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Inocybe subporospora *PIC*

interhias ⌂, (vor 5373 Tagen)

und noch so ein Inocyben-Phantom, das mir bislang nur aus der Literatur bekannt ist.

Inocybe cf. subporospora Kuyper (Keimporus-Risspilz)

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Steckbrief: Glattsporige Cortinata mit Sporen mit kleinem Keimporus, einheitlich sattbraun gefärbten Fruchtkörpern und geschlossen befaserten Hüten.
Zur Bestimmung: Aufgrund des doch deutlich ausgeprägten KP mit abgestutztem Sporenapex so bestimmt (nach Kuyper); die makroskopische Beschreibung von Kuyper passt; abweichend von seiner mikroskopischen Beschreibung sind die Hymenialzystiden in KOH nicht farblos sondern blass gelblich; nach FN wurde die Art schon unter Weide gefunden; ein Foto auf stridvall.se passt recht gut dazu.

Funddaten: 25.06.2011; Fundort: MTB 7735-4-3-2, 490 m; Fröttmaninger Heide Süd, bei Weide, fast auf blankem Schotter; gesellig (>10 Fk); verges. mit I. vulpinella;

Es gibt ja viele Inocyben mit relativ gut ausgeprägtem Kallus, aber den deutlich abgestutzten Sporenapex dieser Kollektion würde ich dann doch als kleinen Keimporus interpretieren. Die Art scheint nicht grade häufig zu sein, habt ihr vergleichbare Kollektionen?

Sporen: amygdaloid, ohne auffällig Depression oder Delle, Apex subkonisch und meist durch den KP schwach abgestutzt, KP meist deutlich, bis 0,5 breit; Maße: 9,6 x 5,7 (9-10,5 x 5-6), Q=1,71 (1,58-1,82)
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Pleurozystiden: überwiegend fusoid, bisw. subutriform oder schlank keulig, Wände in KOH blass gelblich, ca. 50-63 x 10-16, Wandstärke am Bauch 1-1,5, am Kopf 1,5-2, selten bis 3;
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Komplette Doku.

Beste Grüße
Hias

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Re: Inocybe subporospora

Andreas 2, (vor 5372 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

das passt schon. Ob die Zyst.wände farblos oder blass gelblich sich, kann man wohl in den Skat drücken. Neben rein farblosen findet man in gleichen Belegen auch fast immer schwach gelbliche.

Hier einen Link zu einer Publikation, wo ich mich schon mal intensiver mit diesem Problem rumgeschlagen habe.

http://www.pilzverein-rehna.de/downloads/cat_view/52-publikationen.html

"Studien zu zwei wenig bekannten Risspilzen, Inocybe rufuloides und I. subporospora"

Inzwischen sind noch 3 neue Funde, alle auf Sand bei Pinus dazugekommen. Diese gehen in die Richtung zur Koll. Richter. Sporen schlanker, kaum abgestutzt, aber mit +/- erkennbarem Kallus. Farblich aber mehr wie bei Deinem Fund. Sicher, die Amplitude der Variabilität ist längst nicht ausgelotet. Aber die Abweichungen sind m.E. schon deutlich.

Herzliche Grüße
Andreas

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Re: Inocybe subporospora

interhias ⌂, (vor 5371 Tagen) @ Andreas 2

Hallo Andreas,

vielen Dank für die Informationen!

I. rufoloides hatte ich noch überhaupt nicht auf dem Schirm.

Grüße
Hias

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Re: Inocybe subporospora

Violet, (vor 5372 Tagen) @ interhias

Grüß dich Hias, für mich ist dieses Posting aus zweifachem Grund interessant: Zum einen hab ich die subporospora noch nicht gefunden, zum anderen sind deine Bilder und Infos ein weiterer Beweis dafür, dass diese Inocybe NICHT mit Inocybe tarda var. sabulosa synonymisiert werden kann (wie es bei Kuyper der Fall ist).
Letztere haben wir jetzt zweimal gefunden. Ich bin im Augenblick mal wieder mit Dingen überhaäuft, die ich erledigen muss, aber wenn ich irgend die Zeit finde, poste ich in den nächsten Tagen mal das Porträt (und schick dir - wie versprochen - die zwei anderen Porträts).
Liebe Grüße
Ditte

