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Lärchenzapfen-Lachnum-Problem *PIC*

Klaas, (vor 5355 Tagen)

Hallo zusammen,

nur kurz in die kleine Runde der Ascofreunde gefragt: Kommt mein Bestimmungsversuch beim folgenden Haarbecherchen in etwa hin?
(Der Name auf den Zetteln ist ja schnell ausgetauscht...)

Bei dem Substrat hätte ich eher L. virgineum vermutet, habe aber viel zu wenig Erfahrung in der Gruppe. Ob die eigentlich viel
zu kurzen Haare (vor dem Problem stehe ich wohl nicht als erster) zu L. subvirgineum passen, weiß ich nicht. Auch nicht, ob die
apikalen Verdickungen vielleicht auch noch bei L. virgineum möglich sind. Oder doch ganz was anderes?

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Grüße
Klaas

PS: Wenn ich gerade schon dabei bin, noch ein UMO für mich, unterm Mikro sah ich bislang stets nur irgendwelche knorrigen Strukturen,
wohlmöglich Haare oder Paraphysen, jedenfalls nichts, womit ich etwas anfangen konnte. Vorletztes Wochenende am Zaun eines
Schrebergartens gepflückt, auf einem Rubus-Zweig gewachsen. Die FK sahen teilweise sehr frisch aus, ich wundere mich, warum ich nichts
aussagekräftiges finden konnte. Vielleicht gibt ja wer einen makroskopischen Tipp ab - ich hatte an Pezicula rubi gedacht, weiß aber
wieder nicht, ob die außenseitig weiß sein darf?

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Re: Lärchenzapfen-Lachnum-Problem

Ingo Wagner, (vor 5354 Tagen) @ Klaas

Hi Klaas!

Das ist ja wieder ein Ding mit dem Lachnum.
Ist ja schon der Gipfel der Frechheit, dass es ohne Zweifel nicht Lachnum virgineum ist.
Dass jetzt aber auch noch L. subvirgineum rauskommen soll, gefällt mir noch weniger, weil ich den eigentlich lieber auf Laubholzästen sehe. Auf der anderen Seite, warum soll L. subvirgineum nicht auch können, was der Allrounder L. virgineum kann?

Also bleibt nur der seidene Faden übrig, an den ich jetzt versuche mich zu hängen (ich will nicht wirklich, dass es subvirgineum wird).

Da deine Becher aus der Dose stammen, müssten sie sich eigentlich in einem guten Zustand befinden mit vitalen Elementen. Damit habe ich etwas Probleme auf deinem Mikro. Dieses großlöchrige Zusammenziehen (des Plasmas?) und die hellen Löcher, auch in den Sporen, drücken eigentlich das Gegenteil aus.

In unreifen oder geschädigten Apothezien wird es ab dem Moment ziemlich kritisch, weil man den Inhalt nicht gut abschätzen kann. Im unreifen Fall ist er (speziell Paraphysen/Haare) noch nicht gebildet und im 2. Fall eventuell gestört/vernichtet.

Ich habe schon Winter-Lachnums gehabt (allerdings von draußen), bei denen die Inhalte der Paraphysen nur noch fruchtschichtbereichsweise rudimentär vorhanden waren und aus der gleichen Kollektion welche, bei denen alles noch viel besser intakt war.
Daraus folgt eigentlich, dass bei der Beurteilung des Inhalts wenige ölhaltige Paraphysen gewichtiger einzuschätzen sind als viele Paraphysen ohne Öl.

Bei Lachnum kann man sehr schnell was fehlinterpretieren und somit auf den falschen Weg kommen, weil das alles oft nur Kleinigkeiten sind, die die Art von anderen abgrenzen.

Wäre schön, wenn du vielleicht später noch mal einen anderen Becher nachmikroskopierst, ob sich da vielleicht was geändert hat.
Die Sporen wünschte ich mir wieder etwas größer. Schaut das bei den ganz linken unten nicht wie zahlreiche Tropfen aus?

Dein Gelber auf Rubus zu dieser Zeit bringt mir nicht gerade eine Erleuchtung. Zeig doch mal die knorrigen Strukturen.
Pezicula fällt makroskopisch aus, obwohl der sich durchaus noch in der Dosenhaltung zeigen könnte, wenn noch Platz ist auf dem Substrat.

Die hellen stehengelassenen Hüllen kenne ich von Bisporella citrina, wobei ich den noch nie an Rubus gefunden habe.
Allerdings ist Bisporella sulfurina schon an Brombeere gewachsen, allerdings im Zusammenhang mit Pyrenomyceten. Vielleicht gibt es da irgendwelche Anzeichen?

Mehr fällt mir momentan nicht ein. Vielleicht bekommst du ja Dosen-Nachwuchs, wenn sie sich aklimatisieren.

