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Auf der Seidenstraße im Kohlerevier ...

jesko, (vor 5509 Tagen)

... war ich gestern im dichten Morgennebel unterwegs. Ganz up-to-date ist dieser Titel vielleicht nicht mehr: Weder kann man die rekultivierten Bereiche der ehm. nordwestsächsischen Braunkohletagebaugebiete mit ihren in Mitteleuropa vielleicht einzigartigen großflächigen Pionierwäldern auf nährstoffarmen Böden noch so recht als Kohlerevier titulieren. Noch ist nach den letzten Erkenntnissen zur Systematik innerhalb der Gattung der Haarschleierlinge eine eigene Untergattung/Sektion der Seidenköpfe (Sericeocybe) gerechtfertigt. Aber immerhin fotografierte ich gestern vier Arten, die man im Moserschlüssel noch hier untergebracht findet. Die folgenden Arten sind hier vorbehaltlich der Ergebnisse einer genaueren mikroskopischen Prüfung benamst.

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Cortinarius alboviolaceus ss.l. (C. geophyllus) *PIC*

jesko, (vor 5509 Tagen) @ jesko

Es ist hinlänglich klar, dass Cortinarius alboviolaceus (Weißvioletter Dickfuß) eine Sammelart ist. Vergleicht man allein den alboviolaceus der Skandinavier (CFP/FN) mit dem der Franzosen (AdC), wird schon bei einem Blick auf die Sporen deutlich, dass das schlecht ein und dieselbe Sippe sein kann.
Unsere Tagebau-alboviolaceus – ob sie nun schlank oder wie gedrungen auf dem Foto sind - sind stets jung schön hellblau und entfärben dann sehr rasch. Die Lamellen sind dagegen immer tonfarben. Zusammen mit relativ kleinen, v.a. schmalen Sporen passt das gut zu dem, was von R. Henry als Cortinarius geophyllus („Erdblättriger Dickfuߓ) beschrieben wurde. Das Foto wurde bei Traubeneiche und Linde aufgenommen.

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Cortinarius xanthocephalus ss. FN *PIC*

jesko, (vor 5509 Tagen) @ jesko

Bei dieser in den Eichenanpflanzungen recht typischen rundsporigen Sericeocybe (anomalus-Gruppe) würde man nach dem Funga-Nordica-Schlüssel problemlos beim Orton’schen Cortinarius xanthocephalus landen. Allein: Ich bin mir einerseits nicht sicher, ob da in FN nicht noch mehrere Sippen miteinander vermengt werden, und ob andererseits Ortons xanthocephalus wirklich dieselbe Art wie unser Tagebaudickfuß mit seinem stets schön gelb gegürtelten Stiel ist. Aus reiner Vorsicht habe ich dafür bislang den Henry’schen Namen C. perrugatus gebraucht, der mir besser zu passen scheint.

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Cortinarius aff. tabularis *PIC*

jesko, (vor 5509 Tagen) @ jesko

Zu diesem hier, der gleich neben dem vorherigen in einem Rekultivierungsmix aus Traubeneiche, Linde und Schwarzerle stand, möchte ich nicht viel mehr sagen, als dass es sich um eine (wie man mit bloßem Auge erkennen kann ;-) rundsporige Sericeocybe handelt. Es bedarf etwas Übung, um diese Art nicht im Feld mit der vorherigen durcheinanderzuwerfen. Hier ist das Velum weißlich und immer recht spärlich.

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Cortinarius urbicus *PIC*

jesko, (vor 5509 Tagen) @ jesko

Das üppige Velum, das in vergänglichen Fetzen dem tonblassen, nur wenig hygrophanen Hut aufliegt und einen schönen Stiefel am Stiel bildet, ist ein makroskopisches Merkmal von Cortinarius urbicus (Weidendickfuß). Das andere ist sein Doppelgeruch: Beim Aufsammeln riecht die Art stark würzig bis etwas rettichartig, was nun bei großen Telamonien wirklich nichts Besonderes ist. Spätestens dann, wenn man die Kollektion zu Hause auspackt, kommt ein zweiter Geruch hinzu, der in der Literatur als „Mirabellengeruch“ bezeichnet wird. Wenn ich ehrlich sein soll: den hatte ich immer als Weichspüler/feuchte Wäsche notiert, bis mir dann irgendwann klar wurde, dass genau das der legendäre Mirabellengeruch sein musste.
Wie ihr deutscher Name sagt, ist diese schöne Art eigentlich ein Weidenbegleiter. Im Tagebau verhält sich allerdings so mancher Pilz regelwidrig, und C. urbicus finde ich ab und an auch einfach nur bei Eiche etc.

