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Ein paar Fotos vom Frühling *PIC*

Klaas, (vor 5327 Tagen)

Hallo zusammen,

falls es jemand noch nicht mitbekommen hat: Draußen blüht, quakt und pilzelt es bereits ordentlich...
anbei ein paar Bilder von meinem Frühlingserwachen an den beiden letzten Wochenenden.

Die ersten zaghaften Blüten vom Scharbockskraut zeigten sich bereits vor zwei Wochen, an den Bächlein am Wegrand
und den Tümpeln in der Nähe konnte man dem leisen Quakkonzert der Erdkröten lauschen.

[image] [image]

Schon vom Weg aus zu sehen sind die großflächigen Überzüge vom Mosaik-Schichtpilz auf den alten Eichenstämmen.
Zumindest hier in meinen Wäldern großflächig um Wiesbaden keine große Seltenheit. Im Gegenteil, ich muss schon fast überlegen,
wo ich ihn in den letzten Jahren noch nicht gesehen habe. Da aber inzwischen gierig jedes Hölzchen aus den Wäldern gerafft wird,
wird sich das zukünftig sicher ändern. Die Begegnung an dieser neuen Stelle war aber besonders, nach 40 Stämmen im Gebiet hatte
ich aufgehört, zu zählen. Interessant, aber vermutlich nicht ungewöhnlich, finde ich, dass (seit ich darauf achte) nahezu immer
Hymenochaete rubiginosa zwischendrin wächst.

[image]

[image] [image]

An machen Orten waren vor zwei Wochen vom Bärlauch gerademal kleine Spitzen zu sehen, andernorts bereits die ersten Knospen
in den Teppichen.

[image]

An etwas übersichtlicheren Stellen konnte man kleine Pilzchen finden, hier vermutlich (nicht näher angeschaut) Hyalorbilia inflatula.

[image]

Und etwas kleiner, an Erlenzapfen, wenn ich nicht ganz daneben haue, links Calycellina alniella.
Rechts meine ständigen Begleiter - egal wo Lärchen stehen, stechen die sofort ins Auge, Lachnellula occidentalis.

[image] [image]

Letztes Wochenende an einem Bachrand, Dumontinia tuberosa:

[image]

In einem etwas sumpfigen, vom Bachlauf normalerweise überschwemmten Gebiet, an einem sehr morschen Stamm bei Erlen,
meine ersten Hymenoscyfüße für dieses Jahr, das muss eigentlich Hymenoscyphus vernus sein.

[image]

Etwas tiefer im Wald, an im Bach liegenden Fichtenzapfen, Apos (bislang) unter 1mm, die beinahe haarig wirkenden Randzellen
bis ca. 30µ an den ganz kleinen kommen mir etwas komisch vor. Hymenoscyphus imberbis "kenne" ich nur flüchtig, die übrigen
Mikromerkmale würden aber passen.

[image]

[image] [image]

Noch kurz zum Sonntag, sonst wirds wieder viel zu viel.
Schon die Wächter am Eingang des Gebietes zeigten sich farbenfroh, wohl eine Zauneidechse im prallen Sonnenschein, halb in
den Schatten eines Baumstumpfes gehuscht.

[image]

An dieser Stelle wollte ich eigentlich ein Lobesrede für das RAW-Format halten, mit dem ich mich selbst erst seit Kurzem befasse.
Es ist kaum zu fassen, was man damit beim digitalen Entwickeln von Bildern anstellen kann, was man aus völlig unter- oder
überbelichteten Bereichen noch herauszaubern kann. Meine Fotos sind ja meistens auch nur Schnappschüsse, da lohnt sich der
Aufwand kaum. In diesem Fall hätte man die komplett schwarzen Bereiche derart nachbelichten können, dass auch dort wieder
Zeichnung/Strukturen deutlich zu erkennen sind. (Den Kontrast wie hierbei von der Kamera aufgenommen, finde ich hier aber
interessanter.) Wer Rohdaten auf seiner Kamera speichern kann, sollte es mal ausprobieren, es lohnt sich!

Egal, bevor ich völlig abschweife, noch ein paar Blüten aus dem Gebiet dort, dass war ein wunderschöner Anblick mit den
Buschwindröschen und vor allem dem Lerchensporn, den ich in solchen Mengen noch nie gesehen habe, soweit das Auge reicht.

