Hallo Svampskogen,
die häufigsten in der Literatur zu findenden Abgrenzungen zum Typus dulcamara basieren auf das variable und unterschiedlich stark ausgebildete Velum, welches bei deutlicher Ausprägung den Hutrand oft behangen und (oder) den Stiel ± kräftig wollig beringt bzw. im unteren Teil grob faserschuppig erscheinen lässt. Kollektionen mit so einer ringförmigen Zone werden gern Inocybe agardhii (LUND.) ORTON zugeschrieben. Neben diesem schwachen, wohl mehr durch äußere Einwirkungen beeinflussten makroskopischen Merkmal, sind bei diesem Taxon in einigen Publikationen auch die Sporen etwas schmaler, teils apikal konischer als bei I. dulcamara wiedergegeben. So z.B. bei WEHOLT (1983), BON (1988) und BIZIO & FERRARI (1999), deren Angaben sich aber durchaus noch im vertretbaren Rahmen von I. dulcamara bewegen.
Interessanter Weise findet man bei STANGL (1989) über diese Sippe keinerlei Angaben, obwohl es kaum vorstellbar, dass dieser hervorragende Inocyben-Kenner nicht auch solchen Formen in Bayern begegnet sein sollte. Da ist es schon eher wahrscheinlich, wenn auch jetzt spekulativ, dass er diese Art als solche nicht akzeptierte. KRIEGLSTEINER (1991b) stufte sie der allgemeinen Variabilität wegen, leider ohne auf spezifische Merkmale weiter einzugehen, zur Varietät zurück. Überzeugende Abbildungen findet man selten. Die in MOSER & JÜLICH (1985 ff.) und FERRARI (2006) sind untypisch und zeigen sicher nicht diese Art (Varietät), da hier genau die spezifischen Merkmale fehlen. Bei dem bei FERRARI (2006) auf Seite 314 unten abgebildeten Pilz, liegt vermutlich eine Verwechslung mit I. leucoblema vor (?).
Letztendlich liegt es an Dir, ob Du diesen Fund bei agardhii oder dulcamara einordnest. Ich plädiere zu Letzterem.
Gruß Andreas
Schönen Abend zusammen!
Habe noch einen Risspilz aus Schweden unters Mikro gelegt. Auch dieser wuchs
in einem Granitsteinbruch bei Weide. Beim Bestimmen mit FN lande ich
aufgrund des +/- persistenten Faserringes bei I. aghardii. Leider ist
dieser auf dem Foto nicht besonders gut zu sehen. Vielleicht ist es ja
auch nur eine dulcamara (nicht das ich Erfahrung mit dieser Art hätte) mit
üppigem Velum. Leider gelang mir kein gutes Bild der Cheilozystiden, diese
waren jedoch auffallend lang und schmal, dünnwandig und apikal ohne
Kristalle. Die Sporen waren meist phaseoliform (falls ich das richtig
sehe), die Masse 8.3 - 11 x 4.8 - 5.5 mü. Hoffe man kann mit den Angaben
wenigstens ein bisschen was anfangen....
Liebe Grüsse Svampskogen