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Re: Cortinarius urbicus

Thomas Pruss, (vor 5509 Tagen) @ jesko

Moin Jesko,
hat der Weidedickfuß eine Vorliebe für eine bestimmte Weidenart oder nimmt der alle? Wir haben ja bei uns viele Moore und Flüsse, in und an denen hauptsächlich Sal- und Silberweide wachsen.
Kommt der mit dem Moor- bzw. Kleiboden deer Marsch klar oder ist das ein Pilz, der es mager mag?
Habe ich Chancen, ihn zu finden?
Grüßlis
Thomas

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Re: Cortinarius xanthocephalus ss. FN

Champignon, (vor 5509 Tagen) @ jesko

Bei dieser in den Eichenanpflanzungen recht typischen rundsporigen
Sericeocybe (anomalus-Gruppe) w�rde man nach dem Funga-Nordica-Schl�ssel
problemlos beim Orton�schen Cortinarius xanthocephalus landen. Allein: Ich
bin mir einerseits nicht sicher, ob da in FN nicht noch mehrere Sippen
miteinander vermengt werden, und ob andererseits Ortons xanthocephalus
wirklich dieselbe Art wie unser Tagebaudickfu� mit seinem stets sch�n gelb
geg�rtelten Stiel ist. Aus reiner Vorsicht habe ich daf�r bislang den
Henry�schen Namen C. perrugatus gebraucht, der mir besser zu passen
scheint.

Aber essen kann man sie bestimmt nicht, oder?

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Re: Auf der Seidenstraße im Kohlerevier ...

pilzmel ⌂, (vor 5509 Tagen) @ jesko

Hallo Jesko,
nun muss ich doch mal nachfragen. In welchem Ex-Kohlenrevier warst du unterwegs?
Beste Grüße!
Andreas

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Re: Auf der Seidenstraße im Kohlerevier ...

jesko, (vor 5509 Tagen) @ pilzmel

Hallo Andreas,

nun muss ich doch mal nachfragen. In welchem Ex-Kohlenrevier warst du
unterwegs?

Dort, wo ich das Nachpilzenschauen mit einer kleinen Fahrradrunde verbinden kann. Das ist bei mir konkret Markkleeberg/Zwenkau Neue Harth bzw. Cospudener See. Alle Fotos sind aus 4740,13 von wenigen Quadratmetern. Im Wesentlichen findet man die gezeigten Arten aber im Südraum überall, wo entsprechend gepflanzt wurde (C. geophyllus häufig i.d.R. bei Birke, aber auch Eiche; C. xanthocephalus ss. FN häufig bei Eiche, aber auch Linde; C. urbicus indifferent, eher selten).
Möglicherweise hat es aber vor knapp 2 Wochen im Südwesten von Leipzig mehr geregnet als im Norden, und das sieht man jetzt.

Viele Grüße

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Re: Cortinarius urbicus *PIC*

interhias ⌂, (vor 5509 Tagen) @ jesko

Hallo Jesko,

wo würdest du den hier hinstecken? Die Aufsammlung von 2010 stammt aus einem Buchenwald im Würmtal (Kalk) in Oberbayern. An dem Standort hätte ich mit einem C. turgidus gerechnet, aber der hat viel größere Sporen.

