufe

Re: Nur mal nachgefragt

Älbler, (vor 5515 Tagen) @ jesko

Hallo Jesko, hallo Günter,

@Jesko:

Deine Frage ist durchaus berechtigt! Mit "parvus-Typ" wollte ich zum Ausdruck bringen, dass der Stiel in die Knolle etwas eingenapft ist. Da habe ich mich etwas mißverständlich ausgedrückt. Die Knolle war aber nicht so tellerförmig wie z.B. beim parvus in BK Band 5. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich catharinae nicht kenne. Deiner Frage nach aber vermute ich, dass es die "kleine" Art mit langem Stiel und flacher Knolle ist. Wenn ja, kenne ich diese Art aus unseren Kalkbuchenwäldern.

@Günter:

Gott sei Dank haben wir die Cortinarientagung nicht dieses Jahr gehabt. Dieser Fund hier war der einzige in einer regelrechten Pilzwüste.
Kann man subgracilis und catharinae auch anhand anderer Merkmale unterscheiden als wie an der Ökologie? Die Beschreibungen beider Pilze in der FN gleichen sich so ziemlich. In einem Mischwald wäre ich nicht in der Lage, die beiden Arten zu trennen, wenn der Baumpartner nicht eindeutig auszumachen ist.

Viele Grüße
Christian

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

Re: Nur mal nachgefragt

jesko, (vor 5515 Tagen) @ Älbler

Hallo Christian,

... Mit "parvus-Typ"
wollte ich zum Ausdruck bringen, dass der Stiel in die Knolle etwas
eingenapft ist. Da habe ich mich etwas mißverständlich ausgedrückt. Die
Knolle war aber nicht so tellerförmig wie z.B. beim parvus in BK Band 5.

Nein, das war nicht missverständlich. Der parvus der Schweizer (was auch immer das ist) ist sicher eher eine Extremform. Ich frage mich, ob subgracilis, den ich nicht kenne, nicht eher eine kleinere Knolle haben sollte.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich catharinae nicht kenne. Deiner Frage
nach aber vermute ich, dass es die "kleine" Art mit langem Stiel
und flacher Knolle ist. Wenn ja, kenne ich diese Art aus unseren
Kalkbuchenwäldern.

C. catharinae ist die in CFP auf Tafel B53 dargestellte Art (ut C. calochrous var. parvus) und wohl im Übrigen auch der calochrous von Moser. Der Hut ist typischerweise recht hell, der Habitus muss aber nicht immer so schlank sein. Im Laubwald ist es praktisch die Art mit weißen Rhizomorphen, die mit KOH auf Hut und an Knollenunterseite rosarot färbt.

Kann man subgracilis und catharinae auch anhand anderer Merkmale
unterscheiden als wie an der Ökologie?

Das war genau meine Frage.

Viele Grüße

Christian

Eintrag gesperrt
20 Aufrufe

Re: Nur mal nachgefragt

Günter Saar, (vor 5513 Tagen) @ jesko

Hallo Christian,
Nein, das war nicht missverständlich. Der parvus der Schweizer (was auch
immer das ist) ist sicher eher eine Extremform. Ich frage mich, ob
subgracilis, den ich nicht kenne, nicht eher eine kleinere Knolle haben
sollte.
C. catharinae ist die in CFP auf Tafel B53 dargestellte Art (ut C. calochrous
var. parvus) und wohl im Übrigen auch der calochrous von Moser. Der Hut
ist typischerweise recht hell, der Habitus muss aber nicht immer so
schlank sein. Im Laubwald ist es praktisch die Art mit weißen
Rhizomorphen, die mit KOH auf Hut und an Knollenunterseite rosarot färbt.
Das war genau meine Frage.
Viele Grüße

Hallo Christian und Jesko,

m.Erf. nach können diese eingenapften Stiele bei den meisten calochroi vorkommen, besonders, wenn die Frkrp. aus einer dicken Laubschickt hervorwachsen.
Es gibt allerdings noch einen Unterschied zwischen den beiden Arten. In seiner Dissertation beschriebt Tobias Froslev noch die mikrochemischen KOH-reaktionen (10%), die bei catharinae pink ausfällt, sprich, die Epikutishyphen färben sich rosa, bei subgracilis nicht. Läßt sich auch am Exsikkat nachprüfen.

liebe Grüße
Günter