[image]

[image] [image]

Das wars und bis demnächst, dann sicher wieder mit mehr Fragen... ;)

Grüße
Klaas

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Re: Ein paar Fotos vom Frühling

Ingo Wagner, (vor 5327 Tagen) @ Klaas

Hallo zusammen,
falls es jemand noch nicht mitbekommen hat: Draußen blüht, quakt und pilzelt
es bereits ordentlich...
anbei ein paar Bilder von meinem Frühlingserwachen an den beiden letzten
Wochenenden.
Die ersten zaghaften Blüten vom Scharbockskraut zeigten sich bereits vor zwei
Wochen, an den Bächlein am Wegrand
und den Tümpeln in der Nähe konnte man dem leisen Quakkonzert der Erdkröten
lauschen.

Schon vom Weg aus zu sehen sind die großflächigen Überzüge vom
Mosaik-Schichtpilz auf den alten Eichenstämmen.
Zumindest hier in meinen Wäldern großflächig um Wiesbaden keine große
Seltenheit. Im Gegenteil, ich muss schon fast überlegen,
wo ich ihn in den letzten Jahren noch nicht gesehen habe. Da aber inzwischen
gierig jedes Hölzchen aus den Wäldern gerafft wird,
wird sich das zukünftig sicher ändern. Die Begegnung an dieser neuen Stelle
war aber besonders, nach 40 Stämmen im Gebiet hatte
ich aufgehört, zu zählen. Interessant, aber vermutlich nicht ungewöhnlich,
finde ich, dass (seit ich darauf achte) nahezu immer
Hymenochaete rubiginosa zwischendrin wächst.


An machen Orten waren vor zwei Wochen vom Bärlauch gerademal kleine Spitzen
zu sehen, andernorts bereits die ersten Knospen
in den Teppichen.

An etwas übersichtlicheren Stellen konnte man kleine Pilzchen finden, hier
vermutlich (nicht näher angeschaut) Hyalorbilia inflatula.

Und etwas kleiner, an Erlenzapfen, wenn ich nicht ganz daneben haue, links
Calycellina alniella.
Rechts meine ständigen Begleiter - egal wo Lärchen stehen, stechen die sofort
ins Auge, Lachnellula occidentalis.

Letztes Wochenende an einem Bachrand, Dumontinia tuberosa:
In einem etwas sumpfigen, vom Bachlauf normalerweise überschwemmten Gebiet,
an einem sehr morschen Stamm bei Erlen,
meine ersten Hymenoscyfüße für dieses Jahr, das muss eigentlich Hymenoscyphus
vernus sein.

Etwas tiefer im Wald, an im Bach liegenden Fichtenzapfen, Apos (bislang)
unter 1mm, die beinahe haarig wirkenden Randzellen
bis ca. 30µ an den ganz kleinen kommen mir etwas komisch vor. Hymenoscyphus
imberbis "kenne" ich nur flüchtig, die übrigen
Mikromerkmale würden aber passen.


Noch kurz zum Sonntag, sonst wirds wieder viel zu viel.
Schon die Wächter am Eingang des Gebietes zeigten sich farbenfroh, wohl eine
Zauneidechse im prallen Sonnenschein, halb in
den Schatten eines Baumstumpfes gehuscht.

An dieser Stelle wollte ich eigentlich ein Lobesrede für das RAW-Format
halten, mit dem ich mich selbst erst seit Kurzem befasse.
Es ist kaum zu fassen, was man damit beim digitalen Entwickeln von Bildern
anstellen kann, was man aus völlig unter- oder
überbelichteten Bereichen noch herauszaubern kann. Meine Fotos sind ja
meistens auch nur Schnappschüsse, da lohnt sich der
Aufwand kaum. In diesem Fall hätte man die komplett schwarzen Bereiche derart
nachbelichten können, dass auch dort wieder
Zeichnung/Strukturen deutlich zu erkennen sind. (Den Kontrast wie hierbei von
der Kamera aufgenommen, finde ich hier aber
interessanter.) Wer Rohdaten auf seiner Kamera speichern kann, sollte es mal
ausprobieren, es lohnt sich!
Egal, bevor ich völlig abschweife, noch ein paar Blüten aus dem Gebiet dort,
dass war ein wunderschöner Anblick mit den
Buschwindröschen und vor allem dem Lerchensporn, den ich in solchen Mengen
noch nie gesehen habe, soweit das Auge reicht.


