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unbekannter Röhrling (mit Bild) *PIC*

jack.x, (vor 9132 Tagen)

Hallo Leute,
ich habe heute mal wieder einen dieser Röhrlinge gefunden, die ich in den letzten Jahren immer als untypische 'Rotfuss Röhrlinge' abgetan habe. Heute will ich es aber mal genau wissen.
Der Pilz wird nicht so gross wie ein Steinpilz, höchstens 8-10cm Hutdurchmesser. Der Hut ist samtig dunkelbraun (wie ein Flocki) und wird an Frasstellen rosa. Das Fleisch ist goldgelb und bläut nur an der Basis minimal. Die ebenfalls gelben Röhren stehen sehr dicht und sind wie der ganze Pilz sehr fest. Fundstelle war unter älteren Fichten auf kalkigem Untergrund. Einige Maronen Röhrlinge wuchsen in der Nähe.
Das Exemplar auf dem Bild ist übrigens ein Mini von nur 2cm Höhe, ich fand ihn aber so schön. Bei grösseren Pilzen ist der Stiel nicht mehr so knollig.
Gruss Jack.X
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Re: unbekannter Röhrling (mit Bild)

Harry, (vor 9132 Tagen) @ jack.x

Hallo Leute,
ich habe heute mal wieder einen dieser Röhrlinge gefunden, die ich in den
letzten Jahren immer als untypische 'Rotfuss Röhrlinge' abgetan habe.
Heute will ich es aber mal genau wissen.
Der Pilz wird nicht so gross wie ein Steinpilz, höchstens 8-10cm
Hutdurchmesser. Der Hut ist samtig dunkelbraun (wie ein Flocki) und wird
an Frasstellen rosa. Das Fleisch ist goldgelb und bläut nur an der Basis
minimal. Die ebenfalls gelben Röhren stehen sehr dicht und sind wie der
ganze Pilz sehr fest. Fundstelle war unter älteren Fichten auf kalkigem
Untergrund. Einige Maronen Röhrlinge wuchsen in der Nähe.
Das Exemplar auf dem Bild ist übrigens ein Mini von nur 2cm Höhe, ich fand
ihn aber so schön. Bei grösseren Pilzen ist der Stiel nicht mehr so
knollig.
Gruss Jack.X

Hallo Jack.X

dein unbekannter Röhrling ist Boletellus pruinatus, der Herbstrotfußröhrling.
Die Huthaut reißt nicht auf und ihm fehlt oft der gerötete Stiel.

bye Harry

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Re: unbekannter Röhrling (mit Bild)

Jack.X, (vor 9132 Tagen) @ Harry

Hallo Harry,
als Rotfuss habe ich ihn ja auch immer abgetan. Allerdings ist der 'normale' Rotfuss ja nix berauschendes von der Qualität. Dieser hier ist jedoch eine Delikatesse. Festes Fleisch, feines Pilzaroma, etwa so gut wie ein Flocki. Trifft das auch auf deinen 'Herbstrotfuss' zu?
In der Galerie habe ich den 'Stattlichen Rotfuss' gesehen. Der sieht ja auch ziemlich ähnlich aus. Allerdings gibt es in der Galerie keine Beschreibung der Grösse etc.
Gruss Jack.X

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Re: unbekannter Röhrling (mit Bild)

Werner2, (vor 9132 Tagen) @ Harry

Hallo, ich kann Harry nur zustimmen.
Ích sehe in dem Foto einen typischen Boletellus pruinatus, also den "Derben Herbstrotfuss", bitte nicht verwechseln mit dem normalen "Rotfussröhrling!!!
Gruss Werner2:

Hallo Jack.X

dein unbekannter Röhrling ist Boletellus pruinatus, der Herbstrotfußröhrling.
Die Huthaut reißt nicht auf und ihm fehlt oft der gerötete Stiel.
bye Harry

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Re: unbekannter Röhrling (mit Bild)

