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Dosen-Exkursion (nur 2 Ascos) *PIC*

Klaas, (vor 5380 Tagen)

Hallo zusammen,

draußen ist es eisig, mit der gefühlten Erkältung im Nacken beließ ich es am WE bei einer Exkursion "im Kleinen"
und warmen zu Hause. Auch wenn ich trotz (oder gerade wegen) des Mikroskopierens inzwischen nahezu rein gar nichts
mehr sicher bestimmen kann, gebe ich nicht auf (naja, zumindest noch nicht).
Was soll`s, heiter weiter, vielleicht hilft mir wer, diese leidigen "cf."`s aus dem Weg zu räumen?

Nummer 1, Pyrenopeziza cf. rubi:

[image]

Nummer 2, Ascobolus cf. stercorarius:

[image]

Hinweise sind wie immer sehr willkommen...

Grüße
Klaas

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Re: Dosen-Exkursion (nur 2 Ascos)

Ingo Wagner, (vor 5379 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas!

Auch wenn ich trotz (oder gerade wegen) des
Mikroskopierens inzwischen nahezu rein gar nichts
mehr sicher bestimmen kann, gebe ich nicht auf (naja, zumindest noch nicht).
Was soll`s, heiter weiter, vielleicht hilft mir wer, diese leidigen
"cf."`s aus dem Weg zu räumen?

Hallo Klaas!

Bei dir cf.s aus dem Weg zu räumen, wird mir wohl ziemlich schwer fallen.

Ich kann dir soviel sagen, dass meine Pyrenopeziza cf. rubi sehr wahrscheinlich mit deinen identisch sind.
Dazu würde ich gerne die Sporeninhalte bei deinem besser sehen wollen.

"Multiguttulat" kann ja viel sein, eine Ölmengenangabe wäre da besser.
Auf der Baral-DVD ist der OCI (oil-content-index) gut beschrieben, wenn du Bernard Declerqs Hymenoscyphus-Schlüssel anschaust.

Pyrenopeziza rubi, wie ich sie immer wieder mikroskopiere (die aber nicht wirklich 100%-ig zu einer mir bekannten guten Beschreibung passt), haben nur sehr wenig Öl in den Sporen, sind so 1-2(3) winzige Tröpfchen je Pol, ist vom OCI ungefähr 1-1,5.

Auch prophezeie ich dir jetzt mal, dass deine Becher mit dem Alter einen Wechsel der Fruchtschichtfarbe vollziehen (falls du sie so lange am Leben halten kannst). Die düstere Färbung wird nämlich mit der Zeit olivbraun, antrocknend sogar gelblich.

Das ist eine ganz häufige Art an Brombeere und Himbeere, besonders im Frühjahr, und trotzdem traute ich mir es bisher nicht, mein gesetztes cf. zu streichen.
Da sie aber immer wieder so aussieht, kann der Fehler schlecht bei mir liegen, ich schätze, der liegt dann bei den Beschreibern der Art.

Ich bin fast sicher, dass sämtliche Pyrenopeziza escharodes auf Rubus genau diese Art sind, auch in Pilze der Schweiz.

VG Ingo W

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Re: Dosen-Exkursion (nur 2 Ascos)

Ingo Wagner, (vor 5379 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Klaas!

Hab noch was vergessen.
Natürlich sollten deine Haare am Becherrand zumindest teilweise apikal auch hyalin sein, das sieht man ja auch makroskopisch.

Die abgebildeten Paraphysen deines Bechers sind mir beinahe etwas zu eingeschnürt an den Septen. Ob das nicht eher solche Haare sind?
Paraphysen im Zusammenhang mit Fruchtschicht wären mir da lieber. Nur so, zur Sicherheit!

VG Ingo W

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Re: Dosen-Exkursion (nur 2 Ascos) *PIC*

Klaas, (vor 5378 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

wenn Du schon die cf.s bei Deinen stehen lässt, was soll ich dann machen...

Die kleine Übersicht habe geändert (Deine ersten Anmerkungen gehen jetzt leider teilweise ins Leere) und ein
paar schlechte Sporenfotos eingefügt.

Mit den zuerst gezeigten Paraphysen hattest Du sicher wieder Recht, Form und Größe passen im Nachhinein
vergleichsweise besser zu den Haaren.
Die, die jetzt drin sind, sind zwar auch kaum als solche zu erkennen - an den Mikrofotos werde ich wohl noch
eher verzweifeln als am Bestimmen von Pilzen...

Noch zum Ölgehalt der Sporen: Ich finde es schwierig, zu schätzen, wie viel Prozent des Sporenraums mit Öl
gefüllt ist. Ich vermute bei meinen vielleicht 5 bis 10%, mal wohl auch etwas mehr - dann käme ich also auch
zu OCI=1-1,5.

So man denn wie ich nach längerer Suche in dieser Gattung gelandet ist, fliegt man dann bei solchen OCI-Werten
auch gleich wieder aus dem Declercq-Schlüssel raus - na toll.

Die Tropfengröße variiert von für mich nicht messbar bis 0,5-1µ, zumeist auch so zwischen 1 und 3 größeren
Tropfen wie bei Dir.
Bei der ersten abgebildeten Spore bin ich recht sicher, dass sie schon etwas gelitten hat - ansonsten wäre es
ein Ausreißer bei den Tropfengrößen.

Vermutlich werde ich den Farbwechsel nicht mehr mitbekommen, da sich fast alle Apos opfern mussten, aber bis zum
Frühjahr ist es ja nicht mehr so lang.

Herzlichen Dank und viele Grüße
Klaas

[image]

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Re: Dosen-Exkursion (nur 2 Ascos)

Ingo Wagner, (vor 5378 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas!

wenn Du schon die cf.s bei Deinen stehen lässt, was soll ich dann machen...

