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Nun auch Tulpen im Harzkreis *PIC*

HARZPILZCHEN, (vor 5333 Tagen)

Liebe Pilzfreunde

diesen Fund gelang heute Regine Wandelt von unserer Quedlinburger Fachgruppe.
Microstoma protractum ist ein Erstnachweis für den Harzkreis. Gefunden wurden zwei Fruchtkörper in einem Laubmischwald (Espe, Hasel, Birke, Weide) nahe Siptenfelde. LG Hartmut

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Re: Nun auch Tulpen im Harzkreis *PIC*

HARZPILZCHEN, (vor 5333 Tagen) @ HARZPILZCHEN

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Neidausbrech :-) *oT*

Lothar, (vor 5333 Tagen) @ HARZPILZCHEN

- kein Text -

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Re: sehr chic - Glückwunsch!

HARZPILZCHEN, (vor 5332 Tagen) @ Gerhard Schuster

Moin Gerd

ist ja nicht allzuweit von dir entfernt. Am Sonntag mit Fliegie nachsuchen gehen, wenn du Lust hast, könne wir uns dort treffen.

LG Hartmut

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Re: sehr chic - Glückwunsch!

Gerhard Schuster ⌂, (vor 5332 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Moin Hartmut & Fliegie,
sehr schade
aber Sonntag liegt leider schon anderes an.
LG
Gerd

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Keine Tulpen mehr im Harzkreis

Axel Schilling ⌂, (vor 5333 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Liebe Pilzfreunde
diesen Fund gelang heute Regine Wandelt von unserer Quedlinburger Fachgruppe.
Microstoma protractum ist ein Erstnachweis für den Harzkreis. Gefunden wurden
zwei Fruchtkörper in einem Laubmischwald (Espe, Hasel, Birke, Weide) nahe
Siptenfelde. LG Hartmut

Die Trophäe liegt jetzt auf diesem Tisch.
Es waren die beiden einzigen Fruchtkörper. Der Ertsnachweis ist gelungen, aber gleichzeitig ist die Art im Harzkreis möglicherweise schon wieder ausgelöscht.
Rote Liste = 0.

Grüße,
Axel

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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis

AK_CCM, (vor 5333 Tagen) @ Axel Schilling

Hallo Axel,

wieso ausgelsöcht - wurde das Biotop des Fundorts zerstört?
Oder kritisierst Du gerade die Entnahme der beiden Frk.?

Gruß, Andreas

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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis

Lothar, (vor 5333 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Axel und Andreas,

ich würde gerne zwischen den beiden Positionen vermitteln. Natürlich wäre es meiner Meinung nach angesagt gewesen, nur einen der beiden Fruchtkörper zu entnehmen, um dem Pilz die Chance zu geben, sich auch wieder neu auszubreiten. Dies gilt ganz besonders bei so seltenen Funden wie Microstoma protractum.

Auf der anderen Seite sehe ich natürlich auch, dass die Fruchtkörperentnahme eher überbewertet wird als Gefährdungsfaktor. Ich glaube auch nicht, dass die Entnahme der 2 Fruchtkörper zum Aussterben von M. protractum am Wuchsort führt.

Gruß von Lothar

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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis

AK_CCM, (vor 5333 Tagen) @ Lothar

Hallo Lothar,

Natürlich wäre es meiner Meinung nach angesagt gewesen, nur einen
der beiden Fruchtkörper zu entnehmen, um dem Pilz die Chance zu geben,
sich auch wieder neu auszubreiten. Dies gilt ganz besonders bei so
seltenen Funden wie Microstoma protractum.

wenn ich das richtig erkenne, entwachsen die beiden Tulpenbecher einem gemeinsamen Stiel. Insofern wird bei der Entnahme schlicht der andere Teil drangehangen sein. Ich kann jedenfalls keine böse Absicht erkennen und würde auch Niemandem vorhalten, er hätte dadurch einen Fundpunkt möglicherweise ausgelöscht. Darüber kann man vlt. spekulieren, wenn in den nächsten Jahren keine Frk. mehr auftreten - ich gehe davon aus, dass die Stelle aufgrund des seltenen Fundes künftig unter Beobachtung steht. Und wer weiß: Vielleicht kommen sogar heuer noch ein paar Frk. nach.

Gruß, Andreas

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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis

Lothar, (vor 5333 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

nicht dass ich darauf herumreiten wollte. Wie gesagt halte ich Fruchtkörperentnahme auch nicht für einen Hauptfaktor beim Pilzrückgang. Und ich behaupte auch nicht, diesbezüglich immer vorbildlich zu handeln.
Trotzdem:

entwachsen die beiden Tulpenbecher einem
gemeinsamen Stiel. Insofern wird bei der Entnahme schlicht der andere Teil drangehangen sein.

.... das kann ja sein. Aber ich finde, dass die vorsichtige Benutzung eines scharfen Messers genügt hätte, um nur einen Frk. zu entnehmen. Und der Reflex, bei einem schönen Pilz immer erst mal "grapsch" zu machen und dann "denk", ist weit verbreitet (auch oft bei mir), aber schon auch hinterfragbar.

Ich kann jedenfalls keine böse Absicht erkennen

.. ich ganz sicher auch nicht. Und ich denke, auch Axel nicht.

Und wer weiß: Vielleicht kommen sogar heuer noch ein paar Frk. nach.

