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Wer kennt diesen Risspilz? *PIC*

interhias ⌂, (vor 5366 Tagen)

Hallo zusammen,

diese für mich nicht klar bestimmbare Kollektion wuchs im Schwemmbereich eines Gebirgsbachs. Die Art hat sehr auffällige Merkmale, vielleicht kennt sie jemand von euch.

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Es handelt sich um eine Marginata mit großen, schwach höckerigen Sporen;
Die Art gehört wohl in den Dunstkreis von I. dunensis, javorkae, decipiens; für dunensis (var. paucicysstidiosa) sind mir die Stiele etwas zu dunkel und die Sporen zu höckerig; für javorkae liegt mir keine Beschreibung vor, aber Stangl erwähnt die schwarze Stielknolle, was auf diese Kollektion zutrifft; decipiens ist laut Literatur heller und hat auch hellere Stiele;

Funddaten: 09.09.2011; MTB 8531-2-1-3, 835 m; Griesen, Naidernach, nur 2 m vom Ufer des Bachs im Sand mit etwas Kiesauflage, bei Salix, Pinus mugo, Pinus silvestris und Picea; gesellig (3 Fk);

Ein sehr auffälliges und bei allen Fruchtkörpern beobachtetes Merkmal ist die außen schwarz gefärbte kleinknollige Stielbasis:
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Pleurozystiden: eher spärlich, fusoid, keulig, subutriform, dickwandig, reichlich beschopft, ca. 58-70 x 17-20, Wandstärke am Bauch 1,5-2,5, am Apex 2-3:
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Sporen: schwach höckerig, Höcker nicht sehr zahlreich, meist schwach ausgeprägt und rundlich, bisw. auch zapfig ausgezogen, Maße: 11,2 x 7,5 (9,5-13 x 6,5-9,5), Q=1,49 (1,31-1,64):
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Komplette Doku.

Beste Grüße
Hias

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Re: Wer kennt diesen Risspilz?

Violet, (vor 5366 Tagen) @ interhias

Hallo zusammen,
diese für mich nicht klar bestimmbare Kollektion wuchs im Schwemmbereich
eines Gebirgsbachs. Die Art hat sehr auffällige Merkmale, vielleicht kennt
sie jemand von euch.

Lieber Hias, ich kenne die Art nicht. Aber Bon beschreibt die schwarze Stielknolle von javorkae ebenfalls, erklärt weiterhin, der äußere Aspekt erinnere an Tricholoma vaccinum, was ja nicht unähnlich ist. Deine Sporen sind ein wenig klein, denn die von javorkae sollen bis 15 (17) reichen; die Form wird als rhomboidal oder eckig (entomoloid) beschrieben; Zystiden 40-70 (80)x 12-22 (28); keulig oder ohne Hals, Wandstärke 3-4 µm; Caulozystiden hps oben.
Liebe Grüße
Ditte

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I. javorkae - Krisai-Greilhuber

interhias ⌂, (vor 5366 Tagen) @ Violet

Lieber Hias, ich kenne die Art nicht. Aber Bon beschreibt die schwarze
Stielknolle von javorkae ebenfalls, erklärt weiterhin, der äußere Aspekt
erinnere an Tricholoma vaccinum, was ja nicht unähnlich ist. Deine Sporen
sind ein wenig klein, denn die von javorkae sollen bis 15 (17) reichen;
die Form wird als rhomboidal oder eckig (entomoloid) beschrieben; Zystiden
40-70 (80)x 12-22 (28); keulig oder ohne Hals, Wandstärke 3-4 µm;
Caulozystiden hps oben.
Liebe Grüße
Ditte

Servus Ditte und Andreas,

vielen Dank für die Informationen zu I. javorkae!

In GpBW5 ist erwähnt, dass Krisai-Greilhuber die Art mehrfach in der Lobau (Wien) gefunden und 1992 beschrieben hat. Jetzt muss ich nur noch an das Buch rankommen.

Zur Originalbeschreibung von Stangl bestehen vor allem mikroskopische Abweichungen, da hat Andreas schon recht. Muss ich mir noch mal in Ruhe zu Gemüte führen.

Beste Grüße
Hias

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Re: Wer kennt diesen Risspilz?

Andreas 2, (vor 5366 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

wenn ich Stangls Diagnose richtig interpretiere, passt er makroskopisch durchaus zu I. javorkae. Mikroskopisch sind die Sporen bei Stangl aber wesentlich weniger höckerig (vix nodulosae...) angegeben und die Zystiden einheitlich keulig gezeichnet, so dass ich die Art, auf Grund der Sporen die gesamte Dunensisgruppe, ausschließen würde. Einen Tipp habe ich aber auch nicht parat.

Diagnose sende ich Dir per Mail.

Gruß Andreas

Hallo zusammen,
diese für mich nicht klar bestimmbare Kollektion wuchs im Schwemmbereich
eines Gebirgsbachs. Die Art hat sehr auffällige Merkmale, vielleicht kennt
sie jemand von euch.