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Re: Inocybe subporospora

interhias ⌂, (vor 5371 Tagen) @ Violet

Grüß dich Hias, für mich ist dieses Posting aus zweifachem Grund interessant:
Zum einen hab ich die subporospora noch nicht gefunden, zum anderen sind
deine Bilder und Infos ein weiterer Beweis dafür, dass diese Inocybe NICHT
mit Inocybe tarda var. sabulosa synonymisiert werden kann (wie es bei
Kuyper der Fall ist).
Letztere haben wir jetzt zweimal gefunden. Ich bin im Augenblick mal wieder
mit Dingen überhaäuft, die ich erledigen muss, aber wenn ich irgend die
Zeit finde, poste ich in den nächsten Tagen mal das Porträt (und schick
dir - wie versprochen - die zwei anderen Porträts).
Liebe Grüße
Ditte

Servus Ditte,

prima, denn die I. tarda var. sabulosa habe ich noch nie gesehen.
Pressiert ja alles nicht. Schnell wein müssen nur, wenn die Schwammerln wachsen.

Grüße
Hias

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Re: Inocybe subporospora

pilzmel ⌂, (vor 5372 Tagen) @ interhias

Servus Hias & Hallo zusammen,
selbige Art wächst in meinem Garten. Der Zufall wollte, dass ich mich grade über meine Aufsammlungen aus 2010 und 2011 kapriziere, um die genauer zu untersuchen und evtl. zu dokumentieren. Bei der Recherche ist mir nicht so recht eingeleuchtet, warum I. tarda var. sabulosa bei Erhebung in den Artrang unbedingt einen neuen Namen bekommen musste. Ich fand nix im Wege stehendes??? Offenbar gibt es aber sowas (kryptisch?), weil Kuyper subporospora wählte (seine Begründung kenne ich leider nicht), und Bon I. belleri kreirte (nirgends sonst zu finden), mit der ausdrücklichen Mahnung, dass der Name besetzt sei. Ob nun alles eine einzige Art ist, entzieht sich meiner Kenntnis natürlich.
Beste Grüße!
Andreas

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Re: Inocybe subporospora

interhias ⌂, (vor 5371 Tagen) @ pilzmel

Servus Hias & Hallo zusammen,
selbige Art wächst in meinem Garten. Der Zufall wollte, dass ich mich grade
über meine Aufsammlungen aus 2010 und 2011 kapriziere, um die genauer zu
untersuchen und evtl. zu dokumentieren. Bei der Recherche ist mir nicht so
recht eingeleuchtet, warum I. tarda var. sabulosa bei Erhebung in den
Artrang unbedingt einen neuen Namen bekommen musste. Ich fand nix im Wege
stehendes??? Offenbar gibt es aber sowas (kryptisch?), weil Kuyper
subporospora wählte (seine Begründung kenne ich leider nicht), und Bon I.
belleri kreirte (nirgends sonst zu finden), mit der ausdrücklichen
Mahnung, dass der Name besetzt sei. Ob nun alles eine einzige Art ist,
entzieht sich meiner Kenntnis natürlich.
Beste Grüße!
Andreas

Hallo Andreas,

wäre prima, wenn du deine Gartenkollektionen dokumentierst, denn die Vergleichsmöglichkeiten sind eher rar. Kannst du kurz was zu Begleitbäumen und Boden berichten?
Zur Abgrenzung von I. tarda var. sabulosa bzw. belleri kann ich leider nichts beitragen.