... ja, das halte ich auch für wahrscheinlich. Bzw. für wünschenswert :-)

LG von Lothar

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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis

Axel Schilling ⌂, (vor 5333 Tagen) @ Lothar

Hallo Axel und Andreas,
ich würde gerne zwischen den beiden Positionen vermitteln. Natürlich wäre es
meiner Meinung nach angesagt gewesen, nur einen der beiden Fruchtkörper zu
entnehmen, um dem Pilz die Chance zu geben, sich auch wieder neu
auszubreiten. Dies gilt ganz besonders bei so seltenen Funden wie
Microstoma protractum.
Auf der anderen Seite sehe ich natürlich auch, dass die Fruchtkörperentnahme
eher überbewertet wird als Gefährdungsfaktor. Ich glaube auch nicht, dass
die Entnahme der 2 Fruchtkörper zum Aussterben von M. protractum am
Wuchsort führt.
Gruß von Lothar

Hallo Lothar,
das sehe ich genauso, bis auf deinen letzten Satz, solange er nicht bewiesen ist.

Grüße,
Axel

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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis

Axel Schilling ⌂, (vor 5333 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Axel,
wieso ausgelsöcht - wurde das Biotop des Fundorts zerstört?
Oder kritisierst Du gerade die Entnahme der beiden Frk.?
Gruß, Andreas

Hallo Andreas,
schließlich waren es die beiden einzigen Fruchtkörper einer seltenen Art.
Ja, man sollte dann nur soviel entnehmen, wie man zur Bestimmung benötigt, also eigentlich garnichts.
Stehenlassen hat noch keiner Art geschadet!

Grüße,
Axel

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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis

AK_CCM, (vor 5333 Tagen) @ Axel Schilling

Hallo Axel,

sicher macht Übertreibung anschaulich, aber Polemik ist ein zweischneidiges Schwert. Wird sie verkannt, könnte dies künftig Finder abschrecken, ihre Funde hier vorzustellen. Das fände ich schade. Vielleicht wäre es zielführender gewesen, wegen der Seltenheit auf die bedachte Entnahme von Untersuchungsmaterial hinzuweisen ohne gleich mit einer potenziellen Auslöschung des Vorkommens den Teufel an die Wand zu malen?

Wie auch immer: Jeder hat natürlich das Recht auf einen eigenen Standpunkt. Ich persönlich achte beispielsweise bei seltenen Pilzen darauf, eine ausreichend große Kollektion fürs Fungarium zu sichern. Würde ich z.B. eine Hand voll Tulpenbecher in der Augsburger Ecke finden, hätte ich keine Skrupel, 3-4 davon einzusacken.

Schönes Wochenende

Gruß, Andreas

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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis

Lothar, (vor 5332 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

Würde ich z.B. eine Hand voll Tulpenbecher in der Augsburger Ecke finden, hätte ich keine Skrupel, 3-4 davon einzusacken.

... habe ich richtig verstanden: von 5 würdest Du 4 mitnehmen. In Wahrheit wohl doch eher alle 5.
Fürs Fungarium. Also Totmaterial für die Briefmarkensammlung rechtfertigt die Entnahme der größten Raritäten mit der Grobkelle. Sorry, Du schreibst, jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung. Deine finde ich allerdings ziemlich scheiße.

Ich weiß nur sicher, dass ich Dir niemals einen Standort irgendeines Pilzes zeigen werde, der seltener als die Schmetterlingstramete ist.

Dir auch ein schönes Wochenende,
Lothar

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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis

AK_CCM, (vor 5332 Tagen) @ Lothar

Hallo Lothar,

... habe ich richtig verstanden: von 5 würdest Du 4 mitnehmen. In Wahrheit
wohl doch eher alle 5.

reine Unterstellung. Wenn ich 3-4 schreibe, meine ich das auch so.

Fürs Fungarium. Also Totmaterial für die Briefmarkensammlung rechtfertigt die
Entnahme der größten Raritäten mit der Grobkelle.

Du stellst mich hier dar, als würde ich im Feld als Schaufelradbagger wüten.
Wer mich kennt, weiß, dass das nicht zutrifft.

Sorry, Du schreibst, jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung.
Deine finde ich allerdings ziemlich scheiße.

Du musst Dich für Deine Meinung nicht entschuldigen.
Mit Deinem Standpunkt kann ich aber leben.

Ich weiß nur sicher, dass ich Dir niemals einen Standort irgendeines Pilzes
zeigen werde, der seltener als die Schmetterlingstramete ist.

Habe Dich nicht gebeten, mir irgendwelche Standorte zu zeigen.
Insofern geht Deine Haltung für mich in Ordnung.
Dennoch schade, dass Du mich derart vorverurteilst.

Gruß, Andreas

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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis

Lothar, (vor 5332 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

Dennoch schade, dass Du mich derart vorverurteilst.

... das habe ich nicht getan. Ich habe alleine nach Deiner Aussage geurteilt, Du würdest von 5 Fruchtkörpern 3-4 entnehmen, wenn Du Microstoma protractum bei Augsburg finden würdest (wo die Art in weitem Umkreis noch nie gefunden wurde).

Viele Grüße von Lothar - der im Übrigen nie endgültig urteilt :-)

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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis

Wolfgang P., (vor 5332 Tagen) @ Lothar

... habe ich richtig verstanden: von 5 würdest Du 4 mitnehmen. In Wahrheit
wohl doch eher alle 5.
Fürs Fungarium. Also Totmaterial für die Briefmarkensammlung rechtfertigt die
Entnahme der größten Raritäten mit der Grobkelle. Sorry, Du schreibst,
jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung. Deine finde ich allerdings
ziemlich scheiße.

