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Inocybe glabrescens *PIC*

interhias ⌂, (vor 5363 Tagen)

Hallo nochmal,

wie ihr euch vielleicht erinnert, hatten wir letztes Jahr an selber Stelle eine Diskussion über den Artenkomplex I. glabrescens/metrodii/abietis.

Wenn mich nicht alles täuscht, habe ich in der letzten Saison erstmals eine Kollektion gefunden, die dem von Andreas V. fotografierten in GpBW5 abgebildeten Pilz entspricht – wenn auch aus einem völlig anderen Biotop (Park mit Laubbäumen):

Inocybe cf. glabrescens Velen.

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Steckbrief: glattsporige Marginata mit grob befaserten, recht lebhaft gefärbten Hüten.

Zur Bestimmung: nicht ganz klar; Aquarell bei Stangl und Foto in GpBW5 passen sehr gut; auch die mikroskopische Beschreibung, die Kuyper gibt, passt akzeptabel; Abweichungen gibt es zur mikroskopischen Beschreibung von Stangl (die sich wohl auf I. metrodii bezieht), der größere Sporen und kürzere Hymenialzystiden angibt; dazu kommt die Abweichung in der Ökologie, sowohl Stangl als auch Kuyper geben als Mykorrhizapartner Nadelbäume an; ein Fund von Jule (im PilzePilze-Forum gepostet) ist makroskopisch vergleichbar und wuchs ebenfalls bei Laubbäumen. Die Pilze haben keinerlei Ähnlichkeit mit den als I. abietis ss. Stangl bestimmten Aufsammlungen;

Funddaten: 20.06.2011; Fundort: MTB 7935-1-3-2, 570 m; Pullach, Heilmannstraße; im Heilmannpark, bei großer Hainbuche und (weiter entfernt) großen Eichen; gesellig (5 Fk);

Pleurozystiden: fusoid bis sublageniform, selten lageniform, kaum gestielt, eher spärlich beschopft, in KOH nicht reagierend, ca. 57-66 x 14-20, Wandstärke am Bauch 0,5-1, am Hals 1,5-2,5; Cheilozystiden ähnlich, mit gut ausgeprägten Parazystiden durchsetzt, zahlreich:
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Sporen: amygdaloid, Apex subkonisch bis konisch, mit Kallus, ab und an am Bauch mit Delle, ziemlich blass ocker, Maße: 8,7 x 5,2 (7-10,5 x 4,5-6), Q=1,69 (1,45-2,11):
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Komplette Doku.

Beste Grüße

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Re: Inocybe glabrescens *PIC*

Violet, (vor 5363 Tagen) @ interhias

Lieber Hias, also ich habe wegen eines Fundes einer mutmaßlichen glabrescens/metrodii auf Ameland eindeutig unter Salix repens ziemlich viel herumrecherchiert. Und bin auf einige Quellen gestoßen, wo glabrescens oder metrodii unter Laubbäumen gefunden wurden. Eine Quelle ist ein Artikel von Kuyper!
Hie ist ein Foto der Pilzgruppe und was ich dazu vorerst geschrieben habe. Die Reaktion auf KOH war schwach positiv.
Liebe Grüße
Ditte

[image] http://www.imgbox.de/

[image] http://www.imgbox.de/

Bei der nahestehenden metrodii werden in der Originalbeschreibung Stangl/Veselsky 1979 die „auffällig ockerlichen“ Lamellen hervorgehoben. Wie das Foto zeigt, könnten die Lamellen als concolor aber auch als „auffällig ockerlich“ beschrieben werden; der Standort in einem Kriechweidendickicht passt auf den ersten Blick weder zu glabresens noch zu metrodii, da sonst Nadelbäume als Myk.-bäume angegeben werden; allerdings steht zum einen unter glabrescens bei Cullington 2011 „usually with conifers“. In Ameland kann nur die Weide der Begleitbaum sein. Hierzu passend bemerkt aber weiterhin Kuyper in einer Arbeit über schwedische Pilze, dass hier glabrescens mit Laubbäumen wachse . Auch sehr passend fand sich I. metrodii in den Bergen bei Kriechweiden! Auch glabrescens wurde von Esteve-Raventos und Vila 1998 (SD372) bei Salix herbacea und Salix retusa gefunden. Mithin ist es sehr wohl möglich, dass glabrescens auch bei Salix repens wächst.
In der Regel heißt es, dass I. metrodii ein wenig größere Sporen habe als glabrescens und dass dieses Merkmal als ein entscheidendes Bestimmungsmerkmal diene. Allerdings gibt Enderle 1993/95 für seinen Fund von glabrescens eine Sporenlänge bis 11,9 µm an! Es ist nicht klar, ob metrodii von glabrescens zu trennen ist. Der hier beschriebene Fund dürfte in jedem Fall als metrodii/glabrescens zu deuten sein. Die dritte noch in Frage kommende Art, Inocybe abietis, ist – auch nach der Originalbeschreibung von Kühner 1955 – mit deutlichem Gelbton, was bei metrodii/glabrescens nicht der Fall ist.

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Re: Inocybe glabrescens

interhias ⌂, (vor 5362 Tagen) @ Violet

Liebe Ditte,

wie waren denn die Sporen- und Zystidenmaße dieser Kollektion?

Ich habe große Zweifel, ob meine Kollektion wirklich der Stanglschen I. metrodii entspricht, weniger wegen dem Wachstum bei Laubbäumen, sondern aufgrund der kleinen Sporen und der in KOH völlig hyalinen, relativ langen Hymenialzystiden.

Grüße
Hias

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Re: Inocybe glabrescens

Violet, (vor 5362 Tagen) @ interhias

Liebe Ditte,
wie waren denn die Sporen- und Zystidenmaße dieser Kollektion?
Ich habe große Zweifel, ob meine Kollektion wirklich der Stanglschen I.
metrodii entspricht, weniger wegen dem Wachstum bei Laubbäumen, sondern
aufgrund der kleinen Sporen und der in KOH völlig hyalinen, relativ langen
Hymenialzystiden.
Grüße
Hias

Grüß dich, also ich finde die Maße in Ordnung. Meine sind 7,7-11,0 µm. Bei Bon steht bei metrodii: 7,5-11 µm. Auch die Länge der Zystiden ist doch okay (bei Bon steht in Klammern bis 70 µm. Allein, was die hyalinen Wände angeht... tja, da weiß ich auch nicht.
Liebe Grüße
Ditte