Dirk W., (vor 9132 Tagen) @ Harry

Hallo Jack.X
dein unbekannter Röhrling ist Boletellus pruinatus, der Herbstrotfußröhrling.
Die Huthaut reißt nicht auf und ihm fehlt oft der gerötete Stiel.
bye Harry

hallo, ich kann mich nur anschließen. heute noch gefunden. das auffällige bläuen der stielbasis scheint mir typisch zu sein.
gruß
dirk

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Re: unbekannter Röhrling (mit Bild)

Matzinger, (vor 9131 Tagen) @ Harry

Hallo Jack.X
dein unbekannter Röhrling ist Boletellus pruinatus, der Herbstrotfußröhrling.
Die Huthaut reißt nicht auf und ihm fehlt oft der gerötete Stiel.
bye Harry

Hallo Harry,laut Christoph Hahn ist Boletellus pruinatus wieder auf Xerocomus pruinatus zurückgeführt (posting vom 17/18.09.01).
Ansonsten lassen sich die beiden ja recht gut unterscheiden.
viele grüße Matzinger

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Danke für die Aufklärung Matze!! *oT*

Harry, (vor 9131 Tagen) @ Matzinger

- kein Text -

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Re: unbekannter Röhrling (mit Bild)

Boletus ⌂, (vor 9132 Tagen) @ jack.x

Hallo Jack

Ich glaube nicht dass wir in diesem Fall eine neue Art erfinden müssen. Meiner Ansicht nach sind das sogar sehr typische Spätherbst-Rotfussröhrlinge. Ich finde diese Form immer spät im Jahr, ohne längere Frostperioden zum Teil bis gegen Mitte Dezember. Dabei habe ich auch festgestellt dass diese Fruchtkörperbildung (dunkeler Hut, gelbstielig und fester im Fleisch)aus den gleichen Mycelien erfolgt wie die im August /September für uns typischen Pilze.

Gruss Sepp

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Re: unbekannter Röhrling (mit Bild)

Jack.X, (vor 9132 Tagen) @ Boletus

Sepp,
das könnte hinkommen. Mir ist aufgefallen, das ich diesen Pilz an den gleichen Stellen finde, wie die normalen Rotfüsse. Über die Zeit habe ich mir da allerdings noch keine Gedanken gemacht. Es würde aber erklären, warum ich ihn relativ selten finde und keine der Standardbeschreibungen so richtig auf ihn passt.

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Re: unbekannter Röhrling (mit Bild)

Galadriel, (vor 9132 Tagen) @ Boletus

Hallo JackX, Hallo Sepp

Ich glaube nicht, dass es sich bei der abgebildeten Form um einen Rotfussröhrling handelt. Es stimmt zwar, dass die späten Rotfüsse im Herbst knackigeres Fleisch haben und gelbstielig sind aber sie blauen nie!!!
Die Röhren stehen beim späten Rotfuss enger, aber nie so eng wie beim Flocki. Auch bei so kleinen Exemplaren wie hier abgebildet, fand ich nie Rotfussröhrlinge mit so stark verdickter Stielbasis. Nach dem Bild beurteilt, tippe ich auf den Glattstieligen Hexenröhrling - welcher sehr lange gelbe Röhren hat. Als zweite Variante könnte der Zweifarbige Flockenstielige Hexenröhrling in Frage kommen.

Gruss Galadriel

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Zusätzliche Frage betreffend Myzel

Galadriel, (vor 9130 Tagen) @ Boletus

Dabei habe ich
auch festgestellt dass diese Fruchtkörperbildung (dunkeler Hut,
gelbstielig und fester im Fleisch)aus den gleichen Mycelien erfolgt wie
die im August /September für uns typischen Pilze.

Hoi Sepp

Da es sich um zwei eigenständige Arten handelt beschäftigt mich noch die Frage, wie es möglich ist, dass beide Arten aus ein und demselben Myzel kommen? Ist dies generell überhaupt möglich oder gilt: Jedes Myzel bringt seinen eigenen Fruchtkörper hervor?

Ich bin dir dankbar wenn du darüber noch genauere Erläuterungen geben kannst.