Hallo Lothar,

ich würde es machen wie Andreas, und ausreichend Material mitnehmen, um die Variabilität der Art in allen Entwicklungsstadien studieren zu können (3-4 Fruchtkörper sind - je nach Gattung - dafür noch zuwenig). Sogar wenn der Standort in einem NSG liegt. Dass man im Gelände schon weiß, dass es sich um die sehr seltene Art xy handelt, die nur 3 Fundpunkte in D hat, ist doch der völlig seltene Ausnahmefall (in dem ich vielleicht auch anders reagieren würde).

Bei mir ensteht durch diese Arbeitsweise die moralische Verpflichtung (im Fall eines NSG sogar die rechtliche Verpflichtung), die Kollektion tatsächlich nach bestem Wissen zu untersuchen, und die Ergebnisse irgendwann der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Fall von NSG's habe ich mit dieser Position die Naturschutzbehörde auf meiner Seite, denn genau dafür hat sie mir eine Ausnahmegenehmigung erteilt.

Falls Du mal in die Verlegenheit kommst, mir einen Standort einer seltenen Pseudobaeospora zeigen zu sollen, kann ich Dir aber versichern: ich würde nur ein Foto machen und alle Fruchtkörper stehen lassen, weil ich darauf vertrauen würde, dass Du vorher die oben genannte Arbeitsweise selbst angewendet hast.

Grüße,

Wolfgang

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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis

HARZPILZCHEN, (vor 5332 Tagen) @ Wolfgang P.

ich würde es machen wie Andreas, und ausreichend Material mitnehmen, um die
Variabilität der Art in allen Entwicklungsstadien studieren zu können (3-4
Fruchtkörper sind - je nach Gattung - dafür noch zuwenig). Sogar wenn der
Standort in einem NSG liegt. Dass man im Gelände schon weiß, dass es sich
um die sehr seltene Art xy handelt, die nur 3 Fundpunkte in D hat, ist
doch der völlig seltene Ausnahmefall (in dem ich vielleicht auch anders
reagieren würde).
Bei mir ensteht durch diese Arbeitsweise die moralische Verpflichtung (im
Fall eines NSG sogar die rechtliche Verpflichtung), die Kollektion
tatsächlich nach bestem Wissen zu untersuchen, und die Ergebnisse
irgendwann der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Fall von NSG's habe
ich mit dieser Position die Naturschutzbehörde auf meiner Seite, denn
genau dafür hat sie mir eine Ausnahmegenehmigung erteilt.
Falls Du mal in die Verlegenheit kommst, mir einen Standort einer seltenen
Pseudobaeospora zeigen zu sollen, kann ich Dir aber versichern: ich würde
nur ein Foto machen und alle Fruchtkörper stehen lassen, weil ich darauf
vertrauen würde, dass Du vorher die oben genannte Arbeitsweise selbst
angewendet hast.

Moin Wolfgang

Danke für deine Meinung. Du hast dich doch auch gefreut, das du ein paar Fruchtkörper von Tulostoma pulchellum erhalten hast, oder? Warum auch nicht. Es ist mithin der wohl einige Standort einer viel selteneren Art, Fruchtkörper liegen nun schon bei verschiedenen Mykologen, zu deren Freude, zur Untersuchung und zur Dokumentation. Am Standort erscheinen immer neue Fruchtkörper, solange, bis der geplante großflächige Solarpark dort umgesetzt wird. Start dieses Jahr.
Wer ein paar Standortfotos machen will, z.B. zur nächsten DGfM Tagung, den zeige ich gerne diese Pilze. Es sollten dann aber neidlose Mykologen sein, die auch etwas Material mitnehmen dürfen, bevor die Baumaschinen den Standort zerstört haben.

Nun ein entspannter Wochenendgruß, nachher geht es in die Hochmoore im Oberharz, mit viel Optimismus, sehr seltene Funde zu machen, mitzunehmen und zu dokumentieren.

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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis

Axel Schilling ⌂, (vor 5332 Tagen) @ Wolfgang P.

Lieber Wolfgang,
Microstoma protractum brauchst du nicht zu studieren, das haben bereits andere gemacht. Du brauchst sie auch nicht besonders zu untersuchen, ein Blick genügt.
Ich wünsche mir mehr Respekt vor der Natur, insbesondere bei so seltenen Arten. Lass sie doch ihren Entwicklungszyklus beenden, da sind die Chancen für eine Reproduktion höher. Ich kenne einige "Mykologen", bei denen im Namen der Wissenschaftlichkeit die Sammelwut ausgebrochen ist, die Herbare überquellen, aber letztlich ziemlich alles auf dem Müll landen wird.
Ich habe selbst schon Gutachten über Rote-Liste-Pilzarten im Zuge von Bebauungsplänen erstellt. Niemand hat mein Gutachten mit Fotobelegen angezweifelt oder wollte Herbarmaterial sehen, wenngleich ich mir sicherheitshalber je 1 Ex. der RL-Arten hinterlegt hatte. Aber, wie Lothar schon richtig bemerkt hatte, auch ein Exsikkat ist kein Beweis, es kann ja von überall herkommen.
Ein schönes Wochenende
wünscht Axel

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nochmal zum Mitschreiben

HARZPILZCHEN, (vor 5332 Tagen) @ Axel Schilling

die Finderin kannte den Pilz nicht, hat ihn zur Bestimmung mitgenommen und mir übergeben. Punkt.

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Re: nochmal zum Mitschreiben

Lothar, (vor 5332 Tagen) @ HARZPILZCHEN

die Finderin kannte den Pilz nicht, hat ihn zur Bestimmung mitgenommen und
mir übergeben. Punkt.

