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Inocybe spec. *PIC*

interhias ⌂, (vor 5346 Tagen)

Und jetzt noch zwei Kollektionen, die ich überhaupt nicht einordnen kann. Vielleicht habt ihr eine Idee dazu:

Inocybe spec.

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Steckbrief: kurzstielige, flachhütige Marginata mit auffälligem grauem Velumbelag auf schwarzbrauner Hutmitte, fusoiden Hymenialzystiden und konisch zulaufenden Sporen mit Bauchdelle;

Zur Bestimmung: diese Inocybe habe ich noch nie gesehen und kriege sie auch nicht geschlüsselt (Stangl, FN). Auffallend die frühe Erscheinungszeit (Juni).

Funddaten: 12.06.2011; Fundort: MTB 8235/3-3-2, 820 m; Lenggries, Arzbach, Lehen, Flysch südlich Heigelkopf, an der schottrigen Wegböschung, bei großen Tannen; gesellig (>8 Fk);

Pleurozystiden: überwiegend fusoid bis subutriform, bisw. unterm Apex nochmal schwach eingeschnürt, nicht gestielt, selten auch keulig, stark beschopft, ca. 45-75 x 11-20, Wandstärke am Bauch meist nur 0,5-1,5 µ, am Hals 1,0-2,5; in KOH nicht oder nur sehr schwach reagierend:
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Sporen: amygdaloid, Apex konisch zulaufend, schmal gerundet bist fast spitz, am Bauch meist mit Delle, blass ocker in KOH, Maße: 8,8 x 4,9 (7,5-10,5 x 4,5-5,5), Q=1,79 (1.60-1,90[2,10):
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Komplette Doku.

Und jetzt noch die letzte Kollektion, wieder aus einem Tannenwald im Oberland:

Inocybe spec.

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Steckbrief: spärlich stielbereifter glattsporiger Risspilz mit faserigen Hüten, schwach verdickter Sielbasis und lageniformen Hymenialzystiden, der vermutlich zu den Marginatae gehört;

Zur Bestimmung: Erinnert sehr an die Kollektion vom 05.09.2009 vom Tegernsee (@Helmut: haben wir damals zusammen gefunden und du hast auch eine Kollektion); bei manchen Exemplaren erscheint der Stiel unter der Lupe auch unten feinst bereift, es sind tatsächlich auch in der unteren Stielhälfte echte Kaulos vorhanden, wenn auch äußerst sporadisch; demnach wären die Kollektionen bei den Marginatae einzuordnen; schlüsselt man dort, landet man im Dunstkreis von I. glabrescens, die jedoch größere, breitere Sporen aufweisen sollte.

Funddaten: 15.09.2011; MTB 8136-2-3-4, 680 m; Darching, Fentberg, Niedermoos, bei sehr großen Tannen, Fichten und jungen Buchen; gesellig (>10 Fk);

Kaulozystiden im unteren Stielbereich vorwiegend aus zylindrisch bis keuligen und dünnwandigen Parazystiden, die jedoch meist büschelig angeordnet sind und so eine flüchtige Bereifung bilden, dazwischen vereinzelt auch zylindrisch-fusoide Elemente, die schwach dickwandig und bisw. beschopft sind:
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Pleurozystiden: sublageniform mit meist kurzem Hals, auch fusoid und deutlicher lageniform, normal beschopft, am Bauch dünnwandig, am Hals mäßig dickwandig, ca. 55-66 x 14-20, Wandstärke am Bauch 0,5-1, am Hals 1,5-2,5:
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Sporen: amygdaloid, lateral einseitig abgeflacht oder mit schwacher Delle, Apex meist deutlich konisch und spitz, seltener subkonisch, Maße: 8,2 x 4,8 (7-9,5 x 4,5-5,5), Q=1,72 (1,55-1,90):
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Cheilozystiden eher schütter, wie die Pleuros geformt, Parazystiden gut differenziert, mittelgroß, fast dominierend an der Schneide:
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Komplette Doku.

Grüße aus München
Hias

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Re: Inocybe spec. *PIC*

Helmut, (vor 5346 Tagen) @ interhias

Servus Hias,

Deine erste Art kenne ich, u. a. vom Tegernsee (siehe Foto). Ich habe sie in die splendens-Verwandtschaft eingereiht. Von splendes unterscheidet sich diese Art allerdings neben der Makroskopie auch durch kleinere und vor allem schmalere Sporen. Was Passendes habe ich dazu in der Literatur noch nicht gefunden.

Die zweite Art (wieder vom Tegernsee) hat bei mir auch keinen Namen erhalten.

Gruß

Helmut

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Re: Inocybe spec.

Violet, (vor 5346 Tagen) @ interhias

Hi, Hias, ich schrieb dir ja neulich schon, dass ich bei deiner ersten Kollektion an phaeoleuca denken würde. Die durch Velum graue (darunter aber passend sehr dunkle) Hutmitte wird an verschiedenen Stellen in der Literatur erwähnt, die Zystiden passen im wesnetlichen, die Wandstärke und schwache Reaktion auf KOH auch, die Sporen in der Form und mit dem (sub)konischen Apex, Hilardepression und Größe fallen auch in das Spektrum. Sie sind ein wenig schmal, aber liegen im Rahmen der Maße der Kühnerschen Erstbeschreibung. Und die fehlenden Erdpartikel auf dem Hut sprechen auch für phaeoleuca.
Splendens scheidet aus, terrifera auch. Splendentoides hat andere Zystiden und kommt auch aus anderen Gründen nicht in Frage und Phaeoleuca var. dolomitica scheidet aus versch. Gründen ebenfalls aus.
Liebe Grüße
Ditte

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Re: Inocybe spec. *PIC*

Helmut, (vor 5345 Tagen) @ Violet

Servus Ditte,

meine wenigen bisherigen phaeoleuca-Funde waren durchwegs schlanker, die Sporenbreite beginnt da, wo sie beim Fund von Hias aufhört. Inwieweit die Unterschiede in der Variabilität liegen können und ob es Übergänge gibt, wird man aufgrund so weniger Kollektionen nicht sicher sagen können. Vielleicht bin ich da zu kritisch.