Dieses Frühjahr untersuche ich noch mal welche. Weil ich aber weiß, dass wieder das gleiche rauskommt, verschwindet das cf. wahrscheinlich dieses Jahr noch.

Mit den zuerst gezeigten Paraphysen hattest Du sicher wieder Recht, Form und
Größe passen im Nachhinein
vergleichsweise besser zu den Haaren.

Beachte, dass es genau am Rand, also im Übergang von Fruchtschicht zu Excipulum genau solche Elemente gibt. Die bilden vom Aussehen her ungefähr den Durchschnitt von Paraphysen und Haare. Diese Elemente sind auch oft für die makroskopisch erkennbare Weißrandigkeit von Mollisia und Pyrenopeziza verantwortlich.
Sehen aus wie etwas dickere und kürzere, in kürzerem Abstand septierte Paraphysen, aber schon mit Formen von den Haaren der Außenseite, bloß dünner und meist heller.

Früher habe ich sie als Rand-Paraphysen bezeichnet, inzwischen sage ich Marginalzellen. Das sieht man nicht selten in Beschreibungen, dass die bei der Auswertung der Bemaßung mitunter fälschlicherweise mit reingerutscht sind.

In der Fruchtschicht sind sie auch dadurch zu erkennen, dass sie nicht mehr von Asci durchsetzt sind, es ist also ein schmaler Bereich, wo nur diese Elemente nebeneinander stehen.

Noch zum Ölgehalt der Sporen: Ich finde es schwierig, zu schätzen, wie viel
Prozent des Sporenraums mit Öl
gefüllt ist. Ich vermute bei meinen vielleicht 5 bis 10%, mal wohl auch etwas
mehr - dann käme ich also auch
zu OCI=1-1,5.

Das ist auch immer ein wenig subjektiv, deine würden eine glatte 2 bei mir bekommen. 1 wäre bei der Sporengröße ungefähr so, dass man gerade noch was sieht, also ein Minitröpfchen per Pol.
Dass B. Declercq eine 3 vergibt (Zotto sogar 3-4 im Schlüssel, vergleiche aber Mikrozeichnungen!), würde ich nicht überbewerten. Sind alles bloß Menschen. Letztendlich sprechen alle anderen Funde dagegen, siehe auch Rubio, ist genau das gleiche:
http://www.asturnatura.com/especie/pyrenopeziza-rubi.html

Bei der ersten abgebildeten Spore bin ich recht sicher, dass sie schon etwas
gelitten hat - ansonsten wäre es
ein Ausreißer bei den Tropfengrößen.

Deine Spore 1 hat gelitten, tot zieht sich das Plasma zusammen und macht durchsichtige Löcher, sind keine öligen Tropfen. Sieht man auch immer daran, dass die Gebilde nicht mehr kugelig sind.

Vermutlich werde ich den Farbwechsel nicht mehr mitbekommen, da sich fast
alle Apos opfern mussten, aber bis zum
Frühjahr ist es ja nicht mehr so lang.

Falls sie in der Dose nicht nachwachsen, verspreche ich dir, dass du sie in jedem 2. Brombeer-Bestand mit toten Ruten auf dem Boden finden wirst, wenn die Zeit passt.

VG Ingo W

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Ascobolus

Nobi, (vor 5376 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas,

leider entdeckte ich Deinen Beitrag erst heute, aus diesem Grund meine verspätete Antwort.

Mit der Pyrenopeziza hat sich ja schon der Ingo ausgiebig beschäftigt; ich möchte Dir hier kurz meine Meinung zu dem sehr schön portraitierten Ascobolus mitteilen.

Also Ascobolus furfuraceus (stercorarius ist ein Synonym) ist das keinesfalls. Dieser hat leuchtend gelbe, größere und an der Außenseite deutlich kleiige Apothecien. Mit der Sporengröße und der Färbung halte ich die Art für Ascobolus sacchariferus. Eine Verwechslung mit Ascobolus roseopurpurascens wäre möglich, wobei ich große Zweifel an der Existenz letzterer Art hege.

Doch das ist ein anderes Thema und offensichtlich nicht so leicht zu klären.

Herzliche Grüße vom Nobi

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Re: Ascobolus *PIC*

Klaas, (vor 5374 Tagen) @ Nobi

Hallo Nobi,

die Woche über blätterte ich abends im Gerhardt (keine Ahnung warum) und hielt sofort bei "A. roseopurpurascens" inne,
das Sporenbild dort und die Beschreibung der Längsrillen mit "sehr fein punktiert-gezähnelt" kam mir sehr bekannt vor.
Allerdings weiß ich nicht, ob dies wirklich ein besonderes Merkmal ist.
(Auf dem angehängten Bild kann man die (vorwiegend in reifen, freien Sporen) gesägten Rillen vielleicht ehrahnen.)

Zudem hast Du natürlich Recht, die Außenseite der FK ist keinesfalls kleiig.
(Ich hoffe, man verzeiht mir solchen Fauxpas bei meinem ersten Versuch in dieser Gattung.)
Heute Abend konnte ich zwischen den nun wuchernden Tintlingen noch frische Apothecien sehen, hell-beige,
die älteren sind mehr dunkel-purpur, braun bis fast schwarz.

Mit meiner Schlüsselei bin ich noch nicht ganz zufrieden, mir fehlt auch ordentliche Literatur zum Thema, dennoch denke
ich inzwischen, dass Du mit A. sacchariferus sehr genau getroffen hast.

Die Frage, ob das nun ein oder zwei Arten sind, kann ich wohl kaum beantworten - jedenfalls herzlichen Dank für Deine Hilfe!

Viele Grüße
Klaas

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