Hallo Hartmut,
der Finderin habe ich auch keinerlei Vorwurf gemacht. Ich habe mich nur gegen die Darstellung von Andreas gewandt, die ich so unverantwortlich finde.
Der Finderin (und Dir gegenüber) habe ich ja zunächst nur meinen Neid signalisiert, der gilt nach wie vor :-)
Und ich habe ja auch gesagt, dass ich selber keineswegs immer vorbildhaft agiere.
Lieben Gruß ansonsten
Lothar. Semikolon :-)

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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis

Wolfgang P., (vor 5332 Tagen) @ Axel Schilling

Lieber Wolfgang,
Microstoma protractum brauchst du nicht zu studieren, das haben bereits
andere gemacht. Du brauchst sie auch nicht besonders zu untersuchen, ein
Blick genügt.

Hallo Axel,

dasselbe hat man bis vor kurzem auch über Sarcoscypha gesagt. Mit dem Effekt, dass man jetzt alle Verbreitungskarten von S. coccinea wegwerfen kann. Weißt Du denn sicher, wieviele Microstoma-Arten sich wirklich dahinter verbergen?

Wer einen Pilz untersuchen und bestimmen will, hat m.E. moralisch jedes Recht, dazu Fruchtkörper nach Hause zu nehmen. Dass Mycel bleibt ja im Boden - ich hätte moralisch genauso kein Problem, wenn jemand zur Bestimmung eine Einzelblüte einer Orchidee entnehmen wollte (das Anerkennen staatlicher Regeln ist eine andere moralische Dimension, daher braucht man hierfür eine Genehmigung).

Das widerspricht in keiner Weise dem Respekt gegenüber der Natur, und soll auch nicht eine blinde Sammelwut rechtfertigen, an deren Ende ein "Fungarium" aus undokumentiertem Trockenpilz-Abfall steht.

Die Zahl der Pilzarten und Pilzstandorte, bei denen der Exoten-Tourismus zum Gefährdungspotential wird, ist aber glücklicherweise an einer Hand abzählbar (anders als bei Orchideen). Für die Kaiserlinge am Oberrhein gilt es (hier aber der Mensch als Fraßfeind), und vielleicht auch irgendwann für die Boleten am Blutsee. Insofern gilt schon der Kant'sche Imperativ, denn je mehr Menschen wir mit unserer Leidenschaft für Pilze anstecken, desto größer ist das Risiko, dass zu laxe Regeln zu einem Problem für die Natur werden.

Grüße,

Wolfgang

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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis

Lothar, (vor 5332 Tagen) @ Wolfgang P.

Hallo Wolfgang,

dasselbe hat man bis vor kurzem auch über Sarcoscypha gesagt. Mit dem Effekt, dass man jetzt alle Verbreitungskarten von S. coccinea wegwerfen kann. Weißt Du denn sicher, wieviele Microstoma-Arten sich wirklich dahinter verbergen?

... das ist korrekt. Insofern ist die Entnahme eines (oder von 2) Fruchtkörpers von 5 (oder auch 3-4 oder gar 6 von 50) auch gerechtfertigt.
Was Sarcoscypha betrifft, hat allerdings ja schon Boudier vor über 100 Jahren jurana gekannt. Das Wissen über die Sammelart coccinea war nur verschollen gewesen, nicht wirklich neu.

Wer einen Pilz untersuchen und bestimmen will, hat m.E. moralisch jedes
Recht, dazu Fruchtkörper nach Hause zu nehmen.

... ja, das sehe ich auch so. Wenn es aber nur darum geht, ein möglichst üppiges Herbar anzufertigen, so denke ich darüber schon etwas anders.

Das widerspricht in keiner Weise dem Respekt gegenüber der Natur, und soll
auch nicht eine blinde Sammelwut rechtfertigen, an deren Ende ein
"Fungarium" aus undokumentiertem Trockenpilz-Abfall steht.

... genau um diese Differenzierung geht es in dieser Diskussion. Und man gewinnt hier schon ab und zu den Eindruck, dass Haltung b hier hin und wieder die Oberhand gewinnt. WEnn ich mich irren sollte, dann um so besser.

Die Zahl der Pilzarten und Pilzstandorte, bei denen der Exoten-Tourismus zum
Gefährdungspotential wird, ist aber glücklicherweise an einer Hand
abzählbar (anders als bei Orchideen). Für die Kaiserlinge am Oberrhein
gilt es (hier aber der Mensch als Fraßfeind), und vielleicht auch
irgendwann für die Boleten am Blutsee.

... wie auch immer tragen Foren wie unseres hierfür VErantwortung. Denn was hier steht, kann jeder lesen. Deshalb sollten auch keine ohne weiteres auffindbaren Fundort-Bezeichnungen hier veröffentlicht werden, gerade nicht bei gefährdeten Arten bzw. Standorten. Blutsee? Keine Ahnung, wo das liegt *g*

Viele Grüße von Lothar

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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis

Lothar, (vor 5332 Tagen) @ Wolfgang P.

Hallo Andreas und Wolfgang,
also: für mich besteht ein beträchtlicher Unterschied, ob eine Art wie Microstoma protractum an einem Standort abgeräumt wird(diese zu belegen, auch nachzumikroskopieren, selbst DNA zu entnehmen, genügt ein Frk. völlig - und 3-4 Frk. von 50 ist etwas anderes als 3-4 von 5) oder ob es um noch ungeklärte Arten geht (Du erwähnst z.B. Pseudobaeospora, sicher denkst Du auch z.B. an Entoloma).
Ich finde es vor allem auch verheerend, wenn in einem öffentlichen Forum der Eindruck vermittelt wird, man könne oder sogar solle auf Artenschutz beim Sammeln keinerlei Rücksicht nehmen. Die Aussage, man würde von einer auf der Roten Liste hoch eingestuften Art 3-4 von 5 Frk. mitnehmen und dies in einem Forum wie hier zu verbreiten - nun, ich habe das schon kommentiert und will dem nichts weiter hinzufügen. Wie das bei der großen Masse der Leser ankommt, kann ich mir allerdings vorstellen.
Ich sage das, obwohl ich weiß, dass die Fruchtkörperentnahme das kleinste Problem beim Rückgang der heimischen Biodiversität ist.
Viele Grüße von Lothar

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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis

HARZPILZCHEN, (vor 5333 Tagen) @ Axel Schilling

Die Trophäe liegt jetzt auf diesem Tisch.
Es waren die beiden einzigen Fruchtkörper. Der Ertsnachweis ist gelungen,
aber gleichzeitig ist die Art im Harzkreis möglicherweise schon wieder
ausgelöscht.
Rote Liste = 0.