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Funddaten: 27.09.2010; MTB 7934-3-1-2, 580 m; Leutstetten, Würmtal Ostufer, bei Buche (reiner Buchenbestand); gesellig bis büschelig (>8 Fk);
Hut: bis 5 cm breit, schwach eingewachsen faserig, trocken, tonblass bis hell lederbraun, jung mit feinfilzigem weißem Velum überzogen, das später ausdünnt und als eher glimmeriger Belag überdauert;
Stiel: bis 4,5 x 1,7, schwach keulig und basal meist wieder etwas verjüngt, weiß bis schmutzigweiß; Velum weiß, schwach häutig bis gestiefelt;
Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, gedrängt, bis mäßig gedrängt, schon jung beige mit weißer Schneide, alt fast unverändert, bis hellbraun; Schneiden wellig bis schartig;
Fleisch: weiß bis cremefarben, in der Stielspitze braun marmoriert;
Geruch: nach Kohlrabi;
Geschmack: exakt nach Kohlrabi;
KOH (30%): auf allen Teilen des Fk schmutzigbraun bis dunkelbraun (siehe Foto Schnittbild);
Mikromerkmale vom Exsikkat:
Sporen: übw. ellipsoid, Apex meist mittelbreit gerundet, normal isoliert warzig, am Apex etwas gröber, schwach bis mäßig dextrinoid, Maße: 8,3 x 5,1 (7,5-9 x 4,5-5,5), Q=1,62 (1,50-1,78), 20 Sp. gemessen;

Grüße aus München
Hias

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Re: Cortinarius urbicus

jesko, (vor 5509 Tagen) @ Thomas Pruss

Hallo Thomas,

Cortinarius urbicus ist eine recht charakteristische und - wenn Du frische und typische Exemplare hast - kaum zu verwechselnde Art. Wahrscheinlich möchtest Du ihn deshalb gern finden, damit Du Dich nicht wieder zur Ader lassen musst.
Zumindest bei uns gehört C. urbicus aber nicht zur "Standardausstattung" von Weidenbeständen. Das kann in anderen Gebieten anders aussehen. Ich habe die Vermutung, dass urbicus auf nicht zu sauren Böden steht.
Aber unter Weide nach Schleierlingen zu schauen, lohnt sich auf jeden Fall. Da gibt es einige Arten, die oft auch keine größeren Bestimmungsschwierigkeiten bieten. Wenn Du schöne Kollektionen hast, dann fotografier doch einfach mal und mach einen Beleg. Die Chancen stehen gut, dann auch einen Namen zu finden.

Viele Grüße.

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Re: Cortinarius urbicus

jesko, (vor 5509 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

Dein Fund scheint ebenfalls ein schönes Beispiel dafür zu sein, dass C. urbicus nicht auf Weide beschränkt ist. Mit den Sporenmaßen und dem von Dir angegebenen Kohlrabigeruch (bei urbicus notiere ich i.d.R. subraphanoid, d.h. ein eindeutiger Rettichgeruch ist das i.d.R. nicht) passt urbicus eigentlich ganz gut. Bezüglich der Edellaubwaldfunde von cf. urbicus wäre auch noch auf C. arvalis zu verweisen, der sich jedoch m.E. nur unbefriedigend von urbicus abtrennen lässt (geringfügig größere Sporen). Man könnte also annehmen, urbicus ist auch von Anderen ohne Weide gefunden worden, nur wurden diese (seltenen) Funde als arvalis bezeichnet. Überhaupt ist bei den meisten Cortinarius-Arten, die ich von Salicaceae kenne, zu sagen, dass sie grundsätzlich auch mal bei anderen Laubbäumen stehen können (s. etwa saniosus). Vielleicht mögen sie dort einfach die Konkurrenz anderer, stärker spezialisierter Arten nicht. Das ist natürlich Spekulation.
Turgidus (ss. Moser, CFP, FN etc., non ss. AdC) hätte eben größere Sporen und nach der Literatur und meinen (eher wenigen) Erfahrungen auch keinen Rettichgeruch.

Na ja, diese verdammten Dinger sind sich halt doch alle ziemlich ähnlich.

Viele Grüße und weiter viele schöne Schleierlinge ...

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Kann man sie essen?

jesko, (vor 5509 Tagen) @ Champignon

Aber essen kann man sie bestimmt nicht, oder?

