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Inocybe fuscidula var. fuscidula (?) *PIC*

Harald Andres Schmid, (vor 5470 Tagen)

Hallo, zusammen
[image]
Ich habe hier ein Risspilzchen, dass ich vorstellen möchte,
alledings habe ich auch noch eine Frage wegen der Sporengrösse.

Unser Verein hat dieses Jahr das erste Mal das Bestimmertreffen
der Aargauischen Vereine durchgeführt.
Ich fragte Sepp, ob er mir ein nettes Risspilzchen dabei habe.
Er sagte nein.
Aber natürlich hat er mir dann doch eine hübsche Inocybe vor die Nase gelegt...

Ich kam mit den Schlüsseln von Stangl und Andreas auf
Inocybe fuscidula var. fuscidula

Ein Restzweifel bleibt allerdings:
Die Sporen sind etwas zu gross.
Ich mass im Schnitt 12 Tausendstel.

Ist meine Bestimmung korrekt?
Viel käme als Alternative nicht in Frage:

Mikroskopisch ähnlich wäre nur noch
Inocybe posterula, aber da passen die Abbildungen
und Beschriebe der Hutoberfläche nicht,
und I. sindonia kenne ich gut, die hat auch eine andere Hutoberfläche.
Die Zeichnung bei Stangl Seite 361 passt eigentlich ganz gut zu meinem Exemplar...

Was meint Ihr, ist die Abweichung der Sporenlänge im Toleranzbereich?
Ich habe die Sporen allerdings direkt im Präparat gemessen,
aber unreife Sporen wären ja meist eher zu kurz als zu lang...
Eine Nachmessung der Sporen durch einen Kollegen ergab 11 Tausendstel,
aber das wäre auch immer noch etwas sehr im oberen Bereich...

Inocybe fuscidula var. fuscidula Velenovsky - Braunstreifiger Risspilz

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Danke, Sepp, für das Pilzchen, der Tag am Mikroskop
hat sehr viel Freude gemacht!

Gruss, Harald Andres

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Re: Inocybe fuscidula var. fuscidula (?)

Helmut, (vor 5470 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Ich habe hier ein Risspilzchen, dass ich vorstellen möchte,
alledings habe ich auch noch eine Frage wegen der Sporengrösse.
Ein Restzweifel bleibt allerdings: Die Sporen sind etwas zu gross.
Ich mass im Schnitt 12 Tausendstel.
Was meint Ihr, ist die Abweichung der Sporenlänge im Toleranzbereich?
Ich habe die Sporen allerdings direkt im Präparat gemessen,
aber unreife Sporen wären ja meist eher zu kurz als zu lang...
Eine Nachmessung der Sporen durch einen Kollegen ergab 11 Tausendstel,
aber das wäre auch immer noch etwas sehr im oberen Bereich...

Servus Harald Andres,

wenn's nur an der Sporengröße liegt, ist das kein Problem. Schon Stangl gibt für fuscidula bis 11 µm an, in Einzelfällen bis 12µm. Was aber nach den gängigen Schlüsseln alles als I. fuscidula bestimmt wird, ist nicht unbedingt immer die selbe Art. Deshalb sammele ich bei solchen potentiellen Sammelarten (fuscidula, flocculosa, nitdiuscula, ...) nur noch "gute" Kollektionen: Frisch mit älteren und ganz jungen Expl.

Auf meinem Bildschirm haben Deine Fotos übrigens einen Grünstich - ich gehe aber davon aus, dass kein Grün- oder Olivton auf dem Hut dabei war. Das würde eher gegen fuscidula sprechen.

Gruß

Helmut

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Re: Inocybe fuscidula var. fuscidula (?)

Harald Andres Schmid, (vor 5469 Tagen) @ Helmut

Hallo, Helmut
Ganz herzlichen Dank!
Die Fotos haben klar einen Grünstich.
Bei Kunstlicht aufgenommen.
Ich hatte nur ein Einzelexemplar bekommen,
das schränkt die Möglichkeiten natürlich ein.
Ich habe immer noch unendlich Spass
an den Inocyben...
Lieben Gruss und Dank, Harald Andres

Servus Harald Andres,
wenn's nur an der Sporengröße liegt, ist das kein Problem. Schon Stangl gibt
für fuscidula bis 11 µm an, in Einzelfällen bis 12µm. Was aber nach den
gängigen Schlüsseln alles als I. fuscidula bestimmt wird, ist nicht
unbedingt immer die selbe Art. Deshalb sammele ich bei solchen
potentiellen Sammelarten (fuscidula, flocculosa, nitdiuscula, ...) nur
noch "gute" Kollektionen: Frisch mit älteren und ganz jungen
Expl.
Auf meinem Bildschirm haben Deine Fotos übrigens einen Grünstich - ich gehe
aber davon aus, dass kein Grün- oder Olivton auf dem Hut dabei war. Das
würde eher gegen fuscidula sprechen.
Gruß
Helmut

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@Helmut: noch ein unklares Exemplar: *PIC*

Harald Andres Schmid, (vor 5469 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo, Helmut,

Wenn wir grad dabei sind:
Hier noch ein unklares Exemplar.
So ähnlich habe ich auch schon Exemplare
von Inocybe sindonia gesehen.
Vor allem das Velum am Stiel wäre auffällig.