Hallo Axel

Ach so? einzigste Fruchtkörper, woher weißt du das? Fruchtkörper = Trophäe = Gesamtpilz ??(schmunzel)

Also die Finderin der Fruchtkörper wußte erst einmal nichts von der Art. Es ist erst einmal positiv, wenn sie diese als etwas Besonderes erkannt hat und mitgenommen hat. Denn sonst wüßten wir auch nichts von dem Standort.

Der Tulpenbecher steht in der Flora Sachsen Analt als zerstreut, und ich alleine kenne zwei Standorte, wo er im März in großen Mengen erscheint.

So wird es auch hier in diesem großflächigen Biotop sein, das er an weiteren Stellen erscheint und nun beobachtet wird. Die Fruchkörper entstehen ja auch nicht einfach so, sondern weil der Pilz vorhanden ist.

entspannte Grüße Hartmut

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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis

Lothar, (vor 5333 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Hallo Hartmut,

ich alleine kenne zwei Standorte, wo er im März in großen Mengen erscheint.

... wow! Ich habe die Art wie gesagt noch nie gesehen. Stell doch mal ein paar schöne Bilder ein :-)

Auch ziemlich entspannt grüßt
Lothar

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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis

HARZPILZCHEN, (vor 5333 Tagen) @ Lothar

... wow! Ich habe die Art wie gesagt noch nie gesehen. Stell doch mal ein
paar schöne Bilder ein :-)

Lieber Lothar

siehe z.B. hier, die Fundstelle liegt nördlich Halle/Saale, es konnten ca. 50 Fruchtkörper gesehen werden. Weitere Fundstellen gibt es bei Borna (Sachsen) und bei Bernburg (Sachsen Anhalt).

Beitrag 201851

LG Hartmut

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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis

Lothar, (vor 5332 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Hallo Hartmut,
vielen Dank für den Link und die Informationen. Das hatte ich verpasst.
LG von Lothar

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Tulpen aus Borna

Nobi, (vor 5332 Tagen) @ Lothar

Hallo Lothar,

ich habe beim Verfolgen der interessanten Diskussion gelesen, dass Du gern mal Tulpenbecherlinge sehen möchtest. Zu einigen hat der Hartmut schon verlinkt, zu ein paar anderen möchte ich Dich gern führen. Fotografiert am letzten Sonntag an der von Hartmut erwähnten Bornaer Fundstelle. Meinen Kurzbericht mit einigen Bildern von mir und einem anderen Exkursionsteilnehmer findest Du hier:

http://www.pilzforum.eu/board/thema-unterwegs-mit-nando-und-sven

Viel Spaß beim schauen.

LG Nobi

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Re: Tulpen aus Borna

Lothar, (vor 5332 Tagen) @ Nobi

Hallo Nobi,
auch Dir vielen Dank für den schönen Link. Man sollte offenbar doch öfter in alle möglichen Foren schauen - dazu hatte ich bisher einfach nicht die Zeit. Umso schöner, wenn man einen solchen Hinweis bekommt.
Lieben Gruß von Lothar

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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis

Axel Schilling ⌂, (vor 5333 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Hallo Hartmut,

Ach so? einzigste Fruchtkörper, woher weißt du das?

Zwei Fruchtkörper wurden gefunden, beide entnommen, also die einzigen bekannten, hast du ja selbst geschrieben.

Also die Finderin der Fruchtkörper wußte erst einmal nichts von der Art. Es
ist erst einmal positiv, wenn sie diese als etwas Besonderes erkannt hat
und mitgenommen hat. Denn sonst wüßten wir auch nichts von dem Standort.

Das entschuldigt doch schon mal die Handlung.
Es gibt leider auch eine andere Spezies Sammler, die auch (und gerade) dann abräumen, wenn sie wissen, dass es sich um eine Seltenheit handelt.

Der Tulpenbecher steht in der Flora Sachsen Analt als zerstreut, und ich
alleine kenne zwei Standorte, wo er im März in großen Mengen erscheint.
So wird es auch hier in diesem großflächigen Biotop sein, das er an weiteren
Stellen erscheint und nun beobachtet wird. Die Fruchkörper entstehen ja
auch nicht einfach so, sondern weil der Pilz vorhanden ist.

Dann hoffen wir mal das Beste, aber Hoffen ist eben auch nicht Wissen.

entspannte Grüße Hartmut

ebensolche Grüße

Axel

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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis

Der Juergen, (vor 5333 Tagen) @ Axel Schilling

Hallo Axel,

ich bin auch dafür, dass man seltene Arten, sofern man sie erkennt, schont. Ob jedoch ein "intakter" Standort durch die Entnahme eines Exemplares oder einer Kollektion ausgelöscht wird, ist sehr zu bezweifeln; die Art wird dort vermutlich häufiger vorkommen, aber nicht jedes Exemplar wird gefunden. Anders sieht es aus, wenn das Habitat beeinträchtigt wird oder verschwindet, dann kann man mit Fug und Recht behaupten, dass ein Fundort erloschen ist.