Über eine evtl. Giftigkeit ist zumindest mir nichts bekannt. Sie könnten giftig sein, aber wahrscheinlich sind sie's nicht. Eigentlich wäre es gut, so etwas für den Fall zu wissen, dass das Kind mal in den Brunnen gefallen ist.

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Re: Cortinarius urbicus

interhias ⌂, (vor 5509 Tagen) @ jesko

Hallo Jesko,

dank dir für die Einschätzung. 2009 habe ich solche Dinger auch mal an einem Parkplatz unter jungen Eichen gefunden. Mal schaun, ob's heuer noch was wird mit den Cortinarien.

Grüße
Hias

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Re: Cortinarius urbicus

jesko, (vor 5509 Tagen) @ interhias

Nochmal hallo,

was mir noch dazu einfällt, ist, dass man vielleicht nicht a priori ausschließen sollte, dass der typische mediterrane Eichenbegleiter C. (diosmus var.) araneosovolvatus (i.d.R. mit deutlicher Scheide) hier auch mit reinspielt. Vom Geruch her ist das das Gleiche, die Sporen sind leicht unterschiedlich.

Viele Grüße

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Re: Auf der Seidenstraße im Kohlerevier ...

pilzmel ⌂, (vor 5508 Tagen) @ jesko

Hallo Jesko,
aha, habe ich mir schon fast gedacht. Die Ex-Löcher im Süden...
Jene im Norden (ohnedies noch ziemlich nackt ringsum) haben tatsächlich kaum nennenswerten Regen gesehen. LVZ meinte "alles zog nördlich und südlich am Delitzscher Raum vorbei."
Ich verschenke mein Auto und kauf´ mir ein Kamel.
Beste Grüße!
Andreas

Hallo Andreas,
Dort, wo ich das Nachpilzenschauen mit einer kleinen Fahrradrunde verbinden
kann. Das ist bei mir konkret Markkleeberg/Zwenkau Neue Harth bzw.
Cospudener See. Alle Fotos sind aus 4740,13 von wenigen Quadratmetern. Im
Wesentlichen findet man die gezeigten Arten aber im Südraum überall, wo
entsprechend gepflanzt wurde (C. geophyllus häufig i.d.R. bei Birke, aber
auch Eiche; C. xanthocephalus ss. FN häufig bei Eiche, aber auch Linde; C.
urbicus indifferent, eher selten).
Möglicherweise hat es aber vor knapp 2 Wochen im Südwesten von Leipzig mehr
geregnet als im Norden, und das sieht man jetzt.
Viele Grüße

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Re: Auf der Seidenstraße im Kohlerevier ...

jesko, (vor 5507 Tagen) @ pilzmel

Hallo Andreas,

Ich verschenke mein Auto und kauf´ mir ein Kamel.

Oder Du sattelst auf Gasteros um, die werden auf längere Sicht in den staubtrockenen postmontanindustriellen Halbwüsten um Delitzsch gute Chancen haben.

Viele Grüße.

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Immer wieder: Respekt!!!

Thüringer-Holz, (vor 5505 Tagen) @ jesko

Dieses Telamonia-Gen fehlt mir irgendwie.....

Gibts da einen Trick??

Bitte mehr davon!

Schleierhafte Gruesse

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Re: Auf der Seidenstraße im Kohlerevier ...

Günter Saar, (vor 5504 Tagen) @ jesko

Lieber Jesko, liebe Andere Alle,

nicht ganz in time, aber ich möchte mich auch noch kurz zu Wort melden:

-C. alboviolaceus: auch ich habe einige Kollektionen des kleinsporigen alboviolaceus, und alle auch in ähnlichen Habitaten gefunden: Halden im Saarland (Steinkohlebergbau) und in der Nähe von Köln (Braunkohle) jeweils unter Birke, Salweide, Espe, Eiche, Hainbuche… Auffällig für mich waren die meist spindelig zugespitzten Stiele, während ich farblich keine nennenswerten Unterschiede finden kann.
Ich hab’ die Art auch erst mal C. geophyllus als Arbeitsnamen belegt, wobei der gute Henry 1958 mit C.g. wohl nur eine weitere Beschreibung von alboviolaceus abgeliefert hat (Sporen: 8,5-9,9 x 6,5-6,6) C. acutissipes wäre hier vielleicht noch ein guter Name. Den hat Henry 1981 in den Sericeocyben-Ring geworfen, und zwar mit den unseren Funden entsprechenden kleineren Sporen.(im AdC allerdings mit alboviolaceus-Sporengröße) Da haben unsere Franzosen wohl versehentlich etwas durcheinander gebracht 

- so was wie xanthocephalus mit einfarbig hellbraunem Hut hatte ich mal unter Linde gehabt
- Dein C. tabularis ist mir unbekannt.

