Hallo Leute,
ich habe heute mal wieder einen dieser Röhrlinge gefunden, die ich in den
letzten Jahren immer als untypische 'Rotfuss Röhrlinge' abgetan habe.
Heute will ich es aber mal genau wissen.
Der Pilz wird nicht so gross wie ein Steinpilz, höchstens 8-10cm
Hutdurchmesser. Der Hut ist samtig dunkelbraun (wie ein Flocki) und wird
an Frasstellen rosa. Das Fleisch ist goldgelb und bläut nur an der Basis
minimal. Die ebenfalls gelben Röhren stehen sehr dicht und sind wie der
ganze Pilz sehr fest. Fundstelle war unter älteren Fichten auf kalkigem
Untergrund. Einige Maronen Röhrlinge wuchsen in der Nähe.
Das Exemplar auf dem Bild ist übrigens ein Mini von nur 2cm Höhe, ich fand
ihn aber so schön. Bei grösseren Pilzen ist der Stiel nicht mehr so
knollig.
Gruss Jack.X
Hallo,
wie die meisten schon richtig sagten, handelt es sich um Xerocoumus pruinatus, den Bereiften Filzröhrling oder Herbst-Rotfuß.
Es handelt sich m.E. ganz klar um eine eigenständige Art und beileibe nicht nur um eine Spätherbst- oder Kälteform vom normalen Rotfuß.
Es stimmt zwar, dass X. pruinatus den Schwerpunkt im (Spät-)Herbst hat und X. chrysenteron mehr im Spätsommer-Frühherbst, aber die Vegetationszeiträume überlappen doch weitgehend. Uch jetzt stehen noch genügend Rotfüße rum die keineswegs X. pruinatus sind sondern eben "echte" chrysenteron.
Folgende Unterschiede:
Hutoberfläche: Bei pruinatus glatt und uneben-höckerig, ähnlich wie beim Steinpilz, am ehesten wie beim Kiefernsteinpilz. Bei chrysenteron fein filzig fast wie bei der Ziegenlippe, oft aufgerissen.
Hutrand: Bei pruinatus wenigstens in einem dünnen Häutchen rhabarberrot (ganz selten mal nicht erkennbar), bei chrysenteron nicht rot.
Hutfarbe: Bei pruinatus jung immer sehr dunkel braun, fast schwärzlich, manchmal rot (!), bei chrysenteron graubraun, dunkel braungrau, manchmal auch schwärzlich, nie rot.
Stiel: Bei pruinatus jung rein gelb, erst alt rote Töne annehmend aber nicht so sehr ins violett gehend wie bei chrysenteron. Bei chrysenteron von jung an mit roten Stielen, auch im Fleisch, Rotfärbung des Stiel oft aus feinen Flöckchen bestehend, wie beim Flockenstieligen Hexenröhrling.
Fleisch: Bei pruinatus lange fest, nicht immer blauend, am ehesten über den Röhren und im Stiel. Bei chrysenteron sehr schnell schwammmig werdend, stets blauend.
Poren: Bei pruinatus sehr fein, länger schön (butter-)gelb bleibend, erst alt etwas größer und gelbgrün, nur alt blauend. Bei chrysenteron von jung an recht groß, schon jung mehr grünlichgelb, auf Druck blauend.
Sporen: Bei pruinatus zumindest im REM Streifung erkennbar (auch bei Lichtmikroskopen mit sehr guter Optik). Bei chysenteron auch im REM glatt.
Pigmente: Bei pruinatus schwach inkrustierend (die Zellwände sehen praktisch glatt aus). Bei chrysenteron auffallend stark inkustierend, die Zellwände sind deutlich schollig-zebriert
Ich denke, man hat schon aus weniger triftigen Gründen Arten gemacht ...
Gruß,
Andreas