Grüßle
Jürgen

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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis

Axel Schilling ⌂, (vor 5333 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Axel,
ich bin auch dafür, dass man seltene Arten, sofern man sie erkennt, schont.
Ob jedoch ein "intakter" Standort durch die Entnahme eines
Exemplares oder einer Kollektion ausgelöscht wird, ist sehr zu bezweifeln;
die Art wird dort vermutlich häufiger vorkommen, aber nicht jedes Exemplar
wird gefunden. Anders sieht es aus, wenn das Habitat beeinträchtigt wird
oder verschwindet, dann kann man mit Fug und Recht behaupten, dass ein
Fundort erloschen ist.
Grüßle
Jürgen

Hallo Jürgen,
war es in diesem Fall ein "intakter" Standort und wie soll man das definieren?
Ich achte selbst immer drauf, Exemplare am Standort überzulassen. Bei Solitärexemplaren nehme ich nur Bruchstücke zur Mikroskopie mit. Bei dieser auffallenden Art hätte sicher auch ein Foto gereicht. Dazu muss man natürlich erstmal eine Kamera mithaben.

Grüße,
Axel

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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis

Der Juergen, (vor 5332 Tagen) @ Axel Schilling

Hallo Axel,

prinzipiell stimme ich mit Deiner Meinung überein, auch ich lasse lieber etwas stehen; Fotos und Fragmente vom Fruchtkörper reichen mir völlig aus.

war es in diesem Fall ein "intakter" Standort und wie soll man das
definieren?

Bei solchen "seltenen" Arten - wo die Seltenheit ja meist mit einer strengen Biotopbindung korreliert - ist meine Erfahrung diese, dass der Standort nicht zufällig ist, sondern ein für die Art intaktes Biotop darstellt. Der Standort ist schützenswert, nicht die Fruchtkörper, oder die Art (überspitzt formuliert). Diese Erkenntnis: Biotopschutz, sickert aber nur langsam ins Bewußsein des Naturschutzes ein. Die Roten Listen sind eigentlich ein Relikt aus der Zeit, als Arten direkt durch menschliche Nachstellung bedroht waren (Vögel z.B.). Man wollte die Arten schützen. Heute muss man jedoch die Biotope schützen. Also; wer sind die "Bösen"? Die Naturinteressierten, die Fruchtkörper entnehmen, oder vielleicht doch der Sandgrubenbetreiber oder Zementwerks-Besitzer, der vom Land Abbaulinzenzen bekommt. Ich glaube, dass wir uns über die Falschen aufregen.

Grüßle
Jürgen

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Nachtrag

Der Juergen, (vor 5331 Tagen) @ Der Juergen

Ich hatte irgendwo gelesen, dass dieser Tulpenbecherling in Biotopen mit nährstoffreichen Böden vorkommt, also Wälder, die auf guten Böden stocken. Bei uns in der Region sind aber die guten Böden (z.B. Löß oder Aueböden) ausnamslos in landwirtschaftlicher Nutzung. So gut wie alle Wälder auf Lößböden sind im Zuge der landwirtschaftlichen Kultivierung vernichtet worden. Darüber kann man mal ein bisschen nachdenken. Oft ist es nämlich so, dass mykologisch interessante Stellen (Hotspots) immer da vorkommen, wo der Untergrund (Böden, Geologie) interessant ist. Bei uns auf der Alb sind das oft lehmige, wasserführende fluviale Ablagerungen, die kleinflächig vorkommen können (Alblehm, oder Tertiäre Lehme, Feuersteinlehm, auch tertiäre Sande usw usf.), oder geologische Störungen oder Übergänge geologischer Schichten.

Grüßle
Jürgen

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Re: Keine Tulpen mehr im Harzkreis *PIC*

Gábor, (vor 5332 Tagen) @ Axel Schilling

Hallo Axel,

ich habe ja sogar schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich mit einer größeren Truppe (>5) auf Pilzsuche im NSG unterwegs bin.
Und das das sogar mit einer Begehungserlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.
Da werden nämlich nicht nur im Namen der Naturwissenschaft Frkp. entnommen.
Vielmehr hinterlassen über zwei Dutzend Wanderstiefel nun mal ihre Spuren.
Und meine (mittlerweile leider) über 100Kg Lebendgewicht lassen sich auch nicht ohne weiteres wegdiskutieren :-)

Das gilt gleichermaßen übrigens auch für größere Exkursionen bei Tagungen oder auf Seminaren.
Allein fehlt mir noch die Idee, wie ich mich weiterbilden soll, ohne mich mit Gleichgesinnten auszutauschen.
Zur Not würde das zwar auch via email oder in Foren funktionieren.
Wäre aber letztendlich dann doch nicht das gleiche, als wenn man mit kundigen Pilzfreunden auch physikalisch unterwegs ist.
Was mit natürlich daran erinnert, dass ich seinerzeit in Hannover auch sehr gerne mit Dir eine kleine Exkursion unternommen hätte.

Im übrigen finde ich diese Diskussion sehr wichtig.
Denn ich finde, sie kann durchaus dazu beitragen, dass sog. Naturfreunde sensibilisiert werden und auch ihr Handeln vor Ort mal etwas kritischer überdenken.

Leider muss ich mir den Schuh wohl im nachhinein auch anziehen :-(
War es denn z.B. vorletztes Jahr zwingend nötig, den einen Frkp. herauszudrehen, nur um ein aussagekräftigeres Foto der seltenen Art zu bekommen?
[image]
Zumal die Schleiereule selbst in der Eifel eher dünn gesät ist...