Es handelt sich um eine Marginata mit großen, schwach höckerigen Sporen;
Die Art gehört wohl in den Dunstkreis von I. dunensis, javorkae, decipiens;
für dunensis (var. paucicysstidiosa) sind mir die Stiele etwas zu dunkel
und die Sporen zu höckerig; für javorkae liegt mir keine Beschreibung vor,
aber Stangl erwähnt die schwarze Stielknolle, was auf diese Kollektion
zutrifft; decipiens ist laut Literatur heller und hat auch hellere Stiele;
Funddaten: 09.09.2011; MTB 8531-2-1-3, 835 m; Griesen, Naidernach, nur 2 m
vom Ufer des Bachs im Sand mit etwas Kiesauflage, bei Salix, Pinus mugo,
Pinus silvestris und Picea; gesellig (3 Fk);
Ein sehr auffälliges und bei allen Fruchtkörpern beobachtetes Merkmal ist die
außen schwarz gefärbte kleinknollige Stielbasis:
Pleurozystiden: eher spärlich, fusoid, keulig, subutriform, dickwandig,
reichlich beschopft, ca. 58-70 x 17-20, Wandstärke am Bauch 1,5-2,5, am
Apex 2-3:

Sporen: schwach höckerig, Höcker nicht sehr zahlreich, meist schwach
ausgeprägt und rundlich, bisw. auch zapfig ausgezogen, Maße: 11,2 x 7,5
(9,5-13 x 6,5-9,5), Q=1,49 (1,31-1,64):


Komplette Doku.
Beste Grüße
Hias

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Inocybe javorkae *PIC*

Helmut, (vor 5366 Tagen) @ interhias

Servus Hias,

es gibt ja kaum Fundnachweise von I. javorkae. In Krisai-Greilhuber 1992 ("Die Makromyceten im Raum von Wien")ist ein Fund von Hausknecht enthalten und gut beschrieben sowie mit Foto und Mikrozeichnung belegt (siehe Anlage). Laut der Datenbank der Pilze Österreichs kommt die Art an dieser einen Fundstelle regelmäßig.

Hausknecht schreibt dazu: "Sporen beinahe unregelmäßig elliptischüber schwach bis stark höckerig, sehr variabel." Auch die Hymenialzystiden werden variabel dargestellt (siehe Zeichnung). Ich denke, Dein Fund ist die selbe Art.

Legt man die in dieser Arbeit dargestellte mikroskopische Variabilität zugrunde und berücksichtigt so markante Merkmale wie die dunkle Außenseite der Stielknolle ("außen dunkelbraun befasert-filzig" lt. Hausknecht), hätte ich keine Probleme, die Kollektion unter dem Namen I. javorkae abzulegen.

Das einzige was mich ein wenig irritiert ist der Fundort. Von der Ökologie her passt er schon, aber die Funde in Ungarn und bei Wien dürften wesentlich thermophiler sein als der Rand eines Gebirgsbaches. Trotzdem möchte ich mich hier mal ein wenig aus dem Fenster lehnen und zu dem sehr seltenen Fund gratulieren!

Kannst ja vielleicht mal den Anton Hausknecht noch nach seiner Meinung fragen.

Gruß

Helmut

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Re: Inocybe javorkae - Mikro *PIC*

Helmut, (vor 5366 Tagen) @ Helmut

hier noch die Mikrozeichnung aus Krisai-Greilhuber 1992

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Re: Inocybe javorkae - Ergänzungsfrage

Helmut, (vor 5366 Tagen) @ Helmut

Servus Hias,

wollte Dich noch fragen, ob im Präparat auch mehr utriforme oder blasige Hymenialzystiden zu finden waren.

Gruß

Helmut

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Re: Inocybe javorkae - Ergänzungsfrage *PIC*

interhias ⌂, (vor 5365 Tagen) @ Helmut

Servus Hias,
wollte Dich noch fragen, ob im Präparat auch mehr utriforme oder blasige
Hymenialzystiden zu finden waren.
Gruß
Helmut

Servus Helmut,

die Hymenialzystiden sind variabel, überwiegend breit fusoid, keulig oder subutriform, z.B:
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Mit dem Hausknecht-Fund ist die Übereinstimmung schon sehr groß, da sind auch die Sporen so gezeichnet wie bei meiner Kollektion.

Der Fundort liegt zwar über 800 m, aber immerhin wie in der Lobau im Sand eines Wasserlaufs (wenn's auch nicht gerade ein "Strombett" ist;-).
Der Standort an der Naidernach ist völlig offen, mit niedrigen Pinus, Salix.

Dank dir für die Fotos aus dem Krisai-Greilhuber-Buch, ich hab's mir in der Staatsbibliothek bestellt - ist ja sicher auch so ganz interessant.

Grüße
Hias