Gruss Galadriel

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Re: Zusätzliche Frage betreffend Myzel

Birgit, (vor 9130 Tagen) @ Galadriel

Hi Galadriel,

Da es sich um zwei eigenständige Arten handelt beschäftigt mich noch die
Frage, wie es möglich ist, dass beide Arten aus ein und demselben Myzel
kommen? Ist dies generell überhaupt möglich oder gilt: Jedes Myzel bringt
seinen eigenen Fruchtkörper hervor?

Wenn es zwei verschiedene Arten sind und keine Varietäten, dann können sie nicht aus dem gleichen Mycel kommen. Wenn es nur eine Varietät sein sollte, die auf Grund des kälteren Klimas und anderer geänderter Standortbedingungen entsteht, könnten sie aus dem gleichen Mycel stammen. Ich hab eigentlich festgestellt, daß X. pruinatus meist an anderen Standorten wächst als X. chrysenteron.

Was ich mich allerdings frage ist wie man denn beweisen will, daß es das gleiche Mycel ist, daß es am gleichen Ort ist, ist kein Beweis. Die Mycelien verschiedener Pilzarten können sich vollkommen durchdringen, ich hab hier im Garten z.B. eine kleine Kiefer (steht alleine), die mindestens drei Sorten Mykorrhizapilze hat, Körnchenröhrlinge, kupferrote Gelbfüße und Erdritterlinge. Die Mycelien dieser drei Arten durchdringen sich mit Sicherheit. Oder nimm ein- und denselben Baumstumpf, der sowohl Hallimasch als auch graublättrige Schwefelköpfe beherbergen kann. Man müßte das Mycel dann wohl genau untersuchen gegebenenfalls einen "genetischen" Fingerabdruck dieses speziellen Mycels erstellen, so wie es wohl bei dem großen Hallimaschmycel in Amerika gemacht wurde. Oder gibt es doch ne andere Möglichkeit?

Ciao

Birgit

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Re: Zusätzliche Frage betreffend Myzel

Boletus ⌂, (vor 9130 Tagen) @ Birgit

Hi Birgit

Du hast natürlich recht! Als ich mein erstes Posting zu diesem Thema verfasst habe war für mich die Sache eigentlich noch sonnenklar dass es sich um die gleichen Arten handeln müsste. (Habe gar nie an eine andere Möglichkeit gedacht). Direkt neben vergammelten Exemplaren von chrysenteron die fraglichen Pilze. Das Myzel unter der Laubschicht sichtbar.
Ob es sich bei dem unbekannten Röhrling um pruinatus handelt oder nicht ist für mich im Moment nebensächlich. Ich finde es äusserst positiv dass die Möglichkeit besteht auf diese Art zu kommunizieren und dadurch alte und gewohnheitsmässige Überzeugungen wieder einmal zu überdenken und evtl. zu korrigieren. In diesem Sinn möchte das Forum nicht mehr missen und auch Georg für seine damit verbundene Arbeit einmal danken.

Herzliche Grüsse
Sepp

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Re: Zusätzliche Frage betreffend Myzel

Galadriel, (vor 9130 Tagen) @ Birgit

Danke für eure Antworten Birgit und Sepp

Irgendwie bin ich froh, dass nicht aus demselben Mycel zwei verschiedene Arten hervorgehen können. Sonst hätte ich ein neues Programm in mein Gehirn installieren müssen ;-)
Ich hab mir auch immer vorgestellt, dass im Waldboden ein regelrechter "Kabelsalat", von sich gegenseitig durchdringenden Myzelien existiert.

Gruss Galadriel

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Re: Zusätzliche Frage betreffend Myzel

Boletus ⌂, (vor 9130 Tagen) @ Galadriel

Hallo Galadriel

Selbstverständlich bringt jedes Myzel seine eigenen Fruchtkörper hervor ! Hier ein kurzer, schematischer Abriss über die Fruchtkörperbildung:
Von den Myzelhyphen streben andere Hyphen nach aufwärts, verflechten sich miteinander durch wiederholte reichliche Zweigbildungen zu festeren Hyphenkomplexen, kleinen Knöllchen. Diese vergrössern sich rasch und nehmen bei den meisten Pilzen bald die Form des Hutes an, der ungestielt dem Myzelium aufsitzt, mit verschmäleter Basis mit ihm verwachsen ist, meistens aber von einem mehr oder weniger entwickelten, zentralen, exzentrischen oder seitlich angewachsenen Stiel getragen wird.