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Allerdings stimnmt hier einiges nicht:
Die Kaulos sind nur ganz oben bis zum
dichten Velum am Stiel vorhanden.
Das dünkt mich untypisch.
Die Zystiden sind nicht auffallend schmal.

Das Exemplar wurde mir an einem
Mikroskop-Abend in die Hand gedrückt.
Es ist darum nur schlecht dokumentiert (Standort?),
auch habe ich keine Mikrozeichnungen angefertigt.

Ich hatte noch die Möglichkeit in Erwägung gezogen,
dass die Stielzystiden zerdrückt waren.
Aber ich habe auch mit Präparieren der Stielobefläche
keine Exemplare unter der Mitte gefunden, nur Velumreste.

Klar ist nur folgendes:
Bis Seite 21, Ziffer 47, bei Stangl stimmt alles,
inkl. aller Mikromerkmale.
Die Sporen sind 9.5 lang.
Dann geht die Raterei los:
Keine auffallend kurzen oder auffallend schmalen, spindelförmigen Zystiden.
Was kommt denn noch in Frage?

Kannst Du mit diesen spärlichen Informationen etwas anfangen?

Gruss, Harald Andres

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Re: @Helmut: noch ein unklares Exemplar:

Helmut, (vor 5469 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Servus Harald Andres,

mit dem Vorbehalt, dass man mit den etwas spärlichen Infos (v. a. hinsichtlich Mikroskopie) auch daneben liegen kann, empfehle ich mal einen Vergleich mit I. posterula. Auf die Idee bin ich wegen der ockerlichen Hutfarbe, der gut ausgebildeten Cortina, dem +-rein weißen Stiel und der passenden Sporengröße gekommen.

Gruß

Helmut

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Re: @Helmut: noch ein unklares Exemplar:

Harald Andres Schmid, (vor 5468 Tagen) @ Helmut

Servus Harald Andres,
mit dem Vorbehalt, dass man mit den etwas spärlichen Infos (v. a.
hinsichtlich Mikroskopie) auch daneben liegen kann, empfehle ich mal einen
Vergleich mit I. posterula. Auf die Idee bin ich wegen der ockerlichen
Hutfarbe, der gut ausgebildeten Cortina, dem +-rein weißen Stiel und der
passenden Sporengröße gekommen.
Gruß
Helmut

Hallo, Helmut,
Ich danke Dir ganz herzlich...

Ich hatte gewarnt, dass der Pilz unzureichend
von mir dokumentiert wurde,
er wurde mir gegen Ende eines Mik-Abends gereicht,
als ich vom Kampf mit einer renitenten kleinen Entoloma
schon ziemlich erschöpft war.
Doch da ich ein nicht therapierbares Faible
für Risspilze habe, und seit Jahren jedes Exemplar, dass sich
nicht schnell auf den nächsten Baum rettet, unters Mikroskop lege,
(ohne dass sich dadurch bei mir im Laufe der Zeit
ein nur halbwegs vernüftiges Wissen über Risspilze aufgebaut hätte -
ich habe den Eindruck ich fange immer wieder von vorne an...),
wollte ich dem hübschen Exemplar noch rasch auf den Grund gehen...

Betr. schlecht dokumentiert:
Er hatte aber auch keine auffälligen Mikromerkmale,
wie speziel lange oder kurze, oder dickwandige Zystiden, usw.
Selbstverständlich werde ich mich aber bemühen,
in Zukunft etwas sauberer zu arbeiten.

Zum Arbeitsnamen I. posterula:
Man sollte manchmal auf seine innere Stimme hören...
Als ich beim Schlüsseln die Abbildung von I. posterlula
in B&K Band 5, auf Seite 71
und in Grosspilze Baden-W. Band 5, Seite 429 sah,
dachte ich spontan: Aber das könnte er doch sein...

Leider hielt ich dann trotzig am Sindonia-Gedanken fest,
weil I. posterula bei Stangl auf Seite 21, Ziffer 50
als "auffällig gelblich, ockerlich" geschlüsselt werden muss,
und nach meiner Erfahrung Schlüsselschritte mit "auffällig"
meist bedeuten, dass der Pilz z.B. wirklich prächtig gelb zu sein hat...

Hätte ich besser aufgepasst, beim Durchlesen des Beschriebs
von Stangl auf Seite 198, dann sagt er zwar schon:
"....im Scheitel ockergelb... orangefarbenem Beiton"....
relativiert aber auch gleich:
"...auch beigeocker oder semmelfarben..."
und davor hätte ich mich jetzt wirklich nicht zu fürchten brauchen,
denn es passt hervorragend für meinen Pilz.

Ich denke, ich kann das mal beruhigt als
"wahrscheinlich I. posterula" so stehen lassen.

Ich danke Dir für Deine Mühe, und hoffe, dass Du
auch in Zukunft verwirrte Inocybe-Anfragen meinerseits
mit der gleichen unerschütterlichen Geduld behandelst...

Ganz lieben Gruss, Dein Harald Andres