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Re: Der Täuscher-Becher (nur für Asco-Freaks!)

Guy Marson, (vor 5400 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

Bildet Helicogonium selbstständig Asci oder bemächtigt sich die Art der
Asci von anderen Ascomyceten?

Helicogonium bildet schon eigene Asci, die, wenn sie zu einem frühen Zeitpunkt der Entwicklung vom Hymeniums des Wirtes angelegt werden, die Entwicklung der Wirtsasci derart stark stören, dass man (mik.) nur die Asci des Helicogoniums findet. Der Wirt sieht unterm Bino nur wenig verändert aus. Ein Beispiel: bei Durella connivens sind die befallenen (feuchten/nassen!) Hymenien dann auffallend weisslich-cremefarben wo sie im Normalfall grell gelb-grünlich wären.

Kann man Helicogonium hyaloscypharum von Helicogonium parorbiliopsidis
mikroskopisch unterscheiden?

ja, doch, also den Schlüssel hab ich nicht auswendig im Kopf, aber es ist - glaub ich - eine Sache der Haken=offen vs. H.=geschlossen vs. keine Haken vorhanden. Und der Konidiendimensionen.

Sag aber jetzt nicht, anhand des
befallenen/besiedelten Bechers!

Tja, Helicogonium Arten sind sehr wirtsspezifisch, was somit auch ein "gutes" Merkmal ist. Mehr dazu, auf Zottos "IVV-DVD" unter : /CA Taxonomic Papers/Baral/Helicogonium (oder so ähnlich)..

Ja, wie geschrieben: die ersten Bilder sind makros- wie mikroskopisch
haarlos, also Parorbiliopsis minuta, das letzte Bild makro- wie
mikroskopisch unübersehbar haarig, also Hyaloscypha intacta.
Weitere Unterschiede konnte ich überhaupt nicht herausarbeiten,
Pantoffelsporen findet man in beiden.

Hab die lange nicht mehr angeschaut. Das sind ja beide typische Winterarten und oft "nervend" häufig. Aber ich denke schon dass beide Arten berechtigt sind, wobei auch Zotto deswegen schon mehrmals Bedenken hatte. Sowas sollte man mal kultivieren und sequenzieren. Aber das ist dann eher was für den Seppo H.

VG Ingo W

Ciao,
Guy

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