Die vielen Postings zum Thema haben mich veranlasst auch nochmals "über die Bücher zu gehen". Obwohl ich noch nicht richtig an die Art glaube werde ich bei Gelegenheit die mikroskopischen Merkmale der beiden Pilze miteinander vergleichen. Ich glaube an die Veränderlichkeit der Arten, insbesondere wenn ich z. Bsp.an Tricholoma saponaceum denke.
Pruinatus ist erst 1992 beschrieben worden. Nicht alle Autoren sind sich bis heute einig ob es sich dabei um eine eigene Art handelt. Der Bildverweis, im Abbildungsverzeichnis europ. Grosspilze, unter Boletellus pruinatus geht unter anderen auch zu Xerocomus chrysenteron in Pilze der Schweiz (Breitenbach/Kränzlin).

Viele Grüsse vom hin-und hergerissenen Boletus (Sepp)

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Re: unbekannter Röhrling (mit Bild)

Dietmar, (vor 9131 Tagen) @ jack.x

Ich hatte weiter unten auch schon mal einen kleinen Thread zu eimem
ubR beim dem ihr mir nicht so richtig weiterhelfen konntet.
Ich habe leider keine Cam, aber genau der war´s.
Gruß Dietmar

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Re: unbekannter Röhrling (mit Bild)

Andreas ⌂, (vor 9131 Tagen) @ jack.x

Hallo Leute,
ich habe heute mal wieder einen dieser Röhrlinge gefunden, die ich in den
letzten Jahren immer als untypische 'Rotfuss Röhrlinge' abgetan habe.
Heute will ich es aber mal genau wissen.
Der Pilz wird nicht so gross wie ein Steinpilz, höchstens 8-10cm
Hutdurchmesser. Der Hut ist samtig dunkelbraun (wie ein Flocki) und wird
an Frasstellen rosa. Das Fleisch ist goldgelb und bläut nur an der Basis
minimal. Die ebenfalls gelben Röhren stehen sehr dicht und sind wie der
ganze Pilz sehr fest. Fundstelle war unter älteren Fichten auf kalkigem
Untergrund. Einige Maronen Röhrlinge wuchsen in der Nähe.
Das Exemplar auf dem Bild ist übrigens ein Mini von nur 2cm Höhe, ich fand
ihn aber so schön. Bei grösseren Pilzen ist der Stiel nicht mehr so
knollig.
Gruss Jack.X

Hallo,

wie die meisten schon richtig sagten, handelt es sich um Xerocoumus pruinatus, den Bereiften Filzröhrling oder Herbst-Rotfuß.
Es handelt sich m.E. ganz klar um eine eigenständige Art und beileibe nicht nur um eine Spätherbst- oder Kälteform vom normalen Rotfuß.
Es stimmt zwar, dass X. pruinatus den Schwerpunkt im (Spät-)Herbst hat und X. chrysenteron mehr im Spätsommer-Frühherbst, aber die Vegetationszeiträume überlappen doch weitgehend. Uch jetzt stehen noch genügend Rotfüße rum die keineswegs X. pruinatus sind sondern eben "echte" chrysenteron.

Folgende Unterschiede:

Hutoberfläche: Bei pruinatus glatt und uneben-höckerig, ähnlich wie beim Steinpilz, am ehesten wie beim Kiefernsteinpilz. Bei chrysenteron fein filzig fast wie bei der Ziegenlippe, oft aufgerissen.

Hutrand: Bei pruinatus wenigstens in einem dünnen Häutchen rhabarberrot (ganz selten mal nicht erkennbar), bei chrysenteron nicht rot.

Hutfarbe: Bei pruinatus jung immer sehr dunkel braun, fast schwärzlich, manchmal rot (!), bei chrysenteron graubraun, dunkel braungrau, manchmal auch schwärzlich, nie rot.