Viele Grüße
Ingo

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Re: Lärchenzapfen-Lachnum-Problem

DirkW, (vor 5354 Tagen) @ Ingo Wagner

hallo zusammen,

ich schließe mich ingo an und würde einiges darauf wetten, dass das bisporella sulfurina ist, die gerade in den wintermonaten sehr häufig auf brombeere (als "hauptträger" ;-) zu finden ist. dass das ästchen voller winz-pyrenos ist, kann man sehen, aber welches brombeer-ästchen ist schon ohne.

gegen lachnum subvirgineum hätte ich nichts einzuwenden. mit der kombination mittellange, apikal stark kopfige haare und breite lanzett-paraphysen kommt eigentlich nicht viel anderes in frage. oder übersehe ich was? was das substrat betrifft, ist die art nach meinen erfahrungen nicht wählerisch (wenn auch nicht ganz so ein "allesfresser" wie virgineum ;-). ich fand die art auch öfter mal an brombeere!

schöne grüße

dirk

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Re: Lärchenzapfen-Lachnum-Problem

Ingo Wagner, (vor 5354 Tagen) @ DirkW

Hi Dirk!

gegen lachnum subvirgineum hätte ich nichts einzuwenden. mit der kombination
mittellange, apikal stark kopfige haare und breite lanzett-paraphysen
kommt eigentlich nicht viel anderes in frage. oder übersehe ich was?

Naja, wie man es nimmt. Kopfighaarige Lachnums gibt es ja trotzdem auch noch andere, die Paraphysenbreite hört sich für mich nicht besonders auffällig an mit 3-4(6).
Und wäre jetzt z.B. Öl in den Paraphysen, wäre man flux auch schon beim Nadelholzbewohner Lachnum papyraceum. Jetzt nur als Beispiel.

was
das substrat betrifft, ist die art nach meinen erfahrungen nicht
wählerisch (wenn auch nicht ganz so ein "allesfresser" wie
virgineum ;-). ich fand die art auch öfter mal an brombeere!

Hast du ein Bild?

VG Ingo W

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Re: Lärchenzapfen-Lachnum-Problem

Ingo Wagner, (vor 5354 Tagen) @ DirkW

hallo ingo,
auf rubus leider nein. aber auf ascofrance gibts eins:
http://www.ascofrance.com/recolte/2178/leotiomycetes-helotiales-hyaloscyphaceae-lachnum...
lg
dirk

Hi Dirk!

Ja, wird wohl so sein.
Gern auf Rubus, aber eher auf Himbeere, wachsen übrigens die nächsten kopfhaarigen Verwechslungs-Kandidaten, werden schnell ocker- bis gelblichscheibig und haben Kristalle auf den Haaren, sehen manchmal wie verblasste Capitotricha rubi aus: Lachnum clavigerum (ohne Haken L. morthieri).

VG Ingo W

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Re: Lärchenzapfen-Lachnum-Problem

DirkW, (vor 5353 Tagen) @ Ingo Wagner

hallo ingo,

interessant! die art kannte ich noch nicht. neben den fetten kristallen finde ich auch bemerkenswert wie weit die paraphysen die asci überragen ...
aber auch hier finde ich die paraphysen nicht annähernd so kopfig wie bei subvirgineum.

schöne grüße

dirk

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Re: Lärchenzapfen-Lachnum-Problem

Klaas, (vor 5353 Tagen) @ DirkW

Hallo Ingo und Dirk,

entschuldigt bitte meine späte Antwort - ich war zu sehr beschäftigt mit der Überlegung darüber, welches Werkzeug
wohl zum Zertrümmern meiner Ausrüstung am Besten geeignet wäre...

Die Becher waren bei der Untersuchung vital - leider brauche ich immer ewig, bis ich mir alles angeschaut,
Maße notiert, Kamera angeschraubt und passende Stellen gefunden habe. Bis dann mal ein halbwegs brauchbares Foto
zustande kommt, sind die Daten darauf nicht mehr wirklich frisch abgebildet.
Irgendwie ergibt diese Arbeitsweise keinen Sinn, dieses stundenlange Rumgewurschtel mit der Mikrokamera, wenn am
Schluss doch keine eindeutige Dokumentation dabei herauskommt.

Mit der Bisporella liegt ihr wohl auch richtig - nach intensivem Quetschen bis zum "Knacks" konnte ich gestern erstmalig
unreife Asci und die fädigen Paraphysen in dem Gewirr finden.

Herzlichen Dank für eure Meinungen und Infos!
Viele Grüße
Klaas

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Re: Lärchenzapfen-Lachnum-Problem

Ingo Wagner, (vor 5353 Tagen) @ DirkW

hallo ingo,
interessant! die art kannte ich noch nicht. neben den fetten kristallen finde
ich auch bemerkenswert wie weit die paraphysen die asci überragen ...
aber auch hier finde ich die paraphysen nicht annähernd so kopfig wie bei
subvirgineum.
schöne grüße
dirk

Hallo Dirk!

Ich habe nach dem Bild in asco-france die Art nicht wirklich in Betracht gezogen, schon wegen der noch viel zu hellen Farbe, Brombeere statt Himbeere als Substrat und des ausgeprägten Stiels.
Wollte damit bloß sagen, wie dicht die Arten mikroskopisch manchmal beieinander liegen und dass man ein ruhigeres Gewissen bei der Namensvergabe hätte, wenn man alles aus dem Präparat rausholt, was möglich ist.

Wie schon angedeutet, haben mich Lachnum-Arten selbst oft genug getäuscht mit ihren Paraphysen-Inhalten, speziell eventuell dem Frost ausgesetzte Winter-/Frühjahrsarten wie L. brevipilosum und L. impudicum haben mich mitunter beinahe verzweifeln lassen.
Und wie konstant jetzt die Kopfbreiten der Haare sind, ist auch so eine Sache.
Lachnum brevipilosum z.B. neckt den Bestimmer da ziemlich mit verschieden gestalteten Haar-Apices im gleichen Präparat.
Zugegebenermaßen scheint L. subvirgineum da zuverlässiger zu sein.

VG Ingo W