Doch bei Hartmut habe ich keine Bedenken, dass es an Respekt vor der Natur mangelt.
Allein seine mühevolle Mikrodokumentation spricht doch deutlich dagegen.
Selbst vor den kleinen Scheißerchen auf Wildhinterlassenschaften macht er nicht halt :-)

LG, Gábor

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Meine Meinung zum Sachverhalt Rote Liste = 0

Stephan Weißer, (vor 5333 Tagen) @ Axel Schilling

Rote Liste = 0, heißt das wirklich ausgestorben, oder heißt das nur: selten bemerkt und mitgenommen bzw. selten korrekt bestimmt?
Und wie kann ein Pilz jemals vom Rote-Liste-Status = 0 runter kommen, wenn man ihn nicht aufnehmen und bestimmen darf? Was nicht mitgenommen und bestimmt wurde, existiert formal gesehen gar nicht. Könnte sich ja um ein Hirngespinst handeln...

Man sollte sich angewöhnen, Rote-Liste-Einträge mit der nötigen kritischen Distanz zu betrachten. An der Roten Liste hängen ziemlich viele politische Interessen.

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Re: Meine Meinung zum Sachverhalt Rote Liste = 0

Lothar, (vor 5333 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stefan,

vor allem sind Rote Liste-Einstufungen Momentaufnahmen unseres begrenzten Wissens.
Und manche Gefährdungsfaktoren ändern sich auch in der Zeit. Beispiel: in Baden-Württemberg war der Tannen-Fingerhut (Cyphella digitalis) viele Jahre lang vermutlich aufgrund der sauren Niederschläge verschollen. Jetzt ist er wieder allenthalben zu finden. Offensichtlich machen ihm Nährstoffeinträge weniger aus. Verlierer dieser Entwicklungen sind andere Arten.

wenn man ihn nicht aufnehmen und bestimmen darf?

... na ja - Microstoma protractum könnte man durchaus auch ohne Mikroskopie oder Entnahme bestimmen. Oder muss auch jeder Birkenporling entnommen und belegt werden?

Was nicht mitgenommen und bestimmt wurde, existiert formal gesehen gar nicht. Könnte sich ja um ein Hirngespinst handeln...

... also wirklich, das ist Blödsinn. Ein Foto ist in so einem Fall ein guter Beleg. Dabei ist auch ein Beleg kein Beweis. Könnte ja wo ganz anders gesammelt oder aufgenommen worden sein.

Man sollte sich angewöhnen, Rote-Liste-Einträge mit der nötigen kritischen
Distanz zu betrachten.

... das stimmt - siehe oben.

LG von Lothar

An der Roten Liste hängen ziemlich viele politische Interessen.

... politische Interessen. Na ja ... Eher könnte man sagen, dass eine hohe Einstufung dem Naturschutz hilft, mal ein Gebiet unter Schutz stellen zu können.

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Re: Meine Meinung zum Sachverhalt Rote Liste = 0

Stephan Weißer, (vor 5331 Tagen) @ Lothar

Microstoma protractum könnte man durchaus auch ohne Mikroskopie
oder Entnahme bestimmen.

Also ich nicht. Ich hatte bis zu dieser Diskussion nicht einmal von diesem Pilz gehört. Ist der wirklich so selten, wie das hier rüberkommt? Oder ist er nur so "selten", wie man das vor dem Aufkommen diverser Internet-Pilze-Foren z. B. auch vom Scharlachroten Kelchbecher gedacht hatte? So oft, wie dieser mittlerweile an allen möglichen Stellen gefunden wird...

Was nicht mitgenommen und bestimmt wurde, existiert formal gesehen gar nicht.
Könnte sich ja um ein Hirngespinst handeln...
... also wirklich, das ist Blödsinn. Ein Foto ist in so einem Fall ein guter
Beleg.

Klar ist das Blödsinn. Aber wie steht es dann mit dem Kartieren? Darf man dieses Tulpen-Teil kartieren, wenn man dem ersten Anschein folgend glaubt, es gesehen zu haben, ohne es auch nur in die Hand genommen zu haben? Wie viele Leute KÖNNEN diesen Pilz dann überhaupt kartieren?

... politische Interessen. Na ja ... Eher könnte man sagen, dass eine hohe
Einstufung dem Naturschutz hilft, mal ein Gebiet unter Schutz stellen zu
können.

... mit dem Ergebnis, dass dann jegliche mykologische Weitererforschung dieses Gebietes dann den Leuten mit der Sondererlaubnis vorbehalten bleibt?

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Re: Meine Meinung zum Sachverhalt Rote Liste = 0

Lothar, (vor 5331 Tagen) @ Stephan Weißer

Hi Stephan,
Microstoma protractum ist makroskopisch kaum verwechselbar. Zumindest so lange die Art nicht aufgegliedert wird. M.p. ist zumindest so selten, dass ich die Art noch nie gefunden habe. Nun ja - vielleicht bin ich zufällig immer dran vorbeigetrappt. Die aktuellen Fundstellen in Ostdeutschland wurden hier ja schon von Nobi und Hartmut aufgeführt. So viele sind es nicht. Im Westen gibt es wohl noch weniger Stellen. In BW wurde die Art wohl mal bei Tübingen gefunden, sonst m.W. noch nie. Also M. p. ist schon selten.
Sarcoscyphas habe ich dagegen schon oft gefunden, schon als Kind. Am häufigsten ist bei uns (BW) S. jurana, auf der Alb vor allem. S. austriaca ist im Donauraum zu Hause und S. coccinea habe ich auch schon öfter mal gefunden, eher thermophil. Alle 3 Arten sind für sich weitaus häufiger als M.p.
Lieben Gruß von Lothar

Darf man dieses Tulpen-Teil kartieren, wenn man dem ersten Anschein folgend glaubt, es gesehen zu haben, ohne es auch nur in die Hand genommen zu haben?