Das wars und bis demnächst, dann sicher wieder mit mehr Fragen... ;)
Grüße
Klaas

Hi Klaas!

Hyalorbilia wäre mir zu gelb für inflatula, manchmal versteckt sich hinter dem Aussehen eine normale Orbilia, leider hast du nichts zum Substrat geschrieben!

Calycellina alniella ist wahrscheinlich, um aber Zweifel auszuräumen wegen
Mollisia amenticola, müsste man sie etwas besser sehen (Kann man drunter durchschauen, also Apo nicht voll auf Substrat aufliegend?)

Hymenoscyphus vernus würde ich unterschreiben.

Beim Zapfenbewohner teile ich deine Zweifel. Nicht, dass Hymenoscyphus imberbis nicht auch an Zapfen vorkommt (das weiß bloß kaum jemand), aber mir gefällt das Bild nicht wirklich für die Art.
Wäre interessant, den mal näher zu untersuchen. Zunächst vielleicht Lugol-Porusreaktion? Obwohl, du schreibst ja, die übrigen Mikro-Merkmale passen. Sicherlich auch die Blaufärbung der Basiszellen mit Lugol.

VG Ingo W

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Re: Ein paar Fotos vom Frühling

Klaas, (vor 5326 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo!

Hymenoscyphus vernus würde ich unterschreiben.

Das steigert meine Trefferquote enorm... ;)
Du würdest kaum glauben, wie lange ich an denen rumgemacht habe, um ganz sicher zu gehen.
Vielleicht erinnere ich bei der nächsten Kollektion umso besser daran. Oder auch wieder nicht.

Hyalorbilia wäre mir zu gelb für inflatula, manchmal versteckt sich hinter
dem Aussehen eine normale Orbilia, leider hast du nichts zum Substrat
geschrieben!

Mann, Du bist aber auch genau. Fundstelle war in einem feuchten Gebiet um einen Bach, vorwiegend Laubholz,
aber auch ein Bereich mit Kiefern - ich glaube, der liegende Stamm war eine Kiefer.
Ob das zum Pilz passt, weiß ich nicht. Ich versuche mich mal daran, habe aber wenig Hoffnung bei diesen Orbilien.

Calycellina alniella ist wahrscheinlich, um aber Zweifel auszuräumen wegen
Mollisia amenticola, müsste man sie etwas besser sehen (Kann man drunter
durchschauen, also Apo nicht voll auf Substrat aufliegend?)

Bei den ganz Kleinen sah man deutlich die Stiele, die Nachforschungen zu Calycellina/Mollisia fand ich allerdings mehr als verwirrend.

Beim Zapfenbewohner teile ich deine Zweifel. Nicht, dass Hymenoscyphus
imberbis nicht auch an Zapfen vorkommt (das weiß bloß kaum jemand), aber
mir gefällt das Bild nicht wirklich für die Art.
Wäre interessant, den mal näher zu untersuchen. Zunächst vielleicht
Lugol-Porusreaktion? Obwohl, du schreibst ja, die übrigen Mikro-Merkmale
passen. Sicherlich auch die Blaufärbung der Basiszellen mit Lugol.

Hmm, ein kleiner Wink mit dem Basiszellenzaunpfahl... habe ich natürlich nicht drauf geachtet.
Porus in Lugol schwach blau, wie bei Dir schön beschrieben löst sich auch die apikale Außenhülle ab.
Allerdings habe ich keine Haken gefunden - oder besser: war mir bei manchen nicht sicher, ob es vielleicht doch welche waren.
Sporen 8-11x4-5µ, auch teils mit schön sichtbarem Zellkern in Lugol.
Paraph. um 3µ breit, mit starkem Ölgehalt, braun in Lugol. Asci 70x8-10µ.
Vielleicht stammen die "Randzellen", die ich da erwischt habe, von sich bildenden Stielen?
Auf den Mikrofotos kann man kaum etwas erkennen, ich setze mich am WE nochmal dran.
Hättest Du ansonsten eine Idee?