- C. urbicus: Was Du und Hias als urbicus darstellen, kenne ich eher aus Kalk-Nadelwäldern und ist für mich nicht die Art, die in der CFP dargestellt ist. Ich verstehe unter C. urbicus einen anderen Pilz: mit weniger keuligem Stiel und weniger Velum (schönerer Sericeocybe-aspekt). Aber vielleicht ist das alles doch nur das gleiche. In nächster Umgebung kenne ich jedenfalls 4 Myzelien, die immer erst spät im Jhr (Okt./Nov.) unter Salix alba nach ausgiebigen Niederschlägen fruktifizieren
Es bleibt beim Formenkreis um urbicus/diosmus/niveoglobosus noch großer Sequenzierungsbedarf. Auch die neueren Namen in der FN ( wie alboglobosus und argillaceosericeus) helfen hier nur bedingt weiter.
Anbei ein paar Fotos, wobei C. urbicus leider etwas rotstichig daher kommt.

Schönen Abend

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Re: Auf der Seidenstraße im Kohlerevier ... *PIC*

Günter Saar, (vor 5504 Tagen) @ Günter Saar

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Re: Auf der Seidenstraße im Kohlerevier ... *PIC*

Günter Saar, (vor 5504 Tagen) @ Günter Saar

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Re: Auf der Seidenstraße im Kohlerevier ... *PIC*

Günter Saar, (vor 5504 Tagen) @ Günter Saar

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Re: Auf der Seidenstraße im Kohlerevier ...

jesko, (vor 5504 Tagen) @ Günter Saar

Lieber Günter,

danke für Deine Antwort.

Bis in die Originalbeschreibung von geophyllus und Konsorten war ich noch nie vorgedrungen. Aber es lohnt sich anscheinend, da auch mal reinzuschauen. Bliebe natürlich auch hier das übliche Henry-Problem, ob man sich auf die Sporenmaße in den früheren Henry-Beschreibungen verlassen kann, denn so viel Großsporiges hat sonst niemand gefunden. Vermutlich war das Immersionsobjektiv mit nordfranzösischem Rapsöl geeicht und dann mit dickem südfranzösischen Olivenöl verwendet worden ...
Zumindest bei der Abbildung von acutispissipes in AdC XII muss ich sagen, dass ich so etwas wie oben auf der Tafel im Tagebau nie gesehen habe, sondern nur die kleinen, relativ blassen (bzw. rasch entfärbenden) Teile. Die dafür aber zu Hunderten.
Der alboviolaceus der Franzosen ist größer und kräftiger gefärbt, zu dem würde ich andere Funde von mir stellen (nicht von unseren Halden). Den alboviolaceus der Skandinavier habe ich so selbst noch nie gefunden.

- so was wie xanthocephalus mit einfarbig hellbraunem Hut hatte ich mal unter
Linde gehabt

Der als C. xanthocephalus ss. FN vorgestellte Pilz ist in den Rekultivierungsgebieten eine recht häufige Art bei Eiche. Vor ein paar Tagen hatte ich das erste Mal Exemplare rein bei Linde. Dass ich die Art nicht öfter bei Linde finde, liegt wohl einfach mit daran, dass es in den Rekultivierungsgebieten an geeigneten Lindenstandorten mangelt.
Auch von Anderen habe ich Abbildungen der Art bei Linde gesehen.

- Dein C. tabularis ist mir unbekannt.

Mir auch noch. Der war vielleicht eine kleine Überraschung. Hab noch nicht reingeschaut.