Grüße
Hias

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Re: Inocybe subporospora

pilzmel ⌂, (vor 5370 Tagen) @ interhias

Servus Hias,
die Doku ist in Arbeit. Begleitbaum ist eindeutig Pappel; zum Boden kann ich nichts Definitives sagen. Der ist nicht natürlich gewachsen, sondern ist alter Auswurf (Baugrube).
Zu I. tarda var. sabulosa bzw. belleri guck mal hier:
http://www.actafungorum.org/actaforum/viewtopic.php?f=227&t=4640
Da hakele ich grade nach.
Beste Grüße!
Andreas

Hallo Andreas,
wäre prima, wenn du deine Gartenkollektionen dokumentierst, denn die
Vergleichsmöglichkeiten sind eher rar. Kannst du kurz was zu Begleitbäumen
und Boden berichten?
Zur Abgrenzung von I. tarda var. sabulosa bzw. belleri kann ich leider nichts
beitragen.
Grüße
Hias

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Re: Inocybe subporospora

Helmut, (vor 5371 Tagen) @ interhias

Servus Hias,

die "Poren" sind ja signifikant! Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass solche Keimporen auch bei anderen Risspilzen vorkommen sollen, mir sind sie aber noch nicht begegnet (höchstens mal undeutlich). Könnte es sein, dass neben Sand / Kies aus ein gewisser Kalkanteil für das Wachstum vonnöten ist? Auf sauren Sandböden bin ich viel unterwegs, und da sind mir weder subporospora noch vulpinella bisher begegnet.

Gruß

Helmut

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Re: Inocybe subporospora

interhias ⌂, (vor 5371 Tagen) @ Helmut

Servus Hias,
die "Poren" sind ja signifikant! Irgendwo hatte ich mal gelesen,
dass solche Keimporen auch bei anderen Risspilzen vorkommen sollen, mir
sind sie aber noch nicht begegnet (höchstens mal undeutlich). Könnte es
sein, dass neben Sand / Kies aus ein gewisser Kalkanteil für das Wachstum
vonnöten ist? Auf sauren Sandböden bin ich viel unterwegs, und da sind mir
weder subporospora noch vulpinella bisher begegnet.
Gruß
Helmut

Servus Helmut,

Vielleicht kann Andreas noch was zu den Bodenverhältnissen der Funde von Thomas Rödel aus dem Sachsener Raum sagen.

Einen so deutlich ausgeprägten KP habe ich auch noch nie bei einem Risspilz gesehen.

Grüße
Hias

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Re: Inocybe subporospora

Andreas 2, (vor 5371 Tagen) @ interhias

Hallo zusammen,

Thomas seine Funde stammen von der Hochhalde „Trages“, eine etwa 80 m hohe Kippe, die seit den 30iger Jahren aus dem Abraum des Tagebaus Espenhain und den Ablagerungen von Ascherückständen aus dem nahe gelegenen Kraftwerk Thierbach entstand. Sie liegt östlich von Espenhain (MTB 4841/11, ca. 230 m üNN). Seit etwa 1950 begannen erste Begrünungsarbeiten zur Rekultivierung des Geländes. Bis 1964 erfolgte die Aufforstung im Plateaubereich, der die Aufforstung am Nord- und Westhang folgte. Das Gelände wurde saniert und ist seit 1999 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Die kargen Böden wurden mit schnellwüchsige Pappeln (Populus tremulae, Populus balsamica.) aber auch Robinien und Weiden sowie Bastardindigo (Amorpha fruticosa) und Gelben Blasenstrauch (Colutea arborescens) bepflanzt. Auf der dünnen Humusschicht entwickeln sich verschiedene Flechten (z.B. Cladonia spec.).

Meine 2 cf. Funde stammen ebenfalls von aufgeforsteten Braunkohlenhalden, allerdings aus dem Niederlausitzer Kohlenrevier. So detaillierte Daten kann ich hier leider nicht liefern. Im Gegensatz zur Halde Trages wurde hier überwiegend Pinus gepflanzt. Über den Kalkanteil im Boden kann ohne genaue Analysen nur spekuliert werden, da der Abraum aus den verschiedensten Bodenschichten kommt. Teils wurde auch mit Mutterboden abgedeckt. Ein weiterer cf.-Fund von Thomas stammt aus einem normalen Kiefernforst über Sandboden.