Danke und Grüße
Klaas

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Re: Ein paar Fotos vom Frühling

Gernot, (vor 5326 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas,

schöne Fotos!

Orbilien sollte man zwar nicht makroskopisch bestimmen, aber hier würde mich alles außer O. leucostigma/delicatula sehr wundern. Mach dich schon mal auf die vielleicht kleinsten Sporen deines Lebens gefasst...:-)

Schöne Grüße
Gernot

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Re: Ein paar Fotos vom Frühling *PIC*

Klaas, (vor 5326 Tagen) @ Gernot

Hallo Gernot,

leider habe ich solche Miniflips-Sporen schon öfters gesehen, komme bei diesen Dingern aber nie zu
einem Ergebnis. Wobei "gesehen" schon übertrieben ist, das ist mehr so ein erahnen der Strukturen.
Wie Du, Ingo und noch ein paar andere das (alleine schon makroskopisch) machen, ist mir rätselhaft.
Vielleicht traue ich mich in ferner Zukunft nochmal an solche Teile, glücklicherweise gibts ja noch andere,
für mich halbwegs bestimmbare Becherchen.

Danke für Deinen Tipp, den ich gut finde - werde ihn aber nicht beweisen können.
Sehr viel mehr als auf angehängtem platten Bild erkenne ich auch nicht, wenn ich selbst durchs Mikro gucke und mit den Rädchen spiele.

Viele Grüße
Klaas

[image]

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Re: Ein paar Fotos vom Frühling

Gernot, (vor 5326 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas,

sieht doch wunderbar aus für O. leucostigma/delicatula! Wenn du auf der "Rückenfläche" der Sporen noch Warzen gesehen hast, dann wäre es perfekt, aber auch so geht die Bestimmung sicherlich in Ordnung.

Schöne Grüße
Gernot

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Re: Ein paar Fotos vom Frühling

Klaas, (vor 5325 Tagen) @ Gernot

Hallo Gernot,

ohne Deinen Hinweis wären mir die Warzen an den Sporen vermutlich gar nicht aufgefallen...

Danke und viele Grüße
Klaas

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Re: Ein paar Fotos vom Frühling

Ingo Wagner, (vor 5325 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas!

Deine Mikros sind besser als meine, also mach dir nicht immer so viele Negativ-Gedanken!
Man sieht doch die winzigen gekrümmten Sporen sehr schön im Ascus. Die Warzen kann ich sogar schon erahnen, wenn da eine freischwimmende Spore etwas Farbe abbekommt, ist das sicherlich kein Problem mehr.

Übrigens habe ich mich auch lange nicht an Orbilien rangetraut, aber inzwischen finde ich die gar nicht mehr so schlimm. Man muss ja bei uns meist nicht aus Hunderten auswählen, und die häufigen sind mikroskopisch schon fast überschaubar. Mit deinem Mikroskop auf jeden Fall kein Thema, zumal auch viele Orbilia-Arten ganz schön große Sporen haben.

Wie Du, Ingo und noch ein paar andere das (alleine schon makroskopisch)
machen, ist mir rätselhaft.

Ist wie bei den großen Pilzen und kann, zumindest bei mir, auch daneben gehen, siehe deinen Hym. imberbis (die Blaufärbung der Basiszellen wäre übrigens auch nicht der alleinige Beweis, verwandte Arten können das auch).
Würde mich über das Einstellen deiner Mikro-Auswertung natürlich wie immer freuen. Dass die überhaupt schon reif waren, wundert mich.

Allerdings habe ich keine Haken gefunden - oder besser: war mir bei manchen nicht sicher,

Gerade bei Hymenoscyphus hatte ich da auch lange Probleme, weil die großen Asci basal oft extrem dünnstielig sind, so dass bei denen die Strukturen uneindeutig werden.
Bei Jung- und Baby-Asci sind aber Haken wuchtig und gut zu sehen. Man darf da nur keine Scheu haben, das Präparat zu vergewaltigen und mit Kongorot zu panschen. Ich verschiebe da z.B. ohne Hemmungen das Deckglas bis die Fruchtschicht-Strukturen sich auflösen und auch unreife Ascibasen frei liegen, die Jung-Asci kollabieren in dieser Größe nicht und vertragen das.
Bevor hier wieder Diskussionen aufflammen: der Fachmann sieht das natürlich in Wasser im guten Becher-Schnitt, aber für mich nehme ich die barbarische Methode in Anspruch.

die Nachforschungen zu
Calycellina/Mollisia fand ich allerdings mehr als verwirrend.