... da bin ich der Falsche, den Du fragst. Ich habe mit Kartierung seit dem Abschluss des Atlas nichts mehr zu tun.

Wie viele Leute KÖNNEN diesen Pilz dann überhaupt kartieren?
... Du hast doch die Bilder gesehen. Der Pilz ist nahezu unverwechselbar. Insofern kann ihn m.E. (fast) jeder kartieren. Man muss ihn halt erst mal finden :-)

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Re: Meine Meinung zum Sachverhalt Rote Liste = 0

Svampskogen, (vor 5331 Tagen) @ Lothar

Schönen Abend!

Zu dieser interessanten Diskussion kann ich nur beitragen, dass diese Art in "meinem" am häufigsten besuchten schwedischen Pilzforum (www.svampguiden.com) im Frühling recht häufig gezeigt wird... Sie scheint insbesondere in Nordschweden nicht soo selten zu sein. Vielleicht handelt es sich ja einfach um eine nordische Art und sie ist deshalb so selten bei uns.

Liebe Grüsse Svampskogen

Hi Stephan,
Microstoma protractum ist makroskopisch kaum verwechselbar. Zumindest so
lange die Art nicht aufgegliedert wird. M.p. ist zumindest so selten, dass
ich die Art noch nie gefunden habe. Nun ja - vielleicht bin ich zufällig
immer dran vorbeigetrappt. Die aktuellen Fundstellen in Ostdeutschland
wurden hier ja schon von Nobi und Hartmut aufgeführt. So viele sind es
nicht. Im Westen gibt es wohl noch weniger Stellen. In BW wurde die Art
wohl mal bei Tübingen gefunden, sonst m.W. noch nie. Also M. p. ist schon
selten.
Sarcoscyphas habe ich dagegen schon oft gefunden, schon als Kind. Am
häufigsten ist bei uns (BW) S. jurana, auf der Alb vor allem. S. austriaca
ist im Donauraum zu Hause und S. coccinea habe ich auch schon öfter mal
gefunden, eher thermophil. Alle 3 Arten sind für sich weitaus häufiger als
M.p.
Lieben Gruß von Lothar
Darf man dieses Tulpen-Teil kartieren, wenn man dem ersten Anschein folgend
glaubt, es gesehen zu haben, ohne es auch nur in die Hand genommen zu
haben?
... da bin ich der Falsche, den Du fragst. Ich habe mit Kartierung seit dem
Abschluss des Atlas nichts mehr zu tun.
Wie viele Leute KÖNNEN diesen Pilz dann überhaupt kartieren?
... Du hast doch die Bilder gesehen. Der Pilz ist nahezu unverwechselbar.
Insofern kann ihn m.E. (fast) jeder kartieren. Man muss ihn halt erst mal
finden :-)

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Re: Meine Meinung zum Sachverhalt Rote Liste = 0

Axel Schilling ⌂, (vor 5333 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan,
meine Anmerkung zur Rote Liste = 0 war auch nur auf diesen Fall bezogen und polemisch gemeint.
Ich wollte keine Diskussion über Inhalt, Sinn und Zweck von RL-Arten beginnen.

Grüße,
Axel

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Re: Nun auch Tulpen im Harzkreis

Jens ⌂, (vor 5333 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Hallo Hartmut,
ein toller Fund, gratuliere.
Schöne Grüße auch an die Finderin Regine.

Gruß Jens

Liebe Pilzfreunde
diesen Fund gelang heute Regine Wandelt von unserer Quedlinburger Fachgruppe.
Microstoma protractum ist ein Erstnachweis für den Harzkreis. Gefunden wurden
zwei Fruchtkörper in einem Laubmischwald (Espe, Hasel, Birke, Weide) nahe
Siptenfelde. LG Hartmut

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Standortfoto *PIC*

HARZPILZCHEN, (vor 5333 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Hier noch ein Standortfoto von den stolzen Findern der sehr seltenen Pilzart, Regine und Dr. Werner Wandelt. Selbstverständlich werden weitere Beobachtungen gemacht und die Fruchtkörper stehen gelassen. LG Hartmut

[image]

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Re: Standortfoto

Joschi Siembida ⌂, (vor 5332 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Hallo Hartmut,

schöner Fund und Glückwunsch an die Finderin.

Irgendwie komm ich aber beim Zählen bis drei! Bisher hatte ich damit noch keine Probleme. *grübel*

Gruß Joschi

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Re: Standortfoto

HARZPILZCHEN, (vor 5332 Tagen) @ Joschi Siembida

schöner Fund und Glückwunsch an die Finderin.
Irgendwie komm ich aber beim Zählen bis drei! Bisher hatte ich damit noch
keine Probleme. *grübel*

Moin Joschi

Genau. Es sind mit Sicherheit auch noch mehr Fruchtkörper dort. Ich werde aber von solchen Raritäten keine Bilder mehr in dieses Forum stellen, um solche Diskussionen aus dem Wege zu gehen. Steinpilze, Morcheln und Maronen sind ja auch sehr fotogene Pilze.

LG Hartmut

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Re: Standortfoto

Joschi Siembida ⌂, (vor 5331 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Hallo Hartmut,

Ich werde aber von solchen Raritäten keine Bilder mehr in dieses Forum stellen,...

das wäre aber schade. :-(

Gruß Joschi