Stiel: Bei pruinatus jung rein gelb, erst alt rote Töne annehmend aber nicht so sehr ins violett gehend wie bei chrysenteron. Bei chrysenteron von jung an mit roten Stielen, auch im Fleisch, Rotfärbung des Stiel oft aus feinen Flöckchen bestehend, wie beim Flockenstieligen Hexenröhrling.

Fleisch: Bei pruinatus lange fest, nicht immer blauend, am ehesten über den Röhren und im Stiel. Bei chrysenteron sehr schnell schwammmig werdend, stets blauend.

Poren: Bei pruinatus sehr fein, länger schön (butter-)gelb bleibend, erst alt etwas größer und gelbgrün, nur alt blauend. Bei chrysenteron von jung an recht groß, schon jung mehr grünlichgelb, auf Druck blauend.

Sporen: Bei pruinatus zumindest im REM Streifung erkennbar (auch bei Lichtmikroskopen mit sehr guter Optik). Bei chysenteron auch im REM glatt.

Pigmente: Bei pruinatus schwach inkrustierend (die Zellwände sehen praktisch glatt aus). Bei chrysenteron auffallend stark inkustierend, die Zellwände sind deutlich schollig-zebriert

Ich denke, man hat schon aus weniger triftigen Gründen Arten gemacht ...

Gruß,
Andreas

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essbar oder gar giftig?

Jack.X, (vor 9131 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,
ich bin beeindruckt. Das war eine tolle wissenschaftliche Abhandlung über die Unterschiede. Ich war mir ziemlich sicher, dass es sich um zwei unteschiedliche Arten handelt, da die makroskopischen Unterschiede schon so gravierend sind. Allerdings wachsen sie wie gesagt immer da wo auch 'normale' Rotfüsse wachsen - nur nicht annähernd so häufig. Hast du eine Ahnung wie gross die werden können? Ich habe noch keinen gefunden, der deutlich über 10cm Hutdurchmesser hatte. Über die Verwendbarkeit als Speisepilz wurde hier ja auch noch nichts gesagt, aber wie ich durch Selbstversuch ja schon herausgefunden habe scheint er einen zumindest nicht sofort umzubringen. Wenn er also nicht giftig ist würde ich ihn bei den sehr guten Speisepilzen einordnen.
Vielen Dank nochmal, Jack.X

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Re: essbar oder gar giftig?

Matzinger, (vor 9131 Tagen) @ Jack.X

Hallo Andreas,
ich bin beeindruckt. Das war eine tolle wissenschaftliche Abhandlung über die
Unterschiede. Ich war mir ziemlich sicher, dass es sich um zwei
unteschiedliche Arten handelt, da die makroskopischen Unterschiede schon
so gravierend sind. Allerdings wachsen sie wie gesagt immer da wo auch
'normale' Rotfüsse wachsen - nur nicht annähernd so häufig. Hast du eine
Ahnung wie gross die werden können? Ich habe noch keinen gefunden, der
deutlich über 10cm Hutdurchmesser hatte. Über die Verwendbarkeit als
Speisepilz wurde hier ja auch noch nichts gesagt, aber wie ich durch
Selbstversuch ja schon herausgefunden habe scheint er einen zumindest
nicht sofort umzubringen. Wenn er also nicht giftig ist würde ich ihn bei
den sehr guten Speisepilzen einordnen.
Vielen Dank nochmal, Jack.X

Hallo Jack,
der Herbstrotfußröhrling ist eßbar und in der Qualität besser als die Normalform.
gruß Matzinger

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Re: essbar oder gar giftig?

Andreas ⌂, (vor 9131 Tagen) @ Jack.X

Ich war mir ziemlich sicher, dass es sich um zwei

unteschiedliche Arten handelt, da die makroskopischen Unterschiede schon
so gravierend sind. Allerdings wachsen sie wie gesagt immer da wo auch
'normale' Rotfüsse wachsen - nur nicht annähernd so häufig. Hast du eine
Ahnung wie gross die werden können? Ich habe noch keinen gefunden, der
deutlich über 10cm Hutdurchmesser hatte.