Was hat dich denn verwirrt?
Das PdS-Bild von Mollisia amenticola passt auf jeden Fall eher zu C. alniella.

Bei den ganz Kleinen sah man deutlich die Stiele....

Kurze Stiele sind perfekt für C. alniella, auch sind sie sehr schnell konvex (dann sieht man die Stiele nicht mehr so ohne weiteres, weil die konvexe Fruchtschicht sich darüber legt und die Sicht versperrt) und mehr milch- bis cremeweiß, älter gelblich, aber immer einfarbig, höchstens alt teilweise braunfleckig.
Die Mollisia ist eher hellgrau und nicht selten etwas hygrophan-verschiedenfarbig in Nuancen (Rand oder Substratansatz), auf Substrat aufliegend, älter auch mollisia-wellig.
Wenn man die mal gesehen hat, klappt es auch makroskopisch relativ einfach, die auseinanderzuhalten.

VG Ingo W

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Re: Ein paar Fotos vom Frühling

Klaas, (vor 5325 Tagen) @ Ingo Wagner

Hi Ingo!

Deine Mikros sind besser als meine, also mach dir nicht immer so viele
Negativ-Gedanken!

Der Meinung bin ich eben nicht - im Gegensatz zu meinen Fotos kann man bei Deinen immer
schön die wichtigen Details erkennen!

Man sieht doch die winzigen gekrümmten Sporen sehr schön im Ascus. Die Warzen
kann ich sogar schon erahnen, wenn da eine freischwimmende Spore etwas
Farbe abbekommt, ist das sicherlich kein Problem mehr.

Ja, das passt schon. Die Warzen sehe ich, könnte sie aber nur noch als Pixelmonster zeigen.

Übrigens habe ich mich auch lange nicht an Orbilien rangetraut, aber
inzwischen finde ich die gar nicht mehr so schlimm. Man muss ja bei uns
meist nicht aus Hunderten auswählen, und die häufigen sind mikroskopisch
schon fast überschaubar. Mit deinem Mikroskop auf jeden Fall kein Thema,
zumal auch viele Orbilia-Arten ganz schön große Sporen haben.

Naja, allein in Zottos Daten findet man bei der Suche nach nach "Orbilia" 4.699 Dateien - da durchzublicken,
fällt etwas schwer. Wie viele Arten sich dahinter verstecken, wie viele davon bei uns vorkommen können, keine Ahnung.

Ist wie bei den großen Pilzen und kann, zumindest bei mir, auch daneben
gehen, siehe deinen Hym. imberbis (die Blaufärbung der Basiszellen wäre
übrigens auch nicht der alleinige Beweis, verwandte Arten können das
auch).
Würde mich über das Einstellen deiner Mikro-Auswertung natürlich wie immer
freuen. Dass die überhaupt schon reif waren, wundert mich.

Die basale Blaufärbung habe ich heute morgen schön sehen können. Wenn ich dazu komme, mache ich noch ein paar
Fotos - ich habe hier noch so viel unbestimmtes Zeugs rumliegen, damit könnte ich mich noch die nächsten Monate
beschäftigen...

Bei Jung- und Baby-Asci sind aber Haken wuchtig und gut zu sehen. Man darf da
nur keine Scheu haben, das Präparat zu vergewaltigen und mit Kongorot zu
panschen. Ich verschiebe da z.B. ohne Hemmungen das Deckglas bis die
Fruchtschicht-Strukturen sich auflösen und auch unreife Ascibasen frei
liegen, die Jung-Asci kollabieren in dieser Größe nicht und vertragen das.
Bevor hier wieder Diskussionen aufflammen: der Fachmann sieht das natürlich
in Wasser im guten Becher-Schnitt, aber für mich nehme ich die barbarische
Methode in Anspruch.