Habe mal ein Foto eines phaeoleuca-Fundes angehängt.

Gruß

Helmut

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Re: Inocybe spec.

Violet, (vor 5345 Tagen) @ Helmut

Servus Ditte,
meine wenigen bisherigen phaeoleuca-Funde waren durchwegs schlanker, die
Sporenbreite beginnt da, wo sie beim Fund von Hias aufhört. Inwieweit die
Unterschiede in der Variabilität liegen können und ob es Übergänge gibt,
wird man aufgrund so weniger Kollektionen nicht sicher sagen können.
Vielleicht bin ich da zu kritisch.
Habe mal ein Foto eines phaeoleuca-Fundes angehängt.
Gruß
Helmut

Hi Helmut, hm, also bei deinen Fotos sieht man doch auch wunderbar das Graue in der Hutmitte wie beim Hias und phaeoleuca kann ziemlich groß werden (5 cm und mehr) und aber auch recht klein bleiben - ich hatte mehrere unterschiedlich große Kollektionen teilweise von ein und demselben Platz. Meine Sporenmaße greifen in die vom Hias hinein. Aber wie gesagt: Kühner schreibt als Maße: 4,7-5-7-7,2. Da ist ja einiger Spielraum.
LG Ditte

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Inocybe phaeoleuca

interhias ⌂, (vor 5345 Tagen) @ Violet

Hi Helmut, hm, also bei deinen Fotos sieht man doch auch wunderbar das Graue
in der Hutmitte wie beim Hias und phaeoleuca kann ziemlich groß werden (5
cm und mehr) und aber auch recht klein bleiben - ich hatte mehrere
unterschiedlich große Kollektionen teilweise von ein und demselben Platz.
Meine Sporenmaße greifen in die vom Hias hinein. Aber wie gesagt: Kühner
schreibt als Maße: 4,7-5-7-7,2. Da ist ja einiger Spielraum.
LG Ditte

Servus,

ich kenne die Phaeoleuca auch noch zu wenig, um das beurteilen zu können. So rein gefühlsmäßig hätte ich gesagt, dass die Unterschiede (wohlgemerkt zu meinen eigenen Phaeoleuca-Funden) zu groß sind: andere Hut- und Stielfarben, anderer Habitus, schmälere und kürzere Sporen und nicht zuletzt auch völlig anderes Habitat (montaner Tannenwald).

Dass keine vernünftige Alternativ auf der Hand liegt, macht es natürlich schwer. Bei welchen Bäumen sind denn deine Ausreißer vom Tegernsee gewachsen, Helmut?

Grüße
Hias

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Re: Inocybe phaeoleuca

Violet, (vor 5345 Tagen) @ interhias

Servus,
ich kenne die Phaeoleuca auch noch zu wenig, um das beurteilen zu können. So
rein gefühlsmäßig hätte ich gesagt, dass die Unterschiede (wohlgemerkt zu
meinen eigenen Phaeoleuca-Funden) zu groß sind: andere Hut- und
Stielfarben, anderer Habitus, schmälere und kürzere Sporen und nicht
zuletzt auch völlig anderes Habitat (montaner Tannenwald).

Hi, Hias, in der Originalbeschreibung steht: "retrouvée en montagne dans les bois mêlés de Picea et Larix". Also montaner Nadelwald.
Liebe Grüße
Ditte

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Re: Inocybe phaeoleuca

Helmut, (vor 5345 Tagen) @ interhias

Dass keine vernünftige Alternativ auf der Hand liegt, macht es natürlich
schwer. Bei welchen Bäumen sind denn deine Ausreißer vom Tegernsee
gewachsen, Helmut?

Servus Hias und Ditte,

das war ganz oben, schon in Nähe des Neureuth-Hauses auf ca. 1200 m. Neben Fichte, Tanne und Lärche war auch noch Buche in der Umgebung. Das Foto von der schlankeren Aufsammlung stammt aus einer Parkanlage im Donautal auf ca. 350 m, bei Fichte und Eiche.

Auf die Ökologie alleine kann man sich aber auch nicht verlassen, die richtige splendens ist mir z. B. auch schon auf über 2000 m bei Zwergweiden begegnet.

Was mich mehr stört ist das Fehlen von Übergängen zwischen der phaeoleuca "ss. Kuyper, Stangl et al." und unseren abweichenden Kollektionen.

Aber ist schon mal wichtig, dass solche Aufsammlungen gemacht und dokumentiert werden, auch wenn sie erst einmal namenlos oder mit "cf" in einem Archiv liegen. Wir haben was zu diskutieren und eines Tages wird es sich vielleicht mal lohnen, in solchen Fällen DNA-Sequenzierungen machen zu lassen.

Gruß

Helmut