Hallo,

die "gravierenden" Unterschiede sind augenfällig wenn Du einen geübten Blick hast und vor allem die Pilze typisch sind. Im Alter können sie sich schon sehr gleichen. Aus der Pilzberaterpraxis kann ich aber sagen, dass man kaum einmal an einen Zweifelsfall gerät, wobei's den Ratsuchenden ja im Normalfall schnuppe ist. Allerdings finden sie's interessant, dass der eine eben fester ist und länger so bleibt, der andere ganz schnell weich und schimmelig wird.
Er kann schon so 10 bis max. 12 cm groß werden, aber kaum mehr. Vielleicht einen Tick größer als der Gewöhnliche Rotfuß.

Gruß,
Andreas

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Re: unbekannter Röhrling (mit Bild)

Stinkmorcheling ⌂, (vor 9131 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

vielen Dank für die Aufklärung. Habe den Pilz ebenfalls schon mehrmals gefunden. Vom Zeitraum her liegen meine Funde Anfang und Mitte September (letztes Jahr) sowie im Oktober (dieses Jahr). Geschmeckt hat er jeweils ganz hervorragend (nicht zu vergleichen mit dem normalen Rotfuß).

Grüße Peter

Hallo,
wie die meisten schon richtig sagten, handelt es sich um Xerocoumus
pruinatus, den Bereiften Filzröhrling oder Herbst-Rotfuß.
Es handelt sich m.E. ganz klar um eine eigenständige Art und beileibe nicht
nur um eine Spätherbst- oder Kälteform vom normalen Rotfuß.
Es stimmt zwar, dass X. pruinatus den Schwerpunkt im (Spät-)Herbst hat und X.
chrysenteron mehr im Spätsommer-Frühherbst, aber die Vegetationszeiträume
überlappen doch weitgehend. Uch jetzt stehen noch genügend Rotfüße rum die
keineswegs X. pruinatus sind sondern eben "echte" chrysenteron.
Folgende Unterschiede: Hutoberfläche: Bei pruinatus glatt und
uneben-höckerig, ähnlich wie beim Steinpilz, am ehesten wie beim
Kiefernsteinpilz. Bei chrysenteron fein filzig fast wie bei der
Ziegenlippe, oft aufgerissen.
Hutrand: Bei pruinatus wenigstens in einem dünnen Häutchen rhabarberrot (ganz
selten mal nicht erkennbar), bei chrysenteron nicht rot.
Hutfarbe: Bei pruinatus jung immer sehr dunkel braun, fast schwärzlich,
manchmal rot (!), bei chrysenteron graubraun, dunkel braungrau, manchmal
auch schwärzlich, nie rot.
Stiel: Bei pruinatus jung rein gelb, erst alt rote Töne annehmend aber nicht
so sehr ins violett gehend wie bei chrysenteron. Bei chrysenteron von jung
an mit roten Stielen, auch im Fleisch, Rotfärbung des Stiel oft aus feinen
Flöckchen bestehend, wie beim Flockenstieligen Hexenröhrling.
Fleisch: Bei pruinatus lange fest, nicht immer blauend, am ehesten über den
Röhren und im Stiel. Bei chrysenteron sehr schnell schwammmig werdend,
stets blauend.
Poren: Bei pruinatus sehr fein, länger schön (butter-)gelb bleibend, erst alt
etwas größer und gelbgrün, nur alt blauend. Bei chrysenteron von jung an
recht groß, schon jung mehr grünlichgelb, auf Druck blauend.
Sporen: Bei pruinatus zumindest im REM Streifung erkennbar (auch bei
Lichtmikroskopen mit sehr guter Optik). Bei chysenteron auch im REM glatt.
Pigmente: Bei pruinatus schwach inkrustierend (die Zellwände sehen praktisch
glatt aus). Bei chrysenteron auffallend stark inkustierend, die Zellwände
sind deutlich schollig-zebriert
Ich denke, man hat schon aus weniger triftigen Gründen Arten gemacht ...
Gruß,
Andreas