Ich als Metzger der Mikroskopie löse da bestimmt keine Diskussion aus... ;)
Meistens gehe ich auch nach Deiner Methode vor, mal drücke und schiebe ich aber zu wenig, mal zu viel.
Bei den Kerlchen half das auch nicht, vielleicht beim nächsten Anlauf.

Was hat dich denn verwirrt?
Das PdS-Bild von Mollisia amenticola passt auf jeden Fall eher zu C.
alniella.

Vermutlich, dass manche Bilder eben falsch beschriftet sind. Und dass ich mir nicht sicher war, ob da nicht
vielleicht doch beide am Substrat waren. Die Pilze waren leider weg, als ich nochmal Zeit dafür hatte.
Jedoch, wenn ich nach Deinen Infos zur Farbigkeit gehe, müsste alles C. alniella gewesen sein.

Danke!

Viele Grüße
Klaas

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Re: Ein paar Fotos vom Frühling

Ingo Wagner, (vor 5324 Tagen) @ Klaas

Hi Klaas!

Naja, allein in Zottos Daten findet man bei der Suche nach nach
"Orbilia" 4.699 Dateien - da durchzublicken,
fällt etwas schwer. Wie viele Arten sich dahinter verstecken, wie viele davon
bei uns vorkommen können, keine Ahnung.

Naja, musst natürlich sehen, dass die Sammlung das Anfangs-Potential einer zukünftigen Welt-Monographie dieser Gattung darstellt.
Und natürlich verirrt sich ab und an mal eine wenig/nicht gemeldete Art nach Deutschland, die eigentlich bisher (wohl mehr aus Unkenntnis) hier noch nicht nachgewiesen wurde.

Aber das Gros der bei uns häufiger auftretenden Arten (ok. meine Meinung ist jetzt wieder regional geprägt), ist eigentlich überschaubar und wird sich m.M. nach so um die 20 Arten bewegen.
Spitzenreiter ist bei mir wohl O. coccinella, gefolgt von vinosa, aristata, aprilis und Hyalorbilia inflatula.
O. delicatula (xanthostignma) finde ich schon weniger häufig. Aus der Fremde kommen dann noch epipora und crenatomarginata (= crystallina, Hyalinia rosella), und 1-2 mal im Jahr auch seltenere Arten.
Diesjährig neu habe ich für mich euonymi und aurantiorubra, aus vergangenen Jahren obtusispora und xanthoguttulata.

Findest du was schwierig bestimmbares, ist Zotto wohl der Letzte, von dem du keine Antwort bekommst, wenn du umfangreiche Daten in deiner zusammengestellten Form lieferst. Also nur keine Scheu!

VG Ingo W

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Re: Ein paar Fotos vom Frühling

Klaas, (vor 5324 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

Deine Hitliste nehme ich zukünftig mal als Ausgangspunkt meiner Bestimmungsversuche.
Wobei ich ja schon größte Schwierigkeiten habe, O. coccinella als solche festzunageln.
Jedesmal, wenn ich das versuchte, verlor ich mich in den unendlichen Zotto-Welten.
Mir war einfach nicht bekannt, dass die Arten bei uns wohl doch recht überschaubar sind.

Und was das Regionale betrifft, weißt Du ja, dass es bis vor nicht allzu langer Zeit in meiner
Umgebung keine Ascos gab. Was sich jedoch schlagartig änderte...
Nahezu jeden Asco, den ich inzwischen finde, hast Du schön auf Deiner Seite aufbereitet.
Insofern sehe das inzwischen doch sehr überregional.

Viele Grüße
Klaas

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Re: Ein paar Fotos vom Frühling

Ingo Wagner, (vor 5324 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas!

Wobei ich ja schon größte Schwierigkeiten habe, O. coccinella als solche
festzunageln.
Jedesmal, wenn ich das versuchte, verlor ich mich in den unendlichen
Zotto-Welten.
Mir war einfach nicht bekannt, dass die Arten bei uns wohl doch recht
überschaubar sind.

Versuch´s nur mal, wirst sehen, dass deine coccinellas kaum gerade die abweichenden sind.