- C. urbicus: Was Du und Hias als urbicus darstellen, kenne ich eher aus
Kalk-Nadelwäldern und ist für mich nicht die Art, die in der CFP
dargestellt ist.

Das sehe ich nicht so. Ich finde so etwas auch bei Weide (bzw. Weide/Birke) und kann das nicht von meinen Funden bei Eiche unterscheiden. Im Übrigen lässt ja gerade CFP auch andere Begleitbäume zu.
Auf meinem Bild sind ganz junge und knuffige Exemplare zu sehen, bei denen das gestiefelte Velum noch sehr stark ausgeprägt ist (und den mit dem dicksten Velum habe ich nach vorn gelegt). Das Velum schwindet dann rasch und ist oft ganz weg, obwohl die Fruchtkörper noch einen recht frischen Eindruck machen. Auf Deinem dritten Bild sieht man das doch auch gut. Auf den anderen Bildern sind keine Stiele ganz junger Pilze zu sehen. Der Habitus ist sicher sehr variabel. Auch hier zeigt Dein drittes Bild keulige Stiele.
Dass hier weiterhin Klärungsbedarf besteht, daran gibt es keinen Zweifel. Ein paar Namen waren ja auch in der Diskussion gefallen.

Viele Grüße

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Re: Auf der Seidenstra�e im Kohlerevier ...

Champignon, (vor 5503 Tagen) @ Günter Saar

Lieber Jesko, liebe Andere Alle,
nicht ganz in time, aber ich m�chte mich auch noch kurz zu Wort melden: -C.
alboviolaceus: auch ich habe einige Kollektionen des kleinsporigen
alboviolaceus, und alle auch in �hnlichen Habitaten gefunden: Halden im
Saarland (Steinkohlebergbau) und in der N�he von K�ln (Braunkohle) jeweils
unter Birke, Salweide, Espe, Eiche, Hainbuche� Auff�llig f�r mich waren
die meist spindelig zugespitzten Stiele, w�hrend ich farblich keine
nennenswerten Unterschiede finden kann.
Ich hab� die Art auch erst mal C. geophyllus als Arbeitsnamen belegt, wobei
der gute Henry 1958 mit C.g. wohl nur eine weitere Beschreibung von
alboviolaceus abgeliefert hat (Sporen: 8,5-9,9 x 6,5-6,6) C. acutissipes
w�re hier vielleicht noch ein guter Name. Den hat Henry 1981 in den
Sericeocyben-Ring geworfen, und zwar mit den unseren Funden entsprechenden
kleineren Sporen.(im AdC allerdings mit alboviolaceus-Sporengr��e) Da
haben unsere Franzosen wohl versehentlich etwas durcheinander gebracht
�
- so was wie xanthocephalus mit einfarbig hellbraunem Hut hatte ich mal unter
Linde gehabt
- Dein C. tabularis ist mir unbekannt.
- C. urbicus: Was Du und Hias als urbicus darstellen, kenne ich eher aus
Kalk-Nadelw�ldern und ist f�r mich nicht die Art, die in der CFP
dargestellt ist. Ich verstehe unter C. urbicus einen anderen Pilz: mit
weniger keuligem Stiel und weniger Velum (sch�nerer Sericeocybe-aspekt).
Aber vielleicht ist das alles doch nur das gleiche. In n�chster Umgebung
kenne ich jedenfalls 4 Myzelien, die immer erst sp�t im Jhr (Okt./Nov.)
unter Salix alba nach ausgiebigen Niederschl�gen fruktifizieren
Es bleibt beim Formenkreis um urbicus/diosmus/niveoglobosus noch gro�er
Sequenzierungsbedarf. Auch die neueren Namen in der FN ( wie alboglobosus
und argillaceosericeus) helfen hier nur bedingt weiter.
Anbei ein paar Fotos, wobei C. urbicus leider etwas rotstichig daher kommt.
Sch�nen Abend

emmmm und wo sind jetzt die Fotos?
LG Champignon

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Fotos sind doch im ganzen Thread verteilt *oT*

Thüringer-Holz, (vor 5503 Tagen) @ Champignon

- kein Text -