Gruß Andreas

Servus Helmut,
Vielleicht kann Andreas noch was zu den Bodenverhältnissen der Funde von
Thomas Rödel aus dem Sachsener Raum sagen.
Einen so deutlich ausgeprägten KP habe ich auch noch nie bei einem Risspilz
gesehen.
Grüße
Hias

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Re: Inocybe subporospora Ökologie

interhias ⌂, (vor 5370 Tagen) @ Andreas 2

Hallo,

vielen Dank für die ausführlichen Infos zur Ökologie, natürlich auch an Heinz.

In einem "normalen" Wald dürfte diese Inocybe wohl kaum zu finden sein.

Die Fröttmaninger Heide, wo meine Kollektion herstammt, ist übrigens ein ehemaliger Truppenübungsplatz im Münchner Norden (Kalkschotter, offene Heide mit Kiefern und Weiden) und ein richtiges Rötlingsparadies.

Grüße
Hias

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Re: Inocybe subporospora

Heinz Ebert ⌂, (vor 5371 Tagen) @ Helmut

Hallo Helmut,

unser erster eifeler Fund war im stillgelegten, aber offengelassenen Teil einer Lavagrube. Wir bereiteten damals die Dreiländertagung (als 4-Lädertagung mit Beteiligung der Niederländer) vor. Ich wollte damals Krieglsteiner, Kuyper (!) und Stanek nur die Schönheit einer solchen Grube zeigen. Dabei stießen wir bei Salweide und Espe auf eine Gruppe von Inocyben, die Kuyper (wer sonst?) mit einem Namen belegen sollte. Er äußerte, er müsse noch mikroskopieren, und wenn sich sein Verdacht bestätige, dann sei es wohl ein Erstfund für die BRD. Die Untersuchung am Abend bestätigte subporospora. Am nächsten Tag fuhren wir von einer Lavagrube zur nächsten (in der Eifel gibt es ca. 800 davon), und überall fanden wir den Pilz. Immer bei den v.g. Pioniergehölzen, und immer in nicht rekultivierten (!) Teilbereichen.
Der Fund wurde dokumentiert in BKPM, ich glaube Bd. 5
Lava ist nährstoffarm, aber basenreich. Auf Lava und Basalt finden wir oft Arten, die als Kalkpilze gelten.
Beste Grüße, Heinz

Servus Hias,
die "Poren" sind ja signifikant! Irgendwo hatte ich mal gelesen,
dass solche Keimporen auch bei anderen Risspilzen vorkommen sollen, mir
sind sie aber noch nicht begegnet (höchstens mal undeutlich). Könnte es
sein, dass neben Sand / Kies aus ein gewisser Kalkanteil für das Wachstum
vonnöten ist? Auf sauren Sandböden bin ich viel unterwegs, und da sind mir
weder subporospora noch vulpinella bisher begegnet.
Gruß
Helmut

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Ergänzung, Inocybe subporospora

Heinz Ebert ⌂, (vor 5371 Tagen) @ Helmut

Ich vergaß zu erwähnen, dass die Art vorher nur von belgischen und niederländischen Sanddünen bei Salix und Pinus bekannt war.

Servus Hias,
die "Poren" sind ja signifikant! Irgendwo hatte ich mal gelesen,
dass solche Keimporen auch bei anderen Risspilzen vorkommen sollen, mir
sind sie aber noch nicht begegnet (höchstens mal undeutlich). Könnte es
sein, dass neben Sand / Kies aus ein gewisser Kalkanteil für das Wachstum
vonnöten ist? Auf sauren Sandböden bin ich viel unterwegs, und da sind mir
weder subporospora noch vulpinella bisher begegnet.
Gruß
Helmut