Und was das Regionale betrifft, weißt Du ja, dass es bis vor nicht allzu
langer Zeit in meiner
Umgebung keine Ascos gab. Was sich jedoch schlagartig änderte...

Daran erinnere ich mich sehr gut, inzwischen findest du so ganz nebenbei ein Highlight nach dem anderen. Faszinierend auch deine Mycena rhenana im neuen Beitrag!
Dass du inzwischen mit der Anzahl deiner Funde ständig überfordert bist, das verstehen wohl nur die wenigsten. Besonders die nicht, denen es zum Pilzefinden zu trocken, zu kalt, zu nass oder zu heiß ist.

VG Ingo W

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Re: Ein paar Fotos vom Frühling

Klaas, (vor 5324 Tagen) @ Ingo Wagner

Lieber Ingo,

ich werde es trotz gegenteiliger Vorsätze wieder mit den Orbilien versuchen, vielleicht traue ich
mich dann auch wieder an Mollisien, falls diese wider Erwartung ähnlich überschaubar sind und es ebenso
gute Hilfe im Forum geben wird.

Daran erinnere ich mich sehr gut, inzwischen findest du so ganz nebenbei ein
Highlight nach dem anderen. Faszinierend auch deine Mycena rhenana im
neuen Beitrag!

Diese sogenannten "seltenen" Dinger sind mir inzwischen völlig wurscht. Da ich ja am Rhein wohne, wird die
M. rhenana allgemeinhin auch nichts Besonderes sein. In rote, Raritäten- oder andere Listen schaue ich
ohnehin nur selten. Meine Mutter pflegt oft anzumerken, z.B. den Ocker-Täubling in Fundlisten nicht
zu vergessen - bevor es plötzlich und unerwartet auffällt, dass er nicht mehr da ist.
Solche Highlights sind sehr subjektiv, ich freue mich über jeden pers. Erst-, Zweit-, und Zigfund - jedenfalls
solange, wie die menschliche Profit-Gier und Zerstörungswut es zulässt. Ein Trost ist, dass die Natur immer
wieder Nischen findet, trotz solcher Gewalt. Und auch, dass es Pilze noch lange Zeit nach uns geben wird.

Dass du inzwischen mit der Anzahl deiner Funde ständig überfordert bist, das
verstehen wohl nur die wenigsten. Besonders die nicht, denen es zum
Pilzefinden zu trocken, zu kalt, zu nass oder zu heiß ist.

Solange sich an den Dosen-Deckeln Kondenswasser bildet, wäre es eine Lüge, zu behaupten, es gäbe keine Pilze... ;)

Beste Grüße
Klaas

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Re: Ein paar Fotos vom Frühling

Ingo Wagner, (vor 5324 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas!

Eigentlich ist ja alles gesagt und ich wollte den "Fred" auch nicht unnötig in die Länge ziehen.
Wie gesagt, bei unbestimmbaren Orbilien gibt es Zotto.

Bei Mollisia gibt es ziemlich viel, die ich nicht zuordnen kann. Ich habe keine Ahnung, wo hier das Ende der Fahnenstange liegt. Rechnen tue ich mit ca. 100 Arten bei uns, wobei halt die Unterschiede mitunter ziemlich geringfügig sind.

Gerade für die nichtidentifizierten Funde fände ich es immens wichtig, Portraits zum Vergleichen anzufertigen.
Theoretisch müsste man von verlässlichen Mikro-Analytikern so eine Art Mollisia-Internet-Topf einrichten, wo jeder seine Bestimmungen reinschmeißt und man vergleichen kann.

Es ist schade, dass die nichtzuordenbaren Mollisien bei vielen immer diesen Negativ-Geschmack hinterlassen (wahrscheinlich, weil nicht gut abrechenbar), dabei wären doch gerade solche Portraits viel wichtiger als eindeutige und klar bestimmte Mollisien. Wobei es selbst hier große Lücken gibt.

Mir würde es auf jeden Fall gefallen, wenn der Klaas aus dem Süden für mich einsehbar z.B. ebenfalls eine Mollisia cf. fusca hätte, die etwas zu kleine, weniger spindelige Sporen hat mit weniger und viel unkonstanteren Öl (jung scheinbar ohne), weniger starke KOH-Reaktion und Riesen-Endzellen.

VG Ingo W